Ich habe das Glück (manchmal auch Pech), dass ich zwei sehr sensible Hunde habe, die sehr gut auf ernste (trotzdem leise - ich kann es nicht leiden, wenn Leute mit ihren Hunden herumschreien) Ansprache reagieren.
Fortuna hatte in der Pubertät eine Phase, wo sie trotzdem ein paar mal getestet hat, wie (ernst) ich gewisse Dinge meine - ich gestehe, da habe ich ihr das auch deutlich gezeigt (einmal die Leine geschmissen, einmal am Fell gezuppelt, einmal festgehalten und mit den Augen fixiert) - seitdem brauche ich mich nur noch zu räuspern und sie unterlässt, was auch immer.
Ansonsten bin ich oft selbst Schuld, wenn irgendwas schief läuft - häufig irgendwas nicht schnell genug gesehen oder nicht rechtzeitig reagiert - dann atme ich tief durch und sage mir, dass sie das ja nicht macht, um mich zu ärgern, sondern weil sie es in diesem Moment nicht besser wusste, bzw. keinen (rechtzeitigen) eindeutigen Hinweis von mir bekommen hat - und schon geht's wieder.
Auch gestehe ich ihr zu, ab und an mal abgelenkt oder in ihrer eigenen (Geruchs-)welt versunken zu sein - ein Hund ist nunmal keine Maschine - dann sprech' ich sie halt notfalls auch drei Mal an - beim nächsten Mal funktioniert es wieder beim ersten Mal...
Ich habe aber auch nie so Situationen gehabt, wo sie irgendwas nicht "aus"gegeben oder vor mir weggerannt oder ausgewichen wär.
Wenn irgendwas nicht geklappt hat, hab ich mich einfach nur gefragt "hab ich ihr das wirklich schon richtig beigebracht" und "muss sie das schon können oder wissen, was ich will?".
Oft hat sich dann gezeigt, dass einfach nur etwas noch nicht richtig "saß" und es ein Missverständnis war.
Also wieder das: das macht sie nicht aus Absicht - dann kann man eigentlich schon gar nicht mehr böse sein - finde ich.
Mit Sam braucht man überhaupt kein hartes Wort oder irgendeine Maßnahme, er ist so sensibel und will so sehr gefallen, dass es manchmal schon lästig ist, so sehr hängt er einem an den Lippen und Augen.
Bei ihm würde man viel kaputt machen durch Ungeduld oder Härte - nichts fänd' ich schlimmer, als wenn ich das Gefühl hätte, meine Hunde hätten Angst vor mir.
Respekt okay - aber bitte keine Angst.
Überhaupt bin ich - die Ungeduld in Person - mit den Hunden sehr viel geduldiger und ruhiger geworden, als ich mir jemals vorstellen konnte.
Also - Beherrschung so richtig nur innerlich verloren, äußerlich versuche (drei Ausnahmen s.o.) ich mich zu beherrschen und wenn nötig zwar streng (mit Stimme und leichtem Körpereinsatz), aber ohne ungerechtfertigte Härte einzuschreiten.
Und: für mich ganz wichtig - nach einer Maßregelung dem Hund zeigen, wie er es eigentlich machen soll oder irgendeine Aufgabe stellen, die er richtig machen kann und für die man ihn dann wieder loben und sich "versöhnen" kann.
Nicht nachtragend sein.... - das finde ich wichtig und dann kann man auch mal streng und ernst den "Erzieher" spielen...