Die Saison ist vorbei, doch unsere Spinnerei geht weiter. Sonntags waren wir bei einem unserer bekannten Musher eingeladen und es hat super Spaß gemacht. Keine Ahnung ob hier noch jemand liest aber ich berichte ein bisschen...
Die Zwingeranlagen dort sind der helle Wahnsinn. Alles top gepflegt, riesengroß mit Podestchen zum Wache halten, die im Sommer als kühler Schattenplatz dienen und zum Buddeln einladen. Jeder Zwinger hat eine riesen Grundfläche und beinhaltet mindestens 3 der 16 Hunde. Die größte Gruppe hat ein kleines Bächlein, das durch das Raubtiergehege fließt und sogar ein eigenes Haus, in dem verschiedene Hundehütten stehen und in dem sogar nochmal ein Platz mit Erde ist. Wie ein Sandkasten
Die Hunde haben es dort einfach klasse.... wir waren begeistert.
Die Hunde sind alle sehr groß und werden bzw. wurden vereinzelt auch zum Bikejören ausprobiert. Die Tochter des Mushers wurde beispielsweise Vierte auf der Europameisterschaft im Bikejöring.
Wir durften auch.
Leicht zitternd und mit einem schiefem Lächeln nahm ich den Bauchgurt mit der Zugleine entgegen. Ich sicherte mir gleich das Fahrrad mit den besten Bremsen und wusste nicht welchen Hund ich nehmen sollte. Ich wollte einen zuverlässigen, routinierten Hund. "Das sind sie alle. Die können auch die Richtungskommandos".
Bleich schaue ich sie an und frage "Was war denn gleich nochmal Gee?" denn vor lauter Panik hatte ich es vergessen. Mir wurde einfach eine Hündin vorne rangeschnallt und da hing ich dann verloren am anderen Ende von diesem Monster, was sich im Stillstand (ich saß noch nicht auf dem Rad) schon ins Zeug legte. "Stop!!! STEH!!!" rief ich und sah zu, dass ich einfach schnell auf mein Rad sprang.
Jessi an meiner Seite und der nette Praktikant des Mushers fuhren voraus. Ich mit leicht zitternden Knien hinterher.
Bald sollte ich feststellen dass ein gewisser durchtrainierter europäischer Schlittenhund namens "Maya" mit geschätzten 68 cm Stockmaß irgendwie mehr Kraft hat als ein 42 cm Terrier.
Zuerst mussten wir ein Stückchen Teerstraße entlang und meine Hand begann bald zu Schmerzen, denn ich musste dauernd bremsen. Wir bogen ab. Es ging in den Wald hinein und da kam auch schon das erste Hindernis. Schluss mit der gemütlichen Spazierfahrt.
Es lag tatsächlich noch Schnee auf dem Weg. Ich sprang elegant vom Rad und schaffte es tatsächlich mit den Beinen zu landen. Maya zog einfach weiter und so wurde aus der Bikejöringtour eine Skiöringtour mit Gummistiefeln. Kaum hatten wir keinen Schnee mehr unter den Füßen galt es so schnell wie möglich auf das Rad zu kommen. Auch das schaffte ich seltsamerweise ohne Verheddern.
Im Sprintgalopp ging es durch Matsch und Pfützen. Bald versperrte ein riesen Erdhügel den Weg. Der geschickte Praktikant fuhr drüber hinweg. Ich stieg mal wieder im Fahren ab und sah mich schon in der Pfütze hinter dem Hügel liegen. Mein Fahrrad kippte und ich konnte in letzter Sekunde irgendwie dem Super-Gau entgehen und meinen Hintern auf dem Rad platzieren.
Es folgten dann noch ein Baumstamm und ein steile Strecke bergab.
"Jetzt müssen wir dieselbe Strecke zurück" sprach Jonas und ich wurde bleich.
Irgendwie meisterte ich den Baum und den Hügel rückwärts wie vorwärts und kam von oben bis unten verdreckt mit einem riesen Grinsen auf dem Hof wieder an. :group3g:
Es war der Hammer. NACH der Tour bekam ich dann zu hören dass meine Hündin 2 Jahre alt ist und das Bikejöring zum Zweiten oder Dritten Mal heute gemacht hat. Ich war kurz davor doch noch umzufallen ![]()
Jessi startete dann noch mit Nanook und einem Leihhund im Zweiergespann. Aber das kann sie euch selbst erzählen wenn ihr wollt.