Beiträge von Nocte

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    Mein Hund und viele andere hunde gehen auch in die Tagesstätte und ich kann dir versichern das die Hunde in meiner tagesstätte keinerlei Stress ausgesetzt sind ;-) in den ersten Tagen wird zwar erstmal die Rangordnung klar gemacht (die können dann je nach Hund auch Stress sein), aber dann ist alles in Butter ;-) bei meiner Tagesstätte sind bis zu 30 Hunde zusammen auf einen Gelände und wenn es mal Auseinandersetzungen gibt dann ist immernoch ein Betreuer rund um die Uhr da.
    Ich finde es wirklich gut und freu mich auch das die TS sowas aufbauen will. Es gibt noch viel zu wenig davon (zumindest bei uns). :gut:
    Und es geht ja hier eigentlich um die Auflagen etc. und nicht um die Halter die es sich vorstellen (oder auch nicht vorstellen) können den Hund da "abzugeben" ;-)

    Die Frage nach den Zwingern kam ja auf, wegen der Größe etc. und ich denke schon, dass auch solche Fragen in so einen Thread gehören, weil davon ja auch die bauliche Gestaltung und damit die behördlichen Auflagen abhängen.

    Und ganz persönlich: 30 fremde Hunde auf einmal im Gehege? Fände ich eine Horrorvorstellung - da kann kein Pfleger einschreiten, wenn was passiert.

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    Willst Du Zwinger bauen?

    Eine der wenigen Möglichkeiten, wenn man recht viele Hunde unterbringen will, oder?

    Persönlich muss ich gestehen, dass ich nicht viel von Hundetagesstätten halte. Dann doch lieber eine Einzelbetreuung oder eine feste Kleingruppe mit Hunden, die sich verstehen. Ich könnte mir ums Verrecken nicht vorstellen, meine Hunde dem Streß einer Tagesstätte auszusetzen. Entweder müssen sie sich ständig mit fremden Hunden auseinander setzen oder sie sind im Zwinger. Da können sich die Hunde zumindest nicht angehen, falls es in der Gruppe nicht passt, aber dann kann ich sie auch daheim lassen, wo sie ihr gewohntes Umfeld und einen gewissen Luxus genießen können. Kommt dann noch eine gewisse Kita-Mentalität bei den Nutzern dazu, stehen mir die Haare zu Berge.

    Ich gehe mal davon aus, dass die TS sich Gedanken gemacht hat, wie das für die Hunde aussehen soll und nich so ein Modell meiner Horrorvorstellungen aufziehen wird. Darum würde mich interessieren, wie genau die Tagesstätte betrieben werden soll - also wo die Hunde wann untergebracht sind, wie die Bewegung abläuft und wieviele es sein sollen?

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    Nein, wir sehen das schon gleich. Ich meine damit, dass die Damen eben bevorzugt den Teil der Aussiepopulation zu Gesicht bekommen, bei denen das zu Problemen geführt hat. Die Veranlagung haben die meisten ganz sicher. Meiner ist da keine Ausnahme. In den richtigen Händen und mit dem Bewusstsein dafür, welches Potential so ein Hund nun mal hat, kann man das aber bei entsprechendem Einsatz und Willen lenken.


    Bei den meisten Dingen stimme ich dir absolut zu, nur in einer Sache nicht - für mich ist reines Trialhüten Sporthüten. Eigentlich sollte doch der Hund ausgebildet werden, um am Vieh eingesetzt zu werden und kommen dann Trials dazu, sollten sie dazu dienen, zu zeigen, was ein guter Hund kann oder welche Anlagen ein Hund mitbringt. Dazu braucht man Vergleichbarkeit und die hat man nur bei einem gleichen Setting.

    Dennoch habe ich schon so oft festgestellt, dass die Hunde aufs Trialn hintrainiert werden und nicht für den Alltag. So mancher Trialhundbesitzer hat nicht mal Vieh oder bewegt es nicht mit dem Hund. Besonders Rinder kann man als arbeitender Teil der Bevölkerung ja auch schlecht nebenbei noch halten. Sofern ein Hund unter solchen Bedingungen trainiert und im Trial geführt wird, ist das für mich reiner Sport. Bei einem vernünftigen Umgang mit allen Beteiligten, finde ich es auch in Ordnung, aber es bleibt Sport.

    Dagegen wird so manch guter Hund bei der Arbteit daheim nebenher mit ausgebildet - mitunter nicht auf den Punkt exakt und auch nicht für alle möglichen Szenarien, sondern eben die, für die man ihn braucht. Solche Hunde müssen im Trial nicht erfolgreich sein - werden vielleicht auch nie auf einem Trial gezeigt und das ist auch in Ordnung.

    Harrsche Trainingsmethoden gibt es beim Hüten schon - nicht bei jedermann und sie sollten nicht sein, aber es gibt sie quer durch alle Rassefraktionen. Was man als harrsch empfindet, hängt dabei natürlich auch immer vom Hund und Trainer und Halter ab. Der eine zieht die Grenze beim Schlagen, der nächste beim Anschreien und wieder andere bei zu hohem Druck. Letzteres ist für mich am schwierigsten einzuschätzen. Einen gewissen Hund muss der Hund ertragen (Stichwort Kritikfähigkeit), aber ab wann kann er das und von wem? Es ist durchaus so, dass gute Hunde nicht in jeder Trainerhand ihr Potential entfalten, sondern sogar kaputt trainiert werden und davor sind auch namhafte Trainer nicht gefeit. Man sollte sich dessen bewusst sein und sich und seinen Hund - egal ob für die Heimarbeit oder das Trialn - gut im Auge behalten, sich nicht beeinflussen lassen und manchmal die eigene Sichtweise überprüfen.

    Falls die Damen ein Gespann gesehen haben, bei dem das Training über einen gewissen Zeitraum schlecht lief, kann ich mir sogar vorstellen, dass die das Knapsen oder gar Beißen wirklich gesehen haben und es sehr verfestigt war. Frust wird ja doch von manchem Aussie so geäußert und weitergegeben. Nur sollten sich die Damen der Tatsache bewusst sein, dass ihr Blickwinkel ein verzerrter Ausschnitt aus der Realität ist.

    So in etwa läuft das bei uns auch, viele Dinge, die die Hunde können, finde ich eher stressig. Ich hasse es, in der Stadt mit vielen Menschen unterwegs zu sein und finde es nervtötend einkaufen zu gehn - sowas brauch ich gar nicht und für die Hunde ist es anstrengend. Wenn ich dann noch genervt bin, weil das 10.000ste Kind Lena betatschen will und die Eltern nicht einsehen, dass man vorher zu fragen hat und mein Hund nicht der Belustigung ihres Kindes dient oder ein Hundehasser einen blöden Spruch loslässt, dann lernen meine Hunde aus meinem Verhalten sicher nichts Sinnvolles. Das tue ich mir nicht an. Mit der Arbeit ist es so, dass ich das entscheide und den Arbeitsbesuch beende, wenn ich es für sinnvoll halte. Das geht aber nur, weil die Hunde auch alle zusammen gern gesehen sind und ich mir für die Hunde den Freiraum verschaffe, den sie brauchen, um die Arbeit als angenehm zu empfinden. Sonst wären sie da gänzlich falsch und an Tagen, an denen ich denke, das könnte zu stressig sein, lasse ich sie daheim. Verlangen würde ich aber weder das eine, noch das andere über das nötigste Maß von meinen Hunden. Hätten sie nur Streß, bei dem auch nichts mehr an positivem Lerneffekt zu verzeichnen ist, müsste ich mein Leben und meine Wünsche anpassen, nicht mein Hund. Der muss sich anpassen, wenn es um Dinge, wie die Grundstücksbewachung oder das Verbellen von Menschen etc. geht. Das reicht dann wohl auch.

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    Ich finde das Thema wahnsinnig spannend.


    Beide waren sich einig, dass hier besonders die Züchter gefragt sind, denn die alleinige Schuld den Haltern zu geben, wäre zu einfach.
    (...)
    Ich bin einfach mal so dreist und behaupte, dass auch ein terretorialer Hund in einem Mehrfamilienhaus zu managen sein muss. Denn der Hund bewegt sich im Treppenhaus z.B. ja nur im Beisein des Besitzers und hier sollte er die Aufgabe des Kontrollierens usw doch an den HH abgeben. Ein in sich ruhender, selbstsicherer Hund, der klar im Kopf ist, müsste das eigentlich schaffen - finde ich. (...)


    Schon deshalb kann man das nicht allein den Haltern anlasten, weil ein nicht unerheblicher Teil unerwünschten Verhaltens sich zwar erst mit ein paar Monaten Lebensalter zeigt, aber bereits der Grundsteil in den aller ersten Wochen gelegt wurde.

    Managen sollte für keinen Halter ein Problem sein. Ich meine keine Hausflure und das Bewegen mit dem Halter. Ich rede von den Hunden, die Geräusche kommentieren. Ich bin da ja verwöhnt - keiner meiner Hunde hat je Probleme damit gehabt und auch Klingel, Nachbarn etc. werden ignoriert, der Postbote wird geliebt und auch Besuch mit Kindern kann sich bei uns einfinden, ohne, dass man die Hunde gleich verbannen müsste. Ich kenne aber einige Aussies, die im Lauf der Jahre das Verteidigen "ihrer" Wohnung so ernst genommen haben, dass irgendwann jedes Geräusch aus Nachbarwohnungen oder im Treppenhaus oder der Wohnung oben drüber kommentiert wurde. Bei einigen war es ein Wuffen, dass im Grunde nur den Halter störte, bei anderen wuchs sich das so aus, dass a) die Tiere und b) die Nachbarn dauergestresst waren. Ob das nun daran liegt, dass diese Tiere unterbeschäftigt waren und sich eine Aufgabe gesucht haben, vermag ich nicht zu sagen. Bei zumindest 4 davon weiß ich, dass die gut und auch sinnvoll ausgelastet werden, aber nicht hüten.

    Der durchschnittliche Aussie reagiert Hunden gegenüber nicht so, wie es die meisten Menschen sich wünschen. Soweit ich das sehe, sind aber nur wenige davon wirklich durchgeknallt oder asozial, sondern blitzschnell. Die reagieren mit Nichten aus heiterem Himmel, sondern das Zeitfenster, innerhalb dessen die reagieren, ist halt kurz und die Leitung von Zweibeinern of lang.

    jennja: ich glaube, du hast einen etwas eingeschränkten Blickwinkel auf Sandras Hunde. Vergiss nicht, dass Sandra immer dabei ist, wenn Du sie siehst. Den zweien mit den labradösen Tendenzen würde ich zutraun, dass sie jeden freudigst begrüßen würden. Meine würden auch jeden auf den Hof lassen, wenn ich dabei bin und Luna freut sich einen Keks, aber wenn ich auch nur im Haus bin, dann kommt keiner ohne Passierschein vorbei, da werden die laut. Ob Liesl das noch auspackt, würde ich abwarten.

    Und auf Reserviertheit dürfte niemand in der Zucht selektieren bzw. es absichtlich unterstützen - das kommt eher als Paket. Manche Linien haben es mehr, andere weniger. Die Metropolen sind in den Städten sicher weniger das Problem, als der Umstand in Hochhäusern mit ggf. territorialem Hund zu leben.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass Showhunde charakterlich kaputt gezüchtet wurden. Es gibt doch nette Vertreter in beiden Linien, aber für mich hat das Showideal wenig mit dem Aussie zu tun. Wozu bitte muss ein Arbeitshund "schön" sein? Das finde ich generell vollkommen idiotisch. So lange ein Tier körperlich funktional gebaut ist, ist es immer schön - nur eben nicht in jedermanns Auge. Auf den Shows werden ja kaum Hunde prämiert, die dem Rassestandard entsprechen, sondern vollkommen übertypisierte Hunde.

    Nur, weil man eine Rasse mehrheitlich nicht mehr so braucht, wie früher, finde ich trotzdem nicht, dass man an allem drehen sollte, was die Rasse ausmacht. Denken wir doch mal an den Labrador. Optisch gehen viele der heutigen Labbis sicher noch sehr nach den stämmigen Arbeitshunden von früher, aber was ist von deren Charakter noch übrig? Genauso würde kaum noch wer einen Pudel zur Wasserjagd einsetzten und und und. Wäre das Ganze an dem Punkt beendet, dass man halt die Arbeitseigenschaften wegzüchtet, dann würde ich mich nicht mal groß dran stoßen - wären eventuell nicht mehr meine Hunde, aber na gut. Ich sehe aber beim Aussie wie bei vielen anderen armen Rassen den menschlichen Drang zur Übertreibung in der Zucht und das in erster Hinsicht optisch. Der Mops war auch mal ein sportlicher Geselle mit Nase und der Shar Pai hatte keine Haut, in die 10 seiner Sorte gepasst hätten, auch ein Chihuahua hatte mal eine Größe, bei der das Leben an sich nicht schon zur Gefahr wurde und und und. Keine dieser Rassen hat aber ihr jetziges Aussehen der Tatsache zu verdanken, dass man sie zur Arbeit genutzt und als Arbeitsrasse erhalten hat.

    Die Trennung zwischen Show- und Arbeitslinien ist in meinen Augen schon vollzogen, aber in beiden Lagern läuft nicht alles so, wie es sein soll - bei Weitem nicht. Der Aussie bringt einige Rasseeigenschaften mit, die anstrengend sein können, aber keine davon kommt als einzelnes Päckchen. Es ist nunmal nicht so leicht, dass man an einer Schraube dreht und dann läuft es besser. Wir haben nicht im Ansatz eine Ahnung davon, welche Anlagen genetisch gekoppelt sind. Nehme ich in der Zucht in Kauf auf einen menschenfreundlichen Hund zu selektieren, dann erkaufe ich das evtl. mit Einbußen in der Leistung - der hütende Aussie soll ja mitdenken und schnell sein und verteidigen etc. Und dann? Hab ich einen AL-Hund, kann den kein Arbeiter brauchen, aber die Showleute gewinnen keinen Blumentopf damit. Wohin dann mit solchen Tieren?

    Ich bleib dabei - ich will meinen Aussie, dem Standard entsprechend, mit allem drum und dran - arbeiten, Reserviertheit, Auffassungsgabe etc. Für mich (also im Sinne von meine Person) macht es nicht den geringsten Sinn mich bei Züchtern uzmzusehen, deren Hunde nur im Sport geführt und auf Freundlichkeit und Gesundheit selektiert werden. Bekomme ich die Freundlichkeit bei den Arbeitertern dazu, dann beschwere ich mich sicher nicht, aber packt der Hund doch die rassetypischen und anstrengenden Eigenheiten aus, dann ist es auch o.k. für mich. Würde ich in einer Umgebung leben bzw. den Hund dauerhaft in einer Umgebung führen müssen, die dessen Wesen ganz und gar widerstrebt, dann würde ich vermutlich den halben Tag als stressig emfinden und umziehen oder anderweitig für "Flucht" sorgen. Würde ich mir einen Aussie unter solchen Bedingungen zulegen, würde ich immer ein erwachsenes Tier auswählen, denn kein Züchter kann bei einem Welpen garantieren, dass der zu everybody's darling wird.

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    Flockes Nase läd zum Knutschen ein =)

    Daran liegt es also :-) Gestern hab ich in der Pause die Gelegenheit genutzt, mich zu den Mähdels zu begeben und lag dann einträchtig Schaf an Schulter mit ihr faul rum - ist ein prima Kopfkissen, so ein Schaf ... so lange kein Futter winkt. :D