hallo Alexandra,
mein Aussie ist fast genauso wie dein Hund drauf. Er kontrolliert mich, er kontrolliert die Tür, er kann richtig nerven, wenn man ihn lässt. Ich habe eigentlich immer gedacht: eigentlich ist er ja ganz brav, er lag immer unter meinem Schreibtisch und hat auch viele Kollegen usw. in mein Büro kommen lassen, ohne zu bellen.
Aaaaaaaaber ganz schleichend hat er diese Kontrollnummer ausgebaut. Er macht z.B. ein Riesentheater, wenn mein Chef reinkommt. Er lässt ihn auch nicht reden - ständig plärrt er dazwischen. Das geht nicht. Ich kann Bela zwar allein lassen, aber wenn ich mich in meinem eigenen Büro bewege, steht er sofort auf und rennt mit zum 2m entfernten Aktenschrank. Manchmal bellt er, wenn ich den großen Tacker benutze. Klingt witzig, isses manchmal auch, aber eigentlich ist es ziemlich doof.
Ich habe mir den Kopf waschen lassen von ein paar lieben Freunden, die mir unmissverstädlich gesagt haben, dass das Verhalten meines Hundes in keinster Art und Weise akzeptabel ist. Ja, er ist die meiste Zeit lang brav, aber nur, solange es bei mir ruhig ist und die Kollegen die Ruhe nicht stören... Habe ich mal Stress im Job und die Türe geht in einer Tour, oder aber es sind Kunden im Haus, dann ist er völlig gestresst.
Die Lösung ist diese: Der Hund bekommt einen festen Platz, und zwar NICHT in meiner unmittelbaren Nähe. Ich habe eine Transportbox gekauft, dort liegt mein Hund nun drin. Vormittags und nachmittags. Es ist vom Platz her daselbe, als würde er unter meinem Schreibtisch liegen, aber er ist nicht mehr so nah bei mir. Das ist der Unterschied. Und er kann nciht mehr Besucher stellen.
Er merkt, dass er um die Kontrolle meiner Person entlastet ist und sich entspannen kann. Das tut er auch. Wenn er meint, in der Box bellen zu müssen, weil Besuch in meinem Büro steht, geht ein "Vorhang" runter, sodass ihm die Sicht versperrt wird. Im Übrigen ist die Box zu. Natürlich hat er da drinnen Wasser und ein Spieli und natürlich gehe ich in der Mittagspause mit ihm raus.
Das ist keine Dauerlösung. Aber es soll IHM helfen! Ich habe gestern damit begonnen und sehe bereits Erfolge. Das Ganze werde ich noch ein paar Wochen machen und dann wieder lockern. Und dann gilt: wer Theater macht, wird "weggesperrt". Wer sich gut benimmt, darf frei herumlaufen. Rudelentzug ist bei ihm die einzig funktionierende Strafe für kontrollierendes Verhalten. Und ich kann mir nicht erlauben, meinen Job seinetwegen zu verlieren, deshalb bin ich jetzt schon froh, mich zu diesem Schritt entschlossen zu haben.
Viele Grüße
Jenny
bei Fragen: immer gerne!