das problem ist, dass du, wenn dein hund wirklich schützt, ernsthaft ärger bekommst.
es gibt einige urteile zum thema. selbst wenn dein hund einen einbrecher beißt, hast du ein riesenproblem: schmerzensgeld, maulkorb und leinenzwang, wesenstest usw.
klingt bescheuert, ist aber leider wirklich so.
was hinzukommt: hunde mit wirklichem schutztrieb müssen lernen, sich zurückzunehmen. man muss ihn in die richtigen bahnen leiten. das ist aber oftmals nicht einfach, gerade gebrauchshunderassen reagieren oft auf kleinste reize und packen dann ihren vollen charakter aus.
ne freundin von mir ist ta-helferin. ihr chef hat es bisher immer geschafft, während einer behandlung nicht gebissen zu werden.
eines tages war ein stammkunde mit seinem hovavard da. der hund kannte den ta und mochte ihn auch.
nun ist der hovavard kein hund mit einer solch geringen reizschwelle wie der malinois und der dobermann. es sind hunde mit einem ausgeprägten schutz- und wachverhalten, aber an sich haben sie eine mittlere bis höhere reizschwelle.
naja, jedenfalls der ta gab dem herrchen die hand und der hund biss ihn ins bein. er sah es wohl als übergriff an. danach und davor ist nix mehr passiert.
der hund hatte großes glück, dass der ta das opfer war. wäre es ein passant gewesen, hätte alles passieren können über mk und leinenzwang bis hin zum einschläfern, mal ganz abgesehen von den kosten.
ich habe einen malinois-podenco-mix, malinois sind die kurzhaarvariante des belgischen schäfis.
natürlich kann ich mit meinem hund im dunkeln joggen gehen. und mittlerweile hat er gelernt beim canicross die menschen, an denen wir vorbei flitzen zu ignorieren. doch das war ein sehr langer weg. freilauf im dunkeln würde ich mit ihm nicht wagen. er bewertet seine umwelt doch sehr stark und es kann sein, dass er an 10 menschen vorbeigehen würde, der 11. könnte ihm vielleicht nicht in den kram passen. und dann würde er blitzschnell reagieren.
ein hund der schützt, schützt ein eventuell auch vor freunden, bekannten verwandten oder sogar kleinkindern...eben vor allen dingen, die anderes wirken. das sollte man unbedingt bedenken und auch umleiten können.
wollt ihr kinder?
ein hund mit geringer reizschwelle in der nähe von kinder erfordert von allen ein sehr ausgeprägtes fingerspitzengefühl, zumal grade die gebrauchshunderassen sehr auf ihren menschen fixiert sind. gerade diese rassen reagieren sehr stark auf die körpersprache ihres gegenübers. wird da fixiert, gehen sie ebenso in die fixierung oder weiter...
da kinder gerne, ohne es zu wissen, fixieren kann das sehr schnell böse ausgehen.
für besuchskinder wird es dann doppelt schwer.
die eigentlich frage ist aber: möchtest du dein leben sehr stark für deinen hund umstellen? frag doch mal die hundesportler hier, was die so den ganzen tag machen...wie ihr leben aussieht. ich kann dir nur sagen: mein leben ist sehr hundeintensiv geworden, weil ich einen gebrauchshundmix haben und einen vollblutjäger. beide wurden sehr suboptimal sozialisiert, das trägt sicherlich dazu bei.
meine hunde können mich nicht überall hin begleiten, sobald andere hunde im spiel sind muss ich in ruhe antesten ob das geht.
luca, mein malimix, liebt meine familie. aber meine eine oma findet er gruselig und somit kann er nicht zu ihr mitkommen. er reagiert auf sie so stark, weil da einfach spannungen in der familie sind, die man als außenstehender gar nicht merke würde. das problem ist, er könnte sie im ernstfall und ohne mein eingreifen so falsch interpretieren, dass er sie angreifen könnte.
meine hunde werden nicht durch joggen und spazierengehen ausgelastet. das ginge nicht.
wir machen zughundesport, apportieren und sucharbeit, uo, mantrailing und ab und zu longieren.
ich suche schon seit ner weile einen vernüftigen vpg-verein, um luca rassegerecht auszulasten, bisher war nix gutes dabei. vereinsarbeit bedeutet, regelmäßig die gruppen zu besuchen und auch im verein zu helfen.
ich opfere meinen hunden unter der woche ingesamt mindestens 2,5 h täglich. die große runde ist nicht kleiner als 1,5 h. am wochenende ist es mehr.
am freitag fahre ich 70km weit weg, um mal nen experten auf meine verhaltensgestörte hündin schauen zu lassen...und zahle dafür 130 euro.
und ich kann nicht einfach so in lustigen öffentlichen parks laufen, sonderen suche eben die einsame pampa.
jetzt mal butter bei de fische, kannst du dir das auch vorstellen?
achso, und mit dobis kenn ich mich gar nicht so schlecht aus, kenne einige und hatte auch schon welche bei mir.