Finde erst mal nicht besorgniserregend, dass Fiete noch nicht so weit ist.
Zeit lassen, Druck rausnehmen, schadet hier vermutlich nicht, sondern entspannt euch.
Längere Leine kann wirklich helfen, weil Zug auf der Leine Gegenzug erzeugt. Dann steht man da und jedes Ende zieht so halbherzig vor sich hin. Außerdem kann er so die Entscheidung, mitzukommen, selbst treffen.
Das kann gut funktionieren.
Für manche Hunde kann das aber auch einen Konflikt bedeuten, der für sie nicht gut ist (nicht alleine zurück bleiben wollen oder mit in die Situation, die der Hund nicht will, das kann Stress auslösen) da musst du gucken, was ihm gut tut.
Auch denkbar wäre, auseinanderzuklamüsern, was Fiete alles mit "blöd" oder "verängstigend" verknüpft.
- Jacke anziehen
- Geschirr anziehen
- "Komm Fiete, spaziiieren!"
- Schuhe schnüren
... du kannst theoretisch all das neu belegen.
Zum Beispiel
- Jacke anziehen heißt, du willst nicht unbedingt spazieren, sondern kochst dir manchmal auch einfach Kaffee oder gehst kurz in den Keller oder ...
- Geschirr anziehen heißt nicht, dass jetzt wieder was Unangenehmes kommt, sondern vielleicht erst mal, dass er das jetzt immer anzieht, bevor er einen Ochsenziemer bekommt
usw.
Du kannst die Erwartungshaltung gegenüber den angstauslösenden Spaziergangsankündigungen verändern, indem einfach möglichst häufig seine Erwartung nicht bestätigt wird.
Auch den Durchgangsort kannst du vielleicht anders verknüpfen. Kann da ab jetzt - wenn der Stress nicht zu groß für Fiete ist - immer etwas für ihn Tolles passieren?
Ich habe hier auch so eine Kandidatin, die geht auch oft nicht so gern raus und hat draußen auch immer mal wieder ihre "nee, sorry, das möchte ich auf keinen Fall!"-Momente.
Eine Verhaltenstierärztin hatte mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass mein lockendes, aufmunterndes "Nakomm, Süße, heitiheititeiti, alles super, möppmöppmöpp!" bei ihr inzwischen dazu geführt hatte, dass sie gelernt hat: Wenn Frauchen so spricht, will die was von mir, was ich auf keinen Fall möchte. Kam mir sehr logisch vor. Und tatsächlich klappte deshalb bei uns auch Rückruf nicht ansatzweise oder auch nur das Rufen zum Futternapf. Ich hatte meine Säusel-Stimme zu oft in Situationen benutzt, in denen für den Hund unangenehme Sachen passiert waren. Und als ich das verstanden hab und neutraler, mal auch führender, aber auch wechselnder mit ihr zu sprechen, ging es ganz gut voran.
Vielleicht gibt es bei euch auch so ein kommunikatives Missverständnis?