"Aber ich hab was Gutes für sie! Was ganz Gutes!" war mein bemerkenswerter Satz heute.
Ich gehe mit Elsa um den Block. Elsa sucht sich eine von der Standardroute abweichende aus, denn man ist heute tollkühn. Nach ca 10 Minuten realisiert Elsa, dass wir hier noch nie waren (stimmt nicht) wir uns verlaufen werden (nein) und alles wahnsinnig gefährlich ist (nope) und wir nur überleben, wenn wir erst mal mitten auf dem Bürgersteig zu Salzsäulen erstarren (okay, da mach ich mit.)
Mein Plan: erst mal Snacks. Gebratenes Rind für das Angstkipferl, um zu gucken, ob sie noch dafür empfänglich ist. Ist sie nicht.
Würstchen?
Nein.
Kullernde Würstchen?
Alterneinmann!
Zu meiner mäßigen Erheiterung kommt nun auf der anderen Straßenseite der etwas verwirrte, verhaltensoriginelle, stark vokalisierende Mann, der hier immer so herumläuft und meistens unflätige Begriffe schreit. Oder Dinge wie "Ich bin kein Nazi und nicht schwul!" über die ganze Straße brüllt, zu mir aber immer sehr freundlich ist und manchmal mitten im Brüllen stoppt, um die Hunde vollzuquatschen.
Die Hunde finden den Mann zu uneindeutig, um ihn einordnen zu können und gehen eher auf Abstand.
Heute sieht er Elsa und die Tirade beginnt in voller Stimmwucht:
"jaNEINjaNEIN - DA STEHTSE JA. Wie se steht! Am gucken! Ein MÄNTELCHEN! EIN MÄNTELCHEN! SIE HAT EIN MÄNTELCHEN AN! DAAA stehtse ja! Und nimmt das nicht! UND AM GUCKEN!" usw. - wirklich sehr, sehr laut.
Elsa guckt und sieht ihr letztes Stündlein kommen.
Ich gebe den Plan auf, die Runde fortzusetzen und sage zu ihr "Komm, wir gehen da lang zurück", denn ich habe entgegen Elsas Vorstellung die Orientierung kein bisschen verloren und weiß genau, dass wir nur 300 m von zuhause entfernt sind.
Da springt (!) der Mann auf die Straße und ruft
"aber ich hab was! Ich hab was für sie! Was richtig GUTES! Das kann sie nehmen!"
"danke, ganz lieb, aber die nimmt im Moment gar nichts an."
"Aber ich hab was Gutes für sie! Was ganz Gutes!" und präsentiert stolz strahlend:
ein Stück morsches Holz, um das ein Stück schmutziger Stoff gewickelt war.
Ich musste sehr lachen und hab ihm gesagt, dass er bestimmt dankbarere Abnehmer findet, "meine ist ja so schnöggelig". Da hat er sich noch mehr gefreut - auf die nächste Hundebegegnung. Bis zu der (so sie denn bald kam) lief er laut lachend und sprechend weiter.