Hallo Carina,
dann will ich das Training mit der Canis-Trainerin (übrigens die selbe, bei der SuB auch ist) mal schnell zusammenfassen.
Baustellen:
- leichte Leinenaggression
- Unverträglichkeit mit intakten Rüden, vor allem kleineren
- war draußen nur mit einem Ohr bei mir, mit dem anderen immer auf der Suche nach Party (Hündinnen zum Abschlecken oder Rüden zum Kloppen)
- Abrufbarkeit war eigentlich ok, bis auf Ausnahmen - wurde ich unsicher, kam Hund nicht (also GAR nicht, im Sinne von überhaupt nicht! Das hat teilweise stunden gedauert, ihn wieder "einzufangen")
- er kontrollierte mich drinnen (zu Hause, Büro), lebte seinen Wach- und Schutztrieb aus, wobei er sehr heftig ins Verbellen fiel (Zähne setzt er nicht ein)
So. Wie sind wir das angegangen? Erstmal wurde der Hund ziemlich auf den Boden der Tatsachen runtergeholt. Es wurde ihm gezeigt, dass sein Frauli auch gut ohne ihn auskommt, keinen Beschützer braucht, ein eigenes Leben und einen eigenen Willen hat
Dazu wurde er drinnen komplett ignoriert, durfte verschiedene Sachen nicht mehr (Couch, Bett - nur noch nach ausdrücklicher Erlaubnis; er musste von einem auf den anderen Tag allein schlafen - kannte er nicht!). Er hat sich da ganz gut mit abgefunden. Er steht halt nicht mehr so sehr im Mittelpunkt, was ihm auch sichtlich gut tut - er entspannt sich schnell.
Dann - Leinegehen neu aufgebaut. An Fraulis kurzer Leine gibts keine Spirenzchen. Freilauf habe ich ihm anfangs nur noch dann gegönnt, wenn ICH es für richtig befand, also wenn ich mich sicher gefühlt habe, wenn ich gut drauf war. Hatte mein Hund mal nen Tag ohne Freilauf - shit happens 
Insgesamt habe ich ganz stark an meinem Selbstverständnis und an meiner Haltung (auch körperlich!) gearbeitet. ICH gehe spazieren. Mein Hund folgt MIR. Das Abrufproblem habe ich übers Wegtreiben gelöst. Ich strahle jetzt auch aus (hoffentlich): ist mir egal, was mit dir ist, ICH gehe...
Es wurde ein Abbruchkommando neu eingeführt und ich habe eine neue Regel bzgl. des Freilaufs eingeführt: wenn ich dich ableine, heißt das noch lange nicht, dass du auch losstarten kannst. Das alles aber OHNE Kommandos, sondern über Körpersprache, einen Abbruchlaut, ja und auch über eine Kette.
Wenn man das zusammenfassen will: ich habe den Hund viel mehr begrenzt und außerdem mein Ego gestärkt. Und nicht zu vergessen: meinem Freund den HUnd immer mal wieder einfach aufs Auge grdrückt und mich dadurch frei gemacht!
Wir haben noch Baustellen offen, und zu Hause läuzfts noch nicht immer so wie es soll. Daran arbeiten wir.
Doch mein Hund verlässt sich schon mehr auf mich, nimmt nicht mehr alles selbst in die Hand. Er gibt sich sehr viel Mühe, alles richtig zu machen.
Die Rüdenproblematik ist noch immer da. Dass er die sch... findet, wird sich auch so schnell nicht ändern, womöglich nie. Aber ich kann ihn besser vorbeilenken...
4 Stunden hatte ich bei der Trainerin. Momentan pausiere ich. Es ist so wie bei den anderen: sie hat mir ein paar kleine Mittel an die Hand gegeben, die mir sehr helfen können, mit meinem Hund umzugehen und letztendlich die Kommunikation zu verbessern. Wir haben bei den Treffen gar nicht viel mehr gemacht als zu reden und dadurch in meinem Bewusstsein was zu verändern. Lediglich den Abbruch und die Leinenführigkeit haben wir aktiv zusammen trainiert.
Dazu muss ich aber sagen, dass ich einen sehr leichtführigen Hund habe, der sehr sehr schnell lernt und umsetzen kann. Gemangelt hat es an meiner Führungsstärke, sonst nichts.
Huch, ist doch länger geworden 
LG Jenny