da ich ja auch seeeehr leidgeplagt bin, was das Thema Nichtbeachten des Abrufs angeht, mal ein paar (evtl. etwas unkonventionelle) Tipps von einer, die schon wirklich ALLES durch hat und letztendlich Erfolg hatte.
Vorweg muss ich sagen, dass ich immer wieder erstaunt darüber bin, für wie doof manch einer Hunde hält. Bei einem durchschnittlich cleveren Hund wirken solche Taktiken wie "mit ner Tüte rascheln", "im Gras gruscheln", (ganz toll:) "Abholen" (wer bitte kommt auf solche Ideen?), "mit Quietschestimme wegrennen" evtl. vielleicht ein paar mal, manchmal auch nur ein einziges Mal. Und dann hat man in relativ kurzer Zeit alles durch, was es so gibt - und dann?
Was ich NICHT tun würde:
- auf einer Hundewiese den Abruf trainieren (sorry, aber das ist schon fast eine Garantie dafür, dass der Hund das vermeintliche Abrufkommando völlig fehlinterpretiert; die Ablenkung ist einfach viel zu groß und der Hund hat ständig die Möglichkeit, den Abruf zu überhören und lustige Spielchen draus zu machen)
- mich in kritischen Situationen zum Affen machen, vor allem dort, wo Straßen in der Nähe sind. Hunde spüren die Unsicherheit ihres Menschen sofort und wenn ich aus lauter Verzweiflung nen Handstand mache, damit Hund zu mir kommt, wird mein Hund wahrscheinlich genau das Gegenteil tun. Meiner hat mich bei sowas erstrecht gemieden, weil er gespürt hat, wie unsicher ich war, auch wenn ich dabei die tollsten Sachen gemacht hab
Was ich stattdessen tun würde:
- Abruf in Umgebung ohne/mit sehr wenig Ablenkung üben, Ablenkung sehr langsam steigern
- jedes zu mir gucken/zu mir kommen/bei mir bleiben bestärken (Clicker hat bei mir das Rennen gemacht
)
- wenn ich auf ne Hundewiese gehe, mich drauf einstellen, dass ich den Hund nicht abgerufen bekomme, dafür würde ich hier jedes freiwillige Zu-mir-kommen honorieren (Spiel/Futter/Lob), wenn es Zeit zu gehen ist, ganz beiläufig anleinen und gehen
- dem Hund klarmachen, dass der Abruf zu befolgen ist. WENN ich das Kommando gebe, muss es befolgt werden -> hier empfiehlt sich der Einsatz einer Schleppleine
Ich hatte wie gesagt sehr lange das Problem, dass mein Hund zwar zu 90% abrufbar war, solange alles schön entspannt war, aber sobald die Situation etwas kritisch wurde, mied er mich, und zwar mit allen Konsequenzen. Nicht nur einmal habe ich ihn vor meinem geistigen Auge unterm Auto liegen sehen. Mittlerweile ist das Schnee von gestern, da er mich heute ernst nimmt und genau weiß, dass ich mich durchsetze. Die Kombination aus Bindung und Gehorsam war hier entscheidend. Und: ich kann ihn lesen und einschätzen, ich weiß wie er tickt und er weiß, wie ich ticke. Das dauert aber. Solange würde ich immer wieder mit Schleppleine arbeiten, und dabei nicht den Fehler machen, diese zu schnell und offensichtlich "auszuschleichen".