ZitatWer es nicht mit seinen Hygienestandards vereinbaren kann, dass die Hündin zweimal im Jahr ein paar Tropfen Blut verliert, sollte sich für einen Rüden entscheiden
Quelle: Der Link von wiosna
Schön, dass es mal irgendwo ausgesprochen wird.
ZitatWer es nicht mit seinen Hygienestandards vereinbaren kann, dass die Hündin zweimal im Jahr ein paar Tropfen Blut verliert, sollte sich für einen Rüden entscheiden
Quelle: Der Link von wiosna
Schön, dass es mal irgendwo ausgesprochen wird.
Ich versuche es mal möglichst wertfrei zu formulieren:
Nach dem deutschen Tierschutzgesetz ist es verboten, ohne medizinischen Grund Körperteile zu entfernen, wie zum Beispiel eine Gebärmutter oder Eierstöcke. Nun machen es aber Tierärzte trotzdem täglich, weil die Masse es nachfragt. Kann man von halten was man will.
Neben den diversen medizinischen Grunden, die gegen eine Frühkastration sprechen, aber gerne unter den Tisch gekehrt werden, lässt du in diesem Falle deinen Hund nie erwachsen werden.
Darum kann ich nur raten: Lass deine Hündin läufig werden, das ist keine Krankheit sondern gehört für eine Hündin dazu. Wer das nicht verkraftet, hätte sich vielleicht eher für einen Rüden entscheiden sollen. Auch die Scheinschwangerschaft danach ist nicht schlimm, sondern von der Natur so vorgesehen, damit in einem Wolfsrudel die anderen Weibchen im Notfall die Welpen der Alphahündin mit aufziehen können.
Deine Hündin wird damit reifen, nach 2 manchmal auch erst nach 3 Läufigkeiten hat sich ihr Charakter eingependelt. Eine Kastration verhindert diese Entwicklung, also hast du natürlich eine Wesensveränderung.
Vor allem hast du die Veränderung durch die geänderte Wahrnemung der Umwelt. Denn sie wird nicht mehr als vollständige Hündin wahr genommen. (Wenn frühkastriert).
Ich rate dir: Warte ab, vielleicht wird die läufigkeit total easy, die Scheinschwangerschaft fast symptomfrei und solange sich keine anderen medizinischen Gründe ergeben, könnt ihr sie intakt lassen.
Viele Grüße
Faesa.
mit einer frühkastrierten Hündin aus dem Tierschutz, die leider mit einigen Wesensproblemen bedingt durch diese frühe Kastration zu kämpfen hat.
Hmmm, klar wird es billig. Aber das Ausgangsfutter ist auch ganz schön teuer wie ich finde, und dann jedesmal noch 6 Euro Versandkosten drauf und die knappen 10 Euro für die Mitgliedschaft muss man auch noch umlegen, nein, günstig ist für mich was anderes. Seriös übrigens auch. Solche "Machenschaften" finde ich immer sehr seltsam, es hat heute keiner mehr was zu verschenken, dann hat es für mich immer einen touch von nicht-ganz-koscher, wenn das einer dennoch suggerieren will.
Edit: ähnliche Futter würden im Handel vermutlich so um die 30 Euro kosten. Nur mal als Vergleich zu dem unglaublich günstigen Futter..... und bei Futterfreund kriegst du das dann versandkostenfrei nach Hause.
Zitatdann kommt er nach so ca. 2Minuten
Ich finde, das hängt davon ab, wie lange er jagen geht, wenn er wirklich jagen geht, und wie er wiederkommt.
Meine war NIE länger als vielleicht ne Minute weg, hat in der Zeit aber den Feldhasen bis fast ausser Sicht (auf flachem Feld!) gehetzt. Da würde ich nach 2 Minuten innerlich toben, und vor allem wären 2 Minuten für mich der schlimmste Rückfall seit keine Ahnung, fast 2 Jahren. Und ich könnte mit dem Jagttraining wieder ein ganzes Stück weiter vorne anfangen. Denn zumindest meine hätte sich in dem Moment geholt, was sie immer wollte: Hetzen.
Auch wenn der Hund kürzer weg ist, wenn er fast unansprechbar mit Hormonen vollgepumpt neben mir stehen würde, und das Umdrehen letztlich nichts mit mir zu tun hat, sondern damit, dass die Beute weg ist, nein, auch dann würde ich bei 2 Minuten nicht loben. Nur weil es kürzer ist als 2 Stunden sehe ich nicht als Grund zu loben. Für meinen Hund ist das Hetzen das Größte, das dauert nicht lange, für andere ist es das Stöbern, das geht natürlich wesentlich länger, beides ist aber für den Hund gleichermaßen erfüllend. Und eine selbst geholte Belohnung lobe ich nicht noch weiter.
Da es anscheinen öfters vorkommt, heisst das doch eigentlich, dass der Hund sich immer wieder selber die Belohnung fürs Jagen holt. Er schafft es immer wieder. Und damit lohnen sich natürlich auch die ständigen Versuche, denn man hat ja immer mal wieder Glück. Um wirkungsvoll am Nicht-Jagen zu arbeiten, darf der Hund keinerlei Erfolge mehr haben. Denn ansonsten hat man den schönsten Effekt: Die Variable Belohnung in seiner effektivsten Form.
Ich würde hier ganz dringend zu einer permanenten Absicherung raten, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass der Hund nicht jagen geht. Freilauf nur noch unter voller Konzentration in Gebieten, wo man das Wild vorher sehen kann bzw. kein Wild sich aufhält.
Wenn ich an dem "keinen Bock mehr" Punkt war (den es ja bei einigen Forenmitgliedern angeblich nieee gibt), dann bin ich immer einen Weg gegangen oder eine Wiese, die ohne Leine ging und habe den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Und wenn ich 3 Tage lang die Schnauze voll hatte, dann bin ich 3 Tage so gegangen. Das Training ist immer nur so gut, wie man selber dahinter steht und mit Spass und Konzentration dabei ist. Wenn man keinen Bock hat, merkt das der Hund, das ganze läuft nicht rund und das gibt nur Frust auf beiden Seiten.
Was ich ganz vergessen habe zu erwähnen, ist, dass ich auch ganz oft mal ohne Reden losgegangen bin zuhause. Und nach 10 Minuten an der großen Hasenwiese, gab es den ersten Befehl. Da stand Madam aber Gewehr bei Fuss, froh, dass Frauchen endlich mal was sagt.
Gut waren auch immer die Tests auf der Wiese mit Rücken zudrehen. Egal wo Madam war, ich habe ihr immer wieder den Rücken rumgedreht. Tjoa, hab ich gemacht, sie ist mehrfach dann wieder in mein Sichtfeld reingelaufen. Irgendwann nicht mehr. Kurz gewartet (wollte mir ja durch Umdrehen auch mein Spiel nicht kaputt machen), nix zu hören. Mist. Hatte mich sonst immer am Klappern der Märkchen orientiert. Nix. Fing schon innerlich an mich selber zu fluchen, drehe mich etwas unkoordiniert, weil ärgerlich, um, und trete fast auf meinen Hund, der schräg hinter mir sass und mich anhimmelte
Das ganze war aber kein Zufall, das habe ich immer mal wieder gemacht, und es ist interessant, wie schnell sich ein Hund an einem orientiert, wenn man mal aufhört, laufend zu schwätzen.
@Blumenmelanie: wenn er mit dem Dummi stiften geht, dann würde ich im Zweifel den Dummi mal an die Leine legen. Dann kann er sich frei bewegen, aber der Dummi muss zu dir, oder du kannst es kommentarlos durchsetzen. Versuch mal was passiert, wenn du erst gar nicht dich auf eine "Diskussion" mit dem Hund einlässt, sondern kommentarlos schlicht durchsetzen, dass der Dummi auf direktem Wege zu dir kommt.
Zu dem "Plan". Ich habe nicht wirklich nach Plan gearbeitet. Vieles ist ja davon abhängig, wieviel Lust man selber hat, wie die Gegebenheiten sind. Es bringt ja nix, wenn ich mir vornehme, dass ich am Samstag früh um 7 an der Kanickelwiese mit Hund diese Mistviecher beim Frühstück beobachte, aber genau dann die vom Betriebshof dahinten was am Kleinmüllplatz abladen und mit ihrem LKW alle Hasen verscheucht haben. Klar bin ich ab und an mit dem Vorsatz "jetzt mache ich dies und das" runter gegangen, aber oft genug ist das dann in etwas anderem geendet, weil es sich gerade angeboten hat. Wenn uns schon hier direkt an der Haustüre der Hase weggehopst ist, hab ich im Prinzip alles vergessen können, da hilft mir der schönste Plan nicht weiter.
Wichtig ist, dass man sich selber immer mal wieder die Erfolge ins Gedächtnis ruft. Sowas wie "Weg A konnte ich früher nur unter Terror gehen, heute läuft das prima". Und wichtig war für mich auch etwas, was ich erst "lernen" musste, und mir meine Mama immer gepredigt hat: Du musst auch etwas Vertrauen in dein Training und deinen Hund haben. Und da hat sie schon auch recht. Permanente Absicherung ist gut, aber irgendwer hat(te) hier im Forum mal die Signatur: Frei laufen lernen Hunde nur durch frei laufen. Darum bin ich kein Befürworter von 100% Schleppleine, ich habe immer im Mix gearbeitet und bin damit bestens gefahren.
tinkerbell: Na siehste, und in 4 Wochen liest du diesen Beitrag noch mal und denkst dir - hey, über was für Pipifax hab ich mich da gefreut, heute gehen wir da souverän drüber und können sogar Sitz machen. ![]()
Das Spielen mit Schlepp habe ich relativ gut vermeiden können. Ich habe die Schlepp ja auch nie gekürzt, nach einer kurzen 100% Schleppleinenphase bin ich eigentlich immer im Mix gegangen. Schlepp wo nötig, da wo nicht nötig, weil Ablenkung gering, ohne. Spielen lassen habe ich sie nur auf der Hasenungefährlichen Wiese, alles andere habe ich abgelehnt und habe die Hundehalter hier oft ein Stück Weg alleine gehen lassen und habe sie weiter hinten wieder getroffen, da diese die Kanickelwege gegangen sind (und die Hunde auch fleissig gejagt bzw. gestöbert haben), die ich mir nicht antun wollte.
Insgesammt habe ich in meinem Umfeld sehr, sehr wenig Verständnis für mein Training bekommen. Heute werde ich oft angesprochen, wie gut Lena hört - aber kaum einer versteht, wie viel Arbeit da wirklich dahinter steht. Dass es nicht mal so eben mit 5 Leckerchen perfekt lief. Hier lassen fast alle Hundehalter ihre Hunde jagen, und es ist reine Bequemlichkeit - und die Ausreden warum man nicht daran arbeitet sind teilweise so haarsträubend, dass ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll.
Darum war ich eine, die hier ganz stark den Austausch gebraucht hat, um nicht völlig zu verzweifeln. Um irgendwo auch wieder die Bestätigung zu kriegen, dass der Weg den man geht, der richtige ist.
Ich kann daher auch nur raten, hier immer wieder zu posten, wo man steht, sonst wird man nämlich gaga :-)
Zitatsehe ich auch so, und finde es immer bedauerlich wenn reflexhaft in die abwehrhaltung gegangen bzw. sarkastisch geantwortet wird.
es gibt solche HH,und ihnen zu begegnen ist ein höchst unerfreuliches vergnügen.konkrete tips zum umgang mit solcherlei schwachmaten kann ich dir leider auch nicht geben, einfach weil ich in diesem bereich den weg des geringeren wiederstandes bevorzuge.
d.h, da sich ein solcher menschenschlag immer in einigen wenigen stadtteilen konzentriert, würde ich auch umziehen bzw. die wege mit begegnungsoption schlichterwegs meiden.
Das Problem mit den Antworten wird aber durch eine provozierende, stark verallgemeinernde Aussage im Startpost doch direkt hervorbeschworen. Wäre die Frage gewesen "hallo, ich habe hier eine Gruppe Halbstarker, die irgendwie meinen, Hunde sind nich als Familienhunde zu halten und auf Spielsplätzen versuchen, illegale Hundekämpfe im kleinen Rahmen zu veranstalten, es gab auch schon verletzte/tote Hunde durch Beissereine mit diesen, was kann ich noch machen, wenn die Polizei nicht eingreift", dann bekommt man auch andere Antworten. Wenn man aber direkt das Wort Immigrant (was überhaupt nichts zur Sache tut) in den Raum wirft und auch noch behauptet, da würden keine Steuern bezahlt (was man überhaupt nicht weiss und ebenfalls zum Kernproblem überhaupt nicht in Relation steht), dann darf man sich halt nicht wundern.
Hmm, also ist jeder Hund, der die Steuermarke nicht am Halsband trägt (so wie meine, die sie nämlich mal wieder verloren hat - und es ist nicht überall Pflicht sie am Hund zu haben), und Leinenaggressiv ist ein Kampfhund? Wenn dein Hund doch mit ihm gespielt hat, selbst wenn der andere "dominant" war (wie du es nennst), dann kann das doch kein scharfer Kampfhund gewesen sein.
Ich strauchel hier gerade über meine eigenen Erklärungsversuche, weil mir die Wortwahl hier überhaupt nicht gefällt, aber auch nix besseres einfällt.
Also versuch ich es mal an den Fakten:
Die Hunde tragen keine Steuermarke - nicht verboten, sagt nix über Zahlen oder nicht zahlen aus.
Die Hunde pöbeln an der Leine - so wie Nachbars Lumpi auch, weil er es nie anders gelernt hat - ist Nachbars Lumpi jetzt ein böder Kampfhund?
Die Leute, die diese Hunde führen haben irgendwo in ihren Ahnen nicht deutsch-stämmige Verwandte. So wie mein Nachbar. Oder der adoptierte, mit dem ich aufgewachsen bin. Oder meine türkische Kollegin, von der ich leckere Rezepte aus ihrer Heimat gelernt habe. Hmmm. Die haben alle ganz sicher keine Kampfhunde. Aber das Cäsar Hündchen von Nachbars geht ab und an jagen, ist es nun ein böser Jagthund?
Um noch irgendwie sinnvoll zu werden: Mach doch einfach um Hunde, die mit deinem Hund nicht können, einen Bogen. Wo ist das Problem? Mein Hund mag auch nicht jeden, muss sie auch nicht, um diese Leute mache ich einen Bogen und gut ist. Lena wird entweder angeleint oder ins FUss gerufen und wir gehen dran vorbei. Und mittlerweile ist es mir echt egal, wie die Hunde anderer erzogen sind. Es verursacht so manches Verhalten zwar ein Kopfschütteln bei mir, aber letztlich ist es das Problem dieser Leute und nicht deines.
Wenn dich der Hund angreift im Freilauf, dich massiv bedrängt, kannst du eine Anzeige stellen, wegen berechtigter Angst, aber solange der Hund einfach nur nicht hört - ignorieren. Und ob die Migranten oder nicht Migranten ihren Lumpi nun eingefangen kriegen oder nicht, ist doch deren Problem, wenn sie sich auf 10 Minuten Fang-den-Hund auf der Wiese einlassen.
So, es ist irgendwie - lang - geworden *hust* Als Anfang mal ein ganz kurzer Abriss über die Umstände:
Lena, Tierheimhund, bekommen mit 10 Monaten. Total verschüchtert mit nach Hause genommen. Anfangs starke Verlustängste, nachdem sie sich eingelebt hat, hat sie angefangen zu jagen.
Anfangs dachte ich oh je, was ein Höllenjagttrieb. Sie ging wirklich nach allem, nach Raschelndem im Gebüsch, nach Vögeln, nach wehenden Blättern, nach Pfosten im Feld. Insgesamt hat sie 3 Feldhasen gehetzt, wobei der Dritte Blödheit von mir war, der hätte nicht sein müssen. Die ersten beiden hat sie bis an den Horizont über die Felder gehetzt, ich bin tausend Tode gestorben, auch wenn sie nur ne Minute oder zwei weg war, da sie eine gute Sprinterin ist, schafft sie solche Distanzen ja in kürzester Zeit.
Sie ist ein sehr hibbeliger Hund, der sonst einen guten Grundgehorsam hatte (bzw. von mir beigebracht bekomme hat, sie konnte ja nichts als ich sie bekam). Hinter meinem Haus liegen 2 große und einige kleinere Wiesen, abgeteilt durch Brombeerhecken, sozusagen ein Kanickelparadies.
Die beste Anschaffung des ersten Jahres bei uns war neben der Schlepp die Flexi, denn Abends im Dunklen konnte man kaum gehen, ohne über die Mistviecher mit den langen Ohren fast drüber zu fliegen.
Meine ersten Übungen waren simple Dinge wie warten an der Türe. Erst auf Kommando durch. Ganz schön schwierig für einen Hund, der immer vorne mitmischen will, weil er sonst Angst hat, vergessen zu werden. Die Steigerung war die Aufzugtüre, warum auch immer, war die wesentlich schwerer für sie, als andere Türen.
Dann habe ich mit der Zeit festgestellt, welche Wiesenteile ganz gut gehen, und welche gar nicht. Sie hing mir an gewissen Durchgängen zwischen den Hecken zerrend fast stehend in der Leine, ich hatte Mühe die knapp über 20 Kilo zu halten, absolute Hölle. Also habe ich diese Ecken erst mal komplett ignoriert. Ich glaube ich bin diese Wege fast 1 Jahr überhaupt nicht gegangen, weil davon habe weder ich, noch mein Hund etwas, wenn sie sich stranguliert und mir das Blut in den Händen abschnürt.
Dann gab es die Schleppleine. Ein paar Wochen sind wir ausschließlich Schlepp gegangen, um überhaupt nen Grundgehorsam rein zu kriegen, in der Zeit haben wir natürlich auch auf den Wiesenteilen, die ganz gut gingen geübt. Tagesrandzeiten, wo viele Kanickel sassen, gab es weiterhin ausschließlich kurze Leine oder Flexi, mit der sie zumindest rechts und links mal 3 Meter ins Gras zum lösen konnte.
Einer der wichtigsten Befehle in der Zeit (den ich auch heute noch bedingungslos einfordere und gnadenlos durchsetze) war „auf den Weg“. Vorbeigehen an den Kaninchenwiesen und „auf dem Weg“ bleiben. Das ganze natürlich Mittags, wo so viel los war, dass eh kein Vieh draußen sass.
Dann habe ich das Apportieren angefangen. Anfangs mit Leckerliebeutel, fand sie auch ganz witzig, hat ihn auch brav gebracht, aber irgendwie war das Spiel interessanter als der Beutel. Ihr war das relativ egal, ob es das Zeug aus dem Beutel oder von mir gab. Habe daher relativ schnell vom Beutel auf einen echten Dummi gewechselt. Als es zuverlässig funktionierte, dass ich ihn werfen kann und sie erst auf Befehl nachgeht, habe ich vor der absoluten Höllenwiese angefangen. Auf dem Weg allerdings nur, ich bin hin und her gerannt, habe mit dem Dummi gewedelt, habe mich komplett zum Affen gemacht.
Eine kurze Anekdote: Der Weg auf dem ich das Theater veranstaltet habe ist der Fussweg vom Wohngebiet zum Bahnhof, es gehen also immer mal wieder Leute dort. Irgendwann war ich mit Hund in der Stadt unterwegs, und es sprach mich ein Ehepaar an – mir völlig unbekannt. Ob ich an dem Morgen gegen 10 Uhr dort geübt hätte. Musste ich bejahen und sie lachten nur und meinten, ich wäre sehr aufgefallen *hust*
So, ich habe also beschlossen, meinem Hund vor dieser Wiese klar zu machen, dass ich vieeeel toller bin als diese dumme Wiese, die natürlich schon sehr verführerisch riecht und wo sie natürlich weiss, dass morgens und Abends die Mistviechter sitzen.
Nachdem das halbwegs funktionierte, dass sie auf dem Weg eher mich als die Wiese im Blick hatte, natürlich alles an der Schlepp, jedes Abweichen vom Weg wurde mit „auf den Weg“ korrigiert und wir haben gespielt, habe ich sie an die 7m Schlepp gelegt. Habe mir das Ende um den Bauch gebunden, damit ich 2 freie Hände habe. Damit hatte sie noch etwa 5-6 Meter Spielraum. Mit Clicker, einem noch nicht gefütterten Hund und einer Tagesration Trockenfutter bin ich dann AUF diese Höllenwiese. Die Wiese ist nur etwa 15m breit und 30m lang, aber dank Brombeeren rundherum ein Kanickelparadies. Sie ist auch übersäht von Bauten und den Hinterlassenschaften. Und auf dieser Wiese habe ich einfach nur eines gemacht. Ich bin hin und her gelaufen, nicht bis an den Rand heran, denn dort riecht es noch gemeiner, und habe Blickkontakte geklickert. Ich glaube eine ganze Woche habe ich das jeden Mittag gemacht. Stumpf hin und her, ein bisschen ähnlich dem Ignoranzkarree. Nach einer Weile konnte ich schon ganz simple Befehle einfordern, Sitz, mal ein Platz. Und nach noch einer Weile konnte ich auch sie ablegen und einfach mal eine Minute stehen bleiben.
Parallel habe ich einen Superpfiff nach dem AJT Buch von Pia Gröning konditioniert. Gebraucht habe ich ihn genau 1 mal, gewirkt hat er genau 1 mal, versagt hat er genau 1 mal. Im Wald haben die Hunde im Graben einen Fuchs aufgestöbert (sie dürfen nur in den Graben abweichen, an der ersten Baumreihe ist Ende und es heisst „auf den Weg“). Der ist natürlich auf dem Weg weggeflitzt, und mein Hund hinterher. Superpfiff und Madam drehte wie im Comic mit Bremsspuren auf dem Schotterweg um, kam zu mir, stupste mich an, drehte mit ähnlicher Geschwindigkeit um und setzte dem Fuchs wieder nach. Ein zweiter Pfiff wurde ignoriert – da der Fuchs zu dem Zeitpunkt aber natürlich schon über alle Berge war, kam sie relativ fix wieder, ist auch nicht vom Weg abgewichen, aber ignoriert hat sie den Pfiff schon.
Mein Lerneffekt war also, der Pfiff ist nett, aber das muss anders gehen.
Dann habe ich angefangen, das Dummi auszubauen. Mit 3 Dummies, irgendwie hat sie das zwar alles gemacht, aber zufrieden war ich damit irgendwie nicht. Ich bin auch nicht besonders gut im werfen und ich brauchte die Bewegung des Objektes, denn das war ja ihr Schlüsselereiz. Mein nächster Kauf war so ein Wurfteil von Kong, ein Seil mit nem Plastikteil in der Mitte und zwei Plastikenden. Fast unkaputtbar, DAS war schon mal sehr genial. Das konnte auch ich richtig weit werfen und das fand sie schon mal sehr genial. Da war auch das bleiben während des Wurfes plötzlich wieder schwerer.
Nach einem totalen Fehlkauf eines noch anderen Spielzeuges habe ich aus Spass eine Frisbee mitgenommen im Fressnapf. Und ich habe meinen Hund noch nie so abgehen sehen. Die ist dem Teil nach wie doof und hatte fast alle Befehle vergessen. Genau was ich brauchte. Und wir haben geübt. Erst das Bleiben, danach das Stoppen, das umkehren, was weiss ich. Jeden erdenklichen Mist hab ich an der Frisbee geübt. Mittlerweile klappt meine „Königsdisziplin“ sogar: Ablegen, werfen, loshetzen lassen, stoppen, rennen lassen, und 1m vor der Frisbee wieder stoppen. Nach 15 Minuten an der Frisbee ist mein Hund so müde, dass er auf direktem Wege in seinem Körbchen verschwindet und für die nächsten 2 Stunden nicht mehr gesehen wird.
Daraufhin haben wir jeden Morgen Frisbee gespielt, und da die Frisbee so geil war, sind wir realtiv schnell auf die mittelschwere Kaninchenwiese gewandert. Dort hatte man nämlich mehr Platz zum werfen. Und siehe da, die Frisbee war definitv geiler als die Kanickel. So hatten wir zum ersten mal den Hund frei, obwohl 20m neben uns die Kaninchen sassen und am Frühstücken waren. Der nächste Test war dann die Wege zu gehen, die wir bis dato aus unseren Runden hinter dem Haus gestrichen hatten. Und siehe da, mit der Frisbee war ihre Konzentration bei uns.
Jetzt mussten wir also trotz Frisbee Ruhe in den Hund kriegen. Also habe ich angefangen, mit ihr 2 Minuten zu spielen, und sie dann abzulegen, 30m neben den Hasen und einfach 5 Minuten rumzustehen. Sie durfte dabei nicht aufstehen.
Und irgendwann kam der erste Tag, an dem ich leinenlos über unsere Wiesen gegangen bin. Allerdings mit der Aufmerksamkeit noch 100% beim Hund. Nach etwa einem ¾ Jahr konnte man mit Lena gehen, und sie mit dem Befehl „auf den Weg“ wieder von eventuellen Streifzügen zurückholen. Wenn ich mit meiner Mama und deren Hund unterwegs war, habe ich Madam an die Schlepp gelegt, schleifend, denn ich habe an der Schlepp 100% meiner Kommandos durchgesetzt, und sie wusste genau, an dem Teil hat sie besser zu hören. Selbst wenn das Schleppende teilweise 15m weit weg von mir war, so hat sie auf jedes Wort gehört.
Gut 1,5 Jahre war die Schlepp mein ständiger Begleiter. Ich hatte sie zumindest immer dabei, wenn die Ohren auf Durchzug waren wurde sie halt kürzer oder länger daran gehängt. Bei jedem Gassigang haben wir permanten die Umgebung gescannt um Wild vor ihr zu sehen, dann musste sie an die Leine. An Maisfeldern musste sie vorsorglich an der Leine gehen. Aber so sind wir sehr gut ohne weitere Rückfälle voran gekommen. Sie hatte ihren Freilauf und wo nötig war sie gesichert.
Mittlerweile gehe ich ohne Schlepp. Sie hat in diversen Situationen bewiesen, dass ich auch in Jagtsituationen zu ihr durchdringe und hat umgedreht bzw. bei den Rehen die im Feld aufgesprungen und weggerannt sind, ist sie nicht mal ins Feld rein, sondern brav am Weg hin und her getänzelt. Das „auf den Weg“ ist oft meine Rettung, denn sie geht auf diese Art und Weise erst gar nicht stöbern bzw. die Hemmschwelle ins Feld nachzusetzen ist einfach größer.
Ich habe keine Gewalt eingesetzt, aber sie z.b. wenn sie auf der mittelschweren Wiese am Rand war und guckte, wo vielleicht ein Kaninchen hockte und nicht hörte, habe ich sie gnadenlos eingesammelt. Am Halsband zurück auf den Weg geführt und ihr mit Stimmlage und Körperhaltung klar gemacht, dass mir das jetzt nicht gepasst hat. Das habe ich 2 oder 3 mal machen müssen, dann wusste sie, ignorieren bringt nix, ich setzte das durch.
Wir haben auch das Frisbeespielen etwas reduziert um keine permanente Erwartugnshaltung ihrerseits zu produzieren. Wir spielen nur noch alle paar Tage, aber das reicht auch völlig. Sie geht in dieser Hetze völlig auf, aber anders, als mein Erlebnis mit einem Gummiball war (sie war total gaga, da der Ball immer wieder duppte und sie immer wieder nachgesetzt ist, nach 15 Minuten hatte ich endlich meinen Hund, der wie auf Drogen war, wieder eingefangen). Sie darf auch ausschließlich nach meinen Regeln hetzen, tut sie das nicht, wird die Frisbee weggepackt. Etwa 1/3 meiner Würfe sind reines Hetzen, 2/3 sind in irgendeiner Form an Gehorsam und Kontrolle geknüpft, sei es Bleiben, Stoppen, umdrehen und zu mir kommen mittendrinen, oder sonstiges. Auch um Bäumelaufen (Befehl „rum“) oder auf die Seite legen („peng“) werden eingebaut. Es ist nicht immer der direkte Weg, der sie zum Ziel führt. Peng war übrigens unheimlich schwer, weil aus Sitz und Platz kann man gut losspurten und das Ziel im Auge behalten, bei Peng funktioniert das nicht, aber kann ich mittlerweile auch einfordern.
Im Nachhinein betrachtet habe ich einen Hund, dessen Jagttrieb rein auf der Hetze von sichtbaren, hauptsächlich bewegten Objekten beruht. Dieser lässt sich über Reizkontrolle, Umlenkung und Alternativbeschäftigung sehr gut kontrollieren. Vermutlich habe ich also eine Jagttrieb, der überhaupt nicht schlimm ist, solange man mit ihm arbeitet, würde ich jetzt nur noch stumpf Gassi gehen, würde sie wohl wieder ihre Hetze suchen.
Bis heute geht sie allerdings in mir unbekannten Gebieten, die mir vom Reiz her sehr hoch erscheinen, auch mal streckenweise an der Leine. Geht sie völlig entspanntn eben mir, leine ich aber auch mal für mein Ego an einer Kanickelwiese ab.
Probiert habe ich auf meinem Weg vieles. Viele verschiedene Leinenlängen, verschiedene Wurfteile, verschiedene Leckerlies. Am besten hat immer funktioniert, ohne Frühstück mit Trockenfutter in der Tasche loszuziehen. Ich habe probiert, das Vorstehen zu belohnen, was uns nicht weiter gebracht hat, da sie nur selten und nur bei unbewegten Objekten vorsteht, und von denen ist sie leicht ablenkbar. Bei bewegten Objekten schaltet sie sofort auf Hetzen, da Vorstehen ihr ja Zeit und damit Raum kosten würde.
Ich habe in der Zeit viel über meinen Hund gelernt, und kann heute auch problemlos unterscheiden, sieht sie etwas sehr interessantes oder nur etwas minder interessantes, ist sie entspannt und super gut ansprechbar, oder sollte ich mich lieber mal grad durchsetzen, damit sie merkt, ich bin auch noch da.
Ich werde sie wohl nie davon abhalten können, einem Feldhasen, der direkt neben ihr hochgeht aus Reflex nachzusetzen, aber ich kann sie innerhalb einer vertretbaren Distanz abrufen. Vertretbar heisst, keine Ahnung, bin schlecht im Distanzen schätzen, unter 100m im freien Feld und noch in Sichtweite im Wald. Beides hat sie schon bewiesen, dass es klappt, mehr wollte und kann man mit einem Jäger nicht erreichen.
Noch eine Anekdote zum Thema körperliche Strafe:
Ich war mit Mama und deren Hund unterwegs, beide Hunde rechts am Wegesrand am schnuffeln als von der linken Wegseite ein Feldhase auftaucht und 5 Meter vor den Hunden rechts ins Feld flüchtet. Beide Hunde perplex und das blöde Vieh kommt 1 Meter neben den Hunden wieder raus, auf den Weg und flüchtet den Weg entlang an mir und meiner Mutter vorbei. Das war vom Reiz dann zu hoch und meine Madam ist nachgesetzt. Selber total erschrocken ob der Reaktion des Hasens habe ich als dümmste aller auszuwählenden Reaktionen die zusammengeknüllte Leien in meiner Hand auf meinen Hund geschmissen, als sie grad an mir vorbeirannte. Reaktion: Genau, exakt 0,0. Nachdem ich mich gesammelt hatte und einmal Stop und Hier gebrüllt hatte, kam Madam wieder. Sie war vielleicht 15 Sekunden weg, also definitiv kein Misserfolg – und wenn ich erst ab meinem sinnvollen Ruf kalkuliere muss sie mehr oder weniger direkt umgedreht haben – wir waren gerade um eine 90° Kurve rum, daher kein Sichtkontakt mehr gehabt.
Daher glaube ich nicht, dass man Hunde durch irgendwelche Kästchen um den Hals vom Jagen abhalten kann. Denn was anderes war meine Leine nicht gewesen, als ein geringer körperlicher Einfluss. Und er war ihr mal sowas von egal.
Ich weiss es war lang, darum habe ich es etwas versucht zu gliedern und wichtige Punkte hervorzuheben. Vielleicht hilft es ja weiter, und wenn nur als Motivation, dass man sieht, es ist möglich, mit einem Jäger zu leben. Ob man froh sein kann, einen Jäger zu haben, weil man auf diese Weise viel von seinem Hund lernt, weiss ich nicht. Ich hätte mir schon oft einen nicht jagenden Hund gewünscht. Ich stand oft mit Matschhängen im Regen mit Hund und Schleppleine draußen und hab mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Und ich bin schon irgendwie froh, dass ich jetzt an einem Punkt bin, wo man sagen kann "ich habe fertig" - auch wenn man das wirklich nie ist. Aber es waren wirklich 2 Jahre teilweise sehr intensives Training, die viel Spass gemacht haben, aber auch ehrlicher weise, so manchen Nerv gekostet haben.
Etwas, das verboten ist, wird man nicht zu 100% ausrotten können, aber ich sehe doch einen Unterschied in der Masse der Nutzung zwischen dem verbotenen Teletakt (den unbelehrbare nutzen) und dem Halti, was für 7,50 Euro zwischen Hundepfeiffe und Clicker hängt. Die Einfachheit daran zu kommen, der günstige Preis lassen erst gar keine Zweifel daran aufkommen, dass es in irgendeiner Form schaden könnte. Man muss sich auch keine Gedanken machen, wenn etwas 300 Euro kostet, denke ich mal drüber nach, ob es zu mir passt, für 7.50 Euro wird es mitgenommen. Wenns nicht funktioniert, kann man es ja wegschmeissen.
Darum sollten solche Erziehungshilfen nicht unbedingt verboten werden, aber die Erhältlichkeit sollte eingeschränkt werden - z.b. nur gegen Vorlage einer schriflichen Empfehlung einer Hundeschule, oder nur erhältlich über einen Hundetrainer. Auch wenn auf diese Weise noch viel Schindluder getrieben werden würde, würde es doch einige Bequemlichkeitsfanatikern die Möglichkeiten einschränken.