Das ist halb eben Beobachtungs- und Erfahrungssache. Geprüfte Menscheneltern wissen das: das Kind ist überdreht, weil die Eindrücke eines aufregenden Erlebnisses es überforderten und es Zeit braucht, wieder runterzukommen.Beim Hund(ekind) ist es nicht anders. Selbst wenn man keine Erfahrung mit kleinen Lebewesen hat, kann man es genau beobachten, wenn man sich die Mühe macht oder eben für Verhaltensweisen ein Auge hat.
Ganz genau!
Das Problem scheint irgendwie zu sein, daß die Menschen sich entweder nicht wirklich darauf einlassen (wollen), vielleicht sogar Schwierigkeiten haben, ihren Hund zu "lesen", um dann dementsprechend handeln zu können.
Genau in solchen Situationen ist sehr schnell dann eher von einer "Unterforderung" die Rede.
Kommt jemand mit "Überforderung" an und rät, mal bißchen Ruhe reinzubringen, so wird dies heftigs abgestritten, weil ja mit dem Hund nicht so viel gemacht wurde.
Ganz gut zu beobachten, bei Halter mit sogenannten Gebrauchts- oder Arbeitshunden.
Schafft sich jemand, mal als Beispiel einen Border, oder einen Mali an, so wissen anscheinend inzwischen viele, daß diese Hunde arbeiten wollen, sogar müssen und gefordert werden sollten.
Dreht dann ein Junghund dieser Rasse völlig am Rad, heißt es dann oft, und dann noch von Außenstehenden, daß die Leute mit ihrem Hund noch zu wenig machen, und raten eher dazu, noch mehr, was auch immer, mit dem Hund zu machen, damit dieser mal endlich müde wird und schläft.
Das mag nach einem einmaligen Test auch einmal so funktionieren, der Hund ist müde und schläft. Dann fühlt sich der Mensch ja schon darin bestätigt, es richtig gemacht zu haben.
Und die nächsten Überdrehungen vom Hund sind nur ein weiteres Zeichen, daß es schon wieder zu wenig war.
Irgendwie scheint kaum einer auf die Idee zu kommen, daß weniger oft mehr ist.
Schöne Grüße noch
SheltiePower