Beiträge von Momo und Lotte

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    Der Rest vom Dezember 2020 mit Elsa

    Die behandelnde Tierärztin hatte sich Hals über Kopf in Elsa verliebt. Leider konnte sie sie nicht nehmen, Pferde, Tierarztpraxis und ein Pflegefall im Familienkreis ließen nicht genug Zeit übrig für den kleinen Hungerhaken. Sie brachte die Idee des Herzschrittmachers ein, hierfür sollte ich in einer Tierklinik fahren, wo noch mal versucht werden sollte, ob sie auf Atropin reagiert und Chancen einer solchen Operation zu besprechen.


    Inzwischen hatte ich mit Elsa die stille Vereinbarung getroffen, dass "Hühnerfleisch ohne alles" etwas war, was man essen mochte.


    Zuhause wurde die Luft unerträglich dick. Mein Freund war inzwischen nur noch genervt, wir stritten uns ständig und Diskussionen über "das war der letzte Pflegehund!" brachten das Fass mehr als ein mal zum überlaufen. Fahrten zur Tierklinik, die ich alleine nicht machen wollte, weil ich auf Elsa aufpassen wollte, wurden von genervten Halbsätzen und Schweigen begleitet.


    Die Tierklinik Stommeln untersuchte Elsa gefühlte Ewigkeiten, während ich coronabedingt vor der Tür wartete. Irgendwann stand fest, dass die gestellte Diagnose richtig war, die Medikamente so weitergegeben werden sollten, sie auf Atropin nicht reagierte und ein Herzschrittmacher ihre Lebensdauer nicht verlängern würde. Außerdem würde man bei der Operation ein hohes Risiko eingehen, dass sie sie nicht überleben würde.
    Herzwürmer wurden immerhin ausgeschlossen - damit ist Elsa mein erster Pflegi ohne Herzwürmer! Dafür kriegt sie Applaus von mir!
    Die Umfangsvermehrungen im Bauchraum waren weiterhin unklar, klar war nur: die sind sowieso nicht das Problem und operieren können wir eh nicht.

    Dass ich nur Hühnerfleisch fütterte, würde innerhalb von 6 Wochen nicht zum Problem werden, allerdings müsste ich irgendwie versuchen, sie an vollwertiges Futter zu gewöhnen.
    Sehr witzig, Frau Dr. ;)

    Die Tierklinik hat insgesamt einen super Job gemacht und war in der Beratung wirklich sehr hilfreich. Auch für telefonische Nachfragen waren sie immer erreichbar.
    Wir ersparten Elsa und uns allerdings die 3-Monatige Kontrolle, denn es war klar, dass es nicht besser werden würde. Immer wieder einen Herzultraschall zu machen, der die Behandlungsoptionen nicht verändern würde, würde nur weiteren Stress bedeuten, der Erkenntnisgewinn würde immer nur sein "das Herz ist in einem noch schlechteren Zustand". So verabredeten wir, dass ich einfach auf Elsas Atmung achten sollte und wenn ich eine Verschlechterung bemerken würde, sollte ich mich melden.

    Elsa war so kurz hier und hatte schon Unsummen an monetären und emotionalen Kapazitäten verbraucht. Die Tabletten alleine belaufen sich auch rund 100 Euro monatlich. An Tierarztkosten waren wir inzwischen bei 870 Euro. Ich hatte das Trockenshampoo für mich entdeckt und Textilerfrischer. Und dass eine Jogginghose echt viele Flecken haben kann - mit langem Camelhaarmantel darüber sah man die ja gar nicht.

    Ich kaufte ein Kindergitter gebraucht, um die Hundebereiche von einander abzutrennen, aber Sichtkontakt zu ermöglichen. Und das war tatsächlich ein kleiner Durchbruch. Zwar gab es anfänglich noch Geknurre - das legte sich aber nach einigen Tagen. Und - obwohl ich Sorge hatte, dass Ressourcen die Stimmung zwischen den Hunden verschlechtern könnte - begann ich meinen Hunden ab und zu ein Stück Rinderlunge direkt vor der Absperrung zu geben. Das wiederum führte dazu, dass Elsa auch begann, sich für Kauartikel zu interessieren. AHA! Ein Fuß in der Tür zum Fressverhalten!
    Die Fütterung wurde komplett in den Barrierenbereich verlegt, Ressourcenproblematiken hin oder her - Futterneid bringt Futter in den Hund!

    Ihr Husten wurde zunehmend weniger und Elsa immer agiler. Wenn mein Freund mit unseren "Großen" unterwegs war, durfte Elsa nun die Wohnung durchstreifen, alles abschnuppern und sich umsehen.
    Langsam etablierten wir Spaziergänge mit allen - unsere verließe mit ca einer Minute Vorsprung das Haus, Elsa und ich schlossen dann von hinten auf. Ab und zu gab es ein vorsichtiges Schnuppern an einander.
    Danke Türgitter, du wunderbares Werkzeug.

    So waren wir schließlich am Heiligabend so weit:

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    Und am 30. Januar so weit:

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    Nach wie vor achteten wir darauf, die Hunde nicht unbeaufsichtigt zusammen zu lassen, des vor allem zwischen den Mädels kam es ca 3, 4 Mal zu Kommentkämpfen. Wir trennen also weiterhin nachts, tagsüber durften sich aber immer öfter alle drei frei in der Wohnung bewegen - unter meinen Argusaugen. Und die Futternäpfe landeten alle im Wohnzimmer, wo alle friedlich nebeneinander fraßen.
    Spazieren gehen mit den dreien gleichzeitig war eine Herausforderung, die eher den Namen Katastrophenmanagement verdient hätte. Dazu hatte Elsa niemals richtig festen Output bishin zu übel stinkender Matsche. Eine Nebenwirkung des einen Medikaments, wie ich mich aufklären ließ.

    Bewerbungen für Elsa gab es keine, die Sinn gemacht hätten. Es gab also keine andere Möglichkeit, als das hier vernünftig in erträgliche Bahnen zu lenken. Und ich bin nach wie vor so froh darüber, dass das geklappt hat.

    Das Länderkürzel war Hung, also wohl Ungarn...?

    Ich bezweifle, dass ich da im Züchterverzeichnis was finde ohne Ungarischkenntnisse

    Das Täubchen kam bei ihm in Quarantäne, wurde gepäppelt und der Besitzer hat sie dann abgeholt. Das fand ich sehr schön, hatte befürchtet, dass es ihm egal wäre ...

    Voll gut!
    Ich hatte mal eine verletzte Brieftaube gefunden (in Hannover am Flughafen, hab sie dann mit nach Wuppertal genommen) - sie hieß Karla (hab ich beschlossen) und war die netteste aller Tauben.
    Ich fand ihren Besitzer heraus, der wohnte gar nicht sooo weit weg, und rief den an. Und der sagte, dass das schon seine wär, er aber jetzt auch nichts mehr mit ihr anfangen könne, ich sie aber bei einem Kollegen in der Nähe vorbeibringen könnte, der würde "das dann erledigen".
    Als ich den dann wiederum anrief und ihn fragte, was "das dann erledigen" hieße, meinte er, dass man verletzten Tauben, die nicht mehr heim kämen, das Genick brechen würde, dass das für die aber total schmerz- und stressfrei wäre.
    Ich hab Karla dann lieber behalten, war mit ihr in der Tierklinik, hab hunderte Euro bezahlt, ist trotzdem nach ein paar Wochen gestorben, das liebe Mäuseken.
    Das war ne blöde Erfahrung, ich hatte auch gedacht, dass die Leute sich freuen, wenn man ihre Taube gefunden hat und die dann abholen und gesund päppeln. Scheint aber ganz unterschiedlich zu sein.

    Ich weiß noch, dass es diesen Thread schon um 2008 gab und irgendwer erlebt hatte, wie eine Passantin über ihren gestromten Boxer gesagt hat "der hat aber eine schöne Maserung!" ... und ich frage mich bis heute, ob sich das wohl inzwischen etabliert hat.

    Ich denke das auf jeden Fall seit ich es damals hier gelesen habe bei jedem einzelnen gestromten Hund, den ich sehe. Es ist wie ein Fluch.

    Sagt mal, die Vergesellschaftung von Pflanzen ist ja scheinbar ähnlich komplex wie die Vergesellschaftung von Hunden. Und da hier ja immer alle das Mantra "Erst die Rasseeigenschaften studieren, dann einen Hund anschaffen" beten, habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich gestern 8 stattliche Paprikapflanzen vom Raiffeisen mitgenommen habe, da sie dort - sozusagen aus Vermehrerhänden - verscherbelt wurden mit der Androhung, sie sonst wegzuwerfen. Da ist mein Mutterherz mit mir durchgegangen und jetzt leben die Paprikanten hier.


    Nun sagt man ja immer, dass Pflanzen gute und schlechte Nachbarn haben. Und manche Sachen soll man ja nicht zusammensetzen, weil die sonst kein schönes Leben haben und streiten oder so.
    Aber gilt das nur für das gleiche Erdreich?
    Oder sollen die auch nicht in Kübeln nebeneinander stehen?

    Ich hab gerade extra Mal in meiner Gartenbibel nachgeschaut (weil ich nichts Gemüse). Da wird sogar explizit zu Mischkulturen in Töpfen geraten und das dort die selben Regeln bei den Nachbarn gelten wie im Freiland.

    Hier sind zwar Listen für Nachbarn, aber Paprika wird leider nicht aufgeführt.

    Ansonsten wohl noch mehr Sonne als Tomaten und schön warm halten.

    Merci für deine Mühe! Wie lieb von dir! :bussi:
    Ich hab gerade auch herausgefunden, dass es einfach unterschiedlich ist. Kartoffeln stecken z.B. Tomaten über die Luft mit Pilzen an, Paprika und Tomaten nehmen sich dagegen eher die Nährstoffe aus dem Boden weg. Die kann man also gut in zwei verschiedenen Kübeln nebeneinander stellen.

    Sagt mal, die Vergesellschaftung von Pflanzen ist ja scheinbar ähnlich komplex wie die Vergesellschaftung von Hunden. Und da hier ja immer alle das Mantra "Erst die Rasseeigenschaften studieren, dann einen Hund anschaffen" beten, habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich gestern 8 stattliche Paprikapflanzen vom Raiffeisen mitgenommen habe, da sie dort - sozusagen aus Vermehrerhänden - verscherbelt wurden mit der Androhung, sie sonst wegzuwerfen. Da ist mein Mutterherz mit mir durchgegangen und jetzt leben die Paprikanten hier.


    Nun sagt man ja immer, dass Pflanzen gute und schlechte Nachbarn haben. Und manche Sachen soll man ja nicht zusammensetzen, weil die sonst kein schönes Leben haben und streiten oder so.
    Aber gilt das nur für das gleiche Erdreich?
    Oder sollen die auch nicht in Kübeln nebeneinander stehen?