Beiträge von flying-paws

    Klar kann man das üben. Indem man permanent Ausstellungen besucht zum Beispiel...

    Zitat

    Corinna, in der neuen VDH Zuchtordnung wird eine Verhaltensprüfung verlangt. Und, ein Hund, der sich im Ring und/oder bei der Bewertung durch den Richter aggressiv oder ängstlich zeigt, wird eine entsprechende Beurteilung bekommen.

    Schnappt der Hund nach dem Richter, knurrt oder im umgekehrten Fall, weicht er zurück, läßt sich nicht anfassen, zeigt keine Zähne, wird er disqualifiziert.

    Aber was sagt das über das Wesen des Hundes aus?

    Mal grad gar nichts. Das sagt eher wie gut oder schlecht der Besitzer das geübt hat.

    Für die meisten Hunde ist eine Ausstellung der pure Stress. Das einzige, was ich da sehen kann an Wesenszug ist die Belastbarkeit in Stress-Situationen.

    Obwohl... meine Chill fand's auch zum Kotzen und lag total angeödet den ganzen Tag neben dem Ring. Auch im Ring war sie (wie von mir geübt und verlangt) ruhige. Dem Richter wohl zu ruhig, denn er bemängelte fehlendes Temperament. Woran hat er das bitte festgemacht? Daran, dass mein Hunde gelernt hat Ruhe zu halten, wenn ich mit dem am Strick irgendwo rumstehe oder laufe?

    Abgesehen davon habe ich schon bei verschiedenen Rassen live miterlebt, dass Hunde, die zur Zahnuntersuchung gezwungen werden mussten und sich deutlich wehrten, sehr wohl bewertet wurden.

    Viele Grüße
    Corinna

    Es ist ganz einfach: Man macht den Hund süchtig nach Spiel bzw. Hetzen von Spielzeugen und arbeitet über die Befriedigung dieser Sucht.

    Achja, und damit es gut klingt, gibt man den Dingen neue Namen: Das Spielzeug heißt dann Motivationsobjekt (kurz: MOT) usw. usw...

    Viele Grüße
    Corinna

    Das Wesen wird bei den meisten Hunderassen weder vor dem Zuchteinsatz bewertet noch gibt es da eine "Vorschrift" oder ähnliches, was verpaart wreden sollte...

    Das führt leider in der Showzucht bei Hunderassen, bei denen die mageren Voraussetzungen lediglich zwei Showergebnisse und Gesundheitsuntersuchungen sind dazu, dass die Hunde oftmals Wesenszüge haben oder bekommen, über deren "positiven" Eigenschaften man diskutieren kann...

    Daher finde ich immer die Arbeitsleistungszucht sehr gut, weil man da ohne eine Bewertung des Wesens und das Wissen über die Erblickeit bestimmter Merkmale innerhalb einer bestimmten Linie, schnell "ins Klo greift".

    Manche Zuchtverbände machen zum Glück auch bei der Showzucht eine Wesensüberprüfung zur Voraussetzung. Sowas findet man zum Beispiel bei den Retrieverzuchten innerhalb des VDH.

    Viele Grüße
    Corinna

    Das Aggressionspotential der verschiedenen Rassen ist unterschiedlich. Das ergibt sich ganz logisch aus dem Arbeitszweck, für den die Hund da sind.

    Nehmen wir uns z.B. mal einen Altdeutschen Hütehund. Das Aggressionspotential dieser Hunde ist erheblich höher als das eines Spitzes. Terrier - der Klassiker unter den Hunden, der bei Frust und Stress gern in Angriff und Ausrasten verfällt. Nicht umsonst ist in Tierschutzvereinen ein reger Durchlauf von Terriern und Terriermischlingen.

    Ein Labrador rastet auch aus. Aber in der Regel weniger aggressiv veranlagt - hysterisches Herumhüpfen wird von vielen Besitzern nicht als sooo problematisch empfunden.

    Da ich in einer Aussie-Hochburg wohne: Der Bereitschaft aggressiv zu reagieren wird von vielen Besitzern erheblich unterschätzt und ich kenne mittlerweile viele Aussiehalter, die sich das etwas anders gewünscht haben... Hätten sie haben können, wenn sie die Rassebeschreibung mal ordentlich gelesen hätten ;)


    Es gibt natürlich auch diverse Rassehunde, deren Aggressionsbereitschaft zugunsten der Familientauglichkeit und zu Ungunsten der Arbeitstauglichkeit züchterisch zurückgedrängt wurde. An welchem Punkt da die Zucht von Staff & Co. mittlerweile angekommen ist, weiß ich allerdings nicht.

    Eines ist aber Fakt: Die Aggressionsbereitschaft eines Hundes hängt nicht nur vom oberen Ende der Leine ab, sondern auch von der genetischen Grundlage.

    Viele Grüße
    Corinna

    Warum möchte man sich einen Hund mit einem Instinkt zulegen, den er nie nutzen werden darf?

    Ich finde das - nicht böse sein - ziemlich egoistisch.

    Wie wäre es denn mit den klassischen Hofwächtern "unserer Nachbarn" wie z.B. Großer Schweizer Sennenhund, Berner Sennenhund, Appenzeller Sennenhund (hat deutlich mehr Pfeffer im Hintern als die ersten beiden genannten) oder der Entlebucher Sennenhund (der "Beschäfitungsjunkie" unter den vieren)...

    Australian Shepherd könnte ich mir auch gut vorstellen.

    Deutscher Pinscher wär auch noch eine Option.

    Viele Grüße
    Corinna

    Es besteht bei einem jüngeren Hund das Risiko, dass es irgendwann zu Rangordnungsproblemen kommt.

    Nehmen wir mal an, Deine Hündin reift tatsächlich an dieser Aufgabe. Aber der junge Hund reift auch. Irgendwann merkt dieser, dass Deine ältere zwar so tut als ob, aber ihre Position eigentlich auf keiner guten Basis steht. Es wäre nicht unüblich, dass es dann zu Problemen wegen der Rangordnung kommt. Die Ältere möchte den Posten nicht abgeben, die Jüngere akzeptiert es nicht, weil sie die Inkompetenz bemerkt...

    Ich würde an Deiner Stelle einen älteren Rüden suchen, der ein Wesen hat wie "ein Fels in der Brandung". ;)

    Viele Grüße
    Corinna