Beiträge von Tucker

    Ich denke, es ist ganz gut weiter zu warten.

    Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass Du Dich intensiver mit der Thematik und mit Hunden befasst, Dir mal ein Bild vom Verein und den Leuten und deren Erzählungen und Empfehlungen und den dazugehörigen Hunden machst.

    Ich will nicht das Wissen Deiner Tochter bezweifeln, aber für jemanden der selber auf kein profundes Wissen zurückgreifen kann, klingt jemand mit ein wenig mehr Wissen und einigen Fachbegriffen schnell wie ein Profi.
    Das ist Dir ja auch bewusst, deshalb hast Du hier ja nochmal gefragt ob das alles so ist wie von Deiner Tochter beschrieben, leicht und einfach zu erziehen, super im Agi... quasi die Medaille ohne Rückseite. Und Du weißt halt aus Lebenserfahrung auch ohne Hund bereits, dass es diese Medaillen nicht gibt.

    Also geh mal mit, freunde Dich mal weiter mit dem Thema Hund an, angefangen hast Du ja hier schon, und vielleicht kannst Du Dich doch mehr für die Felligen begeistern als gedacht. Du bist ja schon recht engagiert :-)

    Äh ja, also bei mir sind läufige Hündinnen auch im Training zugelassen... muss keiner fernhalten. Muss nur angemeldet werden, weil ich die Gruppe dann entsprechend gestalte, also keinen mit rein nehme, wo ich weiß, dass er das noch nicht packt, noch Zwischenschritte nötig sind und den Rahmen der Gruppe dann sprengt. Der bekommt vielleicht anschließend ein Einzel auf der Spur oder in der Nähe.

    Aber so ist das Gelegenheit für alle zu lernen mit dieser Situation umzugehen.

    Einer erwachsene Frau mit einer Tochter im Teenageralter dürfte klar sein, dass Hunde pinkeln und auch mal kotzen.

    Schätze ich.

    So weltfremd liest sich die TE wirklich nicht.

    So ist es doch gar nicht gemeint.

    Aber einen Bereich weiter unten im Forum wimmelt es von, teils auch sehr gut informierten und vorbereiteten Erwachsenen, mit und ohne Kinder, die der Verzweiflung nah sind, weil sie eben nicht damit gerechnet haben wie es sein wird und vor allem auch wie lange es dauert und wieviel Arbeit auch bei vermeintlich einfachen Hunden drinsteckt. Da wundern sich sehr sehr viele, wenn es soweit ist.

    Ich finde, Eni46 hat da schon einen wichtigen Punkt erwischt, auch wenn ich jetzt deshalb nicht gleich so stark reagieren würde, dass das Thema durch wäre.

    Es ist aber auf jeden Fall so, dass Deine Tochter schon mit einer großen Erwartungshaltung da ran geht.

    Und über nichts im Hundehalterleben fällt sich so verdammt hart wie über die eigene Erwartungshaltung.

    Was ist, wenn nichts, aber gar nichts so läuft wie geplant?

    Ich habe gerade bei den Junghunden noch in einem Thread gelesen, da klingt es im Grunde von der Vorbereitung ähnlich wie hier, jahrelanger Wunsch, vorher auch schon mal mit anderen Hunden zu tun gehabt, bei der Rettungshundestaffel reingeschnuppert, weil das eben die Richtung ist in die trainiert werden soll, sich Gedanken gemacht was für ein Hund es werden soll...

    Das macht alles einen guten, vernünftigen, soliden Eindruck, ich kann mir kaum vorstellen, dass ihr hier abgeraten worden wäre einen Hund zu kaufen.

    Tja, und jetzt läuft nix wie geplant, die ambitionierte Planung ist ein bissl viel, der Hund überdreht, Entlastung durch Hundetagesstätte fällt grad aus wegen Giardien (Darmparasiten), der Glaube an die Rettungshundearbeit ist schon verloren gegangen... die Ziele akut auf 'einfach mal ne halbe Stunde Ruhe' zusammengeschrumpft.

    Natürlich ist das alles lösbar, so geht es tausenden Hundehaltern und ihren Hunden und die allermeisten werden doch ein gutes Team.

    Aber dazwischen liegen viele Tränen, Schweiß, Frust... damit muss man umgehen lernen und das ist mitunter sehr hart. Wenn die Erwartungshaltung dann mal passend zurecht geschrumpft ist, wenn es realistischer wird, geht dann oft auch "plötzlich" doch mehr, aber das wächst halt langsam, zunächst kann weder der Hund noch der Mensch das ausfüllen, das kommt mit der Zeit und dem Dazulernen und miteinander lernen. Ad aspera ad astra - auf steinigen Wegen zu den Sternen trifft es gut.

    Es geht mir da auch nicht ums "madig machen", aber wenn jemand der keinerlei Hundeerfahrung hat sich erkundigt wie die Realität mit einem Hund ist, das Leben mit einem solchen Tier, ob Erziehung und Ausbildung einfach sind usw., dann ist es fair auch die schwierigen Sachen zu benennen. Nicht, weil die nicht lösbar wären, sondern damit man das einkalkulieren kann.

    Lies mal im Welpen-Junghundbereich rein, da kannst Du vielfach lesen wie die lieben Kleinen wirklich sind, wenn sie sämtliche schönen Pläne in Pupse ohne Glitzer verwandeln ;-)

    Zum "junge Männer..." Vergleich will ich als Mutter eines jungen Mannes (18) mal was einwerfen:

    Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber das ist kein Sozialverhalten welches ich fördere, honoriere oder in irgendeiner Form wünschenswert finde. Und es ist nicht davon auszugehen, dass ich tatenlos danebenstehen würde.

    Das wäre aber genau die Situation, danebenstehen und abschätzen ob sie sich wohl selber reguliert bekommen. Wer würde das machen?

    Diese Hunde sind also bereits geübt in Konfliktlösung wie ich sie gerne haben möchte, die kennen den Umweg über mich bereits, wenn milde Mittel der Grenzsetzung (abwenden, weggehen etc., Hunde können ja sehr dezent Grenzen setzen bevor sie sich prügeln) nicht fruchten, kommen die zu mir oder werfen mir hilfesuchende Blicke zu, ich kümmer mich dann drum die Situation aufzulösen.

    Auf diese Weise lernen die lieben Kleinen auch gleich mit, wie die Großen das machen, wie unsere zivilisierte Kommunikation aussieht.

    Das ist ein sehr anthropomorpher Ansatz...Hundemütter lösen auch diverse Dinge über kondtionierte Strafe, dort wird also schon der Grundstein zur Kommunikation gesetzt. Ich habe nichts gegen Hunde, die wissen, dass nach einem Knurren auch eine aversive Konsequenz folgen kann, und zwar direkt vom Artgenossen und nicht erst über die Umleitung Mensch.

    Zwischen "weggehen" und "prügeln" gibt es btw noch ziemlich viele Graustufen oder :relieved_face:

    Klar, die Eskalationsleiter kann durchaus viel länger sein (oder auch kürzer ;-) )

    Schlußendlich geht es hier nur mittelbar um die Hunde, vor allem geht es um Hunde in unserer dichtbesiedelten Zivilisation, um verschiedenste Ansprüche vom Mitmenschen mit und ohne Hunde und eine Gesetzeslage bei der beim "laufen lassen" ein Kratzer uU genügt für Auflagen (aggressives Verhalten ggü Mensch oder Tier).

    Mir geht es darum, diesen Ansprüchen bestmöglich gerecht zu werden, im Sinne der Hunde und Menschen und gleichzeitig den Hunden vernünftigen Sozialkontakt ermöglichen und sichere Lösungsoptionen etablieren die gefahrfrei in unser System passen.

    Es ist doch gut, dass Deine Schwester Dir sofort die Maus übertragen hat! Da hätte ich drauf bestanden, schon allein deshalb, weil DU und nur DU damit entscheidungsbefugt bist, weitervermitteln darfst ohne Rücksprachen etc. Da hinge sonst immer Deine Schwester mit drin und deren Zustimmung.

    Ich würde niemals einen Hund zur Pflege aufnehmen ohne Eigentumsübertrag. Klar, der ist juristisch dann meiner, aber die Vermittlung liegt damit auch bei mir, ich entscheide alleine ob ich den Hund abgebe und vor allem an wen. Solange der Hund nicht im Eigentum steht, kann der Eigentümer den Hund jederzeit abholen, verkaufen, verschenken und Co.

    Dass Du selber für Dich damit umgehst, als wäre es eine Pflege/Probe ist ein anderes Kapitel, es sichert Dich einfach nach hinten ab und Skye auch, falls irgendwas bei euch eben doch nicht klappen sollte um dann nicht auf ein TH zurückgreifen zu müssen.

    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!

    Hier wird doch sonst öfter empfohlen, dass junge Welpen/Hunde Kontakt zu älteren Tieren haben, die ihnen Grenzen aufzeigen. Passt irgendwie für mich nicht zusammen.

    Also bei mir laufen Welpen immer mit erwachsenen Hunden im Training (Alltagstraining) und ich kann erklären, wie das bei mir zusammenpasst und was ich bezwecke:

    Erstmal bin ich diejenige, die die Gruppe zusammenstellt und sämtliche Hunde bereits kennt. Für Trainings mit Welpen kommen nur die Hunde infrage, mit denen ich zuverlässig in allen Situationen kommunizieren kann und die bereits alles in dem Bereich(Sozialverhalten, Grundgehorsam) können sowie generell Welpen gegenüber aufgeschlossen sind.

    Diese Hunde sind also bereits geübt in Konfliktlösung wie ich sie gerne haben möchte, die kennen den Umweg über mich bereits, wenn milde Mittel der Grenzsetzung (abwenden, weggehen etc., Hunde können ja sehr dezent Grenzen setzen bevor sie sich prügeln) nicht fruchten, kommen die zu mir oder werfen mir hilfesuchende Blicke zu, ich kümmer mich dann drum die Situation aufzulösen.

    Auf diese Weise lernen die lieben Kleinen auch gleich mit, wie die Großen das machen, wie unsere zivilisierte Kommunikation aussieht.

    Ich will nicht, dass die sich gegenseitig erziehen, ich erzeuge einen Nachahm- Effekt, die Kleinen imitieren die Großen und wenn die Großen das zeigen was ich will, lernen die Kleinen das gleich so. Nicht, dass man nie mehr dran erinnern müsste, aber es ist doch ein ordentlicher Grundstein.