Beiträge von Momo und Lotte

    Wie sieht es denn eurer Erfahrung nach mit, es will mir kaum über die Tastatur, "will to please" bei unseren verschiedenen Charakteren aus?

    Auch da muss ich ehrlich gestehen: für einen guten Realschulabschluss reicht's dicke.
    Meine Spanierin hatte mehr Spaß am Tricks lernen, aber bei den meisten der Rumänchen hier hab ich das Gefühl, dass die schon auch Bock haben, es mir recht zu machen - bis zu einer gewissen Grenze, die individuell unterschiedlich ist, aber so richtig unkooperativ sind die alle nicht (außer Elsa, die ist halt anders).

    Na gut, eigentlich fand ich meine Erfahrungen ja nicht repräsentativ, aber wenn wir jetzt hier eh so viele zusammentragen, dann wird's ja vielleicht irgendwann belastbarer!

    Meine Spanierin gehörte zu einer französischen Laufhunderasse. Sie war anfänglich ängstlich bis panisch was Außenreize anging, mit Menschen war's von Anfang an ganz gut aber vorsichtig. Ihr fehlte es total an Umweltsicherheit, das hatte sich nach ca 1,5 Jahren aber total gegeben und sie war später wahnsinnig entspannt und allen Menschen wirklich zugetan. Natürlich Jagdtrieb aber ableinbar (mit Abhau-Zwischenfällen) und super im Sozialkontakt mit Artgenossen. Recht eigenständig war sie, keine, die bei mir Hilfe gesucht hat. Hat nie angeschlagen.

    Meine Rumänchen waren ziemlich unterschiedlich. Alle zunächst eher schüchtern, aber nix wirklich Wildes. Sogar der Nichtanfassbare ist inzwischen von Fremden anfassbar.

    Alle relativ gelehrig (außer Elsa, die besteht nur aus Willen und Unwillen) und zwar etwas sturer und etwas durchsetzungsfähiger aber wirklich problematisch oder offensiv gegen Menschen war keiner. Mit Artgenossen sind die alle nicht ganz astrein, brauchten und brauchen da aber völlig unterschiedliche Hilfestellungen. Alle würden Fremde melden.

    Ich merke gerade, ich kann die nicht über einen Kamm scheren, geht einfach nicht. Die waren auch vom Typ her alle unterschiedlich. Zwei vllt. Wolfsspitzmixe, drei vllt. Terriermixe, ein vllt. Schäfimix, ein vllt. Drahthaarmix, ein vllt. Pointermix... die wollen irgendwie alle ganz unterschiedliche Dinge vom Leben. Wirkten allerdings alle eher unbestechlich. Was nicht gewollt wird, wird auch nicht für Leberwurst gemacht.

    Das war bei meiner Spanierin anders.

    Als Max schlecht gefressen hat, habe ich natürlich auch alles versucht damit er frisst. Auch eine Freundin hat einen mäkeligen Hund und auch sie tut alles. Dadurch entwickelt sich natürlich ein Kreislauf. Ich weiß wirklich wie schwer das ist und gerade weil die medis ja auch in den Hund müssen aber man muß versuchen ihm zu vermitteln, dass es einem egal ist ob er frisst oder nicht. ist denn auch leberwurst ohne Medis bäh oder Käse und Fleischwurst? Ansonsten wirklich erstma 2-3 Stücke ohne und dann 1 Stück mit Tablette

    Bei mir jetzt? Alles bäh. Leberwurst - früher Garant für fast Unmögliches - ist jetzt bäh, zumindest morgens. Heute ging Käse, man weiß nicht, ob's morgen noch so ist. Ist einfach ganz, ganz schwer. Also, wie gesagt, verschiedene Erklärungsansätze habe ich, das hilft aber leider nicht. Die Unmengen an "Probier ich aus, vielleicht mag sie das" füllen ganze Schränke. Thunfisch, Lachscreme, Katzenfutter, Katzensnacks, ungelogen 7 Sorten Trockenfutter und 10 Sorten Nassfutter, und Rindfleisch, Schweinefleisch, Pansen, Hühnerfleisch, Pute und alles, was man so für den menschlichen Verzehr bekommt - ganz oft ist alles bäh und was am Vortag noch okay war, geht am Folgetag auf keinen Fall mehr.

    Das dumme ist, je weniger sie essen, desto weniger haben sie Hungergefühl. Also muss ich hier echt immer die fünf-Sterne-Hundeküche auffahren. Das Dschungelcamp könnte bei mir lernen. Meine anderen Hunde halten das für einen Segen (und ich sehe mit Bestürzung ihre Taillen schwinden)

    Ich bin jetzt erst da, wo die Trainerin (Melle?) zu Ajax kommt. Und die (bittebitte, lass die gut sein) ist so jemand, der mir direkt in mein Herz springt. Das ist so voll der Typ Mensch, den ich sofort total mag. Ich würd ja eigentlich nicht unbedingt mit jemanden aus dieser Riege trainieren wollen, aber die finde ich so bomben-sofort-blitz-sympathisch, dass ich sie buchen würde. Ich will sofort ein Radler mit Melle trinken!

    Melle hat ja schon eine Dolores. Mein Herz wird schwer. Mensch Melle!

    (bin jetzt erst bei der Doggenübergabe. Und trink mein Radler jetzt allein. Ach weh.)

    Für mich ist es unvorstellbar, dass jemand seinen Hund, seiner Mutter/Bruder/Schwester/Ehepartner vorziehen würde.

    Das trifft für mich Vermenschlichung nicht so recht. Es ist eher eine andere Priorisierung, die ich aber nachvollziehbar finde. Bzw - warum sollte ich darüber urteilen wollen, wem was wichtiger ist? Das ist ja auch nicht durchgehend eine Entscheidungsfrage sondern entsteht irgendwie.

    Meine Mutter hat mir letztens gestanden, dass sie ihren Hund eigentlich schon genauso lieb hat wie mich. :D

    Finde ich überhaupt nicht schlimm - und wir haben ein sehr enges Verhältnis.

    Es ist mit der Liebe ja nicht so, dass sie irgendwem abgezogen wird, nur weil ein anderes Lebewesen davon mehr bekommt. Zeit vielleicht, die muss man aufteilen. Aber Hierarchisierung all derer, die einem wichtig sind finde ich schwierig und irgendwie auch immer konstruiert.

    Aber den Zusammenhang zur Ursprungsfrage hab ich nicht so richtig auf den Schirm gekriegt.

    Und das Zitat finde ich - also, das will ja klingen wie eine Definition - echt sehr wenig bezogen auf die zugrundeliegende Problematik. Und irgendwie mag ich das nicht, wenn Leute Definitionen erfinden, die dann auch noch so eng sind.