Beiträge von Momo und Lotte

    Also, sie ist seit ein paar Tagen da und aus dem Tierschutz und du hast sie als eher schüchtern kennengelernt - lass ihr Zeit.
    Tierschutzhunde brauchen manchmal wirklich lange, bis sie Situationen einschätzen können. Tragen ist doch für's Erste okay. Mach dir und ihr da erst mal keinen Druck. Sie wird's schon lernen. Die muss erst mal das Vertrauen zu euch gewinnen, dass ihr sie nicht in Situationen bringt, die für sie gruselig sind. Und wenn sie euch dann vertraut, wird es ihr auch leichter fallen, neue Dinge auszuprobieren. Da muss erst mal der Stress raus aus dem Mädchen, die ist ja wahrscheinlich noch voll durch'n Wind.

    Ich sag dir aus der Erfahrung vieler Tierschutzhunde: manche trauen sich Treppen mit blöden Untergründen sofort, andere nach drei Tagen, manche brauchen 40 Versuche, einen Hund der's vormacht, drei Kilo Leberwurst und einen Menschen, den sie bereits als Bindungspartner angenommen haben.
    Gib ihr Zeit.

    Puuuuh, ich reihe mich hier auch mal ein.
    Eigentlich hätte ich gern was eigenes, eigentlich hätte ich das auch gern, bevor ich erbe, denn ich hoffe, dass meine Familie mir noch so lang erhalten bleibt, dass ich dann schon selbst einen Rollator brauche.
    Aber es gibt nix. Alles unbezahlbar.
    Häuser zur Miete liegen hier bei ca 2000 kalt aufwärts.

    Ich glaube, derzeit habe ich die günstigste Wohnung in Wuppertal. Uralter Mietvertrag, 65 m2, Gemeinschaftsgarten, der aber eigentlich nur von mir und einer weiteren Partei genutzt wird, Altbau, Stuck, alles toll.
    Aber direkt an einer extrem lauten Straße. Und ich halte das einfach nicht mehr aus.
    Lüften nach vorne geht nicht, da fahren einem die Trucks über den Kopf.
    Weg aus dem Trubel, das würde ich wollen.
    Eigentlich gern richtig am Pöppes der Republik, irgendwo in Brandenburg. Geht aber nicht, hab ja hier meinen Job.
    Aber wenigstens am Pöppes vom Oberbergischen Land wäre toll.

    Aber: da gibt's halt nix. Eine Wohnung wie diese kostet inzwischen das dreifache an Miete. Wenn man das Häkchen bei "Tierhaltung: erlaubt" setzt, eins bei "Garten/Mitbenutzung" und eins bei "Erdgeschoss/Hochparterre/Souterrain" bleiben ca drei unbezahlbare Treffer.

    Und eigentlich hab ich ja auch Ansprüche. Ich will irgendwo am Wald oder am Feld wohnen.
    Eigentlich will ich einen sehr großen Garten.

    Naja, angeregt durch einen anderen Thread war ich eben mal wieder auf einer Immobilienseite und hab tatsächlich zwei Häuser etwas außerhalb zur Miete gefunden, die bezahlbar sind und in denen Tierhaltung erlaubt ist.
    ich bin gespannt, ob das Fakeangebote sind.

    Das eine ist sehr schön einsam gelegen, allerdings direkt unter einer Autobahnbrücke. Und es ist eigentlich auch zu klein, um dort neben unserem Wohnraum noch ein Atelier einrichten zu können. Aber es ist richtig schön in der Pampa. Und da gibt es eine alte Scheune, vielleicht kann man dort ein Atelier einrichten.

    Und das andere sieht von außen etwas heruntergekommen aus, Fotos von innen gibt es nicht, der Garten hat nur 400 m2 und irgendwie traue ich der Anzeige nicht. Aber es hat 135 m2 für 1300 warm - das sind sogar 20 mehr, als wir bräuchten. Und die Lage ist ziemlich gut. Aber ich hab irgendwie so ein Gefühl von "hat bestimmt keine Heizung" oder "hat bestimmt Schimmel in den Wänden"

    Ich bin mal gespannt, ob sich jemand meldet. Große Hoffnungen habe ich nicht. Ich werd noch alt und grau neben diesen vier Spuren voller hupender Autos neben meinem Kopf.

    Manche Störungen wie das Messie-Syndrom sieht man extrem vielen Betroffenen gar nicht an, wenn man sie außerhalb der zugemüllten Wohnung sieht. Die können das einfach gut verbergen und wenn der Vermieter dann irgendwann mal in die Wohnung muss, trifft ihn dann eben der Schlag ...

    Ja, kenn ich auch aus dem Bekanntenkreis. Aber es besteht ja irgendwie keine Korrelation zwischen Hundehaltung und psychischer Erkrankung. (Das mag bei Blockflöten ganz anders aussehen! ;))

    Mein Vater hat früher nicht an Lehrkräfte vermietet. Einfach weil whatsoever. Bei dem würde ich also auch keine Wohnung kriegen. Ein Freund von mir hat mal mehr oder minder deutlich gesagt bekommen, dass an ihn nicht vermietet wird, weil er schwul ist und man ja wisse "wie es da her geht" (Darkrroomtaubenstall, weiß man ja.)
    Ein anderer Freund von mir hat eine Wohnung nicht bekommen, weil er einen kurdischen Nachnahmen hat, da hätten die Nachbarn von Gegenüber extra drum gebeten, dass da wieder Deutsche einziehen. Wie sich auf nachfrage herausstellte, wollten die nachbarn das, weil sie eine Sprachbarriere befürchteten. Mein Freund mit dem kurdischen Nachnamen lehrt Geschichte an der Universität.
    Usw.
    Ich will ja niemandem aufzwingen, an wen man vermieten soll, das selbst zu entscheiden obliegt der*mjenigen mit dem Eigentum.

    Was ich damit sagen will - ich weiß nicht, ob das vielleicht an dem Job liegt, den man selbst macht, ob man Menschen ganz gut einschätzen kann oder nicht so gut. Ich glaub einfach, dass man es nicht ausgehend von solchen Faktoren beurteilen kann, ob man das Mietverhältnis ruhigen Gewissens eingehen kann. Das kommt mir so scheinvalide vor, falls das der richtige Begriff ist. Ich kenn mich mit Soziologie nicht besonders aus, aber ich denke, dass ich tatsächlich eher am Sprachgebrauch und an ihrem Habitus festmachen könnte, ob eine Bewerberin verlässlich ist, als an ihren Haustieren (sofern die eine kritische Anzahl nicht überschreiten. Karpati und ich haben da mal die Grenze der kritischen Anzahl vorsichtig markiert ;) )

    OT:

    ich weiß, das geht jetzt auch vom Thema ab, aber mir wird ganz mulmig im Magen, wenn ich lese, wie viele Hundehalter*innen hier nicht an andere Hundehalter*innen vermieten würden. Bisher dachte ich immer, dass ich, wenn ich hier mal ausziehen will, schwerlich etwas mit drei Hunden finden würde, was für mich passt und wo's mit drei Hunden passt, es sei denn, es seien 'private' Vermieter*innen, die selbst wissen, wie es eben mit Hunden ist.
    Ich hatte tatsächlich nie Probleme bisher. Aber trotzdem fühlt es sich gerade nicht gut an, so geballt zu lesen "wir würden auch nicht an Hundemenschen vermieten" - puh. Was bleibt den da? Eigenheim? Ist ja auch unbezahlbar und rar gesät.


    In anderen Diskussionen, in denen sich immer eine Handvoll User*innen darüber aufregt, dass die Tierheime zu hohe Ansprüche hätten und man ohne eigenes Haus mit Garten keinen Hund kriegen würde, hab ich mich immer gewundert. Weil ich die Probleme nicht kenne. Weder von Tierheimseiten aus, noch von Seiten der Wohnsituation. Deshalb hab ich eigentlich immer gedacht, dass mit den Leuten was anderes nicht passen kann, dass es sicher nicht daran liegt, dass die kein Eigenheim haben. Aber vielleicht ist einfach doch mehr dran, als ich dachte und der Wohnmarkt für Menschen mit Hund sehr viel beschränkter, als ich angenommen habe.

    Ich finde das so seltsam... man hat doch irgendwie ein Gefühl dafür, wie Leute so drauf sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich da so sehr täuschen kann, dass man denkt "oh, sehr zuverlässig, sehr sympathisch, wirkt sehr verbindlich und hat einen okayen Job" und plötzlich frisst der Hund Löcher in die Wände, bellt den ganzen Tag, scheißt ins Treppenhaus, die Mieterin zahlt nicht mehr und hinterlässt das völlige Chaos aus 30kg Silberfischen - passiert so etwas wirklich? Kann man sich da so krass täuschen, dass man rigoros sagt "nie wieder Menschen unter 50 mit Hunden, Kindern oder Blockflöte" weil man das sonst nicht eingrenzen kann?

    Also, alles etwas diffus in meinem Kopf gerade, aber die Vorstellung, dass ich scheinbar erschwert Wohnraum mieten kann wegen der Hunde, gleichzeitig aber auch keinen kaufen kann, weil's nix gibt - da wird mir echt übel.

    Kennt jemand ein gutes Buch zum Thema Clickern? Es sollte einem absoluten Anfaenger auf dem Gebiet gescheit erklaeren koennen, wie man den Clicker konditioniert und wie man gescheit damit arbeitet (wenn mgl. nicht nur im Bereich Tricks).

    Was hältst du denn von Ulrike Seumel "Marker-Training"? Kannst ja mal ins Inhaltsverzeichnis schauen, bei google books kann man auch ein paar Seiten kostenfrei lesen.