Beiträge von Momo und Lotte

    Eine frühere Freundin von mir hatte Bulimie.

    Hat sie's geschafft, da raus zu kommen? Ich glaube irgendwie, wenn man etwas so unfassbar lange hat, dass sich das ganz fest ins System einschreibt.

    @blubbb - wie meinst du das mit der Co-Abhängigkeit? Ist das nicht eher etwas, was auftritt, wenn man zusammen lebt oder irgendwie sehr eng ein "System" teilt? Ich kann mir das gerade außerhalb von einer partnerschaftlichen Beziehung (oder vielleicht Eltern-Kind-Beziehung) so schlecht vorstellen. Würde mich aber total interessieren...

    Danke euch. Ich weiß, dass ich mit Fakten oder Druck nichts erreichen kann, sie macht sich selbst genug Druck. Ich wollte es einfach nur für mich wissen. Ich kenne nur eine Horrorgeschichte von einem Mädchen, dass beim Erbrechen gestorben ist. Aber die kenne ich auch nur aus den Medien. Und ich denk mir einfach, dass der Druck, der auf Magen und Speiseröhre ausgeübt wird, sehr heftig sein muss. Sie hat mir mal ein Foto gezeigt, wie ihr Oberkörper nach einem Essanfall aussieht. Das war wirklich kaum vorstellbar, dass man sich so etwas selbst immer wieder antut. Für mich ist es einfacher, was dazu zu lesen, das hilft mir beim Kompensieren.

    Danke euch, ich hab nun ein paar Anhaltspunkte, die ich googlen kann. "Beladung der Speiseröhre" hab ich z.B. noch nie gehört - ebenso Präkanzerose.

    Kennst sich jemand auf der medizinischen Ebene mit Essstörungen aus?

    Eine gute Freundin von mir leidet seit ca 25 Jahren an Bulimie, es ist unterschiedlich stark ausgeprägt, aber es gibt auch Jahre, in denen es sehr schlimm ist. Sie isst Unmengen und übergibt sich mehrfach am Tag.

    Und gerade ist es bei ihr wieder ziemlich schlimm, sie hat nun unsere Verabredung zum 5. Mal abgesagt, weil sie so "drin steckt" und es nicht aus der Wohnung schafft.

    Wir kennen uns schon lange und ich kenne das von ihr, sie möchte keine Therapie mehr machen. Aber abgesehen von der Psyche - irgendwann muss der Körper doch ersthaft Schaden davontragen, oder? Muss der Verdauungsapparat nicht irgendwann mal aufgeben?

    Sie sagt immer, das wäre alles nicht so wild, sie würde Elektrolyte vom Schlafen nehmen und damit würde es schon passen...

    Kennt sich jemand von euch aus?

    Das ist OT - aber bei Beaglen wurde das auch schon gezielt gemacht:

    [...] Die Wissenschaftler benutzten ein erst vor wenigen Jahren entwickeltes Verfahren, um das sogenannte Mstn-Gen im Erbgut der Versuchstiere zu löschen. Die Methode wird als Crispr/Cas bezeichnet, sie gilt als vergleichsweise einfach und sehr präzise. Auch die Erbanlagen von Pflanzen und menschlichen Embryonen lassen sich damit bearbeiten.

    [...]

    Das ausgeschaltete Gen enthielt den molekularen Bauplan für ein Protein namens Myostatin. Es kontrolliert die Entwicklung der Muskeln. Verliert das Protein durch eine Mutation seine Funktion, wachsen dem betroffenen Tier riesige Muskelberge. Bei der Rinderrasse Belgian Blue ist dies durch eine natürliche Mutation passiert. Die Tiere können sich in ihren gewaltigen Muskelpaketen kaum bewegen. Auch bei Mäusen, Schafen und Hunden der britischen Rennhundrasse Whippet sind solche Myostatin-Mutationen bekannt. Unter den erfolgreichen Turnierhunden sind viele Tiere mit einer veränderten Kopie des Mstn-Gens. Sie sind kräftiger als normale Hunde dieser Rasse. Liegen jedoch zwei funktionslose Gene vor, schwellen die Muskeln der Hunde so stark an, dass sie der Konkurrenz nicht mehr davonlaufen können.

    In der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Journal of Molecular Cell Biology beschreiben Lai und seine Kollegen, wie sie 65 Beagle-Embryonen mit dem Crispr/Cas-Verfahren behandelt haben. Davon kamen 27 als Welpen lebend zur Welt, aber nur zwei - das Weibchen Tiangou und das Männchen Hercules - trugen die gewollte Veränderung in beiden Kopien des Myostatin-Gens. Bei Hercules allerdings produzieren einige Zellen noch immer die Muskelwachstumsbremse, weshalb der Effekt bei ihm nicht so stark ausfiel wie bei Tiangou.

    Kennt sich jemand von euch damit aus? Also, wenn ich ein Individuum mit Crispr modifiziere (das geht ja auch bei bereits Jahre alten Lebewesen) - wird diese "nachträgliche Mutation" dann vererbt? Ja, oder?

    Ist vermutlich neben dem verkrüppeltem Körperbau an sich zusätzlich eine Mutation des Myostatin-Gens. Wie beim Bully Whippet. Oder der Rinderrasse Weißblaue Belgier, bei der man das zur Fleischgewinnung haben möchte. Schweine für die Fleischgewinnung haben auch ein übermäßiges Muskelwachstum. Und das, ohne, dass die sich bewegen, denn das können die meisten in den winzigen Buchten ja gar nicht.

    Was genau die Menschen für eine Befriedigung bei derart verkrüppelten Hunden empfinden, ist mir ein Rätsel. Aber das zieht sich ja wie ein roter Faden durch das Thema Qualzucht.

    Ah, jau, stimmt! Wenn ich mich recht erinnere, kann diese Mutation auch über Crispr/Cas gezielt herbeigeführt werden, oder? War das das? Ich bin mir gerade nicht mehr 100%ig sicher.

    Gina23 und @Zweizylinder - ich fass das gar nicht böse auf und ich bin ja eher das Gegenteil von humorlos. Und ich weiß auch, dass ihr nur Spaß macht. Das Thema ist für mich halt wahnsinnig spannend und gleichzeitig extrem persönlich. Ganz und gar nicht Klischeekeule, sondern die Frage, wie es zu den Unterschieden zwischen den Geschlechtern kommt. Sind sie Symptom einer Kultur oder sind sie Natur? Sorry, dass ich eure Witze gecrasht habe, aber OT sticht OT. ;)


    Also, hat jemand einen bemerkenswerten Satz? Oh ja, hab ich! Gestern im Kunstunterricht:

    "Bitte erstellt innerhalb dieser Stunde eine ungegenständliche Plastik, die sowohl Oberflächen mit grober Struktur aufweist, als auch ganz glatte Oberflächen. Beginnt erst mal mit irgendeiner Form und arbeitet nach und nach die verschiedenen Oberflächen heraus!"

    (20 Minuten später, Tiana ruft aufgeregt durch den ganzen Raum)

    "Frau Momo! Schauen Sie sich mal meine Vulva an! Es ist die schönste Vulva aller Zeiten!"

    (Zum Glück Freitag, 6. Stunde und wenig Betrieb auf dem Flur vorm Kunstraum. Aber irgendwann kommt die Polizei und holt mich ab.)