Ich traf heute beim Spaziergang in der Knüste eine Frau, die vom Typ her eher so Sektempfang im repräsentativen Entrée des Sommerwohnsitzes war. Wir waren weit voneinander entfernt, sie band ihren Afghanen an einem Zaun fest und kam eilig und grazil und irgendwie charmant entschuldigend auf mich zugehopst.
Ihr Hund sei nicht so einfach, ob ich jetzt etwa in diesen Weg rein wollte (war der einzige Weg, wir hatten gerade eine Bundesstraße überquert).
Ich schlug vor, sie möge doch ein Stück den Weg zurück gehen, weiter hinten ist er ja breiter, da kämen wir besser aneinander vorbei, meine Alma sei auch nicht besonders gnädig mit Fremdhunden.
Nee, das wollte sie nicht, sie war schon spät dran.
Sie wollte zum Gut Schlagmichtot.
Ich sagte "gut, dann gibt's jetzt halt kurz Getöse, ich geh einfach zügig an ihrem Afghanen vorbei...?"
Gesagt, getan, kurzes Getöse, wir blieben mit etwas Abstand zueinander stehen und sie erklärt mir, weshalb das für ihren Hund alles so schwierig ist:
"Ich hatte früher zwei Afghanen, das war ganz unkompliziert. Aber der hier, der ist Zuchtrüde, der hat schon so viele Nachkommen gezeugt, die sind - wir er auch - alle Preisträger. Ich glaube, dass Ruhm Hunde auch verändert."
Ich könnt mich so amüsieren darüber, irgendwie war die Frau wunderbar skurril.
Ihre letzten Worte zu mir waren übrigens: "aber Sie gehen jetzt zum Glück nicht immer hier spazieren, oder?"