Beiträge von Faesa

    Kein gesunder Hund verhungert vor dem vollen Napf. Meine Madam hatte auch noch zuwenig (hatte im Tierheim abgenommen gehabt) und ich hab sie trotzdem Hungern lassen. Das kriegt man hinterher schon wieder drauf, darüber mach dir mal keine Gedanken.

    Napf vollmachen, hinstellen, Hund rufen. Nach 10 Minuten Hund rufen und vor seiner Nase wegstellen. Das ganze machste 3 mal am Tag. Es darf natürlich in der Zeit absolut nichts anderes geben, keine Leckerlies, kein "oh der arme süsse..." sondern absolut nichts.

    Meine hat übrigens fast 4 Tage gehungert. Und die Rippen hat man verdammt gut gesehen... Aber hinterher gabs dann einfach immer etwas mehr Trockenfutter und ne kalorienreiche Leckerei NACH dem Futter in den Napf, und seit dem kann man ganz normal fressen. Gab es einige Tage lang Leckereien, versucht sie es mal wieder mit Mäkeln, dann landet die Mahlzeit wieder auf dem Schrank oben und spätestens Abends frisst sie dann wieder. Das kommt aber vielleicht 1-2 mal im Jahr vor. Meist, wenn ich mehrere Tage bei meinen Eltern war, wo es viel zwischendurch gab.

    Zitat

    ich hab bei meinen beiden die Erfahrung gemacht, dass sie sonst weiter gehen, wenn ich an ihnen dran hinter ihnen bin, weil Frauchen ja quasi wieder angekommen ist

    Ja, diese Problematik kenne ich auch, da übe ich auch noch arg dran. Wenn ich auf 3m ran bin, meint sie ist ja gut und es kann weitergehen :roll:

    Ich habe viel mit dem Clicker aufgebaut. Auch "raus da" oder das Pondon "auf den Weg" habe ich rein damit aufgebaut. Geholfen hat am Anfang das Zeigen mit dem Finger/Hand/Arm in die Richtung, wo sie hinsoll. Irgendwie ging das dann so nebenbei, weiss gar nicht mehr, was ich da genau gemacht habe.

    Das Lena nicht so weit vorläuft habe ich über verstecken und plötzliche Richtungswechsel geübt. Ich achte aber sowieso immer darauf, dass sie immer ein Auge und ein Ohr bei mir hat. Sei das an der Leine, wo ich urplötzlich um die Stange im Kreis rum gehe, oder wenn sie links daran vorbeiläuft gehe ich aus Prinzip rechts vorbei und sie muss zurückkommen. Ist sie zu weit vorne finde ich was tolles, drehe um oder sonst etwas. Hauptsache sie "ärgert" sich wieder, dass sie so weit vorgelaufen ist. Allerdings habe ich es aufgegeben, meinem Hund einen 10m Radius beizubringen, da bin ich auf absolutes Granit gebissen. In übersichtlichem Gelände gestehe ich ihr mehr zu, ansonsten hat sie eh "bei mir" zu gehen, was einem lockeren "Fuss" gleichkommt.

    Mach doch mal in Wildfreiem Gelände den Test. Gehe in eine Richtung, läuft der Hund weit genug voraus, drehst du kommentarlos um. Langsam in die andere Richtung gehen, nach wenigen Sekunden wird der Hund angesprintet kommen. Lena rennt dann immer an mir vorbei, wieder voraus. Ist sie an mir vorbei, drehe ich wieder um. Das ganze mach mal ein paar mal, ruhig auch 10-15 mal. Zumindest bei Lena ist das so, dass sie irgendwann bei mir fast im Fuss geht und mich anguckt.

    Gleiches Spielchen habe ich im Stehen probiert. Wiese, sie darf schnuffeln. Irgendwann habe ich einfach Kommentarlos ihr den Rücken zugedreht. Nicht weggegangen, nein, einfach nur den Rücken zugedreht. Das dauert nicht lange, dann läuft sie um mich rum, und schnuffelt auf dem Teil der Wiese, den ich angucke. Mache ich das ein paar mal, sitzt sie im Sitz neben mir und wartet auf irgendwas aufregendes.

    Auch interessant um Hundereaktionen zu testen ist es, einfach mal wortlos Gassi gehen. Ich habe das nach dem es hier im Forum mal aufkam getestet. Boa hat Madam sich gefreut, als ich nach 20 Minuten Gassigehen endlich ihr einen Befehl gegeben habe. Sie ist suuuper aufmerksam neben mir hergelaufen nach einer Weile, immer in Erwartung, was gleich passiert.

    Und zu den anderen: Ich habe schon verdammt viel Kopfschütteln geerntet, weil ich mit meinem Hund übe (im Gegensatz zu 90% der Hundebesitzer hier). Und weil ich sehr konsequent bin, sehr streng wurde mir schon gesagt, bei mir würde aber ein harter Wind wehen. Und ja, tut es. Ich möchte mit meinem Hund etwas machen können und nicht Jammergeschichten erzählen (wie mir hier von jemandem vorgetragen), dass man mit dem Hund nicht in den Garten gehen kann, weil er alles umgräbt (der Hund darf aber munter weiter buddeln und es wird nicht verboten), oder man den Hund nicht zu Freunden nehmen kann, weil er alles auseinander nimmt und über Tische und Bänke geht. Jagen tun ganz viele Hunde hier in meiner Nachbarschaft, und dass ein Hund deshalb schon auf der Autobahn und einer auf der Hauptstraße am Ortsausgang stand, wird mit einem "kommt vor - that's life" abgetan.

    Und ich habe eines gelernt (durch eigne Erfahrung und Äußerungen hier im Thread von anderen), dass Jagen und UO ganz eng miteinander verknüpft sind. Du kannst nicht im Haus der Laschie sein und draußen von deinem Hund gehorsam verlagen. Wenn du draußen der Diktator bist, weil DU bestimmen willst, welchem Vieh dein Hund nachläuft bzw. eben nicht, dann muss das auch in jeder anderen Lebenslage so sein. Sonst nimmt dich der Hund nicht für voll.

    "Man kann nicht immer konsequent sein" ist die Ausrede der Faulen. Weiss nicht mehr, wer das gebracht hat, aber es ist sehr, sehr wahr.

    Genau. Jeder Jagterfolg vernichtet einen Haufen Arbeit, das ist es einfach nicht wert.

    Ob sie 100% Schlepp/Leine laufen muss, musst du entscheiden. Ich bin nie 100% Schlepp gegangen. Ich habe immer Situationsgebunden entschieden, wie Madam laufen muss. Daher besitze ich diverse Schlepp (7m 10m 15m), eine Flexileine und die normale Leine.

    An Orten, wo ich sicher sein konnte, das kein Wild ist, durfte sie frei laufen, wo die Gefahr gering war mit schleifender 15m Schlepp, wo sie höher war in der Hand und beim Üben in ganz reizstarker Umgebung habe ich die kurzen Schleppleinen genutzt, denn einen Sprint in 15m möchte ich nicht halten müssen.

    Die Flexileine war ebenfalls ein super Kauf für mich, da die letzte Pinkelrunde an Kanickelverseuchter Wiese lang geht, und im dunklen sehe ich diese Kamikazeviecher nicht. Gegen die Schlepp spricht an diesem Weg die vielen Kackhaufen, das ist eklig. Ausserdem steht das Wasser da ganz gut bei Mistwetter. Darum da die Flexi, sie konnte nicht stiften gehen aber trotzdem auch mal 3 Meter ins Gras rein zum schnuffeln.

    Ich habe eine Weile gebraucht bis ich die für uns perfekte Leinenkombination in den diversen Situationen raus hatte, aber dann wurde es immer besser. Man lernt seinen Hund auch lesen mit der Zeit, der eigene Blick wird geschärft wie der eines Jägers auf Wild und oft habe ich die Feldhasen vor Lena gesehen, sie ganz normal abgerufen, angeleint und halt weitergegangen, bis der Hase weg war.

    Allerdings habe ich auch das absolute Glück, einen reinen Sichtjäger zu haben. Oft haben wir schon Wild gekreuzt, was gegen den Wind stand, uns mit großen Augen unbewegt angesehen hat und ich mit einem Puls von 180 einen Sprint vorbei hingelegt habe, bloß nicht das Reh angucken, bloß den Hund nicht drauf aufmerksam machen.

    Und es gibt bei uns schon immer eine Regel: Man darf den Weg nur bis zum Graben bzw. erste Baumreihe verlassen. Das gilt im Feld genauso wie im Wald, damit kann man schon eine ganze Menge Ärger verhindern, weil die Hunde damit nicht stöbern können.

    Hast du sie schon mal richtig Hungern lassen? Ohne irgendwelche Leckerlies oder Schnick Schnack am Futter? Manchmal wirken ein paar Tage Fastenkur mit immer nur dem gleichen Futter als Anschauungsobjekt Wunder.

    Wenn sie unter Futterneid frisst, scheint es ja wirklich eher Mäkeln als was Gesundheitliches zu sein (absichtlich den Konjunktiv, ich bin ja kein Arzt).

    *trommelwirbel*jubelgeheul*freudentanz*

    Ich liebe meinen Hund und es hat sich gelohnt!

    Situation: Gassigehen mit einer Freundin und zwei Kinderwagen. Sind am schwätzen, daher Augen nicht ganz 100%ig beim Hund. Ich sehe die Rehe im Feld zu spät, Lena sprintet in dem Moment als die Rehe loslaufen los.

    "Nein" "hier!"

    Und dann fällt mir zum ersten mal unter dem Adrinalinschock das Codewort ein, was wir bis zum Erbrechen mit der Frisbee geübt haben.

    "STOPPPPPPPPP!"

    Und was macht mein Hund? Wird langsamer, guckt, schaut sehnsüchtig den Rehen nach, der Blick wandert 3 mal zwischen mir und den flüchtenden Rehen hin und her - und Madam kommt zurück! 20 Meter ist sie gelaufen, maximal, und das nicht mal ins Feld rein (das ist nämlich strikt verboten bei uns und sie wird konsequent dort rausgescheucht wenn sie mal versucht reinzugehen), sondern parallel zu den Rehen den Weg lang.

    Etwa 1 Jahr verdammt viel Arbeit und ein weiteres Jahr immer weiter, und mein Hund dreht tatsächlich um - und das bei Rehen, die von ihr etwa so weit entfernt waren, wie sie von mir.

    Boa, was bin ich heute HAPPYYYYYYYYYYYYY!!!!!!!!!!!

    Edit: Ich glaube hier fehlt noch eine Antwort

    Zitat

    Was kann ich tun um ihre Aufmerksamkeit draußen mehr zu bekommen und ihr dieses Traktorjagen bzw auch Hasen u Rehjagen oder zumindest hinterherlaufen zu unterbinden??? ich weiß nicht wo und wie ich beginnen soll?? (einen Trainer gibts hier leider nicht in der Nähe).

    Puuh, es gibt kein Patentrezept. Wenn du hier im Thread liest wirst du feststellen, dass jeder ein wenig anders übt, jeder hat seine Methoden an den Hund angepasst.

    Aufmerksamkeit kannst du durch kleine Spielchen erreichen, z.b. plötzliche Richtungswechsel, Versteckspiele. Du kannst auch unvermittelt Leckerchen fallen lassen und sie mit Jubelgeheul finden. Du findest immer die tollsten Sachen, du bist toller als alles andere. Es lohnt sich immer, nach dir zu gucken. Wenn du clickerst kannst du auch jeden Blickkontakt mir dir Clickern.

    Grundsätzlich nicht verkehrt ist auch Impulskontrolle. D.h. der Hund darf etwas, was er unbedingt will (starker Reiz/Drang) nicht machen. Ein Beispiel wäre hier z.B. das Türe öffnen. Die meisten Hunde die ich kenne, wollen sobald die Türe einen Spalt offen ist, hindurch schlüpfen. Hier muss man üben, dass der Hund lernt dem Reiz sich vorzudrängeln zu wiederstehen. Geht auch bei Aufzugtüren, beim Fressen oder ähnlichem. Im Perfektion ist es dann das Liegenbleiben und es fliegt der Lieblingsball oder an der Reizangel oder sonstigem Starkreiz.

    Pauschal ist es schwer dir zu raten, wie du üben sollst. Ich habe viel an der Kaninchenwiese geübt. Ich habe viel mit der Frisbee geübt, habe stark am Grundgehorsam gearbeitet und eben Impulskontrolle. Frisbee fliegt, Lena rennt los und DANN stoppen. Das war unsere Königsdisziplin an der wir zuletzt gearbeitet haben - und heute hat sie geholfen.

    Zitat

    mailo ist auch sehr schlank und nimmt schnell ab,er hatte den letzten monat 2 kilo zugenommen und sah richtig super aus.

    Ich fühle mit dir, mein Wauz hatte im Tierheim abgenommen und ich hatte mühsam die Hälfte wieder drauf, als die Mäkelei anfing. Aber ich habe danach die Kilo über erhöhte Futtermenge wieder drauf bekommen. Da sie für einen Labbie (wenn auch Mix) eh sehr schlank ist, wird sie eh immer als halb verhungert betitelt, da hat das bisschen mehr Rippen-Rausstehen auch nix mehr ausgemacht.

    Mir hat das Herz geblutet, aber ich habe durchgehalten.

    Ich könnte verstehen, wenn du besonderss ausgefallene Futterpläne deiner Ma nicht zumuten möchtest. Aber wenn du ihr erklärst, warum und klipp und klar sagst, dass es NICHTS für den Hund zwischendurch gibt, dann sollte das doch klappen - oder?

    Meine Madam hat übrigens 4 Tage gehungert. Und meine größte Herausforderung war, den Herrschaften vom Altenheim klar zu machen, dass sie nichts geben dürfen (die haben teilweise extra Leckerlies einstecken, weil das eine beliebte Gassirunde ist für die Hunde und es halt eine der wenigen Freuden ist, die ihnen bleibt). Aber hat geklappt und seit dem mäkelt sie maximal eine Mahlzeit lang. Dann ist das Futter weg und die Erinnerung kommt beim nächsten Fressen wieder, dass man das lieber ißt, bevor es wieder weg ist.

    Mit sowas würde ich erst gar nicht anfangen. Damit kannst du dir einen richtigen Terroristen ranziehen, der kein normales Trockenfutter mehr frisst, sondern immer erwartet, dass noch was in/über sein Futter kommt.

    Ich bin immer für die Variante (wenn gesundheitlich alles geklärt ist) hungern lassen. 3x täglich gibts den Napf für 10 Minuten, danach darf der Hund zugucken, wie er weggestellt wird, und das so lange bis er frisst. Es ist noch kein gesunder Hund vorm vollen Napf verhungert.

    Ist das überstanden gibt es Leckerein NACH dem Trockenfutter in den Napf, nie vorher, sonst wartet der Hund nur wieder auf was besseres.

    Haaren kann mehrere Gründe haben. Neben "schwereren" gesundheitlichen Gründen kann es sein, wenn er in blödem Wasser gebadet hat und hört nach ein paar Tagen wieder auf und im einfachsten Fall kommt es vom Futter und bessert sich, wenn man dieses umstellt.

    Schwer zu sagen, hast du etwas geändert (Futter z.B.) in letzter Zeit?

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    um einen kleinen Irrtum aufzuklären : die Zusammensetzung der Futter war mit 55% das Hauptkriterium

    nur mal so am Rande erwähnt...

    und die Jungs von der Stiftung Warentest wissen schon worauf es beim Testen ankommt.

    +

    Du hast schon gelesen, was die getestet haben, den Text in dem eingestellten Link von der Seite zuvor bzw. den Quotierten Teil? Wenn du meiner Zusammenfassung nicht traust, die Quellenlinks sind ja angegeben, dann kannst du dich selber durch die Testseiten und Details quälen - und vermutlich zum gleichen Ergebnis kommen.

    Und die 55% sind NICHT auf die Zusammensetzung entfallen, sondern darauf, ob alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind.

    Das ist wie Seeseite und Seeblick, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Lederoptik heisst noch lange kein Echtlederschuh....