Ich glaub, man muss sich nur zwischendurch sagen, dass man sich nicht ans Bein pissen wollte und dann ist das hier durchaus gewinnbringend, auch mit der überkochenden Sprache. Der Thread hier hat ja vor allem dieses Potenzial da gegenseitige Einblicke zu ermöglichen.
Das ist doch genau das Problem. Wieso gehst du davon aus, dass es zwei Seiten sind?
Ich tue das nicht. Es gibt keine zwei Lager oder Seiten oder sonstwas. Die Leute, die das ganze Thema meinen, in Lager, Fronten, Seiten stecken zu müssen - die sind mMn das Problem.
Ja voll, das ist klar ein Problem. Aber eben der Punkt, der die Diskussion überhaupt entstehen lässt. Das ist mMn der Grundtenor hier, genau das, was den Thread und das Zitat, das zur Debatte steht, ausmacht, wenn man davon ausgeht, dass adoption sich auf (ausschließlich) Tierschutz bezieht und shop auf (ausschließlich nicht näher definierte) Zucht.
Schon auf den ersten Seiten wurde darüber gesprochen, dass man das nicht trennen müsse, dass der Ursprung anders gelagert ist usw.
Ich gehöre übrigens zu denen, die zwar selbst keinen Hund aus der Zucht wollen, aber niemals auf die Idee käme, jemandem zu sagen, dass er*sie sich da anzuschließen hat.
Letztlich, ich wiederhole mich leider, sorry, bewegt sich das Gespräch dann aber ausgehend von Anekdoten, durch die sich eine bis mehrere Personen unwohl fühlen.
Mal öffnet sich also der Thread "das schließt sich ja nicht aus" und verhärtet sich dann wieder "ja aber meine Erfahrung ist, die machen das so" um sich dann wieder zu öffnen.
Natürlich sind die "Lager" ein Konstrukt, wir sind alle Hundehalterinnen, die für die eigenen Hunde nur das beste wollen - und darüber hinaus für viele weitere Hunde wahrscheinlich auch.
Aber auch wenn es ein Konstrukt ist, ist es als Konstrukt ja real.
War das hier mit dem Gespräch über Milieus? Mileus sind ja ebenso ein Konstrukt, aber trotzdem real.
Klischees sind ja auch real. Weil sie ja in den Köpfen der Menschen sind. Vorurteile. Aber Vorurteile sind nicht nur schlimm oder schlecht, es geht nicht darum, dass alle alles top finden und allem gegenüber akzeptierend und unvoreingenommen sind.
Ich sehe das so: In der Plattitüde "ist ja gut, dass nicht alle gleich sind" steckt ein ähnlicher Kern wie im hermeneutischen Zirkel: Denken passiert in der Konfrontation mit dem, was man nicht kennt auf Grundlage eines fruchtbaren Vorurteils. Nur da kann man was lernen.
Es geht also darum, selbst was mitzunehmen, den Horizont zu weiten, nicht darum, andere von der eigenen Haltung zu überzeugen. Dialoge gehen ja nur zwischen Menschen, die nicht gleich sind.
Deshalb finde ich das alles wertvoll hier, sogar inklusive des zeitweisen Ärgers. Auch wenn ich niemandem auf den Schlips treten wollte (was mit hier dennoch drei mal gelungen ist, was mir leid tut) bin ich irgendwie froh, dass das passiert ist, so hab ich garantiert mehr gelernt, als wenn ich nichts geschrieben hätte.