Also, wenn du einen Hund möchtest, und diesen ARTGERECHT auslasten willst, so, wie man es sich für einen Hund wünscht, dann musst du mindestens 3 Runden am Tag gehen.
Das heisst, eine Runde morgens, also Wecker 1/2h früher stellen, eine Mittags/früher Nachmittag und eine später Nachmittag/Abend. Die Pipirunde spät abends kann wegen mir in den Garten gehen. Der Garten sollte für einen Hund, der artgerecht ausgelastet ist, kein Ersatz für eine Gassirunde sein! Ja, es gibt Leute, die machen mit ihren Hunden weniger, aber es gibt eben auch Menschen, die parken ihre Kinder vor dem Fernseher und schicken sie nicht zum Sport. Findest du auch nicht so gut oder? Also, die Zeit musst du für den Hund schon haben.
So, dann heisst ein Hund, Opfer bringen. Morgens musst du also mit ihm raus, das sollte dir klar sein. Wenn dein Wecker früher bimmelt als jetzt (und das jeden Tag, also auch Sonntags, wobei viele Hunde lernen am WE länger auszuhalten), ist nix mehr mit bis um 23 Uhr Raiden, denn sonst pennst du in der Schule ein. Ich kenne den Zeitaufwand von WOW - und nein, kein böser Zeigefinger, ich spiele das Spiel selber und weiss sehr genau, wovon ich rede. Aber ich weiss auch, dass ich dieses Spiel am untersten Limit spiele, eben damit der Hund nicht zu kurz kommt.
Sport: Kommen da noch Wettkämpfe drauf? Beim Judo bei mir war es zumindest immer so, dass die jedesmal den ganzen Tag gefressen haben - während Fussball nunmal nur 90 Minuten + Pause dauert - also mit einem Nachmittag erledigt war.
So, wir hatten also die Morgenrude, die sein muss. Dann gehst du in die Schule, kommst nach Hause, und schnappst dir als erstes den Hund. Und dann nicht nur 20 Minuten, sondern eher so 45. Ja, auch ein Malteser sollte diese Zeit bekommen, damit man mit ihm spielt, ihn erzieht, also übt, ihn laufen lässt, ihn schnuffeln lässt ("Zeitung lesen"). Gehst du nur immer die gleichen 15 Minuten um den Block hat er zwar Bewegung gehabt, aber nichts erlebt. Das ist auch für einen Hund totaaal langweilig. Auch ein Hund will auf seiner Gassirunde was erleben, mal ne andere Strecke gehen, schnuffeln dürfen etc. Die Gassirunde ist für einen Hund das, was für die Sport und WOW sind. Das willst du ihm doch nicht einkürzen oder?
Tja, nach der Mittagsrunde kannst du dann selber was essen, Hausaufgaben machen, hast Freizeit für dich und deine Freunde. Allerdings musst du dich von deinen Freunden relativ früh verabschieden, denn dir steht ja noch die zweite Hunderunde bevor. Vor oder nach eurem Abendessen plane noch mal so 45 Minuten ein. Eben wieder für schnufffeln, spielen, rennen, toben, mit anderen Hunden rennen etc. Mit der Zeit findet man raus, wann die anderen Hundehalter der Umgebung gehen, da kann man dann seine Zeit anpassen, so dass man vielleicht öfters den guten Hundekumpel trifft, mit dem der eigene schön spielt und rennt. Mit einem Kind geht man ja auch eher auf den Spielplatz, wenn da andere Kinder sind, als zur absoluten Mittagszeit, wo das Kind dann alleine im Sandkasten hockt.
Danach also Abendessen und du kannst dich an WOW hocken.
Und das wird dein Tagesablauf für die nächsten 12-15 Jahre sein. Ein Hund hat nur dich, er vertraut dir und legt sein Leben in deine Hände. Enttäusche es nicht!
Es ist schaffbar, ich glaube auch, dass es schaffbar ist, wenn deine Eltern hinter dir stehen. Aber mache dir einen guten Plan, wer, wann genau geht. Und bitte komm von dem Gedanken weg, dass ein Hund wenig Auslauf braucht. Wie gesagt, diese Gassirunde sind die Freizeit deines Hundes, sind das, wo der Hund geistig fit bleibt, wo er Eindrücke bekommt. Wenn du ihm das verwehrst, wird er immer mehr abstumpfen. Stell dir mal vor, man würde dich nicht mehr vor die Türe lassen. Auch nicht in die Schule, nirgendwo hin. Woher solltest du denn irgendwas kennen oder dich geistig weiterbilden? Eben, nirgendwo her. Also geh auch mit dem Hund raus. Wenn ihr ihn um 22 Uhr mal zum Pinkeln in den Garten lasst, ist das in Ordnung. Oder MAL als AUSNAHME wenn jemand Krank ist oder so, aber es sollte nicht die Regel sein.
Aber ihr solltest wissen (weiss grad nicht, wie groß euer Garten ist), dass Hundepipi braune Flecken verursacht und Hundehaufen auch unschön sind, wenn Papa da mit den Hauslatschen reindappt. Das müsst ihr halt wissen, ob ihr das wollt. Ich persönlich mag es nicht, mein Hund hat im Garten nix zu machen, ich gehe selbst wenn wir auf dem Grundstück meiner Eltern sind (riesig und ausserhalb vom Ort) mit dem Hund Gassi - obwohl sie da den ganzen Tag draußen rumrennt. Aber das ist meine persönliche Meinung, nur als Denkanstoß.
Der Hund kann dir seine Bedürfnisse nur schwer mitteilen. Du musst die Rahmenbedingungen so optimal wie möglich machen, damit es ihm gut geht. Das ist halt wie ein Kleinkind. Nicht umsonst witzelt man oft das "Hundekind".
Rassetechnisch geh mal in Wikipedia und suche mal nach FCI, Rasselilsten und dann die Hunde der Gruppe 9 - Begleithunde. Da wäre vielleicht was für euch dabei. Das sind alles relativ untriebige Hunde, was nicht heisst, dass sie weniger Bewegung und Förderung brauchen, aber Hunde, deren Urtriebe wie Jagen, Hüten etc. wesentlich weniger ausgeprägt sind, da sie schon sehr lange als Familienhunde gezüchtet werden. Denn ein Hund, dessen Trieb noch artgerecht ausgelastet werden möchte, glaube passt nicht so ganz in eure Familie. Man muss da einfach ehrlich zu sich sein, damit hinterher alle Seiten glücklich werden.