Beiträge von Lucanouk

    ingal, ein toller beitrag :gut: :gut: :gut:
    danke dafür.

    ich finde es schwierig aus der ferne zu beurteilen, ob der hund schmerzen hat oder leidet. fakt ist: der knirps ist so geboren worden und weiß gar nicht, wie es wäre vier beine zu haben. er wird sich höchstwahrscheinlich nicht mit seinen kumpels vergleichen und hat anscheinend gelernt, trotz behinderung, zu laufen.

    warum sollte man diesen hund einschläfern?

    weil er eventuell irgendwann mal schmerzen bekommen könnte?

    ich könnte mir vorstellen, dass dieser hund sogar recht problemlos kann, weil sein körper ja nun einmal so auf die welt kam, d.h. er ist fähig von klein auf, muskeln/sehnen und knochen so zu bilden, dass er sich problemlos bewegen kann. warum sollte man einen solchen hund einschläfern?

    für uns ist die vorstellung grausam, so leben zu müssen. der hund hat keine vorstellung davon, wie es anders wäre.

    kathrin, wenn sie plötzlich gut für die jungs riecht, würde ich mal schauen, ob da was richtung stumpfpyometra los ist. hündinnen mit entartetem gewebe bzw. ner stumpfpyo können auf einmal waaahnsinnig toll für die herrenwelt riechen und wenn es ne innere entzündung ist, kann es sein, dass du selbst agr nix merkst, bis es so richtig schlimm ist.

    Zitat

    Marika Kann auch nur sagen, dass diese Methoden für mich und Nannerl funktionieren. Würde mir nie rausnehmen und sagen unsere Methode ist die einzig Wahre, die bei jedem Hund immer funktioniert. Kein Hund ist wie der andere. Was eine Nannerl schon brechen würde, da würden andere Hunde nicht mal mit den Augen zucken.

    Wenn schon solche Methoden, dann nur in erfahrenen fachlichen Händen und nur wenn bei Hunden, bei denen die Kommandos positiv aufgebaut wurden, und die dann damit nur abgesichert werden und auch nicht als Allheilmittel wie z.B. dem Hund Angst vor Wild zu machen. Ziemlich viele Leute denken, die würden dann so was richtig anwenden, aber ich traue nur einer Hundvoll zu es wirklich richtig einzusetzen und ich denke es ist wirklich schwer da die Grenze zu setzen!

    Und gegen die Tierschutzhunde sage ich ja gar nicht, wenn man sich bewusst ist was man sich da ins Haus holt und auch bereit ist zu arbeiten!
    Aber ich verstehe es nicht sich gezielt einen Jagdhund zu holen und ihm dann seine Persönlichkeit abzusprechen und ihm das jagen nicht nur zu verbieten, sondern ihm richtige Angst vor Wild zu machen. Finde danach ist der Hund nur noch ein Bruchteil seiner Persönlichkeit....

    Finde aber man kann das nicht pauschal sagen, dass eine Leben lang Schleppleine schlechter ist als einen TT anzuwenden. Das muss man sich immer individuell anschauen. Welche Persönlichkeit ist der Hund? Manche Hunde würden an so was zerbrechen! Bei manchen würde es super funktionieren! Ist der Hund immer wirklich nur an der SL oder ist der Besitzer auch im Hundeauslauf mit ihm? usw. Sind so viele Faktoren, die da mitspielen, dass man das nicht einfach so sagen kann!

    da bin ich ganz bei dir, nicole :) dem hund angst vor dem jagen machen zu wollen, ist echt das allerletzte und wird auch nur bei hunden funktionieren, die obersensibel sind. das kann ja wirklich nicht der weg sein, schließlich sind es jagdhunde. ihnen einen teil ihrer persönlichkeit unter schmerzen nehmen zu wollen, ist für mich das allerletzte.

    man muss sich auch fragen: was verknüpft mein hund, wenn ich einfach nur drücke, weil er eben losrennt/ein reh sieht?

    strafe ohne signale einzusetzen, ist alles andere als fair und führt auf dauer zu permanentem stress, ganz egal, ob man ein tt, ne wurfkette oder ne fliegende leine einsetzt.
    und man muss dauerhaft "überdosieren", was den strafreiz betrifft, da man in diesem fall die strafe als kommunikationsmittel nutzt.
    ein konditioniertes wort, bei dem der hund weiß, dass dieses oder jenes verhalten gefragt ist, ist etwas komplett anderes, da für den hund klar ist, was er tun muss und was eben nicht gestattet ist. und wenn die konsequenz bei nicht-befolgen für den hund glasklar ist, hat er auch die möglichkeit, diese zu vermeiden, indem er ein down/stop ausführt (und dafür wiederum heiß belohnt wird.).

    und im gegenzug dazu darf er eben teile der jagdsequenzen legal ausleben (anschleichen, vorstehen und vielleicht, je nach distanz und kontrollierbarkeit ein paar schritte hinterher gehen.).

    das gerät zu drücken, bis der hund wieder da ist und ähnliches ist völlig daneben und hat nichts mit einer fachgerechten ausführung zu tun.
    ich finde es generell völlig unsinnig bei starkjägern einen abruf mit tt zu erarbeiten, da der abruf aus so vielen sequenzen besteht (stehebleiben, umdrehen, zurückkommen). das können die meisten hunde im ernstfall gar nicht leisten, da geht meistens nur das einfrieren.

    natürlich gibt es einige wenige hunde, die ihr leben eben auch an der sl verbringen können, wenn sie geeignete ausläufe in der nähe haben. aber es sind doch eher wenige und gerade die schnellen jagdhunde (windhunde, pointer, podencos) sind eher die, die kreuzunglücklich werden, wenn sie ihr leben angeleint verbringen müssen.

    man muss eben den hund als individuum sehen und auch die möglichkeiten (hundeauslauf geht z.b. nur mit sehr sozial verträglichen kandidaten) betrachten.

    Zitat

    So wie ich es verstanden habe soll das Training mit TT dem Hund bei richtiger Anwendung.vermitteln, das Rehe und Co "beißen" und er deshalb die Finger bzw. Die Pfoten davon läßt.
    Die Hunde die ich kennengelernt habe, bekamen über einen Zeitraum von mindestens 10 Tagen das Gerät wie ein Halsband angelegt, ohne das es benutzt wurde. Den Auslöser steckte der Trainer zusammen mit Schlüssel in die Tasche. Dann ist er mit Hund und Besitzer spazierengegangen ohne das Gerät zu benutzen. das hat er auch erstmal ein paar Tage gemacht um den Hund an seine Anwesenheit zu gewöhnen. Ausgelöst wurde in dem Moment, als der Hund auf sein Ziel zuschoss. Das richtige Timing war enorm wichtig. Es wurde nicht auf den Hund reagiert und der Spaziergang wurde normal weitergeführt. Die Hunde suchten in allen Fällen die Nähe des HH. Bei einigen reichte eine einmalige Anwendung, bei anderen brauchte es 3-5 Trainingseinheiten. Aber alle finden Wild jetzt "doof". Eine solche Anwendung finde ich i.O. Zumal es sich um Fälle handelte die schon alles durch hatten. Wie es in der Jagdausbildung gehandthabt wird weiß ich nicht. Würde mich aber mal interessieren.

    genau so eine handhabung ist völlig falsch. genau so wird es bei jagdhunden niemals funktionieren.
    kein jagdhund der welt schreckt zurück, weil rehe "beißen".
    die hunde, die auf einen solchen aufbau reagieren, sind mit sicherheit keine harten jäger.

    genau dann passiert genau das hier:

    Zitat

    Ich kenne mehrere Hunde, die mit TT oder Sprühhalsband trainiert wurden. Und jeder von ihnen jagt auch weiterhin.

    Zitat

    Ich kenne auch einen Hund (kein jagdlich geführter), der mittels TT lernen sollte, dass jagen aua macht und zu unterlassen ist.. Joa..der jagt bis heute. Als der normale Einsatz des TT nichts brachte, gab es noch ein paar nette Tipps, wie man die Wirkung des Teils erhöhen kann (die ich hier jetzt mal nicht aufschreibe). Und auch da: Er hat kurz gestoppt (wenn überhaupt), ist dann weiter und hat weiterhin Tiere getötet und das tut er bis heute..

    wenn man diese geräte vernünftig verwendet, baut man mühevoller kleinarbeit erst einmal eine erwünschte ersatzhandlung auf, wie z.b. stop/sitz/platz/down.

    diese wird hoch belohnt und weitab von irgendwelchen reizen gefestigt. dann wird die reizlage gesteigert und letztendlich wird das gerät dazu verwendet, um dem hund zu vermitteln, dass das kommando nicht übertreten werden darf.
    hierzu wird, wenn es vermünftig gemacht wird, die reizlage so gestaltet, dass der hund noch lernen kann und der reiz im hb zwar sehr unangenehm, aber nicht traumatisierend ist.
    der hund sollte schon merken, dass das übertreten eines signal unangenehme konsequenzen hat, sonst bringt das ganze ja nix bzw. führt eben schnell zur gewöhnung. allerdings muss man im aufbau auch nicht unnötig draufhauen.
    trotz sauberem aufbau kann es durchaus sein, dass die hunde im echten leben noch ein paar mal das signal im hetzen überhören. hier muss zwangsläufig mit einer härteren einstellung gearbeitet werden, als im aufbau.

    wenn man sauber mit nem tt gearbeitet hat, sollte man es eigentlich nicht mehr im alltag einsetzen müssen, das signal sollte reichen.

    Zitat

    Ich bin eher für die Zulassung der Anwendung in Notfällen durch geschulte Profis - ganz einfach, weil man dann die Fälle verhindert, in denen irgendwelche Leute auf eigene Faust losziehen und ihren Hund kaputtmachen (am besten noch ohne jegliche anti-jagdliche Vorarbeit). Und um für Hunde, die sonst lebenslänglich Leinengebot hätten, ein artgerechte Möglichkeit der Haltung beizubehalten, weil sie dann laufen und rennen können. Aber dann sollte auch der Verkauf der Dinger mit entsprechenden Nachweisen verbunden sein. Hab mal Sittiche gezüchtet - bei jeder Ringbestellung mußte ich die Zuchtgenehmigung vom Ordnungsamt im Original (!) mitsenden bei der Bestellung, damit da kein Wildwuchs betrieben wird. Im Tele-Fall könnte man z.B. den Sachkundenachweis dafür verwenden. Dann könnte man vielleicht den vielfachen Mißbrauch etwas einschränken.

    ja, ich sehe es sehr ähnlich wie du, bieboss. allerdings reicht ein sachkundenachweis bei weitem nicht aus.

    Zitat

    Abgesehen davon: "..der nur mit Strom auf mich hört" - na, das wäre ja ein Armutszeugnis sondergleichen..... *gg Ein TT ist ja hier in der Diskussion als letztes Mittel, wenn alles andere in Sachen Anti-Jagd-Training versagt hat. Das Know-How da ist, UND der Grundgehorsam ansonsten sitzt. Das Jagen ist ein winziger Aspekt im Zusammenleben mit dem Hund, was sicherlich auch beim passionerten Jäger bis zu einem gewissen Grade soweit in den Griff zu kriegen ist, daß es nicht notwendigerweise nur den Alltag bestimmt. Man muß halt beim Gassi im Feld aufpassen und nicht gleich die Abenddämmerung wählen als bevorzugte Gassizeit etc., das gibt´s schon Möglichkeiten, das entspannt zu gestalten. Es geht ja immer nur um den Fall, zu verhindern, daß ungeplant irgendwo ein Auslöser für´s Hetzen auftaucht, und alles Weitsicht und alles Aufpassen nicht mehr helfen, und der Hund losstartet. Damit gefährdet er sich (Jäger dürfen wildernde Hunde schließlich abschießen), das gejagte Tier und nicht zuletzt unschuldige Autofahrer auf der nahegelegenen Autobahn, wenn der Hase dorthin läuft... Deswegen kann der Hund trotzdem gut zum Halter passen, man kann Spaß zusammen haben oder zusammen sogar jagdlich arbeiten (Fährten, Trailen, was auch immer). Auch der Charakter des Hundes kann halt einfach zum Halter passen. Und dann muß man eben einen Weg finden, diese Gefahren möglichst auszuräumen.

    ja, genau an die tierschutzhunde hab ich jetzt auch gedacht. was ist mit hunden, die wirklich nicht ableinbar sind, weil sie bei beute komplett auf durchzug schalten? hunde, die eben nicht an jäger abgegeben werden können, weil sie eben überpassioniert sind?

    Zitat

    Ich sehe das ganze Thema mitlerweile recht entspannt. Mein Hund ist nun mal für die Jagd geboren (Mix aus bayerischem Gebirgsschweißhund und alpenländisch Dachsbracke) und ich würde ihr niemals Schmerzen zufügen wie z.B. mit Teletakt und co nur weil sie das tut wozu sie geboren wurde! Wenn ich so denke sollte ich mir niemals einen Jagdhund ins Haus holen!

    Haben alles mit positiver Verstärkung aufgebaut. Von Kleinvieh (Geflügel, Kannichen usw.) ist sie abrufbar ab Rehgröße wird es schwerer, wenn es vor ihr hoch geht. Erkenne aber recht zuverlässig, wenn sie was in der Nase hat. Gegenden wo nicht so viel Wild ist wie hier im Ballungsraum läuft sie offline, an unserem Ferienhaus im Westerwald wimmelt es nur so von Wild. Offline laufen ist auch dort möglich, aber nicht ohne sie alle paar Sekunden zu mir zu rufen, weil sie was in der Nase hat und sonst weg ist! Also, haben wir uns dort für die Schleppleine entschieden, das ist für uns beide einfach die entspannteste Lösung und die Spaziergänge dort machen uns beiden wieder richtig Spaß

    Und wir sind ja beide eh gerade in der jagdlichen Ausbildung, aber da ist für mich ein großer Unterschied, wenn sie jagen darf und wenn wir Freizeitmäßig unterwegs sind und den kennt sie Gott sei Dank auch!

    nicole, ich verstehe dich wirklich sehr gut, natürlich sollte man weitesgehend auf starkzwang verzichten, wenn es irgendwie geht.
    der ganze aufbau des gehorsams sollte grundsätzlich positiv und freundlich geschehen, das ist vollkommen klar :gut:

    und ich finde auch, dass man sich keinen jagdhund anschaffen sollte, wenn man keine möglichkeit hat zu jagen.
    allerdings gibt es leider sehr viele jagdhunde im tierschutz, die von keinem jäger mehr genommen werden - gerade im auslandstierschutz. und genau diese hunde versauern dann hier an der schleppleine, obwohl sie absolute flitzpiepen sind.

    es gibt einfach hunde, die dermaßen im jagdmodus sind, dass sie gar nicht ableinbar sind, ganz egal, wo man sich befindet, weil man einfach überall beute machen könnte.
    und einige von ihnen wären extrem unglücklich, wenn sie ihr leben an der sl verbringen müssten, weil sie absolute bewegungsakrobaten sind.
    wenn man diesen hunden zu mehr freiheit verhelfen kann, wenn sie durch den einsatz von starkzwang ein stop-kommando achten, finde ich es humaner, einen tt zu verwenden, als solche hunde nur noch anzuleinen, vorrausgesetzt, der aufbau ist fachgerecht.

    natürlich ist ohne jagen nicht artgerecht. ich finde die schleppleine übrigens klasse, um die orientierung am menschen zu erarbeiten.
    jedoch ist die ausschließliche schleppleinenführung bei einem lauffreudigen jagdhund in meinen augen sehr viel weniger artgerecht, als der kurzfristige, gut geplante und professionell durchgeführte einsatz von starkzwang. die meisten hunde kommen mit einer angekündigten kurzen unangenehmen einwirkung wesentlich besser klar, als mit einer dauerhaften einschränkung ihres radius. es gibt einige rassen, die seelisch verkümmern, wenn sie sich nur noch in einem radius von 15 metern um ihren menschen bewegen müssten.

    Zitat

    Extreme Jägerin, sie bekam 10 Jahre lang das Stromhalsband um, ohne Sender ging der HH nicht mehr Gassi.
    Bei jeder Wildsichtung und Spuraufnahme gab es einen Schlag, die Hündin entwickelte Schmerz-Resistenzen, also wurden die Stufen erhöht, bis die Höchststufe schnell erreicht wurde.
    Vom Jagen wurde sie nie dauerhaft abgehalten, Freilauf nur mit E-Halsband, je nach Wildaufkommen wurde entsprechend gedrückt, manchmal genügte 1x nicht, dann eben noch mal drücken und beim 3. Mal blieb sie stehen.
    Manchmal blieb sie unbeeindruckt, das Hetzen reizte mehr als der Schmerz.

    Eines Tages war der Akku leer, aber es war Gassizeit....
    Hündin abgeleint, ein Reh erschien auf der Bildfläche.
    Weg war die Hündin, Stunden später wurde sie von der Polizei aufgegabelt und ins Tierheim gebracht und von dem Halter wieder abgeholt.

    Was soll diese Hündin durch einen TT gelernt haben?

    das ist für ein gutes beispiel für eine komplett fehlerhafte anwendung eines solchen gerätes. draufhauen, weil der hund wild sieht, ist so ziemlich das allerletzte, was die arbeit mit dem tt betrifft.
    was soll der hund in diesem moment verknüpfen?

    ich sehe das ganze differenzierter. es gibt hunde, die durch den gebrauch dieses gerätes mehr freiheiten erlangen können, denn nur mit konkurrierenden verstärkern wird man keinen starkjäger vom jagen abhalten.
    aber mit einfach mal draufhauen, weil der hund wild sieht, ist es mit sicherheit niemals getan. dazu gehört ne menge vorarbeit, impulskontrolle und ein signal für das, was der hund alternativ zum jagen machen soll.

    ich finde es richtig, dass der tt verboten ist. aber ich finde auch, dass er in den richtigen händen ein gutes werkzeug sein kann, um dem hund freilauf zu ermöglichen.
    und ich finde auch, dass ein dauerhaftes schleppleinenleben nicht artgerecht ist.