Beiträge von Lucanouk

    nur weil du niemanden kennst, der das macht, heißt das noch lange nicht, dass es niemanden gibt, der das kann. was heißt überhaupt erfolgreich?

    wenn ich z.b. mit luca an der unterordnung arbeite brauch ich eigentlich nix, um seinen trieb zu fördern, im gegenteil: ich muss eher aufpassen, dass er mir nicht zu schnell hochdreht. und über ein "super, feeein!" freut er sich wie bolle...
    als ich mit anouk ein bisschen spaßagility begonnen hab, drehte sie sofort hoch, da gab es gar keinen verstärker, die sache an sich fand sie klasse.

    und wenn man seinen hund nur durch leckerlies oder spielies für eine bestimmte sportart begeistern kann, frage ich mich ernsthaft:

    in wiefern wird diese sportart dem hund gerecht? was für einen sinn macht diese sportart für meinen hund? wenn mein hund keine freude am obi an sich findet, warum mach ich das dann? warum muss ich meinen hund für etwas belohnen, wenn die sache an sich doch belohnend genug sein könnte...die zusammenarbeit mit mir.

    warum mache ich kein mantrailing, fährtenlesen, treibball, keine dummyjagden o.ä. mit meinem hund? einfach dinge, die in seiner natur liegen?

    hundesport ist doch eigentlich für den hund gedacht - als auslastung.

    man kann aber auch im hundesport über stimme und lob bestärken. wenn der hund sich dermaßen gut an seinem hh orientiert wird er sich darüber wie ein schneekönig freuen. denn dann gibt es nix schöneres als mamas lob ;)
    beim formalen lernen sollte meiner meinung nach auch eine sofortige bestätigung erfolgen, egal ob über leckerlie, stimme oder lob.

    dieses starre einteilen der leinformen in operantes und klassisches konditionieren ist eigentlich auch nicht ausreichend. das soziale lernen unterscheidet sich doch stärker an einigen stellen vom formalen lernen.
    es ist vielfältiger und nicht auf pos./neg. verstärkung reduzierbar.

    zum ignorieren: gemeint ist hier einfach, dass der hundehalter zum agierenden part wird und der hund zum reagierenden, wie es fanta so schön beschrieben hatte.

    also keine reaktion bzw. komplette ignoranz bei jeglicher aufforderung seitens des hundes zum streicheln, spielen, füttern etc., sogar blicke werden ignoriert.

    aber trotzdem hund ranrufen, streicheln, massieren, füttern usw. bei manchen hunden bedeutet das eben auch, dass man nicht nur den anfang der kuschelstunde, sondern auch das ende bestimmt (wie z.b. bei anouk) und damit die fäden in der hand hat.

    ein guter chef wird einen mitarbeiter nicht ignorieren, er wird ihm sagen, was er zu tun bzw. zu lassen hat. denn würde er ihn ignorieren, würde sein unternehmen schnell pleite sein, weil keiner wüsste, was er dort überhaupt soll :hust: .

    eine gute erziehrin plant die aktionen mit ihrer gruppe, beginnt und beendet sie. auch von einer erziehrin werden stark fordernde verhaltensweisen seitens der kinder ignoriert.
    z.b. beobachte ich immer, wie kinder, die "bitte" und "danke" sagen können bei ihren eltern alles mit einem "äh, äh, äh" oder lauten geschrei bekommen.
    sowas ignoriere ich in der regel ;)

    naijra: meine hunde waren niemals zu hause mittelpunkt des universums und trotzdem habe ich sie unbewusst doch zu oft beachtet, wenn es von ihnen gesteuert wurde. sogar blicke reichten da aus.

    also, es war wie immer spannend...wir erarbeiten uns bei anouk so langsam den freilauf und zwar über die leinenführigkeitsübung.
    dazu haben wir erst einmal die leinenführigkeit unter ablenkung durchgeführt.
    es befanden sich kunden von petra auf dem gelände, welche mit ihren hunden sehr gemütlich auf der wiese saßen.
    also nach absprache leinenführigkeitsübung auf einen lieben und knuddeligen junghund zu, drehung und zug, wenn anouks orientierung richtung hund geht (sie ist eben immernoch unsicher an der leine und orientiert sich nach vorn.). von mal zu mal verkleinerte sich der abstand. am ende standen wir uns quasi gegenüber und sie stand leicht hinter mir, die orientierung war ganz klar bei mir. petra nahm allerdings den junghund und ging auch schnellen schrittes hinter mir und anouk hatte trotzdem die möglichkeit, sich an mir zu orientieren.
    danach machten wir das gleiche nur mit einer älteren staffy-dame, die auch eher ne bummelige ist (nur ohne hinterhergehen). klappte super :gut:
    nun lockte petra mit futter und ich sollte auf sie zu gehen, ohne das anouk sich an ihr orientierte. klappte auch super.
    danach übten wir das gleiche mit einer hasenattrappe an einem band: anouk hatte sofort eine gaaaaaanz andere körpersprache, allerdings lösten wir die situation diemal früher auf, nämlich als sie mir das erste mal ohne ruck folgte. der reiz ist ja auch riesig.

    dann legten wir die schleifende schlepp an und ich fing an, die leinenführigkeit an der leine durchzuführen. nach ein paar kurzen wechseln löste ich vorsichtig die leine, zeigte ihr "ran", indem ich die hand auf meinen oberschenkel klopfte und ging los. drohte sie sich seitlich zu verlieren, schnappte ich sie mir und zog sie wieder zu mir. brach sie nach hinten aus, schickte sie petra, die 2,3, meter hinter mir ging körpersprachlich in meine richtung. ich lud sie immer wieder ein zu folgen und sie tat es. es war wirklich schön. die aussage gegenüber dem hund ist auch hier wieder: der schlüssel ist der mensch, der mich führt.

    diese übungen sind nun auch meine hausaufgaben mit anouk.

    luca braucht noch viel mehr basis und geklärte verhältnisse, bevor wir uns an solche dinge heranwagen können. er hat noch nicht verstanden, wo er bei mir steht und das wird er jetzt lernen. und natürlich erst einmal im niedrigsten reiz. danach können wir die welt erobern (stück für stück).

    die stunde war klasse und hat mich sehr viel weiter gebracht. und ich bin stolz auf meine pappenheimer :D

    silvi, aber die arbeit an der persönlichkeit des menschen könnte man auch in einer hundeschule beginnen, anstatt auf kurzkettige konditionierungen und interessant-machen-um-jeden-preis zu bauen.

    ich war übrigens selbst noch niemals so wirklich in einer richtigen hundeschule...wollte immer in einen hundeverein, hab es aber bis jetzt noch nie gemacht.

    binaca, ich finde gerade hts gehen nicht nach schema f vor, es wird am individuum hund gearbeitet und an dem, was alle hunde gemein haben: die körpersprache. und danach wird sich gerichtet.

    Zitat

    Ich trainiere neue Dinge sehr gerne mit Leckerlies die ich später weglasse ... es macht dem Hund Spaß, es macht mir Spaß .... deswegen ist es doch absolut ok. Wenn es für dich nix ist und du dich damit nicht identifizieren kannst ist es ja für dich ok. Es gibt ja nicht DEN Weg.

    hab gar nicht gesagt, dass das nix für mich ist...wenn es um's tranieren geht, benutze ich verstärker, wenn anouk und luca ich neue dinge beibringe benutze ich spielzeug oder leckerlies:
    kommandos, tricks, sportarten etc. fallen für mich darunter.

    aber wenn es um soziale probleme meiner hunde bzw. soziale interaktionen zwischen mir und dem hund geht stellt die kommunikation zwischen meinen hunden und mir und kein verstärker den schlüssel dar:
    leinenaggressionen, soziale probleme mit artgenossen, aggressionsverhalten, angstverhalten, der abruf unter erhöhter reizlage (eventuell schon mit verstärker konditioniert, je nach hund) ect. gehören dazu.