So...wird mal wieder Zeit für ein kleines update...es hat sich nämlich einiges getan in den letzten Monaten.
Ich nehme Emma jetzt wieder regelmäßig mit zur Uni - klappt eigentlich ausgezeichnet.
Wir waren vor einigen Wochen das erste Mal seit bestimmt zweieinhalb Jahren in der Kasseler Fussgängerzone - zwar nur 100 Meter die Straße rauf und dann wieder runter, aber in Anbetracht der sonst gezeigten kopflosen Panik war das ein absoluter Quantensprung für uns. Sie war zwar ziemlich angespannt und nervös, hat sich aber gut lenken lassen und keinerlei Panikanzeichen gezeigt - da kann man auf alle Fälle weiterarbeiten.
Am WE waren wir mit den Hunden auf einem großen Mittealtermarkt. Vor einem Jahr waren wir dort schonmal und so konnte man Emmas Verhalten wunderbar vergleichen: Vor einem Jahr war sie ziemlich hektisch, hat versucht allen Ständen und Verkaufsbuden großräumig auszuweichen und nach ungefähr 20 Minuten war sie so reizüberflutet, dass gar nichts mehr ging und wir sie ins Auto bringen mussten.
Ganz anders dieses Jahr, sie war so entspannt, dass sie sich die Zeit damit vertrieben hat nach Essensresten auf dem Boden zu suchen, sie ist ziemlich gelassen bis direkt an die Stände mit rangekommen und der absolute Hammer:
Es hat dort eine ziemlich bekannte Band gespielt und dementsprechend war es vor der Bühne recht voll und auch laut. Emma hat sich mitten in dieser lauten, tobenden Menschenmasse hinlegt, hat sich irgendwann auf die Seite fallen lassen und die Augen geschlossen - entspannter kann sich ein Hund wohl nicht zeigen... 
Jedenfalls läuft es momentan so gut, dass ich plane Emma, wenn ich das nächste Mal meinen Bruder in Berlin besuchen fahre mitzunehmen...meint ihr das ist ne gute Idee? Vor nem halben Jahr hätte ich da nicht im Traum dran gedacht, im Moment denke ich aber, wenn ich dort sehr vorrausschauend mit ihr laufen werde und nicht die Haupteinkaufstraßen nutze, dann könnte es klappen.
Insgesamt ist sie in stressreichen Situationen gelassener geworden und orientiert sich mehr an mir. Auch bei akuter Angst lässt sie sich von mir lenken, was früher absolut nicht gegeben war. Insgesamt bin ich mit ihrer Entwicklung sehr zufrieden, abgesehen von zwei Aspekten:
1.) Man kann sich immer noch nicht auf sie verlassen, ihr ganzes Verhalten ist immer noch sehr tagesformabhängig und manchmal reicht immer noch ein Geruch oder ein alltägliches Geräusch um sie sehr in Stress zu versetzen.
2.) Ich hab sehr große Probleme sie an angstauslösende Dinge heranzuführen vor denen sie sich in der Vergangenheit oft gefürchtet hat. Viele Dinge laufen in unbekannter Umgebung erstaunlicherweise besser als zuhause. So kann ich sie bei uns im Ort immer noch nicht an unserer Dönerbude vorbeiführen (sie hat Angst vor dem Geruch), in fremden Orten geht das aber sehr wohl...
An diesen beiden Punkten müssen wir echt noch arbeiten, aber ich glaube wir sind auf einem guten Weg...