Beiträge von Sleipnir

    Susanne, ich bin oft mit dir einer Meinung...hier allerdings nicht!
    Das Rückruftraining, was du da beschrieben hast, mag ja sehr sinnig sein, aber glaub mir, wenn du ne Bracke, nen Foxhound oder nen Beagle an der Leine hast, dann hustet der dir einen?
    Verstecken - ist denen doch egal, die sind so selbstständig, dass sie alleine spazieren gehen...
    Mit Menschen spielen - haben die von mir beschriebenen Hunde nie gelernt, können sie nicht...
    Sich über gutes Verhalten freuen - Interessiert sie kaum...will to please gleich Null...
    Das einzige was von Anfang an zog war die Bestärkung über Futter...solange kein Wild am Horizont auftauchte!
    Und jetzt les dir doch nochmal das lange Posting von Lucanouk durch (sie hat es nämlich wirklich gut beschrieben!) und stelle deine Herangehensweise daneben...bist du dir dann immer noch sicher, dass das möglich ist?

    Man muss halt Prioritäten setzen...:-)

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    was ist wenn meine Motte sich nicht mit ihr versteht?


    Du hast doch einen jungen, gut verträglichen Hund, oder? Vielleicht wird sie nicht vom ersten Tag von dem Welpen begeistert sein...aber glaub mir, das pendelt sich ein!

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    Was ist wenn die beiden Rüden meiner Eltern sich nicht mit ihr verstehen?
    (der eine mag nicht jeden Hund, zwar waren Hündinnen bisher kein problem aber man weiß ja nie)


    Ist das nicht eher das Problem deiner Eltern, als deins?

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    Was werden meine Eltern sagen wenn wir auf einmal nen 2. Hund haben werden?


    Du bist erwachsen...ist doch vollkommen Latte was deine Eltern dazu sagen!

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    Wie wird es aussehen wenn wir im Urlaub sind und meine Eltern dann unter umständen 2 Hunde da haben werden(bzw es wären ja dann sogar 4)?


    Sieht dann aus wie vier Hunde... :D
    Und sollten sie das nicht wollen bzw. die Hunde verstehen sich nicht, dann werdet ihr auch dafür ne Lösung finden...man kann Hunde auch mit in den Urlaub nehmen... ;)

    Ach...mir fällt da noch was ein... :D

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    Mich beschäftigt das schon sehr denn wenn ich auch nicht bereit wäre Negativkonsequenzen für ein schöneres Fuß oder ein schnelleres Platz einzusetzen oder einfach um in der Ausbildung generell schneller voranzukommen ... dann vielleicht eventuell ja aber doch um möglicherweise das Leben meines Hundes zu retten.
    Das ja beim Jagen von Wild durchaus mal in Gefahr sein könnte.

    Das wäre die einzige Situation wo ich mir tatsächlich vorstellen könnte die Wattebällchen gegen stärkere Wurfgeschosse einzutauschen.

    Sehr schöne Vorlage... ;)
    Denn genau darum geht es mir doch! Die beiden Hunde, von denen ich hier spreche können weder zuverlässig SITZ noch PLATZ und wenn sich meine eigenen Hunde an der Staße nicht aufs erste SITZ hinsetzen, dann finde ich das zwar ein bisschen ärgerlich, aber ein Weltuntergang ist das nicht. Was ich aber brauche und das absolut zuverlässig und 100% abrufbar ist ein Rückrufkommando und ein Abbruchkommando. Mehr brauche ich eigentlich gar nicht, um einen Hund sicher in Wald und Feld zu führen - ohne Leine versteht sich.
    Weder hab ich Lust, dass mir ein wildernder Hund von einem Jäger geschossen wird, noch möchte ich ihn von der Straße abkratzen. Diese beiden Dinge MÜSSEN einfach sitzen!
    Und da ich aktuell mit Hunden zu tun habe, die über einen ausgeprägten Jagdtrieb verfügen finde ich es weniger tierquälerisch hin und wieder negativ einzuwirken, als sie ausschließlich an der Leine zu führen!

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    und der Mensch neigt ja dazu alles über einen Kamm zu scheren und zu denken, das funktioniert dann auch bei anderen

    Und genau dazu neige ich nicht...ich bin im Moment mit vier Hunden unterwegs, die alle vollkommen unterschiedlich ticken:
    Ein Rüde ist ein absoluter Holzklotz, der gern sein eigenes Ding durchzieht und immer ziemlich deutliche Ansagen braucht, der andere Rüde tut zwar ganz gern mal wie der "Obermacker" ist in Wirklichkeit aber ein ziemlich sensibles Pflänzchen, dessen Hirn nur bei Wildbegegnungen ausschaltet. Dann eine Hündin, die eine ganz, ganz starke Bindung hat, superleicht zu lenken ist und mega-sensibel unnd eine andere Hündin, die einerseits absolut jagdgeil ist und sehr, sehr selbstständig, sich allerdings andererseits leicht verunsichern lässt und ziemlich zurückhaltend ist.
    Bei diesen ganzen Hunden kann ich gar nicht nach Methode XY vorgehen, sondern muss mich ganz individuell auf jeden Hund einstellen...allerdings hab ich bei einigen anderen das Gefühl, dass sie meinen mit EINER Methode ALLE Hunde erziehen zu können. Ich hab von Anfang an in diesem Thread gesagt, dass es mit Sicherheit Hunde gibt, die so leichtführig sind und die so einen geringen Jagdtrieb haben, dass es mit Sicherheit kein größeres Problem ist, sie auch bei Wildbegegnungen abzurufen - ich hab ja selbst so eine Hündin! Allerdings funktioniert es bei vielen Hunden eben nicht ohne negatives Eingreifen...aber das wird ja von einigen bestritten... :roll:

    Ich hab in diesen Situationen noch NIE einen Hund geschlagen!!!
    Das sind dann eher so Aktionen wie den Hund durch meine Beine massiv an den Wegrand drängen, ihn verbal zusammenfalten und ich gebe es zu, durchaus auch mal ein Ruck an der Leine...aber keine Schläge...warum auch, genau das ist es ja was ich nicht will...ich will dem Hund keine Schmerzen zufügen, ich will nur die Aufmerksamkeit, und wenn es für einen Sekundenbruchteil ist!

    Es geht nicht darum dem Hund Schmerzen zuzufügen, weil ich ein kleiner Sadist bin, sondern durch irgendeine Handlung (ich hab das jetzt mal so offen gelassen, weil das ja absolut vom jeweiligen Hund und der betreffenden Situation abhängig ist!) zumindest für einen Moment die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen um daran anknüpfend, durchaus positiv verstärkend mit dem Hund arbeiten zu können!
    Und bei einem Hund, der wie von Sinnen in die Leine springt, weil er in 50 Meter Entfernung ein Reh gesehen hat wird man kaum mit netten Worten ankommen... ;)

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    Massives körperliches Eingreifen, aversive Reize und deutlich spürbare(schmerzhafte?!?) negative Konsequenzen sind - bei manchen Rassen oder in besonderen Fällen - hin und wieder nötig um erwünschtes Verhalten (halbwegs) sicher zu bekommen.

    Wenn wir davon ausgehen, dass jedes Kommando erstmal über positive Verstärkung aufgebaut wird und obengenannte Handlungen absolute Ausnahmen sind, um im hohen Triebbereich überhaupt einen Zugang zum Hund zu finden und Kommandos abzusichern, dann würde ich sagen JA!

    Also entweder wollen hier einige nicht verstehen oder sie verstehen wirklich nicht!
    Lucanouk hat es ja wirklich treffend beschrieben! Es gibt einfach Rassen, die werden seit zig Generationen dahingehend selektiert selbstständig zu jagen und ggf. auch selbstständig zu töten. Wie ich bei solchen Hunden den Rückruf bei Wildbegegnungen rein positiv aufbauen will ist mir echt schleierhaft!
    Schon bei Janosch, der ja gar nicht so selbstständige Rassen in seiner Ahnenreihe hat (Hovawart, Labrador und Irish Setter), ist bei direkter Wildbegegnung das Hirn wie abgeschaltet, da dringe ich nur durch, wenn ich relativ massiv auf ihn einwirke! Das ist doch ein absolut selbstbelohnendes Verhalten mit extremen Hormonschüben, nicht umsonst kriegst du Jagdgebrauchshunde dazu mit vollem Speed Bormbeerdickicht zu durchsuchen...oder all die Hunde, die sich beim Jagen verletzen und trotzdem weiterlaufen...
    So...und nun hab ich da ja zwei absolute Härtefälle:
    Zum einen gehören sie sowieso schon einer selbstständig jagenden Rasse an und zum anderen haben sie nie in ihrem Leben die Erfahrung gemacht mit Menschen zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrung machen sie jetzt erst seit nem dreiviertel Jahr. Die sind mir am Anfang so in die Leinen gesprungen, dass ich mich auf die Fresse gelegt hab und sie haben nichtmal geguckt...WIE...WIE...hätte ich diese Hunde erreichen sollen ohne massiv auf sie einzuwirken???
    Es geht doch nur darum erstmal einen Zugang zu den Hunden zu finden! Heute sieht das Ganze ja schon bedeutend entspannter aus:
    Ein deutliches NEIN oder HIER und sie drehen ab, obwohl sie gerade im Begriff waren im Unterholz zu verschwinden. Aber habt ihr überhaupt eine Vorstellung davon wie schwer es war da hin zu kommen?

    @ Lucanouk:

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    aber so wie ich mit ihr arbeite, mit positiver bestärkung, ist wahrscheinlich kein freilauf für sie möglich.

    Und das ist z.B. etwas was ich komplett anders sehe. Ist es nicht eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität, wenn ich einige wenige Male massiv negativ auf den Hund einwirke und er danach ohne Leine laufen kann, als ihn sein Leben lang in die Schleppleine springen zu lassen?