Beiträge von flying-paws

    Hat es einen Grund warum der Hund sich sein Futter komplett erarbeiten muss und nicht einfach aus dem Napf gefüttert wird?

    Das habe ich tatsächlich überlesen. Könnte allerdings in der Tat ein großer Faktor sein, warum der Hund so gestresst ist. Man muss sich klar machen, dass man über ein solches Vorgehen dem Hund beibringt, dass er dem Menschen permanent am Rockzipfel hängen muss, damit ein Grundbedürfnis (= ist überlebenswichtig) erfüllt wird. Grundbedürfnisse bedeuten, dass die Existenz davon abhängt. Der Hund kann das natürlich nicht in der Form erfassen, wie wir Menschen, hat, aber meiner Meinung nach ziemlich sicher ein entsprechendes Grundgefühl dafür, dass es ihm das Leben kosten kann, wenn er keine Nahrung bekommt.

    Für mich gehört eine solche Trainingstechnik in den Bereich "tierschutzrelevant".

    Ich habe auch so Handamputierer dabei.

    Ich werfe das Lecker nicht, weil das meiner Erfahrung dazu führt, dass schnell zuschnappen zu fördern, weil so die Gabe mit viel Dynamik geübt wird. Ich lege es dafür auf den Boden, wenn es von der Situation passt und der Hund die Zeit hat es vom Boden aufzunehmen.

    Passt das nicht, lege ich es auf die Handfläche, wie, wenn man einem Pferd ein Lecker geben würde. Das führt zumindest dazu, dass meine Fingerkuppen ganz bleiben.

    Die Versuche dem Hund beizubringen langsamer zu machen, decken sich mit der Erfahrung von Lolalotta. (Danke für diese lustige Beschreibung!) Der Hund baut quasi beim Langsamsein Anspannung auf um dann am Ende noch massiver zuzuschnappen.

    Was ich ganz authentisch manchmal mache, wenn es zu grob war: Den Hund mit der Hand vor die Schnauze buffen. Das führt zumindest zu einer kurzen Hemmung, ist aber letztendlich auch nicht nachhaltig und dient wohl eher meinem Frustabbau.

    Das musst du nicht aufwändig runterfahren.

    Sehe ich auch so. Ich habe hier nur Morgenmuffel und mache - wenn ich das so lese - am wenigsten von allen hier morgens.

    Morgens gibts hier erstmal Futter. Danach geht es fürs "Morgengassi" nur in den Garten (wir haben ein großes Grundstück). Mit Gino mache da morgens ein paar kleine Übungen, weil er das liebt. Insgesamt vielleicht 15min.

    Danach wird geschlafen. Also die Hunde, ich nicht. Und gegen Mittag gehen wir dann eine große Runde.

    Momentan schnarcht hier auch alles in den Körbchen.

    Ich glaube, ich kann das noch toppen. Ich habe Tage, da gehen die morgens nur zum Geschäft erledigen in den Garten, bekommen Frühstück und sind bis mittags allein. Da gibt es dann den ersten Spaziergang.

    Passt ja gerade auch zum Thema, ich hatte das hier glaube ich schonmal gefragt, aber ich versuche es nochmal: woran liegt es eigentlich , dass (zumindest viele) HSH nicht lernen, angeleint normal vorbeigehende Hunde nicht als Bedrohung zu erkennen? In Leipzig fand ich immer faszinierend, dass sie bspw. Raben ganz genau beobachten und erst dann "aktiv" werden, sobald sie zur Landung ansetzen und eine Bedrohung werden. Warum ist das bei anderen Hunden nicht ähnlich? Ist das bei Raben leichter zu lesen für sie oder so?

    In Leipzig die HSH taten mir immer leid und irgendwie kam es mir kontraproduktiv vor, dass sie sich bei jedem ganz normal unauffällig vorbeigehenden Hund 15 Minuten lang so verausgaben, bis man an der Fläche vorbei ist. Das waren in Leipzig als Großstadt halt jeden Tag viele, viele Hunde. Da ist dann doch für "echte" Bedrohungen viel weniger Energie da, oder?

    Edit: nur um deutlich zu sein: das ist keine Kritik am Herdenschutz mit Hunden oder so, ich bin nur neugierig.

    Chris hat es ja schön ausführlich erklärt. Meine Kurzversion wäre gewesen: Da fehlt der dritte Part in dem Geflecht: Der Hirte. Das ist das, was immer alle vergessen, wenn sie einen anplärren, man solle doch einfach HSH zu den Schafen werfen wegen des Wolfs. HSH sind dafür gezüchtet ZUSAMMEN mit dem Hirten bei den Schafen aufzupassen. Fehlt der Teil, machen sie halt ... ja, was sie machen. Und dabei nicht immer nur Sinnvolles.

    Meine Border Collies aus Arbeitslinie gehen in dem Alter normal spazieren (wegen der Knochen noch keine Riesenrunden), spielen viel allein vor sich hin, haben in ihrem ganzen Leben noch keinen Schnüffelteppich durchsucht oder Kong ausgeleckt, kommen mit einem Dreiviertel Jahr alle drei bis vier Wochen für vier Minuten an die Schafe und leben ansonsten einfach vor sich hin.

    Wenn sie erwachsen sind, benötigen sie zwei Mal die Woche für zehn bis fünfzehn Minuten Arbeit an den Schafen um zufrieden zu sein. Und normales Gassi natürlich. Da latschen wir vor uns hin. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass ein Pudel so viel mehr Auslastung als meine spezialisierten Arbeitshunde brauchen. Alleinbleibprobleme kenne ich übrigens nicht.