Beiträge von Sleipnir

    Ich finde das sind sehr kleine Mengen, oder?
    Ich hab ne sehr leichtfuttrige Hündin, die ich demnach eher zurückhaltend füttere, aber schon sie (23 KG Körpergewicht) bekommt pro Tag mindestens 450-500 Gramm RFK bzw. Fleisch PLUS ca. 200 Gramm pflanzliche Kost...

    Vor einigen Monaten habe ich hier nachgefragt wie Podencos denn wirklich sind...ich hatte die Vorstellung von unkontrolliert jagenden Hunden, die ihr empfindliches Ärschchen nur auf einem weichen Kissen parken können und bei jedem lauten Wort gleich zusammenbrechen.
    Aber Wilma hat mir gezeigt, dass Podencos auch "nur" Hunde sind. Jagdtrieb...ja klar...aber alles andere als unkontrollierbar...wie hätten die spanischen Jäger sie auch sonst nutzen sollen.
    Sensibel und verpäppelt...NEIN, nicht wirklich. Wilma kann genauso gut mit Druck umgehen wie all unsere anderen Hunde auch, sie versucht sich Ressourcen zu sichern und weiß sich ganz klar zu positionieren.
    Stur und eigensinnig, das ist sie mit Sicherheit...aber da muss man einfach den längeren Atem und die besseren Argumente *g* haben...dann klappt auch das.
    Wilma ist vor knapp 5 Monaten völlig unerzogen angekommen. Über viele Wochen war wegen Krankheit an gar kein Training zu denken, die ersten Spaziergänge waren die reinste Katastrophe, der Hund ist eigentlich nur von Mauseloch zu Mauseloch gehüpft, hat nie Blickkontakt aufgenommen, Leckerchen wieder ausgespuckt usw. usw.
    Und heute...da läuft sie in bekannten Gebieten meist ohne Leine, lässt sich leiten und führen und hat sich heute doch tatsächlich in vollem Lauf hinter einer flüchtenden Katze abrufen lassen...
    Von Perfektion und wirklich zuverlässigem Grundgehorsam sind wir zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber der ach so eigenständige und sensible Podenco lässt sich durch deutliche Ansagen und Grenzen doch erstaunlich leicht führen... :D

    Zitat

    Deswegen musste er aber nicht mehrere Male richtig Stress haben, ich war einmal sehr deutlich und seitdem ist es gut.

    Das ist natürlich der Idealfall. Ist man deutlich genug und der "Reiz des Verbotenen" ist nicht allzu groß dann reicht das auch. Bestes Beispiel...Essen von unserem niedrigen Wohnzimmertisch klauen...das machen die meisten Hunde genau ein einziges Mal bei mir. Bei sehr gefestigten Verhaltensweisen reicht eine einmalige Einwirkung aber oft nicht. Will ich z.B. eine jahrelang gefestigte Leinenaggression damit bearbeiten oder bei einem sehr jagdtriebigen Hund einen Jagdabbruch herbeiführen, dann reicht eine einmalige Einwirkung oftmals leider nicht!

    Ingrid, das ist natürlich ne sehr theoretische Frage, ohne den Hund live erlebt zu haben.
    Erziehungsarbeit mit positiver Bestrafung muss ja immer dem jeweiligen Hund angepasst werden und gleicht trotzdem einem Ritt auf der Rasierklinge.
    Die Bestrafung muss für den jeweiligen Hund absolut passend und situationsgerecht sein. Bin ich zu "lasch" nimmt der Hund mich gar nicht richtig war und stumpft im Zweifelsfall ab, bin ich zu hart, fängt der Hund an zu meiden.
    Die von dir beschriebene Konstellation ist natürlich ziemlich ungünstig.
    Ich würde wohl versuchen...wie bei jedem anderen Hund auch...die Intensität des Strafreizes zu finden, die den Hund zu einem Handlungsabbruch veranlasst OHNE ihn ins Meiden fallen zu lassen. Bei diesem Hund dürfte es das allerwichtigste sein den Strafreiz so kurz wie nur irgend möglich zu halten und ihn SOFORT wieder aufzubauen...

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    was ist für dich "körperlich werden"

    Da ich keine Lust habe, dass hier eine Hexenjagd auf mich veranstaltet wird...ich kenn ja langsam dieses Forum... ;) ...versuch ichs mal vorsichtig. Weder schlage noch trete ich meine Hunde. "Körperlich werden" fängt auf der Eskalationsleiter ja bei Dingen an, die wohl jeder Hundehalter nutzt und endet im absoluten Extremfall bei mir damit, dass dem Hund irgendwas hinterherfliegt...und ja, ich versuche dann auch den Hund zu treffen...oder ich ihn irgendwo im Fell packe und zu Boden drücke. Wie gesagt...IM EXTREMFALL...ich hab jetzt schon mit so vielen Hunden gearbeitet...bei einigen ist dieser Extremfall nie aufgetreten und bei allen anderen kann ich diese Situationen an einer Hand abzählen!

    Und positive Bestrafung ist ja einfach ein Begriff der Lerntheorie, der aussagt, dass ein für den Hund unangenehmer Reiz hinzugefügt wird.

    So...bringen wir mal etwas Schwung in die Diskussion.

    Ich arbeite in der Hundeerziehung mit positiver Bestrafung und werde dabei auch durchaus körperlich.
    Bei mir wird jeder Trainingsschritt, jedes Kommando anfänglich rein durch positive Bestärkung aufgebaut. Der Hund soll gern mit mir zusammenarbeiten und Spass an der Sache haben. Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem dieses Kommando im Alltag funktionieren muss und für den Hund evtl. mal ne lebensrettende Funktion hat (z.B. Halt an einer Straße). D. h. ich bin bestrebt dieses Kommando abzusichern und dem Hund klar zu machen, dass das Ganze kein Spielchen ist, sondern er auf dieses Kommando hören MUSS. Und da lässt sich positive Bestrafung wunderbar mit positiver Bestärkung verbinden. Ich hab somit ein System an der Hand, mit dem ich wahnsinnig schnell, präzise und zeitnah den Hund in jede Richtung entweder bestärken oder korrigieren kann. Wichtig, wenn positive Bestrafung eingesetzt wird ist allerdings, dass der Hund das entsprechende Kommando wirklich verinnerlicht hat, also für ihn nachvollziehbar ist warum er korrigiert wird und die positive Bestrafung IMMER den kleineren Teil der Erziehungsarbeit ausmacht. Weiterhin sollte die positive Bestrafung in einem minimal kurzen Zeitfenster geschehen und der Hund wird augenblicklich wieder "hoch geholt", sobald er auch nur kleinste Schritte in die von mir gewünschte Richtung zeigt. Wenn das so praktiziert wird wüsste ich nicht, warum der Hund im Alltag irgendein Meideverhalten zeigen sollte oder sonstige Schäden davonträgt. Die positive Bestrafung wird vom Hund, bei entsprechendem Trainingsaufbau, nämlich nur mit der konkreten Situation in Zusammenhang gebracht.

    Ich seh täglich soviele unerzogene Hunde. Hunde, die jahrelang an der Schleppleine hängen, Hunde die zu den verschiedensten Örtlichkeiten nicht mitgenommen werden können, weil sie sich nicht benehmen, Hunde, die nur an ganz bestimmten Stellen Freilauf haben können usw. usw.
    Und da hab ich einfach keine Lust drauf. Meine Hunde sollen mich im Alltag begleiten und zwar ohne Leine, egal ob im Wald oder mitten im Ort. Und ich persönlich bin der festen Überzeugung (aber das kann ja jeder anders sehen!), dass ich dem Hund den größeren Gefallen tue, wenn er zwar einige Male richtigen Stress hat, danach aber ein Leben in größtmöglicher Freiheit führen kann als dass ich jahrelang mit Schleppleine und Futterbeutelchen herumkaspere und der Hund trotzdem kein sicheren Grundgehorsam zeigt!

    Ja...das sind Koppelleinen. Hatte ich auch mal, aber ich bin da nicht wirklich gut mit zurecht gekommen. Ich hab ne ganz normale 2-meter-Leine und an jedem Karabiner läuft ein Hund.
    Großartig geschnüffelt wird bei mir an der Leine nicht, können sie im Freilauf machen.

    Er soll Kontakt zu dir herstellen und sich auf dich konzentrieren...ob er dir dabei jetzt in die Augen sieht oder erstmal auf deine Hand wäre mir persönlich egal! Blickkontakt stellt sich bei enger werdender Bindung ganz automatisch ein. Und warum soll er dir derzeit auch in die Augen gucken...da fallen die Leckerchen doch nicht raus... ;)

    Äußerlich erkennen tut man bei der Mutterhündin den Bordercollie nicht...aber das muss ja nichts heißen!
    Gehört die Hündin einem Schäfer? Ich könnt mir nämlich gut vorstellen, dass das ein Mischling aus BC u. Altdeutscher Hütehund (Strobel, Schafpudel etc.) ist. Gerade bei Schafhaltern scheinen diese Mischlinge häufiger mal vorzukommen.
    Bei dem Welpen ist der Bordercollie da schon deutlicher zu erkennen.