Ach Hunde sind toll. Mein Kleiner ist jetzt noch kein Jahr und ich finde es Klasse, dass er mit einem Hund aufwächst.
Ich schreibe dir einfach mal ein paar Überlegungen auf, die wir damals (noch ohne Kind) hatten, bei der Suche nach DEM Hund für uns. Wichtig ist, dass du ehrlich zu dir selber bist. Nicht schönreden, nicht wegwischen nach dem Motto "ach das wird schon". Dann findest du den Hund, der zu dir/euch passt. Denn es gibt schon genügende nicht passende Mensch-Hund Kombinationen, bei denen beide Seiten nicht 100%ig glücklich sind.
- Wieviel will ich wirklich Gassi gehen. 1h am Tag, 2h oder bin ich bereit täglich dafür 4h zu opfern.
- WIE soll der Gassigang aussehen. Gemütliches gehen, oder Joggen - Sprich, eher nen kleinen Hund, nehmen wir mal eine Bulldogge als Beispiel, oder nen Husky, mit dem man halt täglich ne Rude radet.
- Wie sieht das mit schlechtem Wetter aus. Große Runden da ein Problem?
- Auch im Hinblick auf das Kind, was immer (oder zumindest oft) mit muss. Das mag vielleicht viel selber laufen, aber natürlich noch keine 5km.
- Wie sieht eure Urlaubsplanung aus für die nächsten Jahre
- Gibt es da eine Betreuung für den Hund
- Soll der Hund mit
- Kleine Hunde gehen ins Handgepäck im Flieger, große müssen in den Frachtraum
- Wohnsituation: Mit einem kleinen Hund bekommt man eher eine Wohnung/Genehmigung als mit einem großen schwarzen.
- Was ist, wenn du deine Arbeitszeiten erhöhst, gibts dann zumindest eine grobe Idee, wo der Hund betreut wird tagsüber?
- Wer betreut den Hund während Krankheiten, Urlaub, Famlienfeiern (Hochzeiten oder ähnliches, wo er nicht mit hin kann)
- Ist es dir wichtig, den Hund noch heben zu können (mir war das zum Beispiel absolut wichtig, 35 Kilo wäre No-Go für mich gewesen. Ich muss sie alleine aus dem Wald tragen können, falls sie sich verletzt oder matschig in die Badewanne kriegen).
- Große Hunde können eine normale Radtour am Rad mitlaufen, kleine können in einen Fahrradkorb. Mit letzterem ist man wesentlich flexibler, da man auch Tagestouren so machen kann, ein Hund der mitläuft ist der maßgebende Faktor und das sind halt nicht täglich 20km, die man mit dem Rad aber auch mal schnell zusammen hat.
- Einem großen Hund verbietet man wesentlich leichter, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen, ein Kleinhund ist schnell mal hochgelassen, da er a) nicht so viel Platz wegnimmt und b) man ihn leichter kraulen kann.
- Ein nicht gut erzogener großer Hund (der zum Beispiel an der Leine zieht) ist wesentlich unangenehmer als ein kleiner.
- Ein kleiner Hund ist am Spielplatz eher geduldet als ein großer schwarzer.
- gegeüber SOKAS bestehen leider immer noch Vorurteile in der Gesellschaft, willst du mit einem solchen Hund dein Kind vom Kindergarten abholen?
- süss aussehende Kleinhunde werden von Kindern leicht als Puppen misbraucht (habe ich im Freundeskreis gesehen, der Hund hat es sich allerdings gefallen lassen)
- ein Welpe verlangt am Anfang viel Aufmerksamkeit, muss ständig raus, Stichwort Stubenreinheit, will erziehung, hat spitze Welpenzähne, ist hibbelig und süss
- ein älterer Hund hat vielleicht eine gewisse Erziehung genossen, kann seine Blase kontrollieren, Grundbegriffe wie Sitz und Platz verinnerlicht er vielleicht schneller als ein Welpe. Ausserdem hat (hoffentlich) schon eine gewisse Sozialisierung auf Umweltreize, Menschen und Hunde statt gefunden.
- Züchter für einen Welpen findest du im VDH, schau dir dort die Züchter trotzdem gut an, unterhalte dich, Löcher sie mit Fragen, beschäftige dich wenigstens ein bisschen mit den unterschiedlichen Linien (so es verschiedene gibt z.b. Arbeits- oder Showllinie) und welches Zuchtziel versucht wird zu erreichen (z.b. Möpse mit längeren Nasen oder ähnliches).
- Ein Zuchthund kostet in der Regel 800 Euro aufwärts
- Tierschutzhunde kosten in der Regel 200-400 Euro Schutzgebühr, meist hängt es davon ab, wie alt die Hunde sind. Das Tierheim wo mein Hund her ist, will für Hunde ab 6 Jahren 200 Euro, unter 6 Jahren 300 Euro und für unter 6 Monaten 400 Euro.
- Wenn du es verkraftest, nicht den erstbesten Kulleraugen nachzugeben, schau mal hier rein: http://www.zergportal.de
- Gerade mit Kind rate ich von Zeitungsanzeigenhunden ab. Du weisst zum einen nichts über die Gesundheit der Verfahren (Stichwort Erbkrankheiten), du weisst nichts über die Triebstärke (stark ausgepräger Jagttrieb, starker Schutztrieb) etc.
Wie du merkst sind das alle möglichen Stichworte, die man einfach alle einmal sich überlegt habe sollte. Vieles kann man nämlich auf diese Art und Weise ausschließen. Und je mehr man für sich definitv ausschließen kann, bzw. weiss, was man unbedingt möchte, umso mehr kreist man "seinen" Hund ein.