ich hab das Gefühl, dass diese "Aussie-Sache" ein regelrechtes Paradoxon ist.
auf der einen Seite das:
Man sieht sie jetzt üüüüberall, wirklich. Auf jedem Hundefutter, in jedem Halsbandkatalog, es gibt nichts mehr, wo der hübsche, süße Aussie noch nicht als Werbefigur hergehalten hat. Er ist ja jetzt auch schon in Kinofilmen vertreten und im Fernsehen. Früher wars der Border oder der Golden, jetzt ist es der Aussie. Das ist ja erstmal nicht so schlimm, ich mein, er ist ja auch ein hübscher, wunderbarer Hund. Ach Mist, ich habe Zoohandlungen vergessen, wo Aussie-Welpen ja neuerdings auch verkauft werden und dort richtige Verkaufsschlager sind (man möchte brechen).
Man sieht auch auf Hundewiesen und auf der Straße mittlerweile sehr viele Aussies (die meisten, die ich treffe, sind unter einem Jahr alt).
In Aussie-Foren tummeln sich Dutzende von Leuten, die ihren ersten Aussie haben (die meisten davon ebenfalls unter einem Jahr alt) und NUR Gutes zu berichten haben, total begeistert von ihrer Rasse sind.
Schaut man sich die Züchter-HPs an, steht auf den meisten, wie hübsch, nett, freundlich und sportlich die sind, und soooooooo verkuschelt.
und auf der anderen Seite das:
Hilfe, mein Aussie verbellt Leute im Dunkeln, stimmt mit dem was nicht? Hilfe, mein Aussie zwickt mich und bellt mich an, wenn ich mit ihm Bällchen spiele, stimmt mit dem was nicht? Hilfe, mein Aussierüde hat sich gerade auf der Hundewiese mit nem anderen Rüden gekloppt, stimmt mit dem was nicht? usw. usf. (oder auch: Hilfe, mein Aussie hat so komische Anfälle, stimmt mit dem was nicht? Huch, hat er wohl Epilepsie, ach so ein Mist!)
Und weil ja schätzungsweise 70 % (könnten auch mehr sein) der Aussies keine Papiere haben, weil sie aus liebevoller Hobbyzucht stammen, kann man natürlich auch nicht sagen, ob bestimmte Eigenschaften oder Krankheiten genetisch sind und somit wird dann einfach behauptet "da ist bei der Sozialisierung was schief gelaufen" oder "ist ne Ausnahme, kann mal passieren, sind ja Lebewesen".
Kann man es da nicht nachvollziehen, dass man das Bedürfnis verspürt, Aufklärung zu betreiben und auf seriöse Züchter zu verweisen, wenn sich jemand für diese Rasse interessiert?
Und mal ganz ehrlich, wenn man sich über andere Rassen umhört, die nicht ganz ohne sind, dann kann man feststellen, dass beim Aussie sehr wohl meistens nur beschönigt dargestellt wird, wie er so ist. Beispiel Weimaraner. Spricht man diese Rasse an, kommt sofort das Schlagwort Mannschärfe, und das ist auch gut so! Hebt man beim Aussie den Wach- und Schutztrieb und dazu die Selbständigkeit und die schnelle Auffassungsgabe hervor (man rechne nur mal 1+1+1, was ergibt das wohl?), dann heißt es gleich, man wolle die Rasse madigmachen. Gut, wenn wir bei dem Ausdruck bleiben wollen: dann wäre ein bisschen MEHR Madigmachen ja wohl angebracht, angesichts der Vielzahl an papierlosen Würfen und abgegebenen Hunden (wegen Allergie, haha) auf DHD24 usw.
Und es ist tatsächlich so, die allerwenigsten Problemaussies landen bei den Notaussies, weil das nämlich Arbeit bedeutet und man nicht noch nen Euro am misratenen Hund verdienen kann.
Mittlerweile stellen sich einem nur noch die Nackenhaare auf, wenn man sich so umguckt, was so an "Material" verbreitet wird. Wenn ein Züchter auf die rassetypischen Eigenschaften eingeht und sagt, dass es ein anspruchsvoller Hund ist, der erstmal Arbeit macht, bevor er richtig Spaß macht, dann drehen doch die meisten Käufer auf der Türschwelle um und kaufen beim Vermehrer, weil DEM SEINE Hunde nämlich nicht so problematisch sind (noch mal haha).