Zum "Hundeschweiger" wurde ja einiges gesagt, ich würde bei Bedarf mein Geld woanders hintragen, wie viele andere hier auch.
Zum Problem selber:
Ich sehe die Problematik hier in der Erwartungshaltung des Menschen.
Die Vorstellung und Erwartung, dass Du praktisch nichts dafür tun musst und Dein Hund sich ggf. auch selbst anpöbeln lässt ohne drauf einzusteigen während ihr dahinspaziert, ist schlicht utopisch. Ja, es gibt diese Hunde ab und zu mal, die sind manchmal extrem souverän, manche haben wirklich gelernt selbstständig verhältnismäßig zu agieren, andere sind einfach ganz runtergedeckelt, aber insgesamt sind sie selten. Die Einen motzen aus Frust, die anderen aus Stress, wieder andere haben eine große Individualdistanz die sie fordern, suchen ein Ventil...egal warum, sie haben alle einen gemeinsamen Nenner: sie brauchen den HF dann, da muss man rechtzeitig und zu 1000% da sein und die Situation gestalten, das gewünschte Verhalten klar anleiten (Gehorsam), je nach Trainingszustand und Fähigkeiten ggf. Parameter optimieren (Abstand, Position, in Bewegung bleiben oder nicht...), mögliche Fehlerquellen minimieren um nicht unfreiwillig Mist einzuüben, das ist Führung. Verantwortung übernehmen für den Hund und sein Verhalten, ihn unterstützen und mit aktiver Gestaltung und Anleitung durch die jeweilige Situation führen. Und natürlich dominiert man die Situation dann und den Hund auch, derjenige der führt gibt eben auch den Takt an, ob das positiv oder negativ ist, hängt von den eigenen Führungsqualitäten ab, ob man ein pseudodominanter prügelnder Primat ist (der Klassiker der Vorstellung beim Wort "Dominanz") oder eben eine smarte Person mit einer guten Einschätzung der "Mitarbeiter", die genau weiß wo der Einzelne Schwächen hat und konkrete Hilfestellung und Anleitung braucht, und wo Stärken liegen und auch mal mehr Selbstständigkeit gefördert werden kann.
Aber das ist keine ominöse positive Energie von irgendwo, die den Hund benebelt, das ist aktive Arbeit mit dem Hund, reele Hilfestellungen und Aufgabenstellung/erwartung, auch dauerhaft. Mein Hund braucht auch Hilfestellung bei Begegnungen, immer, seit vielen Jahren. Natürlich haben wir da Routine, es ist nicht mehr nicht so anstrengend, aber es gibt immer noch einen gewissen Rahmen den ich eben setze, denn wenn ich meinen Hund alleine lasse damit, ist er zu 100% immer noch überfordert und baut Mist.
Achja, und "hochgradig aggressiv", äh, Definitionsfrage...der Hund prollt also ordentlich an der Leine rum und ist einmal losgesprintet auf nen bellenden Hund, war aber abrufbar (das find ich doch schon astrein, würde mir mehr als reichen, das heißt ja defacto, der Hund ist über Gehorsam sogar noch zu holen wenn Du vorher gepennt hast!). Sonst nochwas? Hat er schon jemals einen Hund oder Menschen verletzt bei sowas? Dreht er sich um und schnappt/beißt gegen Dich, wenn er nicht hinkommt? Kennt er einen Maulkorb und ist daran gewöhnt, weil du sonst Beschädigungen an anderen und Dir selbst befürchtest?
Ich hab da jetzt nicht so richtig rauslesen können, wo der Hund so "hochgradig aggressiv" ist. Nicht alles was mal laut und gefährlich aussehend seinen Unmut in die Welt posaunt und sich daneben benimmt, ist "hochgradig aggressiv".