Beiträge von Nocte

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    Schade, dass in dem Text nicht erwähnt wurde, dass Schäfer ihre Hunde vielleicht auch anleinen sollten, damit diese nicht fremde Hunde oder Reiter anpöbeln. Da kann ich es verstehen, wenn Hundehalter dann stinking sind, bzw. muss man sich dann auch nicht wundern, wenn Hunde vor den Schäfer-Hunden weglaufen und einmal quer durch die Schafherde gejagt werden.

    Kannst Du mal genauer beschreiben, was Du meinst bzw. erlebt hast? Meine Hunde sind bei fremden Weiden genauso angeleint oder im Fuß - auf meiner eigenen Weide haben sie nur was zu suchen, wenn sie gerade arbeiten sollen und da ist eine Leine ja nunmal sehr hinderlich. Ein Wanderschäfer hat doch die Hunde im Normalfall auch zum arbeiten bei sich und nicht zum rumpöbeln und wenn der fremde Hund dann durch die Schafherde gejagt wird, haben beide Menschen die Hunde nicht angeleint. Wo kommt man denn als Hundehalter mit seinen Hunden so nah an eine Schafherde ran, dass eines Schäfers Hund sie da durch jagen würde?

    Ich glaube, dass es eine Mischung aus ganz vielen Faktoren ist. Ich beschreibe mal, was ich hier bei uns erlebe:

    - die Hunde sind nicht gern in der Stadt gesehen und so trifft man sich quasi vor den Toren, dort sind aber schon die Weidetiere
    - die Menschen sind sich der Folgen ihres Verhaltens nicht bewusst und handeln nicht in böder Absicht
    - Tierhalter mit Kleingruppen gibt es immer seltener und in den Köpfen der (zumeist) Städter ist das Schaf als Tier mit Bedürfnissen gar nicht präsent oder noch schlimmer nur als "Schweinchen Babe"-Verschnitt
    - mancher Halter hat den Anspruch, wenn er schon sooooooooo viel Hundesteuer zahlt (hier mindestens 140€), er dafür auch eine Gegenleistung erwartet oder sie sich ggf. auch einfach selbst nimmt (unnötig zu erwähnen, dass dieser Gedanke in dem Zusammenhang reichlich schräg ist)
    - zudem sind derzeit Rassen modern, die mit Ausnahme des Mopses durchweg mit ordentlich Jagdtrieb oder Trieb gesegnet sind (Kangal, Beagle, Russell, Aussie, RR, Podenco)
    - dann gibt es das Phänomen des Gruppen-Gassies bei dem sich mehrere Halter mit zumeist noch mehr Hunden treffen, ist nur einer dabei, der losprescht, dann ist die Meute nur noch schwer bis gar nicht in den Griff zu bekommen (schon mehrmals erlebt und jedes Mal heilfroh gewesen, dass die Meute sich tobend angekündigt hat, so dass ich meine Hunde bei mir hatte, bevor die Rehe da waren)
    - und zu guter Letzt besiedeln Menschen und damit Menschen mit Hunden immer mehr Raum im Vorraum der Stadt

    Edit: MisaMisa: damit kämen meine Schafe klar. Sie sind recht flüchtig, aber so lange sie die Möglichkeit haben zu gehen und ggf. aus sicherer Entfernung den Hund zu beobachten ist alles klar, erst wenn der Hund auf und ab rennt und sie dabei fixiert oder dabei klefft, schieben sie Streß.

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    Wenn das Verhältnis schon so angespannt ist:

    Wenn ihr sie erwischt, ANzeige wegen Hausfriedensbruch.

    Ich bin ansonsten kein Freund des Denunziantentums, aber ich habe mittlerweile leider die Erfahrung machen müssen, dass es eine bestimmte Sorte Menschen gibt, bei denen man leider anders nicht weiter kommt.

    Das könnte euch zumindest Ruhe bringen, bis ihr eine andere Weide habt.

    Die Idee kam mir auch schon und ich habe mit dem Verpächter beider Grundstücke gesprochen, aber letzten Endes sind meine Schafe ihnen in der Zeit, in der ich arbeite hilflos ausgeliefert. Sie haben auch keine Verantwortung dafür übernommen, als der Hund eins in den Zaun gejagt hat. Wenn der Verpächter nichts bewirken kann, dann werde ich diese Leute anzeigen - sie haben ja reichlich Beweismaterial im Internet hinterlassen.

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    Wie schafft ihr Schafhalter es nur, so ruhig zu bleiben und die Leute nicht in den Boden zu rammen, wenn ihr die auf frischer Tat ertappt und dann auch noch auf so eine Ignoranz stößt?

    Ich nicht mehr - ich bin schon geladen bis unter die Hutkrempe, wenn ich die Weide ansteuere und kann mich erst entspannen, wenn die Nachbarn nicht da sind. Neulich hat eines meiner Schafe abgelammt und die Nachbarn haben es eingesperrt mit dem Lamm, weil sie der Ansicht waren, der Bock würde sonst das Lamm töten. Ich meine, die Idee in allen Ehren, aber ein Anruf wäre hilfreicher gewesen. Mein Bock tut keinem der Lämmer was und kümmert sich rührend um die Auen und die Kleinen. Als die Mutter sich nicht mehr um das Kleine gekümmert hat, hat er versucht, sie zurückzutreiben und hat das Lamm abgeleckt. Außerdem füttern sie die Schafe ständig und stellen Fotos von ihnen ins Internet - geärgert habe ich mich, als sie Bilder von der Geburt eingestellt haben. Kann man fremde Tiere nicht mal in Frieden ablammen lassen? Muss man dann zur Kamera greifen und auf eine fremde Weide gehen? Es wissen alle, dass die Tiere weder gestört werden, noch gefüttert werden sollen - meine Telefonnummer hängt vor Ort und ich hatte sogar schonmal einen Zwischenzaun aufgestellt - es nützt alles nichts, der Zaun wurde abgerissen und ich bekomme nur blöde Antworten von "aber Bock macht Lamm tod" über "wir passen schon auf" bis hin zu "haben wir immer so gemacht" und "die Kinder wollten nur streicheln". Ich mag einfach nicht mehr - ich bin auf der Suche nach einer neuen Weide.

    Es kann der Brävste nicht in Frieden leben .... Ich hab die Nase so voll! Meine Schafe stehen direkt vorm Ablammen und die Nachbarn lassen ihre Kinder ohne jedes Unrechtsbewusstsein auf der Weide spielen und den Hund wild kläffen die Enten am Zaun auf und ab jagen. Alles Reden zwecklos - sofern ich was finde, ziehen wir um ... gestern am liebsten.

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    Die Eltern meines Ex haben einen Lurcher aus dem TS - irgendwie ist der mal raus in den Garten (bzw, reaus aus dem Blumengarten, rein in die Weide) und hat 4 ihrer 8 Schafe gerissen. Sie leben in Yorkshire und halten Schafe als Hobby (die Mutter macht aus der Wolle Mützen etc.)
    Zu Menschen kreuzbrav, fast schon ein langweiliger Hund aber zu Tieren... ihr Kater wußte schon, warum er sich nicht in die Nähe von dem Hund wagt.
    Der Hund lebt in einer schafregion und wird in seinem Leben nie wieder von der Leine kommen - nicht mal im Garten. :/

    Und da besteht keine Möglichkeit eines Teil des Gartens ausbruchsicher einzuzäunen, damit der wenigstend ein wenig Bewegungsfreiheit hat? Sowas mag ich mir gar nicht vorstellen ...

    Ich bin durchaus der Ansicht, eine Gebühr ist gerechtfertigt, denn die Reinigung kann durchaus länger dauern. Ich bin relativ regelmäßig mit meinen Hunden im Hotel und zahle da pro Hund und Tag. Prinzipiell könnte ich da auch argumentieren, dass während des Aufenthalts keine Reinigung vorgenommen wird, sondern erst am Ende eine Endreinigung und das kostet für zwei Hunde nicht mehr Zeit als für einen. Ich zahle im Durchschnitt 8€ pro Hund und Tag und denke, es dient auch dazu die Hundeanzahl im Hotel gering zu halten. In dem Hotel, das ich am Liebsten besuche (ein kleiner Landgasthof mit Ziegen und allerlei Getier) sind dafür alle freundlich den Hunden gegenüber, ich bekomme extra ein größeres Zimmer wegen der Hunde und wir haben schon sehr oft, einen Hund mit der Begründung erlassen bekommen, dass sie überhaupt nicht zu bemerken seien. Insofern erkaufe ich mir mit den 8€ pro Hund zusätzlich auch den Luxus, mich nicht nur geduldet, sondern willkommen zu fühlen. Für einen langen Urlaub allerdings .... würden meine paar Kröten dann nicht reichen :-)