Krieg ich gerade vielleicht in einen falschen Hals oder so, liest sich gerade für mich irgendwie abwertend, weiß nicht, ob du das so gemeint hast und versuche, das nicht als Schlipstritt zu nehmen. 
"kaputt" finde ich als Wort einfach schwierig und das trifft es für mich auch nicht so recht, sondern eher "nicht einschätzen können, was gut tut."
Wie Hunde, die beim Hetzen durch den Stacheldraht brettern, Junghunde, die kein Ende beim Spielen finden, ältere Hunde, die mehr machen, als ihrer Arthrose gut tut, alle Hunde, die gerne jeden Scheiß fressen, Hunde, die alles belauern müssen, Hunde, die jedes Geräusch draußen melden und deshalb nicht zur Ruhe kommen, die bis zum Exzess buddeln, die an ihren Verletzungen herumlecken, bis sie sich auf jeden Fall entzünden... die sind in meinen Augen nicht "kaputt", die haben einfach keine (vernünftige) Idee davon, was ihnen gut tut. Die können ihre Impulse halt nicht gut kontrollieren. Das ist nicht toll, aber 'kaputt' ist es in meiner Empfindung auch nicht.
... Allergien und Hot Spots finde ich auch nicht so neu, gab's beides zumindest auch vor 15, 20 Jahren schon. Aber klar, das wird sicher nicht besser.
Viel weiter zurück reicht aber meine Erinnerung auch leider nicht, vorher war Hundehaltung bei mir irgendwie zu wenig bewusst besteuert. Ich muss mir selbst zumindest eingestehen, dass ich vor 15 Jahren noch nicht gut einschätzen konnte, wann Hunde zu gestresst sind und sich durch ihr Verhalten selbst schaden, weshalb ich sie dann da rausholen muss.
Also, Bolle ist in der Hinsicht sicher nicht derjenige, der ein gesundes Verhältnis zu Futter hat (ganz das Frauchen). Der würde fressen, bis er platzt und kauen, bis der Kiefer wackelt (wenn es was Fressbares ist, bei Klauen und Horn ist das absolut moderat). aber
muss nicht sein, dass er sich da in einen Rausch knappert. Maßvoll zu sein ist nicht seins, also muss ich sein Maß halten.
Bei ihm ist das vermutlich nicht genetisch bedingt (weiß man aber nicht und damit kenn ich mich auch nicht aus) sondern eher durch Vorerfahrung und ungünstiges Lernen, ggf. im Shelter oder davor, das kann ich nicht einschätzen. Ich komm auch nicht so recht dagegen an, eigentlich sogar gar nicht.
Deshalb gibt es hier normalerweise nur diese kleinen Ochsenziemerstücker oder kleine Kauröllchen aus Rinderhaut. In der Bestellung lag ich halt in der Einschätzung der Größe komplett daneben und jetzt hab ich hier diese riesigen, harten Knochen aus Rinderhaut mit Pansenfüllung. 
Kausachen tauschen ist zum Glück hier gar kein Stress, ich hab ja immer was Geileres in petto als diese riesigen Kauknochen. Da geben alle völlig freiwillig ab und finden, sie haben nen richtig guten Deal gemacht.
Also, mehr Stress bedeutet das jedenfalls nicht, es ist echt easy, die kommen alle angelaufen, wenn ich an der Knabber-Schrank gehe und droppen ihre Knochen.
Ich hab mich/euch halt nur fragen wollen, ab welcher Zeitspanne ihr die Grenze ziehen würdet, interessehalber, weil ich mich frage, ob ich mit ca 30 Minuten schon den Kauapparat überstrapaziere.
Natürlich hilft es mir auch weiter zu hören, wann Hunde, die keine Futterholiker sind, von allein das Kauen abbrechen aber hatte ich so nicht im Kopf gehabt. Ich bin da selbst kein idealer Maßstab, weil: gib mir eine Tüte Chips, es wird sie danach nicht mehr geben, ich mach die wider besseren Wissens platt. Bei gutem Wein kann mir das auch passieren. Und erst Recht bei Pizza.
Vielleicht könnte jemand mal bei mir zwischendurch einen Tauschhandel vorschlagen. Wobei, mich würde das wahrscheinlich wirklich stressen. Ich würde ggf. auch abschnappen.