Das ist in so vielerlei Hinsicht mein Thema.
Kunst darf meiner Meinung nach Themen wie Able-, Sex-, Spezie-, Rass-, etc. ismus aufgreifen.
Wenn sie - die Kunst - verantwortungsvoll ist, beschäftigt sie sich damit, ob sie Klischees reproduziert und ob sie das bewusst tut - oder ob sie Klischees überzeichnet - oder ob sie komplette Umdeutungen versucht.
Kunst darf schon alles, sie ist halt schlecht wenn sie keinen echten Bezug zur Welt aufnimmt und Antworten statt Fragen aufstellt.
Sie darf erst mal alles in den Raum stellen, wie einen Gegenstand - oder Widerstand - und dann sehen, was passiert: auf Phänomenebene, auf politischer Ebene, auf sozialer, individueller, äthetisch-rezeptiver Ebene... Sie muss halt etwas anstoßen und dafür darf sie nicht völlig gefällig sein.
Sie ist keine Illustration einer bestimmten Gedankenhaltung, dann wäre sie Propaganda.
Und Kunst darf m.A.n. schon triggern, verletzen, irritieren, verstören (aber auch erfreuen, erinnern, belustigen... natürlich) - die Frage ist aber:
- wen?
- warum genau die?
- warum?
- geht's auch ohne?
Denn Nerven zum Selbstzweck ist ungefähr so wenig Kunst wie Hübsch-aussehen zum Selbstzweck.
Was man hier also im Grunde bräuchte, wäre die gute alte (Bild-)rhetorik:
delectare, docere, movere (erfreuen, belehren, bewegen (etwas zu tun))
Wobei delectare alles sein kann: Ekel, Erotik, Schönheit, ...alles, was fasziniert und packt. Und da müsste man jetzt was finden, was diesen Effekt auslöst möglichst ohne Menschen durch zu große Ähnlichkeit zur eigenen körperlichen Disposition zu verletzen.
Aber: ich muss eigentlich nichts mehr hierfür machen. Die Künstlerin Patricia Piccinini wäre die absolut richtige Ansprechpartnerin. Ich bin überzeugt, dass die bereits eine taugliche Arbeit hat. Oder eine großartige machen würde. :)
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