Beiträge von Faesa

    Alles was ich hier bisher lese, klingt ähnlich wie ich es halte, demnach mach ich nicht soo viel mehr, betitel es nur anders, weil meine Nachbarschaft nur 1/10 von dem macht, was ich mache. Da müssen Afghanenmixe mit 20 Minuten Runden auskommen, Retriver werden einmal um den Block geführt etc. Wenn ich mich in diese Relation setze, hab ich ein wahnsinniges Arbeitstier mit dem ich ein ziemliches Pensum durchexerziere. Für mich ist eine Normalrunde daher vom Verständnis immer wirklich gewesen: Ich gehe eine Runde und gucke so gut wie gar nicht nach dem Hund. Der läuft halt so mit, an Befehlen gibt es nur das absolut nötige, ohne das eine Runde nicht funktionieren würde.


    Zitat

    Unser "Normalprogramm" sieht folgendermaßen aus:
    Vormittags gehe ich mit Emma, Janosch und zwei bis drei Gassihunden 1,5 Stunden Spazieren. Auf dem Spaziergang können die Hunde "Hund" sein...mit den anderen toben, schnüffeln, schwimmen etc.
    Grundgehorsam wird immer mal wieder unterwegs abgefragt oder trainiert, aber das war es dann auch.
    Nachmittags: halbe bis dreiviertel Stunde raus, entweder einfach nur Spazieren, joggen, am Fahhrad laufen...mal fahren wir zum See und die Hunde können dort ein paar Dummies aus dem Wasser apportieren...je nach dem...
    Abends: 20 Minuten "Pipi-Runde"
    Das wäre bei uns ein typischer Tag!

    Die 1.5 Stunden Toben mit mehreren Hunden sind natürlich absoluter Luxus. Wenn ich das täglich hier in Frankfurt hätte, bräuchte ich auch nur die Hälfte machen. Hab ich aber leider nicht. Darum muss ich sie irgendwie anderweitig beschäftigen. Nicht dauerhaft, aber schon so, dass sie ausgelastet ist.

    Dafür habe ich aber auch in der Wohnung jetzt einen Hund, der nicht nervt, der sich auf sein Kissen legt und 4h nicht gesehen wird. Der nach der Morgenrunde im Schlafzimmer verschwindet und um 11 sich das erste mal wieder im Flur zeigt. Und es funktioniert ja auch mit 2-3 Tagen mal kurzen Runden, aber dann fordert sie halt auf. Dann will sich sich bewegen, fordert mich zum spielen auf, bringt eben Dinge zum Apportieren bei, weil sie dann beschäftigt werden möchte. Aber nach 2-3 Tagen die wirklich auf absoluter Sparflamme gelaufen sind, kann ich das auch nachvollziehen, dass ein Hund mal wieder rennen will. Geht einem selber doch genauso.

    Wenn ich mir angucke, dass die Gießkannen mit Wasser voll einfach nur zurück ins Becken geschmissen werden (schwanger mit Hund an der Leine krieg ich die auch nicht mehr da raus, geschweige denn eine älter Dame oder Herr), dass kaum eine heile Kanne existiert, dass die Teile achtlos neben Grabreihen abgestellt werden, weil man zu faul ist, sie zurück an die dafür vorgesehenen Haken zu hängen, wenn die junge Mama mit brüllendem Kind an der Hand hinter sich herzerrend mit dem Kinderwagenrad achtlos die Grabecken mitnimmt, egal ob da Blümchen wachsen oder nicht, finde ich das weitaus pietätloser und störender, als ein Hund, der still im Fuss neben mir herlatscht.

    Und wie gesagt, ein Friedhof ist für mich ein Ort der Andacht und Erinnerung, aber er gehört zum Leben dazu; darum befinden sich alte Friedhöfe fast immer direkt in der Stadtmitte, neben der Kirche, die früher schon der Lebensmittelpunkt war. Es ist für mich aber kein Ort, wo man nur schweigen und mit gesenktem Kopf durchlaufen darf, am besten kein Blättchen berühren darf und andere Grabsteine im Vorbeigehen lesen verpöhnt ist. Das hätte, zumindest von den Leuten, die ich dort besuchen gehe, keiner so gewollt.

    Mit dem Knie muss man halt gut aufpassen, dass man vorausdenkt. Also schon mit vorgeschobenem Knie durch die Türe, dass man es nicht unter den Hund zieht, während er schon springt, denn weh tun will man dem springenden Mistvieh ja grad doch nicht. Es soll einfach nur ein Block sein, der aber schon stehen muss, bevor der Hund springt.

    Bei uns ist es verboten und trotzdem hab ich Lena mitgenommen als ich 4 Wochen Grab gepflegt habe, weil meine Eltern im Urlaub waren. Der Friedhof ist auf der anderen Seite vom Ort, das sind 15 Minuten mit dem Rad, fast 30 zu Fuss, aber er liegt wenn ich einen Schlenker gehe, auf dem Heimweg einer schönen Hunderunde.

    Es gibt keine Möglichkeit den Hund vorne sinnvoll anzubinden, nur lose (nicht mal angeschraubte) Fahrradständer, die einzige Möglichkeit wäre also am Zaun gewesen und ich bin mir sicher, die Friedhofsruhe wäre mehr gestört, wenn Madam jeden Besucher verkläfft hätte.

    Sie musste im Fuss gehen, es wurde nicht geschnuppert nichts, hin zum Grab, wurde an der Hecke am Rand abgelegt und durfte sich nicht rühren bis ich mit Gießen fertig war und dann auf gleichem Wege (aussen an der Hecke lang, Hund zwischen mir und Hecke) zurück.

    Da finde ich es geschmackloser dass bei uns bald wöchentlich Gräber geschändet werden, Blumenschmuck geklaut wird etc.

    Ausserdem gehört für mich seit dem ein Klassenkamerad und Freund verstorben ist von mir (12. Klasse) der Friedhof zum Leben dazu, wir sind oft Mittags in einer Gruppe dort gesessen und haben gelacht und uns Geschichten erzählt. Wir haben nicht gegrölt oder ähnliches, wir haben uns an einen lieben Menschen erinnert - mit allen Facetten. Und da gehörten ruhige Minuten genauso zu wie die "weisst du noch" Geschichten.

    Ich find es persönlich furchtbar, wenn ein Friedhof so hochstilisiert wird, dass Kinder es hassen hinzugehen (so wie ich es als Kind gehasst habe, weil man nicht lachen durfte, nur flüstern durfte :???: etc).

    Was nicht heisst, dass ich mich nicht anpassen kann, wenn ich sehe, dass eine Fammilie vor einem offensichtlich frischem Grad völlig in Gedanken versunken steht.

    Im übrigen finde ich es wesentlich geschmackloser wenn Frauen trägerlos aber hochkatholisch heiraten oder in Venedig die Shortsträger und Spagettihemden das mitten in der Kirchentür aufgestellte Schild mit den Symbolen für "keine kurze Hose und Schultern bedeckt" umrunden um rein zu kommen.

    - Meine Meinung -

    Beim Begrüßen in der Wohnung hat geholfen, das Knie hochzuhiehen, damit sie gegens Knie springt.

    Also nicht hochziehen, wenn der Hund da ist, so dass man es ihm in den Bauch rammt, sondern ich bin praktisch mit einem nach vorne geschobenen Knie durch die Türe rein. Dadurch kam sie nicht so an mich ran, wie sie wollte und ist eher um mich rum gewuselt. Das wiederum sind wir am abgewöhnen in dem sie auf ihren Platz muss bis sie gerufen wird. Bei meiner Mama ist das Anspringen auch ganz schlimm, der habe ich das jetzt auch empfohlen, sie dreht sich jetzt schon immer seitlich zum Hund der angerannt kommt und hat das Knie leicht angewinkelt, so dass sie es immer öfters lässt mit dem Anspringen.

    Draußen habe ich sie auch mit den Händen oft runtergehalten bzw. an fremden Leuten mit Schleppleine und "Nein" geübt, heute würde ich sagen, es sitzt zu 98%, die letzten 2% sind Leute, die sie ansprechen, mit irgendwelchen komischen Geräuschen locken oder wie mein Nachbar die Leckerlies in der Hand hat und dann hochhält, weil ihm einfällt, dass Lena ja nicht darf. Da lege ich dann meine Hand nicht für ins Feuer.

    Ach und es gibt ein Kommando bei uns, bei dem sie hochspringen darf. Genauso wie es dann das Kommando "runter" gibt. Vielleicht hilft das auch, dass man dem Hund "runter" (oder was equivalentes) beibringt, damit man sie eben wieder auf den Boden der Tatsachen holen kann.

    Immerhin gibt es eine Regelung. Und bei jeder Regelung, muss man eine Messlatte setzen. Und es wird immer irgendjemand geben, der das Glück hat, genau darunter zu sitzen und jemand mit dem Pech, der halt genau ein Kilo drüber liegt.

    Vermutlich war es einfacher eine solche Regelung für große Hunde einzuführen, als es sich mit allen Fußhupenbesitzern zu versauen, da wäre der Aufschrei vermutlich noch größer gewesen. So konnte man es vielleicht noch irgendwie besser begründen.

    Lena ist in Hessen gemeldet, wo ich ja die meiste Zeit bin, manchmal würde ich mir hier einen solchen Nachweis wünschen. Hier haben manche echt Null Ahnung "aber der war doch soooo süss".

    Da ich den Thread aus den Überlegungen vor dem Kauf nicht mißbrauchen möchte, ich die Diskussion mit Britta aber sehr interessant finde, greife ich das hier noch mal auf.

    Ich habe einen hyperaktiven, schwer vermittelbaren weil eben so fordernden Hund aus dem Tierheim übernommen. So wurde sie vom Tierheim an mich vermittelt (mit 4 Ausrufezeichen hinter dem Wort aktiv in ihrer Vermittlungsakte).

    Anfangs ziemlich verschüchtert, mit massiven Verlustängsten hat sie nach einigen Wochen/Monaten angefangen, starken Jagttrieb zu entwickeln. Sie hat anfangs jedem Geraschel nachgesetzt, es durften weder Vögel noch Kaninchen in Sichtweite sein, sonst war sie hinterher.

    Ich habe also angefangen, einerseits Grundgehorsam zu steigern und aus dem Anti-Jagt-Training die Impulskontrolle herangezogen, versucht ihre Reizschwelle auch im Bezug auf Viecher zu reduzieren und mit "artgerechter" Auslastung angefangen - dem Dummitraining.

    Seit dem ich mit ihr Arbeite, habe ich einen super ausgeglichenen Hund, der mir in der Wohnung fast nur noch pennt. Allerdings ist dafür mindestens eine Runde am Tag notwendig, wo ich mich auch mit ihr beschäftige. Wo ich mit ihr arbeite. Egal ob das nun UO ist, Dummi oder sonst was. Gehe ich 2 Tage nur mit meiner Freundin quatschend spazieren und sie darf neben her latschen, dann geht sie mir auf den Keks, weil sie unterfordert ist.

    Jetzt zu dem Punkt auf den ich hinaus will: Schreibt einer hier im Forum von Jagtproblemen oder einem nervenden Hund kommt als erstes die Frage nach "Wie lastest du den Hund aus" und schreibt derjenige, dass er alle paar Tage mal ein bisschen was mit dem Hund macht, und sonst nur Gassi geht, ist das Geschrei groß, dass er da selber schuld sei, weil er den Hund nicht beschäftigt.

    Andererseits wird mir nachgesagt, die eben fast täglich mit dem Hund arbeitet, dass ich zu viel mache. Irgendwie komme ich da nicht ganz mit.

    Nach 2 Wochen nur Gassigehen mit nur den minimal nötigen Befehlen (was ich unter Normalprogramm fassen würde) würd mir meine Madam auf dem Kopf rumtanzen. Und ich würde es ihr nicht mal verübeln.

    Was ist denn für euch Normalprogramm? Fallen da vielleicht Teile, die ich als Arbeit betitel, schlicht drunter oder könnt ihr wirklich mit euren Hunden 2 Wochen lang nur stumpf Gassigehen ohne sonstige Forderung ohne dass der Hund unleidlich wird? So klang es nämlich grad im anderen Thread an.

    PS: Mit dem Trainingsstand und Auslastungsgrad den wir jetzt erreicht haben, sind Vögel völlig uninteressant und ich kann sie zumindest vor der heimischen Kaninchenwiese wo ich nunmal meist übe, sie ableinen, ohne dass sie nachsetzt. Ich bin dabei gerade am generalisieren, dass Kaninchen überall langweilig und Frauchen viel toller ist.

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    Das Beispiel von Faesa zeigt, wie man seinen Hund zum Neurotiker macht - das sollte auch nicht das Ziel sein.

    Ich denke nicht, dass ich einen Neurotiker habe. Ich habe einen super ausgeglichenen Hund, wenn ich sie beschäftige. Wenn ich sie 2 Tage wenig bewege (weil ich keine Zeit habe, krank bin, das Wetter hundeeldend ist), dann sucht sie sich an Tag 3 halt anderweitige Beschäftigung und nervt rum. 2 Tage gehen auch mal mit weniger, also kann ich sie nicht sooo überzüchtet haben.

    Gehe ich mit ihr 2 anständig fordernde Runden, die sich mit körperlicher Auslastung und geistiger abwechseln, habe ich den totalen Pennhund in der Wohnung.

    Sie ist ein hibbel, sie ist fordernd, das wusste ich aber auch vorher. Darum galt sie ja als schwer vermittelbar im Tierheim.

    Aber einen Neurotiker sehe ich da nicht. Zumal sie auch auf unterschiedliche Arten ausgelastet wird. Reine UO wie gestern, Frisbee, Dummie, im Garten ein wenig Agility. Sie hängt weder an einem Ball noch an Stöcken, selbst wenn ich nen Stock in der Hand trage, geht sie irgendwann im Gegensatz zu anderen, die dann nur noch Frauchen angucken.

    Ich kann mir der auch tagelang nur spazieren gehen. Aber dann geht sie mir irgendwann jagen, weil ihr das einfach zu langweilig ist.