Beiträge von jennja

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    Es kommt halt einfach darauf an, wie man Bedenken äußert.
    Ich habe einfach das Gefühl, dass hier im Forum bei einigen direkt die Alarmglocken klingen, sobald jemand Interesse an einem Aussie hat.

    weiß nicht, wie du darauf kommst. Beispiele?

    Es hat jemand nach Erfahrungen mit Aussies gefragt und danach, was sie an "negativen" Eigenschaften erwarten könnte. Darauf haben einige geantwortet, unter anderem ich. Außerdem wurde darauf hingewiesen, wie die Eigenschaften, die im Rassestandard stehen, sich im Alltag zeigen können. Nicht mehr und nicht weniger. Hier hat niemand versucht, jemandem den Aussie auszureden. Es wurden lediglich Fragen beantwortet. Aber anscheinend ist es schon völlig egal, was man schreibt, man ist eh immer der Buhmann, wenn man nicht nur schreibt, wie lustig und fluffig und plüschig das Leben mit einem Aussie ist, sondern auch etwas anders sein kann, wenn man nicht drauf vorbereitet ist. Ich bins auch irgendwie leid, dass es jedes Mal so endet. Jemand kommt und fragt: "erzählt doch mal, wie ist euer Aussie so im Alltag?" und dann erzählt man, aber ohne zu beschönigen. Und schon kommt wieder das mit dem Madigmachen der Rasse oder irgendeiner fühlt sich auf den Schlips getreten, warum auch immer.

    Beispielsweise hat hier wer gefragt, was der Unterschied zw. Aussie und Border ist und da kann man bspw. den Wach- und Schutztrieb nennen, den der Aussie im Gegensatz zum Border hat (zumindest steht das so im Standard, wenn ich mich nicht irre). Ja, und was bedeutet das? Eben, dass der Aussie gerne diesen Trieb auslebt (und dabei auch uU ein recht durchsetzungsstarker Hund sein kann) und entsprechend geführt werden sollte, damit sich die Nachbarn oder der Postbote oder wer auch immer nicht fürchten muss. Ist das jetzt schon wieder Madigmachen der Rasse? Ist hier jemand beleidigt, wenn man sowas sagt?

    Ich versteh manchmal echt nicht, wo das Problem liegt.

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    Ich habe gestern mal wieder festgestellt, wie gern Aussiebesitzer ihre Hunde zu Überhunden machen.
    Ich war nur mit Bo unterwegs und bin einer Dame mit einem Aussie begegnet und wir kamen dann ins Gespräch und sie erklärte mir, dass sie ja eine so seltene Rasse an der Leine hätte und der Australian Shepherd ein ganz, ganz besonderer Hund seie und überhaupt nicht mit normalen Hunden vergleichbar. Darum sollten auch nur ganz ausgewählte Menschen einen Australian Shepherd halten, der dürfte nie allein sein, braucht mindestens drei Stunden am Tag konsequentes Training, dürfte auf gar keinen Fall in einer Wohnung gehalten werden, braucht 24h am Tag Zugang zum Garten und ist suuuuper schwer zu erziehen.
    Neben ihr stand ein ausflippender, wenn auch wirklich hübscher, blue merle.

    Als ich dann sagte, dass ich selber so einen hoch anspruchsvollen,s eltenen, schwer erziehbaren Hund zu Haus habe, den aber ganz anders beschreiben würde, war sie geschockt und erklärte mir,d ass mein Hund gerade leidet, weil ich nur mit dem einen draußen bin. :D :D

    ich kenn mittlerweile doch recht viele Aussiebesitzer und sowas ist mir bis jetzt noch nciht untergekommen, also dass Aussiehalter gerne ihre Hunde zu Überhunden machen, kann ich gar nicht bestätigen :???: Meist wird realistisch widergegeben, wie die Hunde sich im Alltag zeigen. Und das og hab ich noch nie gehört, von keinem Aussiehalter.


    Das ist halt immer das Problem...
    Man wird nach persönlichen Erfarungen mit der Rasse gefragt, und diese lassen manchmal erkennen, dass der Aussie kein total anspruchsloser Hund ist und eine gewisse Führung braucht (das brauchen andere Rassen bestimmt auch, aber wir reden hier ja vom Aussie und nicht von einer anderen Rasse), und schon wird einem unterstellt, man wolle die Rasse madig machen bzw. zur Überrasse stilisieren. Ehrlich gesagt, langweilts mich ein wenig. Ich meine, dann brauchen wir uns nicht über die Rasse unterhalten, wenn man nur bestimmte Dinge hören will :rollsmilie3:

    ich finde, dass man eins zusammenfassend sagen kann: Aussies sind sehr präsente Hunde, die hellwach sind und nichts verpassen (wollen). Sie nehmen ganz gerne die ganze Hand, wenn man ihnen den kleinen Finger zureicht ;)

    Unterscheiden tun sie sich dann bei solchen Dingen wie Reserviertheit usw.

    Ich habe bis jetzt aber noch keinen Aussie kennen gelernt, der nicht wenigstens ne kleine "Macke" hat ;)
    Die sind einfach sehr reizempfänglich. Es ist halt nur die Frage, wie gehen die damit um. Manche drehen dann auf, andere reagieren unsicher, abweisend, und manche findens einfach nur geil, wenn was passiert. Aber eins sind Aussies eigentlich nie: stoisch bis hin zu phlegmatisch. WENN sie das sind, dann sind sie mMn nicht im Standard :D

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    Aussies sind eher plump, rennen sich in die seite, zwicken in die Hinterbeine, hueten sich gegenseitig an, raufen, schupsen, stossen sich um, kugeln sich, verbeissen sich in den Halskraegen, ziehen udn zergeln.

    stimmt, gerade auf der letzten Runde haben sichs meine beiden noch mal ordentlich gegeben :lol:
    da könnte man immer meinen, die schlachten sich grad gegenseitig ab :headbash:

    na ja was heißt denn tägliches Programm?
    Mein Bela ist halbe AL und sein Programm sieht so aus, dass er momentan so gut wie gar nichts "arbeitet". Er geht Gassi, so ca. grob über den Daumen gepeilt insgesamt 2h am Tag, aber auch nicht immer, manchmal sinds nur 1,5h insgesamt, am WE aber mehr, weil da mache ich jeweils mindestens eine Runde a minimun 1,5 oder 2h. Man wirft ein paar Bälle und lässt ihn ein paar Mal um irgendwas rummrennen (Revieren), macht ein bissl Fußarbeit, das aber auch nicht jeden Tag, sondern nach Lust und Laune, manchmal auch ne Woche gar nicht. Hundeplatz ist im Moment nicht, das letzte Mal auf dem HuPla zwecks Flyball war der im Oktober, oder wars sogar September?
    Zu Hause ist der völlig relaxed, den bemerkt man nur, wenn der ab 16:30 neben dem Schreibtisch hockt und einen angafft, weil er Hunger auf Abendbrot hat :lol:
    Er macht auch Hundesport, ja. Ich hab ja viel Obe mit ihm gemacht. Aber brauchen tut der das nicht, der macht das nur fürs Frauli bzw. rein aus Gehorsam. Genauso wie gelegentliches Joggen/Radlfahren. Findet der gut, aber wirklich einfordern tut der das nicht.

    Was das betrifft, ist er wirklich pflegeleicht. Die Auslastung halte ich beim Aussie auch nicht für die Herausforderung. Auch nicht bei der AL. Meine Liesl ist ja 100% AL und die wird auch nicht viel mehr Programm bekommen als Bela. Ein bisschen mehr vielleicht ja, aber auch nur, wenn ich merke, dass sie das braucht. Sie wird anders ausgelastet werden, aber quantitativ nicht unbedingt mehr als Bela. Aber auch bei ihr gilt: daheim herrscht Ruhe! Genauso im Büro oder im Restaurant oder wo auch immer.

    Das "schwierige" (wenn man so will) beim Aussie, egal aus welchen Linien, ist einfach der alltägliche Umgang, das Handling. Da spielt sooo viel mit rein. Was für ein Typ bin ich, welcher Typ ist mein Hund? Wie lebe ich? Was erwarte ich von meinem Aussie? usw....

    was man beim Aussie nicht vergessen darf: viele Eigenschaften zeigen sich erst, wenn der Hund wirklich erwachsen ist. Und das heißt hier, mindestens 2, eher 3 Jahre... Dazu gehört zB der Wach- und Schutztrieb, der sich bei manchen erst recht spät ausprägt, und auch die Fixiertheit auf eine oder sehr wenige Personen.

    Nocte hats ja schon angedeutet, es gibt die extrem sensiblen Exemplare unter den Aussies. Mein Rüde ist so einer, er ist wirklich hypersensibel. Aber das hat man ihm nicht von Anfang an angesehen, im Gegenteil. Er machte in der ersten Zeit einen sehr aufgeschlossenen, neugierigen, lebensfrohen und unerschrockenen Eindruck. Erst als er so 7 Monate bis 1 Jahr alt wurde, zeichnete sich langsam ab, was da noch so drin schlummert...

    Ich habe den Hund gekauft gehabt, weil ich dasselbe vorhatte wie ihr: Einen Hund zu haben, den man überall mit hinnehmen kann, der sich überall anpasst, nicht auffällt, aber mit dem man was machen kann, der sich für sämtliche Aktivitäten begeistert. Eben einen, der alles mitmacht. Das ging auch alles eine Zeitlang und dann irgendwann gar nicht mehr. Er hat ein Misstrauen gegenüber Fremden entwickelt, das es sogut wie unmöglich macht, ihn zu Leuten OHNE Hund mitzunehmen. Er will nicht angesprochen oder angefasst werden. Kinder hasst er. Er hat aber nie etwas schlechtes erlebt! Bei Hundebesitzern hat er das nicht in der Form.

    Mit einem guten Jahr fing er an, sich nicht mehr mit jedem Rüden zu vertragen. Ich habe längere zeit in der Stadt gelebt, er hatte ständig Fremdhundekontakte. Viel hilft viel, dachte ich. Sah er aber anders. Ihn überforderte es anscheinend, täglich teilweise Dutzende fremde Hunde zu treffen. Mittlerweile lasse ich ihn kaum noch mit Fremdhunden in Kontakt kommen, und wenn dann nur mit Kastraten oder Hündinnen. Intakte Rüden gehen einfach nicht mehr...

    Aussies sind Hunde, die dich lesen wie ein Buch und IHRE Schlüsse ziehen. Das kann anstrengend sein, weil sie dir oft schon einen Schritt voraus sind, und du weißt das erst, wenn sie schon dabei sind, irgendeine Aktion zu starten. Viele Aussies laufen nicht einfach so nebenher, sondern brauchen Führung und Aufmerksamkeit (im Sinne von: man muss sie im Auge behalten). Deshalb sind es auch schlechte Familienhunde. Aussies sind Arbeitshunde, die wurden dazu gezüchtet, auf den Hof aufzupassen und bei der Arbeit mit Rindern (!) zu helfen. Das muss man wissen, denn das führt zu bestimmten Eigenschaften, die diese Hunde einfach haben können. Und sie verzeihen Erziehungsfehler sehr schlecht.

    ursprünglich musste ein Aussie die folgenden Wesensmerkmale besitzen:
    - sehr führerbezogen sein (Einmannhunde ;-))
    - sich durchsetzen können (siehe Rinderarbeit!)
    - ausdauernd arbeiten können, bei der Arbeit 120 % geben
    - wachsam sein! territoriales Bewusstsein haben. Und damit: sehr schnelle Auffassungsgabe besitzen. Einem Aussie entgeht nichts, der hat seine Augen und Ohren überall.
    - loyal gegenüber der Familie (in der eigenen Familie stets freundlich, auch den Kindern gegenüber, sie neigen aber uU zum Verteidigen der Familie nach Außen)

    das sind alles keine schlechten Eigenschaften, aber sie können problematisch werden, wenn man sie in unserer Gesellschaft (Hundewiesen, städtische Umgebung, Hektik der Großstadt...) einfach machen lässt. Der Aussie will angeleitet werden.

    "Negative" Eigenschaften, mit denen du beim Aussie rechnen solltest (die aber nicht auftreten MÜSSEN):
    - er verteidigt Ressourcen (und das kann alles sein, einschließlich seiner Bezugsperson, aber auch Futter, Spielzeug, ein anderer Hund...)
    - er meldet auffallend viel, wenn er dazu neigt und es viel zu melden gibt (ein Grund, warum mein Bela nicht mehr mit ins Büro geht)
    - ihm "gehört" die Hundewiese, die Straße, das Haus...
    - unverträglichkeit gegenüber Artgenossen
    - er dreht beim "Arbeiten" sehr auf und kommt schlecht runter, neigt zu Hibbeligkeit
    - er mag keine fremden Menschen, im schlechtesten Fall geht er vorwärts.
    - er "maßregelt" zB Kinder, wenn sie ihm zu hektisch sind
    - er jagt
    - er ist hypersensibel und/oder unsicher/leicht stressanfällig, was in Verbindung mit den restlichen Eigenschaften schwierig wird

    Hört sich jetzt extrem an, aber du hattest ja gefragt :D
    Aussie ist nicht gleich Aussie!!
    Es gibt so dermaßen unterschiedliche Charaktere unter den Aussies, dass man meinen könnte, es sind verschiedenen Rassen in der Rasse. Du solltest dir da den Züchter und seine Zuchttiere wirklich genau anschauen, wenn du einen souveränen, freundlichen, sportlichen Begleiter suchst. :smile:

    ich hab jetzt mal ein bisschen drüber nachgedacht und ja, ich denke, bei Bela ist es auch so wie bei Lucky. Anscheinend bedeutet die Leine für ihn -> Pause, runterfahren, Mutti macht schon... Ich bin seit ich die Liesl habe auch immer wieder positiv überrascht, wie leinenführig Bela ist.

    Ich benutze keine Flexileine (ich hasse die Dinger einfach und ich kann mir nicht vorstellen, beim Spaziergang permenant einen Plastikkasten in der Hand zu halten), aber ich nutze Schleppleinen in unterschiedlichen Längen. Meine Lieblingsleine ist momentan die 5m Biothane mit Handschlaufe. Wenn ich mit Bela alleine gehe, dann nehme ich von Haus aus nur diese Leine mit, eine andere brauch ich gar nicht. Ich nutze sie kurzgehalten als Führleine (an der Straße usw.), als lange Leine, in dem ich die Schlaufe festhalte (aber niemals an der Leine ziehe oder rucke, sondern ich halte nur das Ende fest und dirigiere trotzdem über Stimme oder Klopfzeichen o.ä.) und wenn ich denke, jetzt wäre eigentlich Freilauf möglich, dann lasse ich das Ende fallen und gebe ihn explizit frei. Ich fühle mich damit sehr viel wohler, als wenn ich ihn ständig ab- und anleinen müsste, denn er muss, wenn wir auf fremde Hunde treffen oder Kinder, Reiter etc. einfach gesichert werden. Dadurch dass ich entspanne, tut er das auch und somit haben wir beide deutlich weniger Stress. Er hat nun sogar mehr Freilauf als er komplett ohne Leine hätte. Ist bei ihm aber auch sehr einfach, weil er eh keinen großen Radius hat. Mit Liesl könnte ich das so nicht machen, denn die hat einen ganz anderen Bewegungsdrang usw.

    Klar ist das langfristige Ziel wieder der Freilauf, komplett ohne Leine, aaaber um dahin zu kommen, muss man sich frei (also befreit von Druck) und sicher fühlen, und das geht von beiden Seiten aus. Ich hatte in den letzten Tagen ein paar wirklich sehr angenehme Spaziergänge mit Bela, wo er viel laufen konnte, einfach mal wieder er selbst sein konnte, und wirklich entspannt war. Das war schön zu sehen. Dass er dabei eine 5m Leine hinter sich herzieht, sehe ich in dem Moment nicht. Auch kommuniziere ich mit ihm nicht über die Leine, aber durch die Leine ist die Kommunikation unbefangener geworden.

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    Jennja, kannst du mir bitte sagen wie breit das schicke Halsband ist? Und welche Größe deine Hübsche da trägt?
    Denn wenn ich schon dabei bin zu bestellen kanns auch gleich noch ein neues Halsband werden.

    Huhu!
    Es ist 3 cm breit.
    Sie trägt Größe 30-40 (ist die verstellbare Klick-Variante)

    Interessanter Thread, und "leider" kann ich mich hier mit Bela auch dazugesellen...

    Ich versuchs kurz zu machen, habe nicht viel Zeit...
    Bela hat eine ganze Palette an Baustellen, die aber alle die gleiche Ursache haben.
    Er reagiert unsicher, nervös bis hin zu leicht aggressiv auf alles mögliche. Intakte Rüden im Freilauf, pöbelnde Hunde allgemein (zB auf der anderen Straßenseite), lautes Getrampel/Geplärre von Kindern, Menschen, die uns nachts entgegenkommen, und ALLES, wirklich ALLES, was sich um unsere Wohnanlage herum regt...

    Sein Grundcharakter war schon immer eher nervös und unsicher, leicht reizbar, schreckhaft, reserviert, und dazu kam eine unsichere Ersthundehalterin, die mit den meisten seiner Anwandlungen komplett überfordert war. Keine gute Kombination. Ich hab ihn mit 9 Wochen bekommen (er war vor uns schon mal vermittelt, ging wieder zurück zum Züchter und dann kam er zu uns), die ersten Wochen/Monate verliefen eigentlich problemlos. Mit Einsetzen der Pubertät (ca. 7 Monate) gings los... Er neigte dazu, alles und jeden anzukläffen, auf mich hat er gar nicht gebaut. Meine "Ansagen" (wahrscheinlich habe ich noch ein hundsmiserables Timing gehabt und ihn total falsch gehändelt) hat er absolut nicht ernst genommen. Wir sind von Hundetrainer zu Hundetrainer gerannt. Kein Erfolg. Sein Verhalten wurde immer schlimmer. Als Welpe/Junghund hatte er keine Probleme mit Kindern, ab einem guten Jahr jedoch ein immer größeres.

    Aufgrund meiner nichtvorhandenen Fähigkeit, diesen Hund souverän zu führen, und aufgrund der Tatsache, dass ich ihn ein Leben "zugemutet" habe, das er nervlich einfach nicht bewältigen konnte (Leben in der hektischen Innenstadt ohne wirklichen echten Freilauf, dazu habe ich ihn immer ins Büro mitgenommen, wo er noch mehr Stress hatte, weil er sich bald berufen fühlte, mich und mein Büro gegen meine Kollegen zu verteidigen, oder zumindest die, die er nicht schon als Welpe kennen gelernt hat, denn die waren immer ok...), hat sich sein Verhalten regelrecht manifestiert und ich bekomme es einfach nicht mehr aus ihm heraus. Wir arbeiten nun seit 4 Jahren an seinen zahlreichen Baustellen, und die Fortschritte sind marginal. Das schlimmste ist, dass er mir in kritischen Situationen nicht traut und mich meidet. Alles andere wäre nicht schlimm, ich kann gut leben mit einem Hund, auf den ich eben beide Augen richten muss, den ich nicht einfach machen lassen kann, aber diese Sache, dass ICH für ihn keine verlässliche Anlaufstelle bin, wenn er ein Problem hat, ist für mich ziemlich hart und deprimiert mich auch.

    Ich kann ihn führen, aber ich habe mein Leben ziemlich nach ihm umgestellt. Er lebt jetzt weitgehend stressfrei. Aber es ist nicht das, was ich mir unter Hundehaltung vorgestellt habe. Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass meine Liesl bei uns eingezogen ist. Ich habe aber nicht die Hoffnung, dass sie ihn stabilisiert. Auf der anderen Seite bin ich aber auch guter Dinge, dass sie nicht so wird wie er, denn sie ist vom Grundcharakter her völlig anders. Mit ihr sind jetzt schon Dinge möglich, an die mit Bela in diesem Alter niemals zu denken gewesen wäre.

    Eins muss ich noch zu Bela sagen. Er ist kein einfacher Hund und man muss ihn aus bestimmten Situationen einfach raushalten. Aber: er hat nie einen Menschen oder einen Hund verletzt. Diese Hemmschwelle ist vorhanden und darüber bin ich sehr glücklich. Es könnte alles noch viel schlimmer sein!! Das muss ich mir immer wieder sagen und das macht es dann erträglich.