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Du siehst dir gar keine Filme an, in denen Hunde mitspielen? Aber warum eigentlich genau? Ist nicht bös gemeint, sondern ne ernst gemeinte Frage, weil ich das so nicht recht verstehe. Was willst damit bewirken? Boykott von Rassehunden in den Medien? Weil dann sind Filme ja nur die Spitze des Eisbergs.
Klar, Rassebooms sind doof und die hirnlose Vermehrung einfach schrecklich, Filme tragen z.T dazu bei. ABER wie gesagt: beim Aussie ists längst soweit, er ist ein Modehund.
Ach und heute morgen war auf Sat 1 schön Werbung für Zajac durch einen Bericht, anscheinend sind wieder neue Aussies angekommen 
Aber ich denke, die meisten Filme tragen nur einen vergleichsweise kleinen Teil zu Rassebooms bei (Aunahmen sind hier evtl Lassie und 101 Dalmatiner)
Für mich macht es keinen Unterschied, ob ein Hund bereits Modehund ist oder nicht. Ich sehe mir solche Filme tatsächlich nicht an. Was ist daran so seltsam? Muss man hinter jeder seiner Entscheidungen ein hehres Konzept stehen haben? Das Medium Film ist heute sehr weit verbreitet und ich sehe um mich her eine relativ unreflektierte Rezeption desselben. Ich kenne mehr als einen Hund, der angeschafft wurde, weil die im Film ja sooooooooooooo toll waren und nach ein paar Monaten landeten die im Heim oder auf Pflegestellen (manchmal bei uns). Darunter Retriever, DSH, Shepherds, Collies, Möpse und Russell. Ich habe keine Lust mir diese Filme anzusehen, weil ich mich dann unwillkürlich frage, wann die erste Anfrage der Art "so einen will ich auch" kommt. Ich kann die Filme nicht genießen und freue mich eher am Buch. So lange mir niemand glaubhaft versichern kann, dass er ein berechtigtes Interesse daran hat, dass ich diese Filme kucke, lasse ich es weiterhin.
Ich weiß auch nicht, woher einige hier den Gedankengang haben, dass die "Nicht-Befürworter" der Ansicht wären, dass das elitär ist oder wir gar andere Menschen für unfähig hielten Aussies zu halten. Das hat keiner geschrieben.
Genauso wenig mag ich die Werbung, die auf die gerade aktuellen Rassen setzt - das ist eben der Markt. Und unser Markt basiert auf der Befriedigung von Bedürfnissen, doch Luxusbedürfnisse müssen auch erzeugt werden und dazu tragen Filme das ein oder andere Quentchen bei.
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In wie fern ist die Hundehaltung denn schizophren? und ich rede jetzt nicht von Extremen, die einen Chi den ganzen Tag im Handtäschchen herum tragen. Heute sind die Hunde eher Begleiter, als Arbeitsmaschinen wie früher.
Geht es ihnen dadurch schlechter!? Jetzt mal vom Hundehalter gesehen, der sich bemüht seinem Hund EGAL welcher Rasse ein wenig Abwechslung, Beschäftigung und Liebe zu bieten.
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Da sehe ich den Familien Labbi nach wie vor in der viel schlechteren Situation.
Der Aussie, hier ist es zumindest so, hat den Ruf weg, dass er beschäftigt werden muss. Und alle haben hier auch ihre Eigenarten, wo jeder Hundehalter hier echt recht gut mit umgeht...
Von daher kann ich diese extreme Engstirnigkeit nicht immer verstehen. Aber vielleicht werde ich hier auch "Gott sei Dank" zu selten mit negativen Beispielen konfrontiert.
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Mit schizophren meine ich nicht solche Beispiele wie das des Chi. Ich habe den Eindruck, dass die Anforderung an Hund und Halter innerhalb der Gesamtgesellschaft unseres Landes immer höher werden und allzu oft auch wenig mit Verständnis für artgerechtes Verhalten von Hunden zu tun haben oder mit Akzeptanz der Entscheidung eines anderen Menschen, einen Hund in seinem Leben als Sozialpartner gewählt zu haben. Es scheinen sich Lager herauszubilden, in denen der Hund a) geduldet oder b) verteufelt ist. Das einfache Hinnehmen eines Hundes auf der Straße ist in manchen Landstrichen zur Seltenheit geworden. Der Hund soll niemanden belästigen - doch definieren immer mehr Menschen schon ein Verhalten als Belästigung, dass im Grunde völlig normal ist und bei nüchterner Betrachtung keiner Erwähnung wert. Extremfälle gibt es in beiden Lagern. Mir fehlt die Mitte und ich bin davon überzeugt, dass die meisten da gut aufgehoben sind, mit oder ohne Hund. Statt dessen scheint man aber heute wählen zu müssen, zu welchem Lager man gehört.
Der Hund als "Begleiter" im täglichen Leben hat heutzutage Höchstleistungen zu vollbringen. Ob da ein Aussie, ein Mops, ein Chi oder Labbi oder ein grüngetupfter Fransennasenhund am Besten zu geeignet ist, kommt sicher auf den einzelnen Hund an, aber leicht ist ein Tag im Leben eines begleitenden Hundes sicher nicht. Zumal an den Hundehalter die Erwartung gestellt wird, dass er sich einzuschränken habe, da er ja schließlich "das Problem" verursache. Rücksichtnahme und ein Mindestmaß von Distanz werden generell immer seltener, habe ich so den Eindruck. Es gibt sie bestimmt, aber sie sind nicht mehr die Regel. Kommt nun dazu, dass in den Medien von bestimmten Rassen ein Bild kreiert wird, dem die wenigsten Rassevertreter gerecht werden, sehe ich da zwei mögliche Probleme:
1.) der Hundekäufer stellt das fest (ich gehe ganz optimistisch davon aus, dass er sich damit arrangiert) und
2.) Menschen ohne Hund erwarten, dass sich die Hunde auf der Straße ihrem medial geprägten Bild entsprechend verhalten
Zu beidem kann man sich allein hier im Forum tausenderlei Threads anschauen, das brauch ich nicht ausweiten, oder?
Bei dem Labbi (hier eher der Goldie) bin ich ganz bei dir, aber da halte ich es für mich mit dem spanischen Sprichwort:
Man tröstet den, der keine Schuhe hat, mit dem, der keine Füße hat.