Beiträge von Lucanouk

    klar, wie gesagt...ich denke man sollte immer verhältnismäßig handeln und alle methoden ausschöpfen, egal, was für einen hund ich vor mir habe. verhältnismäßig bedeutet für mich nicht, einen welpen unnötig einzuschüchtern oder ihm gar ernsthafte schmerzen zuzufügen!
    verhältnismäßig bedeutet für mich auch nicht, einen fremden hund, den man von seinem eigenen fern halten muss zusammenzutreten, bis er nicht mehr laufen kann, um gottes willen! verhältnismäßig heißt für mich auch nicht, einen ruhigen hund zu bestrafen, wenn er nicht schnell genug sitz macht.
    verhätnismäßig bedeutet für mich aber auch nicht, einen (leinen)aggressiven hund mit leckerlies abzulenken oder einen hund der nicht folgt für das folgen übermäßig zu belohnen.

    für mich ist es da auch wieder ähnlich wie bei menschen: jede interaktion meinerseits beinhaltet eine aussage dem anderen gegenüber. und so sollte ich mir vorher überlegen, wa sich dem anderen sagen will. ich möchte, dass ein welpe, der mir aufwächst mir vertraut, mich als bezugs- allerdings auch als führungsperson kennenlernt. das heißt, ich werde liebevoll und konsequent sein.
    ich möchte meinen jagdhund auslasten, also traile ich oder lasse ihn suchen/apportieren etc. allerdings muss mein hund auch ohne zusätzliche mittel gehorsam sein, denn es ist mir wichtig, dass mein hund mich respektiert und meine entscheidungen annimmt. und das könnte anouk z.b. nicht, wenn sie im freilauf zu spüren bekäme, dass ich jede aufmerksamkeit ihrerseits klickere.
    im gegenteil, ich sehe es an meinen hunden und an allen anderen, die ich bis jetzt gastmäßig führen durfte bzw. kenne: sie orientieren sich nicht an demjenigen, der auf eine aktion ihrerseits wartet, sondern sie himmeln denjenigen an, der sein ding macht.

    meine aussage an meine hunde ist: wenn ich agiere, müsst ihr so reagieren wie ich es fordere bzw. wie ich es euch beigebracht habe. ein abruf ist kein wunschkonzert. wenn meine hunde agieren (mich z.b. anschauen) werde ich auf keinen fall nach ihren wünsche reagieren, sondern so wie ich es für richtig halte.
    und um diese aussage im ernstfall durchzusetzen benutze ich keine hilfsmittel.

    ich würde auf keinenfall stöckchen schmeißen, nimm doch lieber zerrseile, bälle, dummys u.ä.

    stöcke können lebensgefährliche verletzungen hervorrufen. sie können, falls sie im boden steckenbleiben durch den aufprall in das hundemaul gerammt werden oder in einem anderen körperteil stecken bleiben. ist schon viel zu häufig passiert und kann tödlich enden.

    luca war wegen eines stockunfalls 2,5 monate krank und musste vier mal operiert werden.

    bianca, du hast geschrieben, dass du viel falsch gemacht hast in der vergangenheit und das es oft besser ist, den längeren weg zu gehen.

    ich würde sagen, ich habe in der vergangenheit auch viel falsch gemacht, allerdings damit, dass ich der meinung war, meine hunde mit handfütterung zu erziehen...damit hab ich mir ihren respekt und vor allen dingen die orientierung an mir verspielt. geht auch so ;)

    bianca, es kommt immer auf den hund an. hunde sind da sehr verschieden, einige sind sehr sensibel und aufmerksam, andere total unsensibel und trampelig. für einige ist ein lautes wort oder ein harter blick schon schwer zu ertragen, andere merken nicht einmal irgendetwas, wenn sie hart angerempelt werden.

    natürlich hat die verhältnismäßigkeit der mittel bzw. die intensivität etwas mit dem background, aber auch mit dem grundstrickmuster des jeweiligen hundes zu tun. aber auch das was im leben eines hunde schief läuft ist/war nicht immer in der macht der jetzigen halter. viele hunde haben schon mehrere stationen in ihrem leben durchlaufen und fordern eine komplett andere ansprache als andere. und nicht immer hat es der halter versaubeutelt. das weißt du ja ebenso wie ich ;)

    byron: ich komm aus lichtenberg, karlshorst. hier gibt es viele grüne ecken, einschließlich der wuhlheide, in denen wir laufen. manchmal bin ich aber auch in eiche/hönow am start.

    und du?

    hmm..eine sehr interessante diskussion: ich denke nicht, dass man hundeerziehung und kindererziehung 1 zu 1 vergleichen sollte. es gibt gemeinsamkeiten in verschiedenen altersstufen zwischen kindern und hunden, aber auch gravierende unterschiede.

    1. der hund ist viiiiel schneller als ein kind, ein kind muss ich deshalb z.b. nicht mit einer leine im straßenverkehr sichern, meine hand als haltehilfe reicht da auch.

    2. selbst kleine kinder haben schon einen unheimlich großen passiven wortschatz, d.h. sie können gesprochene wörter verstehen und mein handeln einschätzen lernen bzw. angekündigte konsequenzen verstehen. hunde verstehen in der regel nur die wörter bzw. laute, zu denen sie eine klare verknüpfung haben.

    3. ein sehr wichtiger unterschied: auch wenn es gerne immer mal wieder vergessen wird, ein erwachsener hund ist ein beutegreifer mit natürlichen aggressionen, die unter umständen lebensgefährlich für andere lebewesen sind.

    es gibt noch zig andere unterschiede zwischen kinder- und hundeerziehung.

    im endeffekt möchte ich auf folgendes hinaus: in der kindererziehung hat ein klaps meiner meinung nach nichts zu suchen. wir sind vorbilder für unsere kinder und kein kind versteht den unterschied zwischen schlagen und klapsen.

    mit meinen hunden gehe ich allerdings deutlich rauher um, als mit kinderrn, weil sie einfach unterschliche wesen sind.

    während ich mich kindern gegenüber sehr zugewandt und liebevoll grenzen setzend verhalte, bin ich meine hunden gegenüber im allgemeinen umgang ein wenig distanzierter, weil ich die erfahrung gemacht habe, dass sie meine nähe und aufmerksamkeit viel stärker suchen, wenn ich offenen auges auf meine umwelt gerichtet und eher ruhig udn schweigend durch die gegend laufe.
    kinder brauchen meiner meinung nach eine viel intensivere ansprache mit viel blickkontakt etc. wir sind ja auch primaten, keine caniden.

    wenn man hunde untereinander betrachtet, stellt man immer wieder fest, dass sich die hunde bei denjenigen hunden wohl und sicher fühlen, die sich eigentlich nicht so sehr um sie, sondern viel mehr um den weg scheren, auf dem sie gehen.

    das ist für mich erst einmal ein grundlegender unterschied im gesamtumgang.

    in der hundeerziehung hat körperliche gewalt meiner meinung nach im normalfall auch nix zu suchen. also gewalt im sinne von schlagen, treten u.ä.

    anrempeln, zurückschicken, abblocken, fixieren, ein leinenimpuls, körpersprachliche aussagen bzw. auch einschüchterungen, ein griff ins fell oder eine vor die füße fliegende leine sind für mich allerdings situationsbedingt genauso bestandteil meiner erziehung wie kuscheleinheiten, lob, wilde renn- und zerrspiele.
    alles in den maßen, wie es die situation udn emine hunde brauchen.

    meine hunde verstehen diese art von ansagen sehr gut.

    ich persönlich bin für einen relativ ungekünstelten umgang mit dem hund und mache es ähnlich wie byron. also dinge positiv aufbauen und dann aber auch abverlangen. udn das ohne wenn und aber. und wenn mein hund trotz klarer ansage eben das gegenteil macht, muss er die konsequenz tragen.

    und nein, meine hunde werden deshalb nicht geschlagen oder ähnliches. sie erhalten eine rückmeldung von mir darüber, dass das, was sie gerade tun nicht geduldet wird, unter keinen umständen.