@AnnieKa: Ich würde mal behaupten, dass ich zu den jenigen Hundehaltern gehöre, dich sich sehr viel informieren, über verschiedene Trainingsansätze, Methoden und Lerntheorien... Glaub mir mal, ich hab schon Erfahrung mit einem nicht ganz so unproblematischen Aussie. Letztendlich habe ich eines festgestellt: Bücher von erfolgreichen Hundetrainern sind immer interessant zu lesen, helfen mir aber bei der Bewältigung der Probleme mit meinem Hund im Alltag so gut wie gar nicht. Es ist ja schön und gut, mal was von diesem und jenem Hundetrainer gehört zu haben, aber ich halte es für utopisch, nach irgendwelchen Büchern, die ich gelesen habe, einen Problemhund zu therapieren.
Ich bin damals nach einer regelrechten Odyssee bei einer Privattrainerin gelandet, die mir erstmal erklärt hat, ich sei total überinformiert und würde es meinem Hund nicht gerade leicht machen, weil ich ständig versuche, diverseste Erziehungskonzepte an ihm auszuprobieren - völlig ohne auf mein Bauchgefühl zu hören. Nach einigen Gesprächen mit dieser Trainerin und relativ wenig Rumdoktern und Rumprobieren an meinem Hund ging bei mir die Lampe an und ich wusste plötzlich, wie ich meinen Hund händeln kann und muss. Und das, nachdem ich fast ein Dutzend Erziehungsratgeber gelesen hatte. (Cesar Milllan war übrigens nicht darunter, aber es fehlte nicht viel und ich wäre auch bei ihm gelandet...)
Persönlich halte ich viel mehr davon, den richtigen Trainer (nicht einfach zu finden!) an seiner Seite zu haben, statt stur nach irgendwelchen angelesenen Konzepten zu trainieren. Wenn so ein Cesar Millan oder meinetwegen auch ein Martin Rütter die ihm anvertrauten Hunde therapiert bekommt, ist das schön für diese Herren. Aber ich bin weder der eine, noch der andere. Es wird oft vergessen, dass beim Hunde-Training die Persönlichkeit des Halters eine sehr große Rolle spielt, und nicht nur die, sondern auch die Chemie zwischen Hund und Halter. Das muss ich berücksichtigen, wenn ich Trainingsansätze vorgebe. Deshalb geht so etwas nur mit einem erfahrenen und sehr einfühlsamen Trainer, der nicht nur an Symptomen rumdoktert, sondern der sich vor allem den Menschen hinter dem Hund anschaut. Meine Trainerin hat damals mehr über mich geredet als über den Hund...