Mir kommt es schon seit einiger Zeit so vor, als wäre das Thema Darmflora gerade "in"
Das stimmt. Allerdings gehts da weniger um "gut" oder "böse", sondern um Entschlüsselung. In den letzten Jahren hat das Thema "Darm" einen massiven Wissenszuwachs bekommen. Das wissenschaftliche Verständnis für die physiologische Funktion der intestinalen Mikroorganismen hat sich drastisch erweitert.
Vor 10 Jahren waren Darmbakterien noch kein Thema. Jedenfalls nicht in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen. Das hat sich geändert.
Darmmikrobiom und Psyche: der Paradigmenwechsel im Konzept der Hirn-Darm-Achse | SpringerLink
Klar sind noch viele Fragen offen und eine genaue Diagnostik ist aufgrund der hohen Variabilität der Darmflora auch schwierig, aber führende Internisten, Gastroenterologen, Allergologen und Ernährungsmediziner sind am Thema dran. Finde ich sehr spannend ![]()
Mir war es ja immer wichtig zu erfahren, warum die Verdauung meines Hundes "auf dies und das so und so" reagiert". Mit Ausschlussdiät und Säureblocker wollte ich mich nicht zufrieden geben. Inzwischen fügen sich viele kleine Fragezeichen zu einer fundierten Erklärung zusammen.
Die bakterielle Vielfalt der Darmflora gilt als "Qualitätsmarker", denn je höher die Vielfalt desto robuster scheint das mikrobielle Milieu im Darm und desto effektiver werden die Funktionen wie Immunabwehr und Unterstützung der Verdauung ausgeübt.
Mit Sicherheit liegt eine genaue Entschlüsselung der extrem komplexen Zusammenhänge noch in weiter Ferne und mag noch viele Wissenschaftler beschäftigen, aber es liegen schon jetzt wichtige Beobachtungen über die Zusammensetzung und Veränderungen der Darmflora in Zusammenhang mit ( gastrointestinalen) Erkrankungen vor....einschließlich der Einflußnahme des Darms zu anderen Organen wie Leber, Muskulatur und Zentralnervensystem.