Beiträge von Audrey II

    Hunde haben einen anderen Verdauungstrakt als wir- und sie können sogar Aas fressen,

    Moin :smile:

    Aas ist in der Regel nicht gekocht.
    Die Haltbarkeit von gekochter Nahrung ist sehr begrenzt. Wir konservieren ja nicht(...die Einkocher mal ausgenommen). Gekochtes bleibt bei mir nicht länger als 3 Tage im Kühlschrank. Gerade gekochtes Fleisch/Wurst verkeimt sehr schnell. Bekannte Lebensmittelverderber sind übrigens Clostridien.
    Verdorbene gekochte Lebensmittel haben im Magen eines Hundes nichts verloren. Es macht sie genauso krank wie uns.

    Ich halte es persönlich für einen Mythos, dass jeder Hund ohne Probleme tote, vergammelte Mäuse o.ä. verdauen kann. Meiner kann es nicht. Vielleicht stammt das Verbuddeln von Knochen noch aus "alten Zeiten", um Unverdauliches mürbe zu machen, aber grundsätzlich ist der Verdauungstrakt vieler Hunde sehr empfindlicher(....und die Magensäure lange nicht so aggressiv) wie man allgemein vermutet.

    Auf jeden Fall tut es ihm gut, dass er keine Knabbersachen kriegt. Puh, also verträgt er trockenes nicht.

    Die meisten "Knabbersachen" wie Ochsenziemer, getrocknete Kopfhaut oder Rinderohren sind für Magen-Darm-empfindliche Hunde schwer verdaulich. Es wird viel Magensäure produziert ( Schmatzen) und bindegewebehaltige Schlachtabfälle führen auch zu einer vermehrter Ammoniakbildung im Darm, was unter Umständen den pH-Wert negativ verändert. Darüber freuen sich dann wieder pathogene Keime.

    Alternativ kann man getrocknetes Muskelfleisch füttern. :smile:

    Clostridien" Diät.

    Gegen Clostridien hilft nachweislich Oregano-Öl ( ...gibts `ne Studie drüber). Das Öl ist aber für den Hund zu heftig bzw. zu intensiv in Bezug auf die ätherischen Öle, aber ich verwende z.B. schon lange getrockneten Oregano in meinen Menüs. Ungefähr 1 Messerspitze. Manchmal in Kombination mit anderen scharfen Gewürzen. Da mein Hund jetzt seit ein paar Jahren Parasiten-und Gasbildner-frei ist, denke ich mal, dass es geholfen hat. ;)

    Apfel mag die Maus übrigens gerne. Kann man da jede Sorte nehmen?

    Ja....eigentlich schon. Mein Hund mag den Golden Delicious sehr gerne......weil nicht so sauer. Apfel koche ich auch täglich im Süppchen kurz mit.....als Ballaststoff.

    Löwenzahn! Was macht man eigentlich wenn der nicht mehr wächst?

    ....aber der wächst doch gerade überall wie Unkraut. =)

    Löwenzahnsaft aus dem Reformhaus ist sehr teuer, finde ich. Und der schmeckt auch richtig bitter. Für den Hund eher ungeeignet. Löwenzahn ist ein "Leberkraut". Die Leber freut sich über die Bitterstoffe. Die freut sich aber auch über getrocknete Brennnessel oder frische Petersilie.

    Können Hunde die so viel Kartoffeln am Tag bekommen (momentan noch 280g, heute wird frisch gekocht, dann testweise 245g weil sie so schnell an Gewicht zulegt) überhaupt DF haben?

    Natürlich. Kartoffeln bestehen zu 80% aus Wasser, Süßkartoffeln immer noch zu 70%. Beide enthalten sehr viel Stärke, sind aber keine "Kotfestiger". DF = flüssiger Kot. Alles andere ist kein DF. ;)
    Kartoffeln gegen Durchfall stimmt auch nicht so ganz.
    Kartoffeln werden überwiegend in der Schonkost gefüttert, um einen gereizten Darm zu entlasten. Nicht um den Durchfall als solchen zu stoppen. Bei sehr weichem Kot kann man speziell Pektine füttern. Vorteil: Der Darm wird nicht belastet und die Darmflora erhält eine geeignete Aufbaunahrung. Vor allem fein geriebener roher Apfel versorgt den Körper mit Vitaminen und den Darm mit Pektinen.

    Nun mag nicht jeder Hund große Mengen Äpfel futtern, damit die Pektine wirken. Es gibt Apfelpektin( flocken) auch gesondert im Handel:

    Apfel-Pektin Flocken PHD 200 g

    Nun bin ich ja kein großer Befürworter von extremen Ausschlussdiäten und möchte dich auch gar nicht von deiner erwählten Fütterungsmethode abbringen, aber Infos über diese und jene Möglichkeiten sind ja erlaubt.
    :smile:

    Also den Kalzium-Bedarf habe ich mir schon ausrechnen lassen

    Ja, ich auch.....wobei der Kalzium-Bedarf in meinem Wochenplan täglich anders ausfällt. Das ist ja so bei den Rationsberechnungen. Sie sind etwas "pingelig". :D

    Wer also Knochen, Eierschale und Micromineral zur Verfügung hat, müsste theoretisch den Kalzium-Bedarf entsprechend täglich neu berechnen. Werden z.B. 20g Knochen gefüttert, reduziert sich auch die Micromineral-Dosierung. Füttere ich Eierschale statt Knochen kommt wieder ein anderer Wert zustande. Manchmal fällt das Micromineral auch ganz weg.

    Ich habe mich jetzt beim Kalzium-Bedarf ausschließlich für das Micromineral entschieden. Hier gilt die Dosierung: 1,5 ML ( Messlöffel) pro 10kg Körpergewicht. Gibts mal ein Ei mit Schale in einem Menü, wird der Hund nicht gleich überversorgt. So ist es eigentlich recht einfach und praktisch.

    Heute im Napf:
    Lamm, Basmatireis, Zucchini, Apfel, grüne Bohnen ( Dose), getrocknete Mangostreifen, etwas Kümmel, Oregano, Brunnenkresse, Rapsöl + Micromineral

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    Gebacken wurden: Bananas :smile:

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    Dinkelmehl, Haferflocken, 2 reife Bananen, Ziegenfrischkäse, Kokosmilch

    dann glaube ich euch mal, dass selber kochen kein Hexenwerk ist

    "Hihi......heute koch ich, morgen back ich.....übermorgen flieg` ich mit `nem Kochlöffel um den Napf herum" :D


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    Ja, für die eher ängstlichen Omnivoren, die sich abmühen herauszufinden, was kluger-und ratsamerweise das Beste für den Hund ist, ist kochen wohl Hexenwerk. Wer ernährt seinen Hund noch mit ganz normalen Nahrungsmitteln, wenn die Kultfiguren der Neuzeit Proteine, Rohasche und RFK heißen. Der Kochtopf wird da schnell als "artfremd" bezeichnet und (.....mit dem Makel der fundamentalen Nährstoffunterversorgung behaftet)....aus dem Club der alles umfassenden Hundeernährung verbannt.
    Aber Totgeglaubte leben ja bekanntlich länger. Das "Hexenwerk" ist schon eine Weile zurück aus dem Exil ;)


    mit der Kocherei eher schade als etwas gutes zu tun.

    Der Bedarf des eigenen Hundes sollte nicht nur von allgemeinen wissenschaftlichen Leitlinien bestimmt werden. Auch nicht von post-modernen Barf-Empfehlungen. Das funktioniert oft nicht, so wie man sich das vorstellt.
    Im Barfbüchlein wiegt der Beispielhund 30kg und die Tagesration sollte 70-80% "tierische Erzeugnisse" enthalten. im Zentek-Büchlein darf der 30kg Hund täglich 260g Haferflocken fressen. In meinem Futterplan bis zu 400g Kartoffelflocken, dafür nur 150g Geflügelmix.
    Keine dieser Empfehlungen trifft auf meinen Hund zu. Damit würde es meinem Hund definitiv nicht gut gehen. "Nicht gut gehen" heißt: Durchfälle, Erbrechen, Blähungen, Bauchweh. Keine empfohlene Fütterungsmethode ist 100%-tig verlässlich. Keine.
    Insofern kommt man bei einer selbstverantwortlichen Fütterung wie das Kochen nicht um die "Nutzung des eigenen Verstandes" und gezielter Beobachtung des Hundes herum. Ist man aber erst ein erfahrener Koch, kann man später völlig entspannt mit `nem Kochlöffel "um den Napf reiten". :D

    dann will ich mich hier mal als hochinteressierter Kochneuling melden.

    :winken:
    Wo ist Pettersson? :D

    Nun ist bei mir "Hunde richtig füttern" von Zentek eingezogen und ich bin schon fleißig am lesen...

    Ist ganz hilfreich.....ja.

    Wenn dir die Superfoods gefallen haben, interessiert dich vielleicht auch dieses Buch:

    Mein Lieblingsbuch :smile: Auch für die Hundeküche absolut empfehlenswert.

    Auf barf-calculator.de habe ich spaßeshalber mal ausgerechnet, wieviel mein Zwergpudel (4,6 kg, bin beim Rechner von 5 kg ausgegangen) pro Tag bekommen würde.

    Ich gehöre nicht zur "Graf Zahl-Fraktion". Bei mir stehen die Nährstoffe nicht täglich stramm, sondern dürfen sich im Süppchen frei bewegen. Mal mehr.....mal weniger davon. Ich habe nun mal keinen "Durchschnittshund". Jeder eben so, wie er es braucht ;)


    Ist es da tatsächlich okay fast ausschließlich Muskelfleisch zu verfüttern?

    Nein....nichts ist ok, was "ausschließlich" gefüttert wird. Muskelfleisch pur enthält wenig Kalzium und einen recht hohen Phosphatanteil. Besser ist ein Mix aus Muskelfleisch, Organfleisch ( Herz), Leber, Niere, Fisch, Milchpodukte und Ei. Natürlich nicht täglich in einer Mahlzeit. Dazu besteht keine Notwendigkeit.


    Wenn die Hunde tsächlich 10 g Innereien Pro Tag haben sollen


    Da wird an der Praxis vorbei gerechnet. Für einen 30kg Hund lächerlich. Ich füttere alle 10 Tage 300g Leber ( Ente, Kaninchen, Huhn) und vertraue der gut funktionierenden Speicherfunktion meines Hundes. Nach meinem Futterplan darf der Hund 260g Leber pro Woche. Damit kann ich leben.
    :smile:

    Linus beäugt und beschnuppert "neue Lebensmittel" immer sehr lange

    Kluger Hund :smile:

    Mein Hund ist auch ein "Geruchsfresser". Was neu auf dem Speiseplan ist, wird ausgiebig geprüft.

    Heute im Napf:

    Lamm, Zucchini, Apfel, Dosenlinsen, Basmatireis, etwas Kümmel/Galgant, Brunnenkresse ( scharf! :D ), Rapsöl, Micromineral

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    Kennt sonst noch wer Reinfleischdosen, in denen das Verhältnis einigermaßen passt und soweit alles wichtige enthalten ist?

    Hi,

    Reinfleischdosen sind so zu füttern wie Frischfleisch. Das bedeutet es fehlen diverse Mineralien( Kalzium), Spurenelemente, Vitamine, Faserstoffe u.a. Du musst also auf jeden Fall noch mit KH /Gemüse, Kalziumzusatz ergänzen.
    Ich finde die Reinfleischdosen oftmals sehr Brühe-lastig. Nicht das Fleischbrühe nicht ok wäre, aber die zahlt man überteuert mit. Im Grunde kommt man mit einem Stück gekochtem Hühnchen/Rinderhack o.ä. günstiger davon. ;)

    Übrigens besteht keine biologische Notwendigkeit, jede einzelne Mahlzeit so zuzubereiten, dass sie komplett ausgewogen ist. Ausgewogenheit ist kein starrer Begriff und kann flexibel über Wochen gehandhabt werden. Man muss also nicht in Panik geraten, wenn mal "nur" Omelett auf dem Tagesmenü steht. ;)