Beiträge von Lucanouk

    ich finde, es kommt darauf an, wie man strukturiert ist. aber nur, weil der hund viel fordert, heißt das noch lange nicht, dass man alles machen sollte. bestimmte rassne oder hundetypen würden fordern, bis sie umfallen.

    ich sag es mal so: solange der hund neben dem sport noch die möglichkeit hat, hund zu sein (freilauf auf spaziergängen, schnüffeln, hundekontakte, markieren, erkungsverhalten und das alles bitte auch mal ohne spielie in der schnüss), finde ich es vollkommen o.k., auch mehrere sportarten zu betreiben.

    allerdings ist es für viele hunde besser, sich auf eine sportart zu fokussieren. gerade diejenigen, die nach drei übungen immer "keine lust mehr haben", würde ich dann nicht mit einer neuen sportart ködern, sondern schauen, wie ich sie trotzdem weiter motivieren kann.
    jetzt immer was neues bringen zu wollen, fördert nicht gerade die konzentrationsbereitschaft und hat für mich nix mit arbeiten, sondern eher mit berieselung zu tun.

    ich finde den hund im video nicht zu hoch gefahren, warum empfindest du das so, themis? klar ist der aufgeregt, aber wenn ich mir den habitus des hundes angucke (und ich arbeite schon recht viel mit terriern, insbesondere mit staff und co), weiß ich, dass bedenkliche erregung noch einmal komplett anders aussieht.

    das es auch im spiel spannungen im körper gibt und kurze stressmomente (das züngeln/blinzeln), empfinde ich persönlich überhaupt nicht als schlimm, solange diese momente knackig und kurz sind.
    wenn der hund jetzt die ganze zeit angespannt angespannt wäre, würde ich mir gedanken machen.

    ein kind oder einen fremden würde ich in diesem moment allerdings auch niemals an meinen hund lassen und schon gar nicht in diebstahlabsicht bezüglich des spielzeugs. so etwas ist für indiskutabel. kinder würde ich in beutespielen nur an den hund lassen, wenn ruhig und konzentriert gearbeitet wird. vorraussetzung dafür ist eine bombenfeste impulskontrolle seitens des hundes und kindes, keine übertriebene ressourcenverteidigung seitens des hundes (ein entspanntes verhältnis mit beute) und eine sehr enge anleitung des erwachsenen. und auch im beutespiel sollte klar sein, dass kein kind dem hund seine beute aus dem maul zieht u.ä.

    :gut: ein ganz toller beitrag!!! applaus dafür :) da schließe ich mich dir, themis, komplett an.

    honeyballs: für mich ist das ein reines spielknurren. die körpersprache, die geräusche und auch der alberne gesichtsausdruck sind nichts, was mich zur sorge verleiten würde.
    was siehst du denn darin?

    bezüglich deiner frage: ich würde meinem hund beibringen, dass es o.k. ist, wenn kinder an ihnen vorbeilaufen, wenn sie beute tragen. aber sie müssen sich keinesfalls mit beute im maul umarmen lassen oder gar ihre beute entreißen lassen. das geht meiner meinung nach zu weit und ist verhinderbar.

    was ich allerdings vernünftig fände: wenn kinder lernen, wie man mit dem hund und der beute richtig arbeitet und der hund lernt, dass es auch o.k. ist, seine beute unter signalkontrolle und im tausch einem bekannten kind zu geben. natürlich nur unter aufsicht und anleitung. apportierspiele zwischen hund und kind sind einfach toll, aber nur, wenn die kinder wissen, wie man es richtig macht und die hunde lernen durften, auch mit dem kind zusammen zu arbeiten. also vorher sitz/platz, dann werfen und dann wird der hund erst geschickt. das geht natürlich nur, wenn der hund bereits kontrollierbar an der beute ist und keinen beutekonflikt mit menschen hat.

    ich glaube, dass sich die meisten der hier mitschreibenden user im klaren darüber sind, dass man hunden extrem ressourcenverteidigendes verhalten abgewöhnen muss. eine gewaltvolle ressourcenverteidigung hat ganz klar ein hohes unfallpotential, also sollte das ziel sein, dass hunde ruhig und entspannt fressen können, auch wenn sie versehentlich berührt werden oder jemand an ihnen vorbeigeht. und ich denke, wir sind uns auch im klaren darüber, dass hunde lernen müssen, sich im prinzip alles abnehmen zu lassen, ohne dabei einen grund zum knurren zu haben, denn solange hunde die veranlassung sehen, dass sie uns warnen müssen, wenn wir an ihr futter gehen, besteht ein konflikt, den wir lösen sollten, denn konflikte beinhalten immer gefahren, wenn diese ungelöst im raum stehen.

    natürlich kann man mit management (hund in die box, ins nebenzimmer etc. pp.) sehr viel erreichen und management gehört für mich dazu, wenn es darum geht, unfälle zu vermeiden. management ist für mich persönlich aber auch nicht die letztendliche lösung eines konflikts, sondern erst einmal das umgehen der problematik.

    ich finde es auch wichtig, dass hund ein ruhe fressen dürfen. das ist ganz normal und auch absolut o.k. so.
    jedoch gibt es situationen, die man nicht planen kann und die bei einem starken ressourcenverteidiger arg in die hose gehen können.

    und damit meine ich nicht, dass kinder über den fressenden hund stolpern, so etwas geht meiner meinung nach gar nicht, denn ein fressender hund sollte in ruhe futtern dürfen.

    kinder sind übrigens für den hund niemals der chef und wer versucht, so etwas seinem hund einzutrichtern, spielt mit dem leben seines kindes. schon kleine kinder können lernen, dass sie nix am schlaf- oder futterplatz des hundes verloren haben. und hund und kind gehören nun einmal ständig beaufsichtigt, besonders, wenn es sich um sehr kleine kinder handelt.
    hunde sind domestizierte raubtiere, die nun einmal ganz andere vorstellungen von familiären strukturen haben, als der mensch.
    bei wildhunden z.b. ist es völlig normal, dass alle erwachsenen mitglieder die kleinen miterziehen. damit der haushund seine rolle nicht missversteht, sollte es für ihn klar sein, wer in dem haus ressourcen kontrolliert: nicht das kind, nicht der hund, sondern der erwachsene mensch.
    wenn kinder hunde maßregeln wollen bzw. ihre grenzen übertreten, ist das saugefährlich.

    ich meine ganz andere situationen: kind isst nen keks, ein paar stücke fallen runter, hund geht ran, kind geht ran und schon knallt es gewaltig.
    der familienhund findet futter, das vergessen wurde, wegzuräumen oder auch wahlweise ein runtergefallenes brot (gerade bei kindern geht ja so etwas bekanntlich sehr schnell), kind geht gucken und peng!
    der hund findet draußen etwas giftiges und hat nicht gelernt, sein futter herzugeben, man muss es ihm aber abnehmen und es knallt.

    das sind dinge, die passieren können. ein kundenhund von mir hat sogar schon ne dose gefressen, weil es dieser hund nicht gelernt hatte, sich futter abnehmen zu lassen (der hund kam aus dem tierheim). oder er hat gelernt, dass er es verteidigen musste.

    futteraggression kann viele gründe haben, u.a. entsteht sie dadurch, weil der besitzer meint, seinem hund alles entreißen zu müssen bzw. den hund beim knurren zu bestrafen, indem er ihn am nacken packt, ihm eine runter semmelt und und und.
    futteraggression kann aber auch entstehen, weil die hunde nicht gelernt haben, dass es o.k. und normal ist, auch mal beim fressen angefasst zu werden bzw. das es o.k. ist, sein futter auf signal herzugeben.
    futteraggression kann ebenfalls entstehen, weil man es gar nicht schlimm findet, dass so ein kleiner zwerg ein sehr intensives drohverhalten zeigt, weil man nur am futter vorbeigeht und dann noch den abstand vergrößert und eben nicht daran arbeitet (und es gibt durchaus hunde, die ein solches verhalten enorm ausweiten, fragt doch mal in der jagdhundeszene nach. da gibt es viele geschichten über weimis und deutsch drahthaars, die ihre menschen wegen nem kekskrümel in der handtasche an die wand stellen.)

    ich hätte z.b. dem welpen weder den abstand vergrößert, noch wäre ich näher gekommen. ich hätte mich ganz genau in dieser situation hingestellt und abgewartet (kein anfassen, kein blickkontakt) und wäre erst gegangen, wenn der knirps gemerkt hätte, dass ich nicht an sein futter möchte, also wenn er ruhiger wird.

    bei mir gäbe es keinen ärger, wenn er knurrt, aber auch keine fluchtreaktion meinerseits.

    und danach würde ich in ruhe anfangen, mit dem hund daran zu arbeiten, indem ich besondere leckereien anfangs in der hand behalten, während an ihnen rumgeknubbelt wird (das würde ich bei nem neuen welpen erst einmal grundsätzlich so machen, um zu sehen, wie der hund reagiert.
    ich würde am hund vorbeigehen und, während der hund noch einigermaßen entspannt ist, zusätzliche leckereien dazu werfen.
    ich würde mich neben den hund setzen und ihm immer was tolles hinzupacken.
    und ich würde ein konfliktfreies aus-signal über den tausch trainieren.

    mein rüde war anfangs enorm futteraggressiv mir gegenüber (er war 1,5 jahre alt, als ich ihn bekam). ich bin beim ersten angespannten blick stehen geblieben, bin nicht näher ran gegangen, hab ihn nicht angefasst. allerdings kannte er schon ein aus-signal. das habe ich benutzt, ihn zu mir gerufen, nach dem rinderohr gegriffen und es ihm wieder in die schnute gesteckt. danach gab ich ihm leckereien und setzte mich bewusst in seine nähe (immer so weit weg, dass er nicht knurren musste) und warf ihm noch ein paar tolle sachen dazu.

    hätte er das signal nicht gekonnt, hätte ich ihm knabbereien nur mit leine gesichert gegeben und eben aus meiner hand. und natürlich ein ausgeben auf signal trainiert.

    er lässt sich mittlerweile alles abnehmen und ich kann sogar mit ihm gemeinsam im körbchen sitzen und das rinderohr festhalten, während er frisst. ich mach das nicht oft, aber ich frische das immer wieder auf.
    warum? weil ich es verdammt wichtig finde, dass meine hunde lernen, dass ich keine bedrohung für ihr futter oder für sie selbst darstelle und das es keinen grund gibt, es mir gegenüber zu verteidigen. und weil ich es enorm wichtig finde, dass hunde sich alles abnehmen lassen, weil sie auch mal gefährliche dinge verschlucken könnten. mein gassi-herdi hat z.b. mal nen undefinierbaren knochen im maul und er kannte kein "aus"-signal. dem musste ich das unter zähnefletschendem protest mit nem sicherheitsgriff in den nacken aus der schnute fischen. das hätte mit nem aus-signal auch stressfreier gehen können :/
    aber auch er wurde nicht für seine kommunikation (fletschen, knurren, schnappen) bestraft, ihm hab ihm das ding schnell und zügig aus der schnute genommen, ihn noch festgehalten, bis er ruhiger war und ihn dann ins auto gesetzt, ohne auch nur mit ihm zu reden.

    ich finde es auch wichtig, dass hunde lernen, nix vom boden aufzunehmen bzw. nix gefundenes einfach für sich zu beanspruchen, auch wenn das widernatürlich ist.
    mein hündin ist enorm futteraggressiv gegenüber anderen hunden. sie hat sich damals auf ne hündin gestürzt, weil die an einer leeren walnussschale vorbeilief, die madame gerade gefunden hatte.
    mitterlweile kann mir selbst in der gruppe futter runterfallen. sie hat gelernt, erst einmal mich zu fragen, für wen das ist.
    die kette "futter-fällt runter vor meine nase-ich guck zu frauchen, auch wenn neben mir ein hund steht." ist enorm sinnvoll und wichtig für diesen hund (und auch für die anderen truppenteilnehmer). und genau solch eine kette kann der unterschied zwischen unfall mit kind wegen herabgefallener/gefundener kekskrümel und ereignislosem rumliegen von futter bedeuten - und somit sogar überlebenswichtig für das umfeld werden.

    und deshalb finde ich es enorm wichtig, dass hunde lernen entspannt mit dem thema "futter" umzugehen.
    aber das sollten sie in ruhe und möglichst stressfrei lernen. bis dahin gibt es management.

    Zitat

    Ich glaube viele Menschen vergessen, dass Hunde/Wölfe töten MÜSSEN um zu überleben. Das ist ein fleischfressendes Raubtier und seine Beute blutet, hat während der Jagd Panik und erleidet heftigste Schmerzen. Wenn die Beute- wie auch immer- verletzt entkommt, dann ist es meistens besser, wenn ein anderer Jäger es tötet. Andernfalls werden viele Tiere elendig verrecken und dann von Aasgreifern aufgenommen.

    Hört doch in der Hinsicth auf eure Hunde wie Kleinkinder zu behandeln, die zu allen nett sein müssen. Das sind sie definitiv nicht und werden/ wollen sie niemals sein.. Survival of the fittest, so war es jeher und so wird es für immer sein. Und da stehen kleine, wegrennende Tiere nun mal ganz unten in der Liste. Und wenn das Vieh dann auch noch anfängt wegzurennen ist das für den Hund doch einfach nur ein Zeichen für potentielle Beute.

    ICH mache meiner Hündin keinen Vorwurf, wenn sie hinterher kleinen quiekenden Hunden herläuft. Ich halte es so wie Sleipnir, rufe sie dementsprechend ab und laufe weiter. Zumal ich persönlich auch nichts für den 0-8-15 Kleinhund nebst Halter über habe. Was soll ich mich mit sowas dann weiterhin beschäftigen?

    Grüße

    Vincent

    :hust:

    survival of the fittest? wenn es nach deiner theorie ginge, dürfte ich meine mit fremdhunden schwer verträgliche gassi-truppe auf deine hündin loslassen, oder? und wenn sie dann vor angst quiekt, ist das ja auch lustig, ne? macht ja nix, wenn sie das nicht überlebt, oder? is doch natur, ne?

    ich glaube, du hast sleipnir ganz enorm missverstanden. er hatte zwar geschrieben, dass viele hunde kleinsthunde aufgrund ihrer größe als beute betrachten. und er hatte auch kritisiert, dass solch kleine hunde gezüchtet werden. aber ich glaube kaum, dass er es zulässt, dass seine gassi-truppe die zwerge zu tode hetzt. im gegenteil: er hat ab und zu selbst klitzekleine hunde in seinem gassi-service und wird peinlich genau darauf achten, dass ihnen kein haar gekrümmt wird.

    tut mir leid, aber deine einstellung ist einfach unter aller sau.

    nachtrag: ich denke, man sollte hier wirklich auf sein bauchgefühl hören: wenn es um kleinere unsicherheiten geht, macht es sehr häufig sinn, ohne zögern weiterzugehen (z.b. bei gruseligen untergründen und welpen).
    wenn hunde im extremen stress sind, ist es sinnvoll, sie zu umarmen, ihnen sicherheit zu geben, um ihnen dann ein alternativverhalten aufzuzeigen.

    nur streicheln kann auch sehr häufig alternativlos auf den hund wirken: man verharrt weiterhin in der stresssituation, anstatt dem hund einen ausweg zu zeigen. das kann für den hund so wirken, als hätte man selbst keinen richtigen plan.

    und genau das ist wichtig: der mensch muss wissen, was er tut.

    hier finde ich la-ko-ko übrigen sehr sinnvoll: der hund ist im engen körperkontakt mit dem menschen und dieser findet einen weg aus dem stress, stagniert nicht und bleibt führend in bewegung.

    ich denke mal, dass es bei der wirkung der streicheleinheiten immer auf die bindung zwischen hund und mensch ankommt: haben mensch und hund eine eher schlechte beziehung und wird der körperkontakt als sehr unangenehm empfunden, wird eher wenig an bindungshormonen ausgeschüttet bzw., das belohnungssystem nicht aktiviert.
    noch schlimmer sieht es bei durch menschlichen körperkontakt traumatisierten hunden aus: solche hunde werden mit sicherheit stresshormone anstatt der erhofften bindungshormone beim anfassen ausschütten.

    haben mensch und hund jedoch eine sehr enge bindung ist körperkontakt mit sicherheit das beste, was der mensch dem ängstlichen hund bieten kann.

    doch auch hier ist streicheln nicht gleich streicheln: ein hektisches begrabbeln mit hektischem auf-den-hund-einquasseln wird sich hier eher angstverstärkend bzw. erregungsverstärkend auswirken. eine beruhigende starke schulter zum anlehnen mit sanften, ruhigen streicheleinheiten oder auch ttouches hingegen wirken beruhigend und sorgen für einen angenehmen hormoncocktail im körper.

    Zitat


    Oxytocin ist bei Hunden ein Bindungshormon, das hat sicherlich nicht mit "der dunklen Seite" bei Hunden zu tun.

    oxytocin ist nicht nur bei hunden ein bindungshormon, sondern generell. es wirkt bei hunden nicht anders, als bei menschen. aber gerade durch die ausschüttung von bindungshormonen entstehen innerhalb von gruppen exklusive, nicht austauschbare beziehungen. durch das oxytocin wird die bindung zwischen bindungspartnern verstärkt. durch diese bindung werden andere bindungshormone produziert, wie z.b. das eifersuchtshormon vasopressin/adiuretin. diese exklusiven bindungen und die damit einhergenden hormonausschüttungen können natürlich zu erheblichen konflikten innerhalb des sozialverbandes führen, nämlich dann, wenn andere mitglieder den bindungspartner für sich beanspruchen wollen. dann kommt es zu sozialmotivierter aggression.

    oxytocin ist also indirekt für solche eifersuchtsszenen verantwortlich, denn ohne das bindungshormon gibt es auch kein eifersuchtshormon. und genau das wird mit "der dunklen seite des oxytocin" gemeint sein ;)

    und da oxytocin, sowie vasopressin nicht nur intraspezifisch ausgeschüttet wird, kommt es bei einer sehr starken bindung zwischen mensch und hund auch sehr gerne mal zu sozialmotivierter aggression gegenüber menschen und hunden, die sich dem bindungspartner nähern.

    die ausschüttung von adiuretin steht also im direkten zusammenhang mit der ausschüttung von oxytocin.

    ich sage nicht, dass fleisch zwingend ungesund ist. aber auf fleisch zu verzichten und sich dabei ausgewogen zu ernähren ist auch nicht zwingend ungesund, ganz im gegenteil ;)

    sich ausgewogen vegan zu ernähren ist für die meisten menschen sogar sehr gesund. das beweisen einige studien :)

    nicht zuletzt die "vegan for fit"-studie.