Beiträge von Nocte

    Zitat

    Mir scheint schon, dass hier von Einzelfällen auf alle geschlossen wird, finde ich nicht fair. Seltsamerweise scheint es immer die selben Lrute zu treffen.
    Es ist genau so unfair, wenn von einzelnen idiotischen Hundehaltern auf alle geschlossen wird, das wollen wir ja auch nicht.
    Etwas mehr Gelassenheit täte allen gut.

    Gelassen reagiere ich, wenn Kinder Wutanfälle haben, was runter werfen, beim Spielen laut sind oder mal über die Stränge schlagen. Beim Ärgern schwächerer Lebewesen, beim Mobben untereinander oder bewusstem respektlosen Verhalten anderen gegenüber ist bei mir aber Schluss. Ich habe nicht wenig mit Kindern zu tun und finde es selbst erschreckend, dass mir heutzutage auffällt, wenn sich Kinder normal benehmen. So sehr hat meine persönliche Erfahrung meine Wahrnehmung bereits beeinflusst. Allein bin ich damit leider auch nicht. Andererseits schreite ich aber auch ein, wenn Erwachsene Kinder schlagen oder (erst neulich passiert) ein mir Fremder eins der Kinder auf dem Spielplatz vorm Haus anlockt und sich nicht bei den Eltern anmeldet. Ich mag Kinder und finde es gut, dass sie i.d.R. heute mehr Selbstbewusstsein haben, als vor 20 Jahren, aber der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Unerzogenheit scheint mir sehr schmal.

    Zitat

    (...)
    Dass Collieartige etwas sensibler reagieren, da stimme ich dir zu. Aber das KH (wenn sie ordentlich aufgeschlossen sind) schlechter vertragen werden, als Fett, nun da gehe ich nicht konform. Meine Hunde vertragen abwechslungsreiche frische Kost auch schlechter. Füttere ich nur halbe Portionen frisch und den Rest als hochwertiges Trockenfutter gibts aber kaum Probleme. Ich muss den Energiebedarf allerdings fast ausschließlich über KH decken. Bei zu viel Fett, egal ob im Fleisch, oder als Zugabe gibts sehr schnell Durchmarsch.
    (...)


    Da stimme ich dir zu. Mein Sheltie ist ja +/- und da muss ich schon aufpassen. Bei Narkosen fällt es besonders auf. Selbst von geeigneten Medikamenten für -/- Hunde braucht sie deutlich weniger in der Menge. Die normalen Dosen sind auch einfach zu hoch für sie. Wir wissen das und behandeln dementsprechend. Dass ein Träger völlig frei ist, wie früher gern behauptet wurde, stimmt definitiv nicht. Aber auch hier muss ich sagen, ein Hund kann damit sehr gut leben. Es ist wie geschrieben wurde kein Todesurteil und andere Sachen müssen einfach auch berücksichtigt werden.


    Soweit ich weiß, ist das zumindest in den Clubs des VDH Pflicht, bzw. MDR1 wird freiwillig bestimmt. PRA und Katarakt gehören auch noch dazu. Bei uns wurden auch die Welpen schon auf MDR1 gestestet und uns das Ergebnis mit den Papieren ausgehändigt.


    So unterschiedlich sind die Hunde :-) Meine Hündin würde bei einer solchen Mischfütterung keine 10 Minuten später brechen, versuchen alles Langfaserige zu verschlingen und ich könnte die Nacht auf der Straße verbringen, weil sie Durchfall hat. Es wäre vielleicht wirklich interessant, mal zu kucken, wie eng die Collies, die hier rumrennen und die betroffen sind, verwandt sind. Es ist natürlich nur ein Ausschnitt aus der Realität und ein sehr sehr kleiner, aber auffällig ist es schon.

    Was die Genomuntersuchungen für MDR 1 und DM angeht, halte ich das für persönliche Einstellung. Ich hab z.B. eine HD-Hündin und bin da so vorbelastet, dass ich schon bei der leisesten Befürchtung, es könnte HD sein, zum Tierarzt trabe. Ähnlich geht es mir mit der DM, weil eben relativ nahe Verwandte betroffen sind und ich im Falle eines Falles nicht erst den Gentest machen lassen möchte. Da nach derzeitigem Erkenntnisstand die DM aber auch erst in fortgeschrittenem Alter auftreten würde, war es auch kein Drama für mich, dass der eine Test sich verzögert hat. Das ist mir persönlich einfach wichtig und gibt mir das Gefühl vorbereitet zu sein und im Falle des Falles nicht noch Zeit mit Warten verbringen zu müssen.

    Wenn man jetzt einen Hund besitzt oder einen Welpen kauft, dann muss man selbst entscheiden, was einem wichtig ist. Ich kann gut verstehen, wenn jemand nicht auf HD oder DM testet, aber für die Züchter sollte es als Ziel stehen, bekannte Risiken zu minimieren. Damit meine ich nicht, dass man den Genpool extrem verknappt, weil man alle Träger oder betroffenen Hunde aus der Zucht nimmt. Rein rechnerisch fallen aber in jedem Wurf auch nur noch betroffene oder freie Hunde. Es wäre also möglich ein Geschwister für die Weiterzucht zu verwenden, dass das Risiko minimiert. Selbst wenn dieser Hund dann augenscheinlich nicht der talentierteste ist, so gibt er prinzipiell die gleichen Gene und Anlagen wie das talentiertere Geschwister weiter. Sonst könnte man auch alle Epi-Geschwister in der Zucht lassen.

    Einen COI von unter 3 finde ich toll, aber das ist doch bei Collies wie auch Shepherds eher selten. Aus medizinischer Sicht gilt eine deutlich höhere Zahl als unbedenklich und für bestimmte Risiken reicht ein Ahn aus. Da halte ich eine Betrachtung der Linien im Ped für sinnvoller, als nur auf einem niedrigen COI und AVK zu bestehen. Man kann sich den COI auch schön rechnen, wenn man weniger Generationen angibt. Bei meiner Hündin stand z.B. ein COI von 0,0% auf der HP und das stimmt auch, wenn man einen kleineren Ausschnitt des Peds betrachtet. Die gemeinsamen Ahnen treten nämlich in der 5. Generation auf.

    Edit: bei MDR 1 stehe ich auf dem Standpunkt, dass ich das nicht im Haus haben will. Es mag kein Todesurteil sein, aber bei bestimmten Erkrankungen oder bei bestimmten Medikamenten kann es gefährlich werden. Ich treibe mich mit meinen Hunden viel im Wald rum und in der Nähe von Pferden. Eine Wurmkur im anknabberten Pferdeapfel kann da eine zu viel sein. Nichts für mich.

    Zitat


    Ach, ich Blindfisch. Du hattest auf der vorigen Seite ja schon was dazu geschrieben. Entschuldige.

    Fuer typisch halte ich das nicht. Mit der Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, die ja die Fettverdauung ebenso betrifft, hab ich mich auseinandersetzen muessen, weil Fin da falsch diagnostiziert war. (Der ist gesund.) Sie kommt aber genetisch natuerlich bei KHC und LHC vor. Weil es keine Gentests gibt, sind verantwortungsvolle Zuechter wichtig, die betroffene Hunde und Verwandtschaft aus der Zucht nehmen. Ich kenne persoenlich nicht einen Collie, der betroffen ist. Ich wuerde eher tippen, Dein TA spricht von einzelnen Linien.
    Aber das ist wie mit der Epilepsie, auch hier gibt es betroffene Linien und die muessen verantwortungsvoll aus der Zucht genommen werden. Von typisch fuer die Colliefamilie kann man da m.E. nicht sprechen.


    Fin stammt ja aus der Dissidenz. Sein Verein hat alle Zuchttiere auf DM getestet und dort wird nur noch so verpaart, dass nur +/- Welpen fallen koennen. Im Hinblick auf die Zukunft macht das sicher Sinn, ja. Heute bringt das dem einzelnen Hund keine Sicherheit. Dafuer wissen wir ja noch viel zu wenig.
    Bei Fin stehen die Chancen "ziemlich gut" dafuer, dass er -/- ist, aber ich teste das nicht.

    Dass bestimmte Linien mehr betroffen sind, ist bei vielen Krankheiten so. Es gibt Krankheiten, da kann man eben die Linie und damit das Risiko ausmachen bzw. einschätzen. Ich glaube schon, dass es typisch ist. Vielleicht gibt es aber in unserem Einzugsgebiet einfach nur viele Collies mit ähnlichem Pedigree. Bei unserer Hündin hat der erste Tierarzt das Tier auf den Kopf gestellt, EPI in den Raum gestellt und auch über einen Labornachweis diagnostiziert. Ich denke mitlerweile, dass die Diagnose nicht stimmt. Als wir den Tierarzt wechselten, hörte er sich ihre Beschwerden an und sagte damals schon, dass das für Collieartige typisch sei. Auch unser Hundeschultrainer, der auf Grund seiner Spezialisierung viele Collies, Border Collies und Shepherds sieht, meinte das sofort und kennt es auch von seinen Hunden. Ich will das gar nicht dramatisieren - wenn man erst mal weiß, was der Hund verträgt und was er schlechter verträgt, gestaltet sich die Fütterung einfach. Wir brauchen auch gar keine täglichen Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel und das seit Jahren. Ich wollte es nur erwähnen, weil es eben vorkommen kann. Man weiß ja auch nie, welche Linie der TS sich kauft ;-)

    Bei DM, wie auch MDR 1 will ich über den Genstatus Gewissheit haben. Alles andere würde mich um den Verstand bringen. Unsere beiden Shepherds sind aber auch mit betroffenen und erkrankten Hunden verwand. Das war zu den Zeitpunkten der Würfe gar kein Thema und auch unbekannt. Ich bin sehr froh, dass ich schon wusste, dass mein Rüde nur Träger ist, bevor ich wusste, dass beide Eltern Träger sind. Bei der Hündin war ich entspannter, weil die Mutter sehr schnell mit frei getestet wurden. Die Geschwister waren Träger. Sie konnte also maximal Träger sein, ist aber frei.

    MDR 1 sehe ich, wie gesagt tragischer. Ich möchte auch keinen MDR 1 Träger und halte die neuere Unterscheidung in sensitive und highly sensitive für sinnvoll. Ein verantwortungsbewusster Züchter wird mindestens HD, CEA und MDR 1 getestete Elterntiere haben. Persönliche Wünsche der Welpenkäufer z.B. bei DM werden einige Züchter auf Wunsch der Käufer auf deren Kosten testen lassen. Man muss selbst entscheiden, welche Untersuchungen man unbedingt haben will. Ich persönlich möchte auch ED, HSF 4, PRA und DM getestet haben, bin mir aber auch der Tatsache bewusst, dass z.B. ein HSF 4 freier Hund einen Katarakt bekommen kann und dass bei DM der Stand der Wissenschaft sich noch ändern kann. Bei DM würde ich auch aus einer Anpaarung, bei der Träger fallen können einen Hund kaufen, wenn ich das Ped unbedingt haben will und z.B. keine freien Geschwister in der Zucht sind. Auch bei HSF 4 könnte ich mit einem Träger leben und je nach Rasse störe ich mich heute nicht mehr an einem HD B. Beim MDR 1 Defekt bin ich allerdings kompromisslos und auch der Ansicht, dass es schon aus der Zucht verschwunden sein könnte. Aber das nur am Rande.

    Zitat

    (...)
    Mancher Zuechter testet heute auch schon auf DM, degenerative Myelopathie. Das kommt beim Collie vor. Da muss man sich aber im Klaren sein, dass heutige Tests noch nicht in der Lage sind, eine DM wirklich auszuschliessen. Bisher sind gar nicht alle Faktoren der Krankheit bekannt und wenn, dann tritt sie erst im hohen Alter auf.

    Genetisch auch vorkommen koennen Epilepsie und Bauchspeicheldrueseninsuffizienz. Beide Krankheiten kann man aber nicht durch Gentests im Vorfeld ausschliessen und sind eher selten. Verantwortungsvolle Zuechter sind da umso wichtiger.


    Das hoer ich zum ersten Mal. Wie aeussert sich das denn, Nocte? Geordy koennte ohne seine Getreideflocken nicht leben :hilfe:
    Interessant waere ja, ob das a) vielleicht im weitesten Sinne mit der Bauchspeicheldruese zusammenhaengt oder b) in irgendeiner Form der Darmgeschichte bei MDR1-betroffenen Hunden geschuldet ist. Ist Dein Hund getestet, Nocte?

    Bei meiner Hündin ist es die Bauchspeicheldrüse. Sie ist MDR 1 +/+ Sie bekommt Durchfall und erbricht sich auch, wenn sie zu viele Kohlenhydrate aufnimmt und hat Blähungen, sowie Mundgeruch. Dazu kommen Nebeneffekte die eher allergisch bedinkt wirken, wie Aufkratzen der Haut, aufgedrehtes und rastloses Verhalten. Laut Tierarzt sei das in der Colliefamilie typisch, ebenso dass manche Hunde von einem erhöhten Fettanteil in der Nahrung Durchfall bekämen.

    Bei meiner Hündin ist das im Blutbild z.B. an der Amylase nachweisbar.


    DM zu testen macht in meinen Augen Sinn, auch wenn der Test relativ neu für Collieartige zugelassen ist. Man sollte aber wissen, dass selbst bei einem SOD 1 n/n (betroffenem) Hund die DM nicht ausbrechen muss. In der Zucht würde ich aber auf mindestens einem freien Elternteil bestehen. Persönlich finde ich DM weniger schlimm als MDR 1, bin aber heilfroh, dass mein Rüde nur Träger ist.

    Nö, meine sind keine Sonnenanbeter. Der Terrier knallt sich auch bei dem Wetter noch in die Sonne, aber meine beiden finden sie nicht so prall. Luna geht bei den Temperaturen am Stock und bei Shadow muss ich aufpassen, denn der bremst sich nicht und arbeitet auch bei diesen Temperaturen noch mit viel Schwung, Elan und Konzentration.

    MDR 1 ist ein Gendefekt und hat nichts mit den Augen zu tun. Ich hab jetzt keinen Nerv das im Einzelnen zu beschriben, darum:

    http://de.wikipedia.org/wiki/MDR1-Defekt

    :-)


    Kohlenhydrate spielen in einer hündischen Ernährung nur eine untergeordnete Rolle. Wozu sollten sie wichtig sein? Energie nimmt der Hund durch Fett auf. Anfänglich hat meine Hündin ein Enzym bekommen, um die Verdaulichkeit der Nahrung zu erreichen. Das stank wie die Hölle und hat nur mäßigen Erfolg bei ihr gehabt. Sie bekommt keine Kohlenhydrate außer im ungewaschenen Pansen. Das höchste der Gefühle sind ein paar gekochte Kartoffeln. Meine Hunde werden mit Fleisch gefüttert. Für sie funktioniert das super. Die Blutwerte sind in Ordnung und die Amylase nur minimal erhöht.

    Ich werfe mal ein, dass eine Überbelastung nicht zwingend durch zu viel Belastung kommt, sondern auch eine Schonhaltung oder Fehlhaltung kommen kann. Luna ist auf der Vorderhand auch überlastet und wenn es schlimmer ist, dann hinkt sie auch. Schuld daran ist nicht, dass sie zu viel täte, sondern einfach die schlechte Hüfte ausgleicht. Shadow habe ich auch schon mal überbelastet. Er hat ja "seinen" Arbeitsgang und wenn er recht lange, sehr tief im Pass arbeitet, dann kann es auch sein, dass er hinterher Muskelkater im langen Sitzbeinmuskel hat. Jedenfalls ist uns das einmal passiert ....