Beiträge von flying-paws

    Ich sehe allerdings bei manchen Hunden nur eine Chance durch diese Form des Trainings. Wenn es sich z.B. um eine Panik vor Dingen handelt, denen ich nicht kontrolliert begegnen kann, dann ist genau dieser Trainingsmethode eine echte Chance.

    Allerdings darf man da als Mensch nicht zu sensibel sein. Der "Vorteil" gegenüber dem Flooding beim Menschen ist, dass ich den Hund nicht durch meine mentale Unterstützung in der Situation halten muss. Ich kann ihn eigentlich recht einfach dazu "zwingen". Ja, es ist Zwang und es kann dazu kommen, dass der Hund phasenweise ziemlich heftig reagieren und versuchen wird sich zu befreien.

    Therapeut sein hin oder her - fakt ist, dass Hundehalter ohne jede therapeutische Ausbildung so oder so mit ihrem Hund trainieren und Dinge versuchen. Und das hier ist ein Weg, den man natürlich genauso konsequent gehen muss, wenn man ihn einschlägt, wie alles andere auch...

    Wie bereits geschrieben, habe ich gute Erfolge mit dieser Methode erzielen können. Nicht nur bei meinen eigenen Hunden.

    Viele Grüße
    Corinna

    Ich würde mir auch nicht das Recht der Entscheidung, ob mein Rüde zum Deckeinsatz kommt und mit wem nehmen lassen...

    Das mit der Co-Ownerschaft ist irgendwie bei manchen Rassen so eine komische Marotte geworden.

    Was soll das? Wenn es ein Rüde ist, dann kann ich den Besitzern doch auch beratend zur Seite stehen, damit sie ihn einsetzen lassen. Dafür muss ich den Hund nicht (halb) besitzen.

    Und Zuchtmiete mit Hündinnen halte ich eh für total daneben. Von so einer Hündin würde ich niemals einen Welpen kaufen, da kann sie genetisch noch so toll sein.

    Viele Grüße
    Corinna

    Epilepsie bedeutet, dass im Gehirn die Entladungen der Nervenzellen aus der Bahn geraten sind und der Hund als Folge davon einen Krampfanfall erleidet. Diese Anfälle können fokal (= Beginn oder Anfall generell auf einen Bereich des Gehirns beschränkt) oder generalisiert sein. Es kann beim Hund dabei auch zu "kleinen" Anfällen kommen, die nur eine Körperregion betreffen und bei denen der Hund noch bei Bewusstsein ist.

    Ein "großer" Anfall sieht in der Regel so aus, dass der Hund nicht mehr bei Bewusstsein ist, auf die Seite fällt und mehrere Minuten mit den Beinen strampelt und Urin und Kot verliert. Wenn der Hund diesen Zustand nach ca. fünf Minuten nicht mehr verlässt oder eine Serie bekommt, die über eine halbe Stunde dauert, spricht man von einem Status epilepticus. Dies ist ein Notfall und muss durch Medikamente unterbrochen werden.

    Da es einige andere Erkrankungen gibt, die zu Krampfanfällen führen können, steht am Anfang des Verdachts eine umfassende Diagnose. Leider ist diese nur durch Ausschlussverfahren möglich. Das heißt, man muss alle anderen Erkrankungen abklären, um die Diagnose idiopathische/primäre (=höchstwahrscheinlich durch die Veranlagung bedingte) Epilepsie zu erhalten.

    Hierbei empfiehlt es sich nach dem VETAMIND-Schlüssel vorzugehen:
    V= Vaskuläre Erkrankungen: Allgemeinuntersuchung, Rotes Blutbild
    E= Entzündliche Erkrankungen (z.B. Hirnhautenzündung): Weißes Blutbild
    T= Trauma (z.B. des Schädels)
    A= Anomalie (angeborener Hydrocephalus z.B.)
    M= Metabolisch-toxische Krankheiten (z.B. Schilddrüsenprobleme)
    I= Ideopathische Erkrankungen des ZNS (z.B. Diabetes)
    N= Neoplasien (Tumor)
    D= Degenerative Erkrankungen (z.B. Bandscheibenvorfall)

    Ist keine sekundäre Erkrankung verantwortlich für die Anfälle, sollte bei häufigen Krampfanfällen eine medikamentöse Behandlung in Angriff genommen werden. In der Regel werden dafür Beruhigungsmittel verwendet.

    Insgesamt sind ca. 1-2% der Hundepopulation von Epilepsie betroffen. Manche Quellen sprechen auch von ca. 5%. Bei manchen Rassen liegt dieser Wert allerdings höher. Beim Border Collie z.B. geht man von 15%, beim Australian Shepherd von 17% und beim Zwerg-Rauhhaardackel von 5% aus.

    In der Regel bekommt der Hund seinen ersten Anfall zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr. Im Schnitt ist der Hund bei einem Anfall ca. 2,5 bis 3 Jahre alt. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Es wird angegeben, dass ca. 30-40% der Hunde therapieresistent sind. Bei einer Studie zum Border Collie waren es 70%. Das bedeutet, dass die Hunde nicht auf die klassischen Medikamente ansprachen.

    Bei manchen Hunderassen (wie beim Zwerg-Rauhhaardackel) hat man bereits Erbgänge zur erblich bedingten (=idiopathischen) Epilepsie gefunden. Es gibt bei fast jeder betroffenen Rasse Forschungsprojekte, an denen man sich als Besitzer eines solchen Rassehundes beteiligen kann.

    Besonders gefährdet an symptomatischer (sekundärer) Epilepsie zu erkranken sind beispielsweise kurzköpfige (brachycephale) Rassen. Brachycephalie bei Wikipedia.de.

    Einschränkungen in dem Sinne, dass Du zum Beispiel in einem öffentliche Cafe mit so einem Hund nicht unbedingt ein willkommener Gast bist z.B...

    Es sind nicht die Vorschriften, sondern das drumherum.

    Da kommt es eben darauf an was für ein Typ Mensch Du bist. Ich konnte damit gut umgehen, habe mir diesen Effekt sogar ab und an bei meinen BCs gewünscht... aber meine Freundin, der der Hund gehörte, die hatte da ziemlich dran zu knabbern...

    Du musst Dir bewusst sein, dass Du mit einem Rottweiler erheblich mehr Einschränkungen im Alltag in Kauf nehmen musst, als Du es mit einem Hund, der nicht gelistet ist und dem keine "Kampfhundoptik" und die Vorurteile dazu anhaften.

    Ich habe jahrelang mit einem Rottweiler zusammengelebt und weiß daher, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob Du mit einem Rotti unterwegs bist oder einem Border Collie. Ersterer darf sich gar kein Fehlverhalten gegenüber der Umwelt erlauben -da sind die meisten Leute sehr intolerant! Bei einem Hund, der ein "lieberes" Image hat, ist das sofort ganz anders.

    Und zur Leichtführigkeit, die Du nennst, möchte ich noch was sagen: Rottweiler sind keine Hund, die einfach so gehorchen. Sie sind alles andere als leichtführig. Das sind sie eigentlich nur dann, wenn man mit ihnen arbeiten will. Im Alltag sind sie Hunde mit eigenem Kopf, die das zuweilen auch körperlich durchsetzen wollen. Man sollte als Rotti-Halter nicht zu der Sorte Mensch gehören, der nicht weiter weiß, wenn der pubertierende Rottweiler mal deutlich äußert, was ihm missfällt. In diesem Zusammenhang sollte auch noch erwähnt werden, dass sie (aus ihrer Sicht) ungerechtfertigte Dinge nicht einfach so hinnehmen.

    Zum Jagdtrieb sei noch gesagt, dass es durch die Selektion auf den Schutzhundesport zunehmend zum Problem wird. Ich kenne eigentlich nur Rottis, die jagen gehen...

    Achja, und als Alternative mit ähnlichen Charaktereigenschaften könnte man vielleicht noch den Großen Schweizer Sennenhund anführen. Die stehen auf keiner Liste ;)

    Der Broholmer fällt mir auch noch ein.

    Viele Grüße
    Corinna

    Mir wäre auch lieb, wenn als Schlussfolgerung solcher tragischen Unfälle mal endlich die Erkenntnis auf den Tisch kommen würde, dass ein Hunde kein Plüschtier ist, sondern ein Beutegreifer. Und auch als solcher gehalten werden sollte.

    Viele Grüße
    Corinna

    Die Größe der Wohnung ist vollkommen unerheblich, da ein Hund - besonders die Exemplare, die dazu neigen etwas hibbelig zu sein ;) - von Anfang an lernen sollten, dass die Wohnung Ruhezone ist.

    Beschäftigung gibt es draußen. Und da ist der Dobermann auch nicht unbedingt ein einfacher Kandidat. Es sind recht aufgeregte Hunde, die leicht dazu neigen sich in Rage zu bringen. Das heißt, Ihr müsst von Anfang an pingelig darauf achten, Ruhe und Entspannung zu üben.

    Aber da wisst Ihr ja sicher schon, wenn Ihr Euch mit dem Dobermann als Hund für Euch beschäftigt habt.

    Viele Grüße
    Corinna