Beiträge von Momo und Lotte

    Heute, am 19.Juli 2021 waren wir bei der Verhaltenstierärztin.

    Im Vorfeld habe ich einen ellenlangen Fragebogen ausgefüllt.

    Da stand nicht, dass man nach dem Ausfüllen auf Holz klopfen muss, damit bis zum Termin auch alles so bleibt, wie angegeben. Als ich also schrieb, dass sie seit der Futterumstellung keinen Durchfall mehr hat und alles super ist - ich schwöre, es ging ein Knirschen durchs Universum - produzierte das kleine Monster unter großen Gepupse nur noch rektale Matsche.
    Das zweite Knarzen durchs Universum kam dann, als ich auf die Frage, bei wie viel Prozent der Hundebegegnungen Elsa 'das Verhalten' zeigen würde, von 95% auf 100% korrigierte, da ich's blöd fand, die eine okaye Hundebegegnung so überzubewerten.
    Gestern auf dem Spaziergang ging Elsa also an einem Zaun vorbei, von dem ich mir schon dachte, dass hinter diesem Zaun wieder ein Hund das schöne Wetter genießen würde. Elsa voran, Flexi ahoi. Ich weiß aber, dass dieser Hinterm-Zaun-Hund dort der netteste Hund aller Zeiten ist und dachte mir, dass ich mal verwegen sein möchte und es laufen lasse.
    Und was passiert? Die schnuppern an einander, in wilder Erregung wedelnd, kein Theater, kein Geknurre, kein Reinsteigern. Und als ich sage, dass wir weitergehen - ratatatatatatatatatata- geht die olle Möhre echt einfach weiter..
    Und - das war aber nur ein leichtes Grollen des Universums - Autofahren hat heute auch ganz gut geklappt. Ich muss halt mit auf der Rückbank sitzen.

    Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass Elsa schauen wollte, ob ich in den Knast muss, weil ich ja die Richtigkeit meiner Angaben mit meinem Namen unterzeichnet habe.

    Die Tierärztin war unheimlich gut vorbereitet, hatte sämtliche Befunde, Fragebögen und Blutbilder gelesen, alle Videos angesehen, die ich geschickt hatte und ging nun mit mir ins Verhör. Balsam für meine Seele: ich hatte bisher so trainiert, wie sie es auch gemacht hätte. Aber das erklärt die plötzlichen drastischen Rückschritte nicht.

    An den Videos zeigte sie mir, dass Elsas plötzliches Stehenbleiben nicht unbedingt ängstlich wäre, aber auch nicht bockig. Es geht nicht einfach darum, dass sie in eine andere Richtung will. Aber die Rute ist oben, die Ohren auch und Futter wird auch genommen. Sie findet, dass Elsa eher verwirrt durch die Gegend guckt.

    Bei den Sequenzen mit Alma und Elsa, die ich auch z.T. mal den den Konfliktpotenzial-Thread gestellt hatte, sah sie, dass Elsa schon mit in die Interaktion geht und auch herumblödelt und plötzlich sagt "jetzt will ich nicht mehr", was sich aber nicht so richtig aus den Situationen ergeben würde. Sie sagte "Ich verstehe nicht, warum Elsa das plötzlich doof findet. Und Alma versteht das auch nicht."

    Die erste Arbeitshypothese ist, dass Elsa Anwandlungen von Demenz zeigen könnte, vielleicht auch einfach verursacht durch Sauerstoffmangel. Oder dass die Elektrolyte durch die Diuretika zu stark ins Wanken gekommen sind. Oder vielleicht doch Schilddrüse.

    Elsas Aggressionsverhalten draußen erscheint ihr in erster Linie erlernt, aber auch so, als würde sie das Verhalten konditioniert abspulen, selbst wenn der Reiz längst weg ist - sie hat gelernt mit Aufregung zu reagieren und die Aufregung bleibt, während Elsa scheinbar nicht mehr so recht weiß, woher die kommt und sich dann ohne Ziel weiter aufregt. Damit passt sie eigentlich ganz gut in meine Familie, das machen wir alle so.

    Mal sehen, was das Blutbild sagt. Hämatokrit, Elektrolyte, T4 und TSH sind nun erst mal das erste, was gescheckt wird - und wenn uns das einen Hinweis gibt, werden Werte nachgeordert.

    Ob der Giftzwerg wirklich tüddelig ist?
    Ich weiß es nicht. Meine Lotte war zum Schluss dement, sie kannte nur noch mich, alle anderen waren ihr fremd und sie reagierte mit Verbellen, was sie in ihrem ganzen Leben zuvor nicht getan hatte. Und auch bei ihr lag es vermutlich an mangelnder Sauerstoffversorgung, sie hatte Lungenfibrose. Aber sie war im Verhalten ganz anders als Elsa. Naja, Demenz sieht halt auch unterschiedlich aus, ne?
    Und es passt ja auch, dass Elsa nicht mehr in den Garten will. Hoch zum Garten? Ja MEEEEGA! Unfassbare Party! Gartentür geht auf - äääääh. ach. hm. was soll ich denn jetzt hier? (Das Spiel können wir ja im Minutentakt wiederholen, die zum-Garten-renn-Party bleibt immer enthusiastisch und endet abrupt beim Anblick von Gras.)

    Mit dem Training sollen wir noch mal von vorne anfangen. Gegen sie über Los, ziehen sie keine 4000 Euro ein, beginnen sie mit Umkonditionierung. Nun brauche ich aber irgendwie einen netten, fremden Hund, der für mich ein wenig auf und ab läuft. Und das leider relativ häufig, Elsa soll ab jetzt mindestens so oft Hunde sehen, die Leberwurstregen auslösen und sonst nicht auf sie reagieren, wie Hunde, die nicht zum Casting gehören. Schwierig.
    Und zeitintensiv.

    Skurril war die Verabschiedung bei lupologic. Ich sagte "Vielen Dank Frau B.!" und sie sagte "Bis dann junge Frau!" - meinte sie damit jetzt mich oder Elsa? Ich bin 38. Ich denke täglich mehrfach an Botox. Ich denke täglich mehrfach "wie lang noch bis Rente?".
    Junge Frau. Ts. Nee. Die muss Elsa gemeint haben - und sich von mir einfach nicht verabschiedet haben. :roll:

    Ich würd hier alles hinwerfen und mit dir die Pflegestelle für schwarze, unvermittelbare Welpen machen. Unterstützt durch Produktplatzierungen finanzieren wir uns ein tägliches Süppchen und irgendwelche gekidnappten Veterinärmedizinstudent*innen können wir ja im Keller in Kleingruppen halten.
    Meld dich einfach, I'll be there!

    Ich kann's mir gerade auch nicht mehr vorstellen. Also, ich kenn auch schlicht niemanden, dem ich drei Hunde auf's Auge drücken könnte.
    Allerdings war's zu Lebzeiten meiner Lotte auch so, dass sie zwei mal schwer erkrankt ist, als ich gerade ein Mal in Madrid war (Kursfahrt, konnte nicht weg, hatte ja Aufsicht für die Kinners) und ein Mal in Andalusien (Urlaub, meine Mutter hat mir von Lottes Zustand nichts gesagt, damit ich mich nicht in den nächsten Flieger setze) - das hat mir jetzt irgendwie eine Urlaubshemmung verpasst.
    Aber mit den dreien mal in ein Ferienhaus irgendwo in der Pampa Brandenburgs, das stell ich mir ganz nett vor.

    Aber: Wenn du Lust auf Strandurlaub mit den Mädels hast, 5 Tage, mach es, wenn du Neo gut untergebracht weißt. Gönn dir das! Ich stell's mir schön vor.
    Wenn ich die drei Chaoten mal für zwei, drei Tage zu "Omma" schicken könnte, ich würd's sehr genießen.


    ODER Gardasee. Oder Adria. Vielleicht Kroatien. Das geht ohne fliegen und mit Hund und mit Mädels.

    Ha, Linda und Momo, beide eigentlich zu genüge beschäftigt, zur Entspannung gucken sie aber doch lieber Hunde an, für die man keine Kapazitäten hat! (Und dann überlegt man plötzlich, ob es nicht doch irgendwie ginge ;) )

    Ich bleib bei Lotta. Ich taufe sie aber auf Ursel um. Das ist eideutig ne Ursel. <3

    Uuuuh...who's that pretty girl?


    Zola

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    Wobei ich da schon von außen sehe, dass ich mit der wahrscheinlich nicht klarkomme.

    Ich kann ja besser mit den kleinen dicken, von denen ich ganz genau weiß, dass die grundsätzlich bereit für so'ne innere Gemütlichkeit sind. Wie zum Beispiel Lotta

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    Sagt ma, blöde Frage:
    füttert hier irgendwer Dosenfleisch (z.B. Pansen pur, Huhn pur etc. von den gängigen Vertretern) und ergänzt KH-Anteil und Gemüseanteil?

    Ich koche z.B. Kartoffeln oder Haferflocken dazu und püriere Gemüse roh.
    Aber wie macht man das mit dem Mineralienzusatz am besten? In der Dose ist ja auch schon Kalium, Calcium etc. zugesetzt. Und in meinen Beilagen wird ja auch irgendwas drin sein.
    Auf meinem Mineralzusatz steht "1 Messlöffel pro 10kg Gewicht" - gebe ich dann bei einem 10kg nur einen halben Messlöffel, weil ja auch schon in der Dose Zusätze sind?


    Und: kann man auch dieses Kartoffelpüreepulver zubereitet verfüttern? Das sind doch nur Kartoffelflocken, oder? Wenn's mal schnell gehen muss...?

    Hellooooo Braunfäule, so früh hatte ich dich noch gar nicht erwartet.
    Habe nun alle befallenen Früchte und Blätter der Tomaten entfernt, zum Teil sitzt die Fäule aber in den Stämmen.
    Ackerschachtelhalmsud ist alle - und meiner Erfahrungen damit waren auch nur so 'hm' - was mach ich denn jetzt am besten? Hat jemand ne Empfehlung für irgendetwas, was nicht so ne krasse Keule* ist? Aber krass genug um meine 52 Tomatenpflanzen zu retten?


    *wenn möglich ohne "tödlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung"

    Zur Ausgangsfrage:
    Ich habe bisher nicht erlebt, dass Tierärzt*innen da zu anderen Einschätzungen gekommen wären als ich.

    Als ich meine Toktok holte, war sie 12 Jahre alt, taub, blind, hatte Arthrose und Mammatumoren, sie konnte ohne mich nicht sein und war allen anderen Menschen gegenüber bissig. Ich musste irgendwann ins Krankenhaus und Toktok musste bei meiner Mutter bleiben. Einen Tag nach meiner Entlassung rief meine Mutter mich an, Toktok könne nicht mehr aufstehen, sie sei längsseitig gelähmt.
    ich fuhr sofort die 200km zu ihr und sah mein Mädchen zum ersten Mal seit Wochen wieder. (Okay, ich merke gerade, ich kann das nicht detailliert schreiben, ich heule jetzt schon)
    Es war für mich klar, dass das nichts mehr würde... sie war nun 13. Ich war noch jung (21 oder so) und zu dieser Zeit medizinisch völlig ungebildet, vielleicht hätte es noch Möglichkeiten gegeben, ich sah damals keine. Ich rief eine Tierärztin, die kommen sollte, um Toktok zu erlösen. Meine Mutter wehrte sich, meinte, das würde bestimmt wieder. Es war der Horror, sich da über sie hinwegzusetzen und zu sagen "Nein, Mama. Das wird nicht mehr." (Übrigens, am Rande, ich hob in meiner Verzweiflung das Grab im Garten aus, weil ich nur noch schreien und heulen konnte und mit mehr Ruhe bei Toktok sein wollte)
    Als die Tierärztin kam, stellte sie gar keine Fragen. Sie schläferte einfach ein.
    Sie war mir fremd, ich fand sie sehr kalt, sie war gestresst und hatte ihren kleinen Sohn im Auto. Und sie hat gar keine Fragen gestellt, nicht, wie alt der Hund ist, nicht, wie lange er sich schon nicht mehr bewegen kann.

    Meine Lotte hatte Lungenfibrose, mein Tierarzt hatte mir schon ein Jahr vor ihrem Tod gesagt, dass ich langsam anfangen müsste, mich mit dem Thema Euthanasie auseinanderzusetzen. Das fand ich damals ganz schlimm. Er sagte, es sei noch nicht so weit, würde aber irgendwann kommen, ich sollte mich darauf vorbereiten.
    Wie bereitet man sich darauf vor? Habe ich bis heute nicht verstanden.

    Irgendwann im Winter 2019 rief ich meine Mutter an, sie sollte nach Wuppertal kommen, weil ich so ein schlechtes Gefühl hatte. Es ging tatsächlich in dieser Nacht, als meine Mutter da war, zu Ende. Wir fuhren mitten in der Nacht in die Tierklinik. Ein freundlicher, mir fremder Assistenzarzt fragte, warum es ginge. Ich sagte nur "Lungenfibrose. Sie atmet so schnell. Ich glaube, es geht nicht mehr." und er sagte einfach nur "ich verstehe" und stellte keine weiteren Fragen.
    Auch das kann ich nicht bis zum Ende erzählen.
    Ich verpacke das einfach immer noch nicht.

    Auf jeden Fall, das wollte ich damit sagen, haben diese beiden nicht nachgefragt und keine Versuche gemacht, das Ruder noch mal herumzureißen.
    Die haben nicht mal untersucht. Und irgendwie ist das - zumindest im zweiten Fall - auch einfach besser so gewesen. Ich hätte keine Kraft für Diskussionen gehabt.