Beiträge von Faesa

    Vieles hast du ganz gut geschrieben, aber bei mindestens einer Aussage sträuben sich mir die Nackenhaare: Ich war die, die den Jagttrieb angeführt hat. Und zwar aus der eigenen Erfahrung heraus. Ich arbeite jetzt schon 1 Jahr hart mit meinem Hund, es geht schon verdammt viel, aber bis heute kann ich sie in mir unbekanntem Gelände, besonders Felder, nicht frei laufen lassen, weil sie einfach den nächsten Hasen aufscheuchen würde. Und ich habe einen Labrador-Dalmatiner Mix.

    Ja, man kann einen Hund dahin erziehen, dass er umkehrt wenn du rufst. Aber das kann unter Umständen jahrelanges Training sein, in dem du eben nicht ableinen kannst und es gibt Rassen, die einen so starken Jagttrieb haben, dass er kaum zu bändigen ist (z.B. Beagle).

    Ein Hund darf nicht jagen - mal abgesehen davon, dass er rechtlich gesehen dann erschossen werden dürfte, ist es viel zu gefährlich für gejagtes Tier, Hund und Mitmenschen, wenn ein Hund ausser Kontrolle jagen geht.

    Und nein, es wird nicht möglcih sein, dass ein Hund "eine Runde jagen geht" aber zurück kommt, wenn du rufst. Entweder du kriegst das über Erziehung (Starkzwang oder Jahrelanges üben) so hin, dass er erst gar nicht jagen geht, oder er wird auch nicht hören, wenn du dann rufst.

    Ausserdem wirst du keinen Hund, der "ein paar Stunden am Rad mitlaufen kann" mit maximal 3h am Tag und 6 Stunden alleine so auslasten können, dass er glücklich ist.

    Inline Skaten ist kein Sport, wo einen der Hund gut begleiten kann -zumindest nicht in meiner Region. Die geteerten Wege sind alle entlang von Strassen, wo Leinenpflicht wäre. Radfahren um von A nach B zu kommen ist auch keine adequarte Hundebeschäftigung. Joggen - ja, da freuut sich sicher eine Pelznase, wenn sie mitdarf. Wie du siehst, fällt da schon einiges raus aus deiem Sportprogramm. Also ob da ein aktiver Hund so ganz das wahre ist? Vielleicht dann doch eher einen kleinen Hund, den du auf euren Radtouren in einen Korb packen kannst.

    Wobei auch zu beachten ist, dass z.B. die Russel Terrier absolut jagtfreudig sind und eine sehr konsequente Erziehung (ja, auch die brauchen Erziehung - haben noch dazu mit dem Ruf von Millionen unerzogener, kläffender, japsender und leinenzerrender "Tölen" zu kämpfen) benötigen. Sie brauchen gute körperliche Auslastung (mehr als man ihnen zutrauen würde) und zusätzlich nen haufen geistiger Arbeit, damit sie sich nicht am nächsten Karnickelbau selber beschäftigen.

    Anpassungsfähig was Zeit betrifft: Jeder Hund ist mal 2 Tage mit weniger zufrieden. Aber nicht dauerhaft. Stellt sich also raus, dass du dauerhaft ihn länger als 6h alleine lassen musst, wirds schon schwierig. Denn du kannst ja nicht plötzlich aus einem Hochleitungshund eine Couchpotatoe machen oder umgekehrt. Und du must auch bedenken, dass ein Hund, der schon für die Uni alleine war nicht unbedingt abends noch darauf warten mag, dass du aus der Disco kommst.

    So, Frühstück wartet, muss erst mal reichen bis hier hin.

    *wink*

    So, jetzt rechnen wir also genau die entstandenen Kosten auf, um dann festzustellen, dass es keine 200 Euro waren, regen uns tierisch über diese miese Abzocke auf und werden auf gar keinen Fall das bezahlen, bla, bla, bla.

    Und der nächste geht ins Tierheim, nimmt eine seniore Pelznase mit, die seit 2 Jahren im Tierheim sitzt, die eine chronische Augenentzündung hat und zahlt auch nur 200 Euro. DA regt sich keiner über die 200 Euro auf - aber es kräht auch kein Hahn nach den anderen 2000 Euro, die der Hund in der Zeit gekostet hat. Wodurch finanziert sich denn diese Differenz? Ja wohl durch "Gewinn" (darf man bei den Popelpreisen überhaupt von Gewinn reden, wenn Kofferraumwelpen für 500 Euro gekauft werden) an einer Vermittlung wie dieser und von Spenden.

    Deine Freundin arbeitet da ehrenamtlich, die weiss doch, wohin das Geld fließt und letztlich dringend gebraucht wird.

    viele Grüße
    Faesa
    die irgendwie diese Diskussion nicht ganz nachvollziehen kann.

    Ich gebe Lena immer nur ab, wenn ich auf Dienstreisen bin oder auswärtige Termine habe, und wegen des Verkehrsaufkommens einfach sie nicht hier in der Wohnung wissen mag (vorgestern hatte ich wegen Sommerferien für den Heimweg 40 Minuten geplant, effektiv war ich dank Baustellen und gesperrter Mainbrücke fast 2h unterwegs - aber sie war ja gut versorgt). Ich empfinde es nicht als stressig sie abzuholen oder hinzubringen, es ist nur mehr Organisationsaufwand. Man muss morgens wenn man schon um 4:45 aufstehen statt um 5 damit man trotz Hund abgeben noch rechtzeitig am Flughafen ist, man muss zwischen Termin und Abends Essen gehen oder Grillen mit Freunden einplanen den Vierbeiner abzuholen und noch Gassi zu gehen, damit er nicht dort in den Garten kackt und möglichst müde ist. Aber grundsätzlcih ist das mit Hund einfach mehr Organisationsaufwand, unabhängig davon ob du daheim arbeitest (so wie ich normalerweise - auch das ist genug Organisationsaufwand ab und an mit wer geht wann mit dem Hund damit das alles passt) oder noch abholen musst. Weiss ja nicht, wie weit ihr auseinander wohnt und ob das eh auf deinem Heimweg liegt.

    Ich habe jeden Euro den Lena gekostet hat, gerne ans Tierheim bezahlt. Letztlich leben diese Einrichtungen von den Geldern, die sie durch die Vermittlung einnehmen sowie Spenden, die sind froh, wenn sie mal bei einem Hund einen "Gewinn" machen.

    Ich bin alle 2 Monate ungefähr schaue ich einmal vorbei in dem Heim wo Lena her ist und nehme auch immer was von dem mit, was sie auf ihrer Webseite am dringendsten suchen. Ich würde sagen, 50-60 Euro hab ich seit dem an diesen Sachspenden noch auf den Kaufpreis von Lena drauf gelegt (in einem Jahr).

    Solange sich da keiner persönlich dran bereichert, empfinde ich das jetzt nicht als schlimm oder ungerecht oder gar unverschämt.

    Zitat

    Ich finde in den richtigen Händen kann es eine Lösung sein

    Und genau diese zwei fett markierten Worte machen für mich den Unterschied. Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft gerade die Rütteldose oder was schepperndes was man vor die Füsse wirft hier empfohlen wird, wenn sich jemand mit einem Problem an die Gemeinschaft wendet. Da wird nicht mal nachgefragt, was schon probiert worden ist, wie die Situation genau aussieht, da wird einfach geraten und fertig. DAS kann es doch nicht sein.

    Bei meinem Sensibelchen reichen Stimme und Körpereinsatz und die Tatsache, dass ich sie konsequent "einsammel" wenn sie meint, mich ignorieren zu müssen. Oft hab ich schon über Hilfsmittel nachgedacht, gerade was den Jagttrieb angeht, aber ich weiss auch genau, dass es nichts bringen würde. Der Jagttrieb ist einfach zu vielfältig, um das mit einem kleine Sprüher oder sonst was hinzubekommen.

    Mir persönlich hilft am meisten, wenn mir andere mal die Erfolge aufzeigen (also z.B. die Nachbarin beeindruckt ist, weil Lena im Aufzug sitzen bleibt trotz der zwei Hunde die im Treppenhaus vorbeigehen oder gerade meine Eltern, die sie nur 1x die Woche sehen merken, wieviel mit ihr gerarbeitet wird). Das motiviert zum weitermachen und man selber übersieht oft auch die Erfolge. Was schon alles geht. Ich versuche mir das ab und an bewußt zu verdeutlichen, denn zu gerne sehe ich nur all meine großen und kleinen Baustellen und übersehe, dass wir schon verdammt viel erreicht haben.

    Ich find das nicht schlimm. Hunde wissen sehr genau, wer ihre Herren sind und ich finde auch nicht, dass es den "Viechern" schadet, tagsüber fremdbetreut zu werden. Find ich immer besser als alleine bleiben (auch wenn das viele Hunde können).

    Am Anfang würd ich beobachten. Holt ihn in Ruhe ab, lasst ihn eure Wohnung beschnuffeln, setz dich einfach auf den Boden und warte ab. Ich bin mit meiner nach dem Tierheim erst mal 3h Auto gefahren, hab fast den ganzen Weg gesungen, weil es mir zu blöd war, Selbstgespräche zu führen, ich aber irgendwie wollte, dass sie meine Stimme kennen lernt. Also hab ich gesungen... schräg und schlecht, aber egal.

    Ich würde an Tag 1 nicht allzuviel machen, auch die ersten paar Tage immer einen ähnliche Gassirunde gehen, denn es ist eh noch alles fürchterlich aufregend.

    Ansonsten: Das wird schon. So viel kann man da mit gesundem Menschenverstand nicht verkehrt machen! Verlass dich ein wenig auf dein Gefühl, du stehst vor dem Hund, siehst wie er reagiert, siehst, was du ihm zutrauen kannst, was geht und was nicht. Aus der Ferne und die Ratgebern sind alles nur graue Theorie, du musst dir überall das herausgreifen, was auf dich und deinen Hund passt.

    Kann mich dem schon gesagten auch nur anschließen. Bedenke auch, dass Fellfarbe und Hundegröße einen Unterschied machen können, ob man eine Wohnung bekommt und/oder ob man den Hund mit zu Freunden/Uni/Arbeit nehmen darf. Auch finden sich erfahrungsgemäß leichter Freunde, die einspringen für Urlaub oder wichtige Termine, wenn der Hund auch in ihr Geschmacksfeld passt (meiner einen Freundin bräuchte ich mit meinem großen schwarzen Hund nicht kommen, einer anderen macht es nix aus).

    Wichtig für die Hundeauswahl ist daher:

    Wie lange muss er generell alleine bleiben - was ist wenn du mal keine Zeit hast (Krankheit, Dienstreisen, Fortbildung, Vorstellungsgespräch, Arzttermin etc). Daraus ergibt sich, wer nimmt den Hund in dieser Zeit und mit welchem Hund würde derjenige noch zurecht kommen.

    Was willst du genau mit dem Hund machen. Hundesport, wieviel Freizeit bist du bereit zu opfern, eher 3 h täglich oder 5 h - davon hängt natürlich ab, was du in Zukunft machen willst, wenn du eine Lehre machst mit Wegstrecke + Mittagspause und 8h Arbeit wirst du mit 5h täglich schon so deine Probleme kriegen.

    Wie sieht deine Freizeit aus. Bei uns war z.B. eine Überlegung: Entweder muss sie so groß und sportlich sein, dass sie gut am Rad auch mal einige Kilometer mitlaufen kann, oder so klein, dass sie problemlos in ein Körbchen passt. Wir fahren eben viel Rad - dafür gehe ich eher weniger joggen. Vielleicht geht ihr auch einfach nur viel wandern. Wie du siehst, sind selbst die Aktivitäten draußen ja unterschiedlich geeignet für Hunde (also bringt diese typische "ich bin gerne draußen" Aussage wenig für die Wahl der Rasse)

    Wieviel bist du bereit auszugeben für den Hund im Monat. Versicherungstechnisch wird sich das nicht viel geben, aber eine Dogge frisst definitiv mehr als ein Yorkie im Monat. Und hochwertiges Futter (rechne mal mit 30-40 Euro für nen 15 Kilo Sack) sollte schon drinnen sein.

    Mit welchen Macken könntst du am ehesten leben? Wenn dein Hund starken Jagttrieb entwickelt, wärst du bereit, da jahrelang dran zu arbeiten, unter Umständen in gewissen Bereichen nie leinenfrei laufen zu können? Oder wäre das ein absolultes No-Go? Könntest du damit leben, wenn sich ein Schutztrieb entwickelt oder ein Hütetrieb? Womit könntest du am ehesten umgehen und hättest auch noch Spass daran, daran zu arbeiten.

    Die Hund-Herrchen Kombination muss einfach passen. Das Äußere, was du als einzigen Punkt mal ansprichst, sollte der absolut letzte Punkt sein und nur dann zur Entscheidung beitragen, wenn du 2 "gleichwertige" Hunde hast. Denn viel wichtiger ist, dass ihr zusammen passt. Dass du die Ansprüche leistest, die dem Hund genügen und der Hund in dein Leben passt und du Spass dran hast, mit ihm und seinen Macken zu leben und zu arbeiten.

    Es gibt so viele unpassende Hund-Herr Kombinationen, einfach weil Hunde nur nach Aussehen gekauft werden und man sich wenig Gedanken darüber gemacht hat, was das genau für ein Hund ist. Darum kann ich nur eindringlich raten, das Aussehen mal ganz hinten anzustellen. Der schönste Hund bringt dir nix (z.B. Golden Retriver) wenn du nicht damit klar kommst, dass der einen nicht unerheblichen Jagttrieb mitbringt, verfressen sein wird und dir in jeder Pfütze sein schönes Fell versaut.

    So, ich habe fertig :D

    Sei ehrlich, überlege dir gut, was du leisten kannst und willst und dann wirst du deinen Traumhund schon finden. *daumendrück*

    Zumal das gleiche Pensum von verschiedenen Leuten unterschiedlich aufgenommen wird. Dem einen fällts total leicht, der andere tut sich total schwer, weil es vielleicht genau die Fächer/Bereiche sind, die einem nicht sooo liegen und wo man mehr für tun muss.

    Ich würds auch erst mal auf mich zukommen lassen. Die erste eigenen Wohnung ist aufregung genug, ich kenne das von mir. Was es bei Mama so selbstverständlich gab, musste ich entweder alternativ lösen oder mir erst mal anschaffen - das fängt bei der Spülmaschiene an (von Hand spülen dauert halt doch länger als mal eben eingeräumt), geht über diverse Putzartickel/mittel (bei Mama gab es diverse Staubtücher, diverse Schrubber für verschiedene Arbeiten, ich hing mit dem blöden Lappen an den Heizungen und bin schier verzweifelt) bis hin zu den Küchenmaschienen (ich kannte Zwiebelschneiden nicht bis ich ausgezogen bin, bei Mama gabs da so einen schönen kleinen Häcksler für).

    Leb dich ein, richte dich ein, krieg den neuen Alltag auf die Reihe (das hört sich immer ganz einfach an, ich fands erst mal seeehr ungewohnt, auch wenn wir zuhause unsere Aufgaben hatten, Einkaufen gehörte halt nicht dazu und auch das muss sich erst mal einspielen, wann man was braucht etc), lebe dich in der Uni ein - damit du nicht gleich in Woche 1 sagen musst "äh, Leute, tut mir leid, ich kann nicht, muss zum Hund - wäre doch grad in der Kennenlernphase auch ziemlich blöd - und dann guckstdu nach Hund.

    Hach, so ein Schnauzerlein ist schon was feines :ops:

    Zitat

    Wenn ich mal krank bin oder warum auch immer mich nicht um den Hund kümmern kann, würden sicher die Eltern meines Freundes einspringen und meine Eltern.

    Du schreibst, dass du 200km von zuhause weg studierst. Wenn du jetzt morgens mit 38° Fieber aufwachst, wer geht dann mit den Hunden? Klar, bei geplanter Krankheit (Weisheitszähne ziehen, geplante OP für Knieschaden oder sonst was) funktioniert das. Aber normalerweise weiss man Krankheiten nicht im Voraus. Dafür musst du einen Plan B haben für den Hund.

    Eltern deines Freundes - wohnen die dann näher an dir dran? Ziehst du zu deinem Freund? Was sagt der denn zum Mitbewohner Hund? Würde der sich nicht kümmern?