Beiträge von Momo und Lotte

    Hej... jemand hatte mal einen Thread eröffet, ich weiß nicht mehr wie er hieß und finde ihn nicht mehr. Da sollten Videos gesammelt werden von Mensch-Hund-Interaktionen. Ich dachte der Thread hieß "ja der freut sich aber!" oder so - aber das war's wohl nicht.

    Weiß jemand, welchen ich meine?

    Kam glaub ich nicht so sehr in Gang, gerade hab ich aber vielleicht ein Video gefunden, das interessant sein könnte.

    Es zeigt sich auch ansonsten aber in der Sprache, dass Tiere bzw. auf Tiere bezogene Begriffe häufig beleidigend und abwertend eingesetzt werden. Das wandelt sich. Wie alles in der Sprache. Aber eben allmählich. Wie schon immer. Dennoch ist der Grundgedanke eine klare, wertende Differenzierung.

    Das denke ich aber schon auch.

    Ich glaube, dass wir gerade auch ziemlich auf sprachlichen Wandel sensibilisiert sind.

    Wir sprechen darüber, ob man Gerichte noch so oder nicht mehr so nennen darf. Wir sprechen darüber, ob wie gendern oder genderneutral sprechen und schreiben wollen. Ganze Schulformen werden alle paar Jahre umbenannt, um Gewichtungen deutlicher zu machen. Ob BPoC sich als Begriff in der deutschen Sprache durchsetzen wird. Ob man sagt "normal" oder "heteronormativ" macht einen Unterschied. Ist man behindert oder wird man behindert?

    Das hat zwar alles nichts mit dieser konkreten Frage zu tun, zeigt aber, wie viele Fragen unsere Gesellschaft aktuell beschäftigen, wenn wir versuchen, Sprache zu konstruieren, die niemanden ausschließt, ohne alle gleich machen zu wollen. Weil wir davon ausgehen, dass Sprache direkt auf Denkprozesse und Haltungen wirkt. Selbst die Tofuwurst kann da irgendwie zum Politikum werden.

    Ich denke, dass es bei manchen Sachen Sinn macht, sie unterschiedlich zu benennen. Ich finde zum Beispiel, dass Hunde keinen Mund haben, weil zu dem Lippen gehören.

    Aber die Frage, ob bestimmtes Vokabular auf einer Tradition beruht, die für manche Menschen erst Mal nicht nachvollziehbar ist, finde ich berechtigt. Woher kommt das? Wieso wurde es ursprünglich so benannt? Ist das geprägt von einer bestimmten Sichtweise? Prägt es unsere Sichtweise heute unterschwellig mit?

    Was sagt es über unsere Weltsicht, wenn wir sagen "ich hab eine belegte Grunznase adoptiert, die hat zwar einen Gebäudefehler, aber die wird ein gutes Sojazigeuner-Schnitzel" - ist jetzt natürlich total überspitzt aber ich finde es total spannend, darüber nachzudenken, welche Einflussnahme Sprache auf die Sprechenden hat.

    @straalster
    Wildschweine haben für gewöhnlich keine Flügel und keinen Schnabel, dafür aber Hufe.

    Oh nein, straalsi! Das heißt doch glaub ich "Klauen", deshalb haben die auch keinen Equidenpass - oder? Weil Equiden sind doch Hufe! Und wenn Hasilein das liest, dann schüttelt sie enttäuscht den Kopf.

    Ich weiß zwar gar, nicht, ob das so richtig stimmt, spüre aber schon den Schlag in den Nacken heransausen.

    (oh Gott, jetzt haben Schweine bestimmt doch Hufe und diese ganze Klauensache ist Blödsinn und ich wirke wie der Obervollhorst. :lol: )

    Sagt mal, ist das hier ein Appenzeller? Oder Entlebucher? Nee, oder? Irgendwas ist da anders, ich komm aber nicht drauf, was. Aber der sieht mir so nach Rasse aus. Oder?

    https://www.casa-cainelui.com/unsere-hunde/r…%BCden15/#Karlo

    Kara's Family  Freesendeern - was is'n der Karlo wohl? :)


    Edit: der hier (kommt nur am Anfang des Videos vor, später nicht noch mal) ist was ganz anderes, oder? Der sieht schlacksiger aus, oder?

    snoopy

    puuuh, ich sehe relativ häufig Shar Peis mit Hautproblemen aus Rumänien, aber nur gefühlt. Also "häufig" heißt nur, dass es eine der wenigen Rassen ist, die ich schnell zuordnen kann und von denen in den Vereinen, mit denen ich arbeite, eigentlich fast immer einer ist.

    Das kann lokal bedingt sein. Mops usw. hab ich da noch nie im Shelter gesehen.


    Aber sind Shar Peis überhaupt Qualzuchten per Definition? Das weiß ich gar nicht. Ich würde das irgendwie annehmen, vielleicht lieg ich damit falsch und krieg gleich Schelte. Lasse mich gern belehren.

    Und sind Katzen ohne Nasen, Perserkatzen und so, auch als Qualzucht zu sehen? Die kenne ich jedenfalls auch mit stark tränenden Augen und weniger agil. Kommen Katzen ohne Nase besser klar, als Hunde? (gab's bestimmt hier schon, die Suche spuckt zu Perserkatze aber nichts aus)

    Ich glaub, man muss sich nur zwischendurch sagen, dass man sich nicht ans Bein pissen wollte und dann ist das hier durchaus gewinnbringend, auch mit der überkochenden Sprache. Der Thread hier hat ja vor allem dieses Potenzial da gegenseitige Einblicke zu ermöglichen.

    Das ist doch genau das Problem. Wieso gehst du davon aus, dass es zwei Seiten sind?

    Ich tue das nicht. Es gibt keine zwei Lager oder Seiten oder sonstwas. Die Leute, die das ganze Thema meinen, in Lager, Fronten, Seiten stecken zu müssen - die sind mMn das Problem.

    Ja voll, das ist klar ein Problem. Aber eben der Punkt, der die Diskussion überhaupt entstehen lässt. Das ist mMn der Grundtenor hier, genau das, was den Thread und das Zitat, das zur Debatte steht, ausmacht, wenn man davon ausgeht, dass adoption sich auf (ausschließlich) Tierschutz bezieht und shop auf (ausschließlich nicht näher definierte) Zucht.

    Schon auf den ersten Seiten wurde darüber gesprochen, dass man das nicht trennen müsse, dass der Ursprung anders gelagert ist usw.

    Ich gehöre übrigens zu denen, die zwar selbst keinen Hund aus der Zucht wollen, aber niemals auf die Idee käme, jemandem zu sagen, dass er*sie sich da anzuschließen hat.

    Letztlich, ich wiederhole mich leider, sorry, bewegt sich das Gespräch dann aber ausgehend von Anekdoten, durch die sich eine bis mehrere Personen unwohl fühlen.

    Mal öffnet sich also der Thread "das schließt sich ja nicht aus" und verhärtet sich dann wieder "ja aber meine Erfahrung ist, die machen das so" um sich dann wieder zu öffnen.

    Natürlich sind die "Lager" ein Konstrukt, wir sind alle Hundehalterinnen, die für die eigenen Hunde nur das beste wollen - und darüber hinaus für viele weitere Hunde wahrscheinlich auch.

    Aber auch wenn es ein Konstrukt ist, ist es als Konstrukt ja real.

    War das hier mit dem Gespräch über Milieus? Mileus sind ja ebenso ein Konstrukt, aber trotzdem real.

    Klischees sind ja auch real. Weil sie ja in den Köpfen der Menschen sind. Vorurteile. Aber Vorurteile sind nicht nur schlimm oder schlecht, es geht nicht darum, dass alle alles top finden und allem gegenüber akzeptierend und unvoreingenommen sind.

    Ich sehe das so: In der Plattitüde "ist ja gut, dass nicht alle gleich sind" steckt ein ähnlicher Kern wie im hermeneutischen Zirkel: Denken passiert in der Konfrontation mit dem, was man nicht kennt auf Grundlage eines fruchtbaren Vorurteils. Nur da kann man was lernen.

    Es geht also darum, selbst was mitzunehmen, den Horizont zu weiten, nicht darum, andere von der eigenen Haltung zu überzeugen. Dialoge gehen ja nur zwischen Menschen, die nicht gleich sind.

    Deshalb finde ich das alles wertvoll hier, sogar inklusive des zeitweisen Ärgers. Auch wenn ich niemandem auf den Schlips treten wollte (was mit hier dennoch drei mal gelungen ist, was mir leid tut) bin ich irgendwie froh, dass das passiert ist, so hab ich garantiert mehr gelernt, als wenn ich nichts geschrieben hätte.

    Ja.

    Das Unterhautfettgewebe ist bei einigen Rassen sehr unterschiedlich.

    Retriever haben oft recht dickes Unterhautfettgewebe, was Sinn macht wenn man ihre Aufgabe bedenkt. Im Winter ist das Wasser halt schweinekalt, da muss der Körper geschützt werden.

    Bullterrier, auch die Minis, haben dickes Unterhautfettgewebe. Und zusätzlich bauen sie deutlich besser und schneller Muskeln auf als viele andere Hunde. Auch hier: Macht beides Sinn wenn man an ihre ursprüngliche Verwendung denkt. Dickere Haut und feste Muskelschichten schützen.

    Und als Gegenbeispiel die Windhunde. Man nennt sie nicht umsonst tapezierte Skelette. Die haben fast kein Unterhautfettgewebe und somit lagert sich alles schnell an der Organen ab. Auch ebenso sinnvoll, sie sind für hohe Geschwindigkeiten gemacht. Sprinter quer durch die Arten sind alle ziemlich ähnlich gebaut.

    Voll spannend. Und wie ist das bei Spitzen?

    Ich hab hab einen Eurasier gestreichelt, der war soooo fluffig, unter dem Fell aber spickerldürr.

    Und einen Wolfsspitz, da hab ich keine Rippen gefühlt.

    Und bei Bolle, vermutlich Wolfsspitzmix - der ist ja mit nicht so gutem Stoffwechsel aber massivem Hunger gesegnet, ganz das Frauchen - spüre ich nie die Rippen, dabei gab's da schon Unterschiede von 2kg (auf so ca 43cm SH) und da frage ich mich schon, ob das vielleicht in seiner Genetik einfach nicht angelegt ist, dass er einfach kein Rippen-unter-Plüsch-Hund werden soll.

    Ich glaube, problematisch ist eher die Deutung. Gebäudemängel sind in erster Linie für den Hund ein Mangel. Der muss nämlich zum Beispiel damit leben, dass er einen Schafhals oder kippbare Sprunggelenke hat.

    Es geht dabei nicht darum, dass dieser Hund weniger Wert ist.

    Aaaaah, krass. Okay, das hatte ich z.B. völlig falsch verstanden.

    Ich hatte das mal bei so einer "kaufen sie dieses Pferd, es wird sonst geschlachtet"-FB-Seite zufällig gelesen. Da hatte dann jemand geschrieben "Mit diesen Gebäudemängeln würd ich den nicht mal geschenkt nehmen" und da hatte sich für mich die Wortbedeutung kreiert. So wie man an einem gebrauchten Twingo die Kratzer sucht, um den Wert zu bemessen.

    @Langstrumpf - ich feiere gerade sehr dein Vertrauen in meinen Umgang mit Papieren und musste sehr lachen. Aber du hast recht, wegschmeißen würde ich sie wahrscheinlich nicht. Ich würde mich fragen, was ich damit soll und es in die Kramsschublade stecken. Zumindest wahrscheinlich. Aber zumindest bei Hundepapieren, sollten mir jemals welche in die Hände fallen und ich sollte sie als solche erkennen, würde ich das jetzt halbwegs einordnen können. :)