Beiträge von Faesa

    Letztlich ist der Klick ja schon die Belohnung. Du belohnst ja nicht zwei Handlungen, sondern eine. Das Leckerlie ist ja nur die Folge des Clicks, nicht die Folge einer zweiten Handlung. Daher würde ich das auch direkt aufeinander folgen lassen. Die Frage ist dann, was willst du.

    Ich nutze das Leckerli normalerweise um den Hund noch einen Moment in der Position zu halten. Leckerlie für ein Platz (gibts ja nur noch selten aber wenn die Ablenkung hoch genug war, schon noch hie und da mal) gebe ich ihr auch im Platz, bücke mich also, damit sie nicht aufstehen muss. Ich weiss, der Click löst im Prinzip das Kommando auf, aber ich muss es ja nicht herausfordern. Dadurch ist finde ich zumindest, es einfacher geworden, dass Kommandos von mir aufgelöst werden und nicht von ihr selber.

    Bei Jagtsituationen gibt es Leckerlies oft geworfen, damit sie eine Ablenkung bieten.

    Wenn du erreichen willst, dass er bombenfest sitzt, würde ich das Leckerlie im Sitzen geben.

    Bezüglich Sitz und Platz: Ich war auch immer für sitz, aber ich muss sagen, Platz ist doch in einigem einfacher für Lena, zumindest das liegen bleiben ist einfacher als sitzen bleiben. Das hineinbekommen in die Position wiederum ist was anderes.

    In meinem allerersten jährlichen Personalgespräch warf mir meine damalige Teamleitung eine Sache vor, die a) alle so handhaben im Team und b) in meinem Fall und in meinen Augen sie selber vergurkt hat. Meine Verteidigung begann mit den Worten. "Aber die anderen machen doch auch". An dem Punkt schaltete sich die Personalchefin (von der ich bis heute sehr viel halte) ein und meinte nur "Frau H, es geht aber nicht um die anderen, es geht hier gerade um sie".

    Versucht nicht immer alles zu vergleichen. Es bringt nichts. Schaut den Sachverhalt an, der ist nunmal dass Hunde steuern zahlen und die Vergleiche zu anderen Haustieren bringen absolut nichts. Denn es geht nicht um Pferde oder Katzen oder Kaninchen, sondern es geht um Hunde. Man wusste es vorher, man hat es mit dem Kauf des Hundes akzeptiert und wer etwas ändern will, sollte Objektiv mit der Hundesteuer für Hunde argumentieren und das nicht in den Vergleich zu anderen Tieren setzen, das ist nämlich wenig erfolgsversprechend.

    Wenn ich etwas bei Mercedes erreichen will, darf ich doch auch nicht mit dem VW argumentieren, sondern eben mit der E-Klasse.

    Und in Maintal kostet es zwar nur 60 Euro, dafür wird der erste Hund aber auf den Preis des zweiten angehoben bei Haltung von 2 Hunden. Und damit ist man dann bei knappen 100 pro Vieh. Das habe ich jetzt auch schon von einigen hier gelesen, dass der zweite Hund nicht in Addition kommt, sondern beide dann so viel kosten, wie der zweite.

    So, da ich gerade auf ein Template von meiner Kollegin warte, dachte ich, ein Update hier wäre ganz nett.

    Derzeitiger Stand im Bezug auf

    Vögel: ignorieren
    Feldhasen: leider hatten wir ein kurzes Hetzerlebnis, allerdings innerhalb von 10 Sekunden wieder bei mir gewesen.
    Kaninchen: Mehrfach erfolgreich vom flüchtenden Kaninchen abgerufen. Sitzende Kaninchen werden fixiert und auf mein scharfes "nein" ignoriert, teilweise wenn ausgelastet und müde sogar von vorne herein ignoriert.

    Zum Hetzerfolg: Ich hätte mich selber ohrfeigen können in dem Moment. Die Hunde hatten auf einer Wiese getobt mit vielen Obstbaumbestand (sonst ist ja fast alles bewirtschaftet und daher tobeverbot) und ich hatte aus dem Grund die Schlepp abgemacht. War mit Mama am quatschen und die zwei Hunde kommen immer näher an das nächste Getreidefeld. Solange sie nicht reinrennen ja kein Thema, hab natürlich nicht genug auf sie geachtet und vor allem mein Hirn nicht eingeschaltet - und es passiert was passieren muss: Im Graben zum Feld sitzt ein Feldhase, der als die zwei Hunde im Toben zu nahe kommen aufspringt und wegflitzt. Naja - Lena natürlich hinterher, da sie durch das Toben schon eh 30 Meter weit weg waren, war leider der Reiz zu groß und mein Einwirkungsradius zu klein. Allerdings hat sie bei den ersten beiden Erfolgen die Hasen sehr weit verfolgt, hier drehte sie am nächsten Feld um und kam dann zurück um sich vor mich in den Vorsitz zu setzen, also ist mein "hier" wohl doch irgendwie bei ihr angekommen, nur an der Umsetzung haperte es noch. Das ist jetzt aber auch schon wieder 4 Wochen her und seit dem gab es keinen Rückfall mehr.

    Zu den Kaninchen: Erst vorgestern bin ich mit ihr wieder losgegangen und muss ja zwangsläufig immer erst mal an dieser Kaninchenwiese vorbei. Sie läuft am Buschwerk vorbei zur Wiese, steht am Weg, fixiert. Klassisches vorstehen, ich unterbinde mit "nein", sie schaut mich an, setzt die Vorderpfote auch wieder ab und dreht dann doch wieder den Kopf. Anscheinend (ich war noch ein paar Meter weit weg um die Wiese einzusehen) ist dann ein Kaninchen losgelaufen - sie sprintet los. Ich habe nur ein "Nein" und "Hier" gedonnert, sehe locker 6-7 Kaninchen in alle Winde zerspringen - und mein Hund dreht um und kommt sich Leckerlies abholen. Schluckt die 3-4 Stücke Trockenfutter um dann umzudrehen und wieder hinterherzuwollen, war aber nach 3 Sätzen von mir wieder mit "nein" unterbunden und dann blieb sie auch bei mir.

    Stolz wie Oskar war ich!

    Was habe ich gemacht in letzter Zeit:

    Viel Ruhe habe ich geübt, viel Reizschwellensenkung.

    "Bleib" Ablegen analog dem Ablegen für die BH Prüfung habe ich angefangen. Das war echt schwer, aber mittlerweile sind 3 Minuten kein Problem, alternativ habe ich kürzere Zeiten, gehe aber über die Wiese vor ihrer Nase hin und her oder sogar komplett um sie rum. Wegjoggen schaffen wir auch schon über 10 Meter, danach steht sie oft auf, läuft zwar noch nicht nach, aber ganz geheuer ist es ihr noch nicht.

    "Dummitraining". Das Hetzten von Geworfenem nur auf Kommando geht mittlerweile prima. Geübt haben wir mit verschiedenen Wurfgeschossen, die auch unterschiedliche Eigenschaften haben, Dummi, so ein Teil mit Kordel und die Frisbee. Gerade bei der Frisbee war es eine wahnsinnige Schwierigkeitssteigerung für sie, das war meeega schwer die ersten Tage, dass sie liegen blieb wenn das Ding flog. Da mussten wir wieder mit 2 Metern Wurfweite anfangen.

    "Stop". Zunehmend fallen mir lange Strecken gehen schwer, über Wiesen toben mit 7-monatsbauch wird auch nicht einfacher - daher weiche ich jetzt oft aufs Fahrrad aus, um alle paar Tage sie mal richtig auf Tempo zu bringen. Daher musste das Kommando Stop sitzen, damit sie mir nicht über Kreuzungen (im Wald!) rennt, denn oft sind durch die hohen Brennesseln die kreuzenden Wege nicht gut einsehbar. 100% haben wir da noch nicht erreicht, aber für die kürze die wir das üben geht das schon sehr gut und wird täglich besser. Vor allem eine neue Erfahrung für sie, komplett ausgebremst zu werden von einer Sekunde zur anderen.

    Reizschwellentraining: Fahre mit dem Rad oft durch den Ort, da Madam sich ja von allem und jedem Ablenken bzw. Provozieren lässt. Mittlerweile hat sie kapiert, dass sie am Rad befestigt keine Chance hat und ignoriert bellende Hofhunde hinter Zäunen oder am Straßenrand. Selbst den Bus ignoriert sie mittlerweile. Mit den Kaninchen habe ich ja schon länger geübt, allerdings immer nur auf der Schlaf-und-Kack-Wiese der Viecher ohne die Anwesenheit selbiger, in letzter Zeit habe ich ihr gezielt Kaninchen gezeigt und sie fürs Ruhigbleiben belohnt. Teils mit Leckerlies, teils mit hetzen dürfens der Frisbee.

    Arbeiten an mir: Ich habe hart an mir gearbeitet, dass ich Kommandos durchsetze. Damit meine ich nicht mit Gewalt, sondern durch bloße Körpersprache. Aufgefallen ist mir das beim ignorieren vom "hier" Befehl, wenn sie an der Kanickelhecke am schnuffeln war und nicht kam. Andere Halter laufen ihren Hunden dann nach und spielen regelrecht fangen. Ich habe Lena genau 3 mal an der Brombeerhecke mit entsprechender Körperhaltung und Stimmlage eingesammelt (sie ist nicht mal weitergerannt) und am Geschirr zurück auf den Weg geführt, seit dem muss ich, wenn sie mich ignoriert, nur noch 2 Schritte auf sie zugehen und sie kommt sofort an. Sie hat gemerkt, dass ich selbst ohne Leine Kommandos durchsetzen kann. Seit dem funktioniert das hören auch wesentlich besser und seit dem habe ich auch die ersten Erfolge mit Abrufen an flüchtenden Kaninchen.

    Ebenso habe ich angeregt durch die diversen Threads hier im Forum in den letzten Wochen mal meine Art mit dem Hund zu reden beobachtet und vieles gequatsche reduziert. Ich habe immer versucht, Lena mit Worten zu führen, und habe echt mega viel geqatscht. Seitdem ich eben so Dinge wie das Ablegen übe (wo ich ja nicht mit ihr rede) ist sie wesentlich aufmerksamer auf meine Befehle. Ich habe mit dem Clicker auch oft belohnt, wenn sie aus freien Stücken auf mich geachtet hat. Z.B. hab ich mich auf die Wiese gestellt, mit dem Rücken zu ihr. Das dauerte immer keine 5 Sekunden, dann rannte sie im Bogen um mich rum, um wieder in meinem Sichtfeld irgendwo rumzuschnuffeln. Wieder gedreht, gleiches Spiel, um mich rumrennen, schnuffeln irgendwo in meinem Sichtfeld. Als ich das das erste Mal probiert habe, war ich nach dem 5. mal umdrehen etwas angespannt, wo ist der Hund. Ich habe sie nicht mehr hinter mir rascheln gehört, aber sie kam auch nicht wie sonst in mein Sichtfeld gerannt. Dreh mich etwas aprupt um und trete Madam, die neben mir sass (Schnauze auf meiner Kniehöhe also leicht nach hinten versetzt) fast auf den Schwanz :smile: Und das funktioniert jedes Mal, da ich es jedesmal belohnt habe, sitzt sie jetzt oft schon nach 3 mal demonstrativ wegdrehen bei mir, teilweise erwartungsvoll vor mir nach dem Motto: Was passiert jetzt?

    Allerdings muss ich zu dem Gequatsche auch sagen, dass ich sie früher wesentlich mehr korrigieren musste. Ich war praktisch ständig damit beschäftigt, sie wieder zur mir zu rufen, näher ran zu rufen, ihr das Schuffeln an den Brombeerhecken zu untersagen. Da mittlerweile eben die Hecken an Reiz verloren haben, es langsam im Hundehirn ankommt, dass das nicht geduldet ist von Frauchen, ist es auch einfacher, weniger zu reden.

    Ach und fast vergessen auch so ein sichtbares Erfolgserlebnis, woran man selber mal seinen Trainingsfortschritt merkt: Es gibt hier einen Trampelpfad zwischen Brombeerhecken durch zu einer großen Wiese. Anfangs bin ich dort oft durch, weil das "der" Hundehalterweg ist. Alle gehen da durch und ich musste meinen Hund immer anleinen, weil alles nach Kaninchen riecht, die ist mir an der Leine schon schier wahnsinnig geworden. Irgendwann hab ich angefangen dort in der Nähe zu üben, dann das durchlaufen mit viel Spielzeug, Leckerlies etc. Und da waren wir schon stolz drauf, dass es soweit mit viel Ablenkung und Konzentration von unserer Seite geht. Aber 95% der Zeit sind wir andersrum gelaufen, einfach weil dieser Weg dort immer üben war und man nicht dauerhaft übt (wenn ich grad anderes gemacht habe z.b.) bw. nicht immer diese Konzentration auf dem Rückweg aufbringen will. Am Freitag waren wir auf der großen Wiese, und wollten auf dem Rückweg dort hinten durch, Brombeeren pflücken. Wir haben bestimmt 10 Minuten dort gestanden und gepflückt, zu zweit, Konzentration eher darauf, die Klamotten und Arme nicht zu zerkratzen - und Lena ist im Radius von 3 Metern um uns rum und hat mal hier mal da geschnuffelt, ist sie zu weit abgedriftet wurde sie gerufen und gut war. Wir sind echt soweit, dass wir dort entspannt Brombeeren holen konnten - mit dem Bild vor Augen, wie sie da vor 1 Jahr durch ist, hechelnd, japsend, fiepsend ein Riesenerfolg.

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    Also ich bin auch Hundeanfängerin mit Tierschutzhund und bekomme alles allein ohne Hundeschule hin! Ich frage mich was ich da so besonderes lernen soll???? :???:

    Ich schaffe zeitlich schlicht keine Hundeschule. Die, die was taugen haben so tolle Zeiten wie unter der Woche 17 Uhr, was ich als Arbeitnehmer in Vollzeit einfach nicht schaffe. Ich habe super viel mit meiner Madam gearbeitet aber letztens war ich mal zu einer Schnupperstunde und ich würde gerne ab und an mit ihr in einer Gruppe arbeiten. Eine gewisse Ablenkung durch andere Hunde sehr nah (Hundewiese hat man ja immer dann 30m Abstand, sonst ist üben ja nicht möglich - find ich selber ja unmöglich wenn einer dann meint mitten im Spielen aller Hunde jetzt da üben zu müssen und alle sollten gefälligst ihre Hunde bei sich behalten) aber eben keine Störung durch spielende Hunde. Fand das eigentlich sehr gut aber eben wegen der Gruppe und den Übungsmöglichkeiten, nicht um was zu lernen.

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    TS doch selbst widerspricht: Erst schreibt sie, dass sie sich keinen Hund angeschafft hätte, wenn sie schon vorher einen Vollzeitjob gehabt hätte

    Nein, sie wiederspricht sich nicht. Sie lebte in einer Beziehung, in der einer (sie) halt zeitlich zurückgesteckt hätte = 1 1/2 Gehälter, = kann man von leben. Nu muss sie aber ihren Lebensunterhalt alleine bestreiten aber der Hund ist halt da. Soll sie ihn nun abgeben, nur weil es anders geplant war?

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    Wenn ich was nicht gut finde, erkläre ich das, sage warum und lasse es. Das ist meist ok. Manchmal krieg ich ein müdes Lächeln, aber damit kann ich leben.

    Eigentlich ist das traurig und auch irgendwie sinnfrei. Neuhundehaltern empfehlen wir eine Hundeschule, damit sie als Halter lernen (denn dafür ist gerade am Anfang die Hundeschule ja da). Wie soll ein Neuhundehalter beurteilen und argumentieren, was gut ist und was nicht? Ok, bei diesem Umwerfen oder anderen Gewalteinsätzen ist es vielleicht noch offensichtlich, aber vieles andere würde man doch so annehmen (Beispiel Futterempfehlungen).

    Eigentlich sollte man sich auf seine Hundeschule verlassen können - darum würde ich persönlich da auch nicht diskutieren sondern es einfach lassen. Wer weiss, was die noch für einen Mist erzählt, ohne dass ich es merke.

    Mit der Schlepp und dem Verfangen: Der Hund muss das doch auch erst mal lernen. Und ich würde das nicht mit negativen Erlebnissen (einfangen und er kann selber gucken wo er bleibt) anfangen, sondern möglichst positiv gestalten, sprich, indem ich mit drauf achte und befreie. Später habe ich meinem Hund auch beigebracht, dass ich nicht um jeden Baum mitlaufe, wo sie rumlatscht, also selber mal an der Schlepp zurücklaufen muss um sich zu befreien, aber das ist für mich ein zweiter Schritt.

    Ich bin ja leider ein absolut Geschädigter, würde mich daher nicht 100%ig drauf verlassen.

    Bei einem Welpen den man selber erzieht, mag es noch gehen. Aber in dem Moment, wo man einen second Hand Hund hat, wäre ich vorsichtig.

    Lt. Vorbesitzer konnte Lena 4h alleine bleiben. Mein Tierheim war aber sehr genial und hat mir all ihre Befürchtungen und Gerüchte erzählt, weshalb wir nicht geglaubt haben, dass sie wirklich alleine bleiben kann. Ich bin also von einem "nein aber prima wenns doch so ist" ausgegangen.

    Tja, ich habe einen komplett versauten Hund mit massiven Verlustängsten bekommen, der mehrere Wochen für 5 Minuten und Monate (1/2 Jahr oder so) für 4h brauchte.

    Nicht jedes Tierheim ist so offen mit Vermutungen und Gerüchten, meine waren da halt sehr, sehr offen, da wird vielleicht wirklich das weitergegeben, was der Halter angegeben hat.

    Alleinebleiben Grundsätzlich: Kein Problem. Aber: Plan B, falls es nicht so einfach geht, denn ich weiss, wie ein versauter Hund aussehen kann. Das ist einfach dabei immer nur meine Angst. Dass es schief gehen kann.. und ich weiss, welche Problem das dann ergibt.