hej.
Ich finde jedenfalls gut, dass du es etwas kleinschrittiger machst - zwei Minuten sind nicht lang, aber wenn du sie hinterherziehen musst und sie aus ihrem Stress nicht herauskommt, dann ist es einfach noch zu viel.
Wenn sie gern Leckerchen nimmt, sind die ein guter Indikator: Ist der Stress zu hoch, können keine Leckerchen (und auch kein Lob) mehr angenommen werden. Das hat glaub ich was mit Sympathikus und Parasympathikus zu tun. Das hilft dir aber insofern, dass du eigentlich ein recht genaues Instrument hast, mit dem du feststellen kannst, wo die Grenze für Molly ist.
Wenn man sich den sog. Zirkel der Hermeneutik ansieht, versteht man ziemlich schnell: Lernen passiert genau dort, wo der konfrontierende Reiz weder zu fremd, noch zu vertraut ist. In größtmöglicher Fremdheit kann nicht gelernt werden, es fehlen die Anknüpfungspunkte. In größtmöglicher Vertrautheit kann nicht gelernt werden, weil die Reize nicht als Reize wahrgenommen werden.
Ich glaube, dass du mit dem Gang zur Tür/zwei Schritte weiter/20 Meter weiter (das kannst nur du beurteilen) diesen Punkt gut wirst finden können. Und dann in Babysteps ein wenig ausweiten.
Den Stress geringer zu halten, halte auch ich für unumgänglich - der Cortisolspiegel bleibt im Körper so viel länger erhöht, als die Situation andauert. Und Stress, vor allem Distress, macht alle Lebewesen dauerhaft krank.
Auch möchte ich den anderen zustimmen, dass es bestimmt sinnvoll ist, die Uhrzeiten sehr wohl bedacht zu wählen, zu denen ihr rausgeht. Es ist viel leichter, wenn man nicht noch auf herumlaufende Kinder, Autos, Fahrräder, andere Hunde usw. achten muss.
Ich habe wirklich keine Ahnung von Welpen, ich hab immer erwachsene Auslandstierschutzhunde. Aber die haben ja auch häufig mit größeren und kleineren Umweltängsten zu kämpfen. Und hier hat es immer geholfen, die minimalste Anstrengung zu finden und langsam zu steigern.
Das Schöne daran ist, jetzt mal gar nicht nur psychologisch betrachtet, sondern auch von der simplen Lerntheorie her: ihr habt so die echte Chance auf Erfolgserlebnisse (du hast ja sicher auch schon mal bei so banalen Dingen wie Tricks lernen gehört, dass man immer mit einem gelungenen Durchgang abschließen soll). Und das wiederum stärkt das Selbstvertrauen und das Vertrauen in euch gegenseitig.
Was nimmst du eigentlich für Leckerchen? So ein Keks ist ja immer schnell geschluckt, ich hab die Erfahrung gemacht, dass Leberwurst aus der Tube (oder Schleck Snack für Katzen, gibt's z.B. bei Lidl) auf meine Hunde eine stärkere Belohnung ist, sie länger "am Ball" hält und auch den Parasympathikus nachhaltiger stimuliert. Schmeckt halt noch nach.