Ich find ehrlich gesagt dieses langfristige Ignorieren nicht bei allen Hunden für zielführend, deshalb mag ich dazu keine Empfehlungen geben. Kann bei manchen sinnvoll sein, ich hatte aber auch schon Hunde, die darunter gelitten hätten und bei denen ich mir Vertrauen verspielt hätte.
Aber achte auf jeden Fall darauf, dass er keine Bestätigung dafür kriegt, dich drinnen zu verfolgen. Da keine Ansprache, kein Angucken...
Mit dem Bleib: Da warst du zu schnell.
Du löst es immer auf, niemals er: trainiere also kleinschrittiger. Wenn du dich einmal um die eigene Achse drehen kannst, heißt das nicht, dass du den Raum verlassen kannst oder eine Kniebeuge machen kannst. Wenn er es drei Sekunden kann, heißt das nicht, dass er es 10 Sekunden kann.
Mach echt Miniminiminischritte, in allem. Und schau, dass es immer Erfolgserlebnisse werden. Jedes Mal, wenn er ein ausgesprochenes Kommando bricht, lernt er, dass er es brechen kann. Aber er lernt nicht, es zu befolgen. Deshalb:
Sag "bleib" nur, wenn du einen Fuffi drauf setzen würdest, dass er bleibt. Lös auf, bevor er auflöst.
Das gleiche gilt bei allen Kommandos. Sonst nutzt du nur die Worte ab und lässt sie unscharf werden.
Beim Deckentraining das selbe. :)
Wenn du willst, dass er seine Decke liebt, dann lass die Decke vorerst in deiner Nähe. Schick ihn auf die Decke, sodass er im selben Raum sein kann wie du. Lass die Decke zum besten Ort aller Zeiten werden. Da gibt's immer Kauartikel, die dürfen nur da gegessen werden.
Wenn der Raum, in dem er eigentlich sein soll, auf der gleichen Etage ist oder direkt nebenan, kannst du die Decke auch nach und nach verschieben. Bei mir haben alle Auslandspflegis erst mal Stress gehabt, wenn ich ins Bett gegangen bin. Sie wollten am besten im Bett liegen oder zumindest daneben. Fand ich unpraktisch und hab das bei jedem einzelnen Hund so gemacht, dass die Körbchen nach und nach, Schritt für Schritt in die angedachten Ecken gewandert sind. Jeden Tag drei cm weiter. Sah halt für Wochen echt bescheuert aus, hat aber geklappt.
Beim Alleinbleiben - mach's euch leichter. Wenn er sofort zur Tür nachrennt, dann verlass doch mal den Raum, wenn er frisst und komm dann zurück. Oder schmier einen Teller mit Leberwurst voll, zeig ihm den, stell ihn auf den Boden und geh ganz kurz raus, wenn er schleckt. Aber nur Sekunden. Du musst früher zurück sein, als er anfängt, aktiv zu werden. Er darf dabei nicht gestresst werden, nicht in Konflikt geraten sondern nur registrieren: aha, die ist weg und jetzt ist sie wieder da und alles riecht nach Leberwurst.