Eine kurze Geschichte zu der Aussage "Die Halsbänder wirken schon".
Meine Madam ist Sichtjäger. Und wenn ich sie lassen würde, würde sie dieser Passion auch schön nachgehen.
Letztens ist ein Kamikaze-Feldhase (ein ganz schöner Brocken) plötzlich aus dem Gestrüpp der Linken Wegseite herausgesprungen, genau vor den zwei Hunden, die auf der Rechten Wegseite am Schnuffeln waren, ins Feld rein, beide Hunde (meiner und der meiner Eltern) verdutzt geguckt, ich "Nein" und was macht der blöde Hase? Er kommt 1 Meter neben den Hunden wieder raus, und rennt/rast/hüpft wie ein bescheuerter in Richtung mir und meinern Mutter, 1m an uns vorbei, den Weg weiter. Das war dann doch zu viel Reiz für meinen Hund und Madam ist hinterher. Ich hatte Kind im Tragetuch, daher etwas unmobil und habe eine, vielleicht etwas ungeschickte, Reaktion gewählt: Ich habe meine Leine nach ihr geschmissen. Da sie nicht weit weg war, hab ich sie auch getroffen.
Reaktion meines Hundes: Genau NULL! Ich hätte der in dem Adrinalinrausch vermutlich diverse Amper um die Ohren hauen können und ein kleiner Luftstoss hätte sie noch weniger aufgehalten.
Klar, eine durch die Luft fliegende Leine (nicht von mir gehalten, das ist ja dann ein Peitschenhieb) hat kaum Zug dahinter, und soo schwer sind die Karabiner nun auch nicht, aber ich hatte auf den Schreckmoment gehofft. Und nur auf den kommt es ja bei den Erziehungshalsbändern an.
Du siehst also: Die helfen nicht unbedingt. Und gerade im Jagtrausch glaube ich da nicht dran. Da schaltet der Hund doch so ziemlich alles aus.
Ich nutze bewusst das Wort ziemlich, denn nach einem noch mal eindrücklichen "Nein" und "hier" hat mein Hund nach etwa 10 Sekunden Jagt umgedreht. Auch wenn diese 10 Sek verdammt lang waren....
Allerdings habe ich für diesen Erfolg, meinem Hund das Hetzen abbrechen zu können, auch über 1 Jahr gearbeitet. Den ersten Feldhasen hat Madam sehr weit und sehr lang gehetzt, da hab ich sie am Horizont über die Felder rasen sehen, auf die Landstraße zu.......